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Michael Becker

Neuer Meister kämpft für Barrierefreiheit im Schach

Quelle: Deutscher Schachbund – „Schach und Inklusion: 'Es muss mehr passieren. Wir machen das jetzt mal.'", veröffentlicht am 30. Juli 2026

Michael Becker aus Halle an der Saale hat die Deutsche Einzelmeisterschaft der Schachspieler mit Behinderung gewonnen. Der 69-jährige FIDE-Meister erzielte beim Schachgipfel in Dresden 5,5 Punkte aus sieben Partien und verwies den punktgleichen Reza Mohammed Ghadimi dank besserer Wertung auf den zweiten Platz. Das berichtet Deutscher Schachbund.

Becker, der seit elf Jahren aufgrund einer neurologischen Erkrankung auf den Rollstuhl angewiesen ist, betont den besonderen Stellenwert des Schachs für sein Leben: Das Spiel ermögliche ihm gesellschaftliche Teilhabe und den Erhalt sozialer Kontakte trotz seiner Behinderung. Der Titelgewinn sei neben der deutschen Seniorenmeisterschaft sein wichtigster Erfolg. Er spielt derzeit in der 2. Oberliga Ost für SK Dessau 93 und hält eine Elo-Zahl von 2240.

Hoher Nachholbedarf bei der Barrierefreiheit

Becker sagt offen, dass er viele Turniere absagt, weil sie nicht barrierefrei sind oder kein barrierefreies Hotel in der Nähe vorhanden ist. Die An- und Abreise sowie die tägliche Pflege organisierte er für Dresden mit erheblichem Aufwand. Gert Schulz, Inklusionsbeauftragter des Deutschen Schachbundes, teile diese Einschätzung zum Nachholbedarf in der deutschen Turnierszene.

In Dresden wurde auf Initiative von Gert Schulz ein neuer Inklusions-Förderverein gegründet, dessen Gründungsmitglied Becker ist. Zuvor hatte er sich bereits im vom DSB initiierten Inklusionsbeirat engagiert und berät das Präsidium des Landesschachverbands Sachsen-Anhalt in Inklusionsfragen. Becker war zu DDR-Zeiten mehrfacher Einzel- und Mannschaftsmeister und wurde 2019 Deutscher Seniorenmeister Ü50 im Einzel und mit der Mannschaft.

Automatisch KI-generierter Beitrag