Matthias Wolf
Zitat von Conrad Schormann am 26. Juli 2025, 13:30 UhrSchach ist voller Geschichten, niemand erzählt sie. Die notorische Journalismusverweigerung aller deutschsprachigen Schachseiten und -zeitschriften führt jetzt dazu, dass der Verband eine im großen Sportkontext ungewöhnliche Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Er erzählt die Geschichten selbst, weil es ja sonst niemand macht. Eingeführt hat das Matthias Wolf, den der Schachkicker jetzt "interviewt" hat (mutmaßlich wird uns hier mal wieder das Ausfüllen eines Fragebogens als "Interview" verkauft, aber man weiß es nicht genau):
„Matthias Wolf: Der Journalist, der dem DSB Beine macht“
Quelle: Schachkicker, "Interview" von Walter Rädler (23. Juli 2025)
Matthias Wolf, seit August 2024 Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Schachbundes, bringt investigativen Journalismus und Tempo in die Verbandsarbeit. Der 57-Jährige, der zuvor 20 Jahre lang eine eigene TV-Produktionsfirma führte und für Formate wie Sport inside mehr als 200 Hintergrundbeiträge produzierte, gilt als erfahrener Allrounder. Wolf ist preisgekrönt – unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis – und betont, dass er vor allem eines will: Schach nicht nur über Ergebnisse, sondern über Menschen und ihre Geschichten erzählen.
Der gebürtige Berliner, der seit über 40 Jahren Mitglied beim SC Dreiländereck in Weil am Rhein ist, sieht im Job beim DSB eine ideale Verbindung von Beruf und persönlicher Leidenschaft. „Wenn im Schach etwas passiert, das für den Verband relevant ist, muss es schnell raus – aber mit Substanz“, sagt er. Reine Ergebnisberichte mag er nicht, stattdessen sucht er die Gespräche mit Spielern, Funktionären und Ehrenamtlichen. Auch Video-Interviews und Kurzfilme gehören inzwischen zum Standard, obwohl Wolf sein Team augenzwinkernd als „eierlegende Wollmilchsäue“ bezeichnet – sie schreiben, fotografieren, filmen und schneiden selbst.
Seit Wolfs Einstieg hat sich die Pressearbeit des DSB spürbar verändert. Auf der Website erscheinen deutlich mehr und vielfältigere Beiträge, und mit Partnern wie 11teamsports kam erstmals ein Sponsoring-Deal zustande, den Wolf selbst einfädelte. Begeistert zeigt er sich von der Breite des deutschen Schachs, etwa von der DSAM-Serie, die er als „Premiumprodukt des Schachbundes“ lobt. Gleichzeitig bedauert er, dass Spitzenschach in Deutschland medial kaum durchdringt – selbst EM-Erfolge wie jener von Matthias Blübaum finden nur begrenzt Beachtung.
Wolf lobt die Nationalspielerinnen, allen voran Lara Schulze und Josefine Heinemann, als „zehn von zehn Medienprofis“, kritisiert aber festgefahrene Strukturen im Schachbetrieb. Er kämpft dafür, dass der Sport moderner auftritt und hält eine Angleichung der Preisgelder zwischen Männern und Frauen bei DSB-Turnieren für überfällig. „Die Spielerinnen sitzen genauso lange am Brett und bereiten sich genauso intensiv vor. Der Job ist identisch, die Bezahlung aber nicht“, sagt Wolf und verweist auf Beispiele aus Tennis und norwegischem Fußball.
Privat bleibt Wolf ein leidenschaftlicher Sportler – als Jugendtrainer und Schiedsrichter beim SC Siemensstadt und als unerschütterlicher Schalke-Fan seit 1987. Dass er überhaupt Journalist wurde, verdankt er seinem ersten Schachverein: „Ohne den Club hätte ich viele Türen nie aufgestoßen – und viel Aufregendes verpasst.“
Schach ist voller Geschichten, niemand erzählt sie. Die notorische Journalismusverweigerung aller deutschsprachigen Schachseiten und -zeitschriften führt jetzt dazu, dass der Verband eine im großen Sportkontext ungewöhnliche Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Er erzählt die Geschichten selbst, weil es ja sonst niemand macht. Eingeführt hat das Matthias Wolf, den der Schachkicker jetzt "interviewt" hat (mutmaßlich wird uns hier mal wieder das Ausfüllen eines Fragebogens als "Interview" verkauft, aber man weiß es nicht genau):
„Matthias Wolf: Der Journalist, der dem DSB Beine macht“
Quelle: Schachkicker, "Interview" von Walter Rädler (23. Juli 2025)
Matthias Wolf, seit August 2024 Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Schachbundes, bringt investigativen Journalismus und Tempo in die Verbandsarbeit. Der 57-Jährige, der zuvor 20 Jahre lang eine eigene TV-Produktionsfirma führte und für Formate wie Sport inside mehr als 200 Hintergrundbeiträge produzierte, gilt als erfahrener Allrounder. Wolf ist preisgekrönt – unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis – und betont, dass er vor allem eines will: Schach nicht nur über Ergebnisse, sondern über Menschen und ihre Geschichten erzählen.
Der gebürtige Berliner, der seit über 40 Jahren Mitglied beim SC Dreiländereck in Weil am Rhein ist, sieht im Job beim DSB eine ideale Verbindung von Beruf und persönlicher Leidenschaft. „Wenn im Schach etwas passiert, das für den Verband relevant ist, muss es schnell raus – aber mit Substanz“, sagt er. Reine Ergebnisberichte mag er nicht, stattdessen sucht er die Gespräche mit Spielern, Funktionären und Ehrenamtlichen. Auch Video-Interviews und Kurzfilme gehören inzwischen zum Standard, obwohl Wolf sein Team augenzwinkernd als „eierlegende Wollmilchsäue“ bezeichnet – sie schreiben, fotografieren, filmen und schneiden selbst.
Seit Wolfs Einstieg hat sich die Pressearbeit des DSB spürbar verändert. Auf der Website erscheinen deutlich mehr und vielfältigere Beiträge, und mit Partnern wie 11teamsports kam erstmals ein Sponsoring-Deal zustande, den Wolf selbst einfädelte. Begeistert zeigt er sich von der Breite des deutschen Schachs, etwa von der DSAM-Serie, die er als „Premiumprodukt des Schachbundes“ lobt. Gleichzeitig bedauert er, dass Spitzenschach in Deutschland medial kaum durchdringt – selbst EM-Erfolge wie jener von Matthias Blübaum finden nur begrenzt Beachtung.
Wolf lobt die Nationalspielerinnen, allen voran Lara Schulze und Josefine Heinemann, als „zehn von zehn Medienprofis“, kritisiert aber festgefahrene Strukturen im Schachbetrieb. Er kämpft dafür, dass der Sport moderner auftritt und hält eine Angleichung der Preisgelder zwischen Männern und Frauen bei DSB-Turnieren für überfällig. „Die Spielerinnen sitzen genauso lange am Brett und bereiten sich genauso intensiv vor. Der Job ist identisch, die Bezahlung aber nicht“, sagt Wolf und verweist auf Beispiele aus Tennis und norwegischem Fußball.
Privat bleibt Wolf ein leidenschaftlicher Sportler – als Jugendtrainer und Schiedsrichter beim SC Siemensstadt und als unerschütterlicher Schalke-Fan seit 1987. Dass er überhaupt Journalist wurde, verdankt er seinem ersten Schachverein: „Ohne den Club hätte ich viele Türen nie aufgestoßen – und viel Aufregendes verpasst.“
Zitat von Conrad Schormann am 15. Februar 2026, 0:16 UhrZu seiner Kündigung beim Deutschen Schachbund teilt Matthias Wolf auf Anfrage dieser Seite mit:
„Ja, ich habe zum 28. Februar gekündigt. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Die Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsstelle des DSB, auch viele Ehrenamtliche beim DSB und der DSJ, sind mir ans Herz gewachsen. Ich komme auch deshalb der Bitte des Präsidiums nach und stehe dem Verband auf Honorarbasis als freier Autor weiter zur Verfügung.Damit bleibe ich mit der Schachszene verbunden, in der ich in den vergangenen eineinhalb Jahren viel Wertschätzung erfahren habe. Von wertvollen Menschen, die ich selbst auch schätzen gelernt habe. In diesem Sport, den ich selbst auch seit meiner Jugend betreibe, wimmelt es nur so vor faszinierenden Typen, die es verdient haben, dass man ihre Geschichten aufschreibt. Das habe ich getan. Dass es der richtige Weg für die DSB-Öffentlichkeitsarbeit war, neben dem Spitzen- auch dem Breitensport großen Raum in unseren Medien zu geben, zeigen die Zahlen. So haben wir die Zahl der Zugriffe auf die DSB-Webseite von jährlich vier Millionen auf 200 Millionen erhöht, Tausende neue Follower gewonnen und auch die Zugriffe auf unseren Content im Social-Media-Bereich in einer unerwarteten Weise vervielfacht – es hat Spaß gemacht, gemeinsam mit meinem Team, den Kollegen Levian Raschke (bis Ende 2025) und zuletzt Finn Engesser und Frank Binding, etwas zu entwickeln. Ich denke, darunter sind auch viele Konzepte und Projekte mit Zukunftspotenzial.Aber, und auch das ist ein Grund für meine Kündigung: Ich bin letztlich nicht geschaffen für Verbandsstrukturen, in denen ich mich nicht so verwirklichen konnte wie ich wollte. Ich mache da beim DSB niemanden einen Vorwurf - der DSB ist wie er ist. Ich habe viel gelernt über das Innenleben eines Sportverbandes. Aber ich wollte mehr. Und da ich ein konsequenter Typ bin, war die Entscheidung keine leichte - aber aus Sicht vieler in meinem Umfeld nur logisch.
WerbungHinzu kommt meine Leidenschaft für den Journalismus. Ich habe es vermisst, Filme zu machen. Die Kollegen haben immer wieder gefragt: Wann kommst Du zurück? Und ja, das Filme machen und Hintergründe im Sport beleuchten, wird künftig wieder den Hauptteil meiner Arbeit ausmachen. Ich freue mich drauf und blicke nicht zurück im Zorn."
Zu seiner Kündigung beim Deutschen Schachbund teilt Matthias Wolf auf Anfrage dieser Seite mit:
Aber, und auch das ist ein Grund für meine Kündigung: Ich bin letztlich nicht geschaffen für Verbandsstrukturen, in denen ich mich nicht so verwirklichen konnte wie ich wollte. Ich mache da beim DSB niemanden einen Vorwurf - der DSB ist wie er ist. Ich habe viel gelernt über das Innenleben eines Sportverbandes. Aber ich wollte mehr. Und da ich ein konsequenter Typ bin, war die Entscheidung keine leichte - aber aus Sicht vieler in meinem Umfeld nur logisch.
Zitat von Conrad Schormann am 21. Februar 2026, 14:46 UhrEin Getriebener zwischen Verband und Journalismus
Quelle: Deutscher Schachbund, 16. Februar 2026
Manche Menschen passen in keine Struktur, weil sie schneller denken, schreiben und handeln, als Organisationen reagieren können. Das schreibt Deutscher Schachbund über Matthias Wolf, der zum 28. Februar seine Stelle als Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verlässt. Für den Verband bleibt Wolf ein Motor, der Tempo und Professionalität brachte. Für sich selbst bleibt er Journalist – mit Energie, klaren Worten und dem Drang, Dinge neu zu denken.
Seit dem 1. August 2024 prägte Wolf die Außendarstellung des Deutschen Schachbundes. Mit journalistischem Tempo, klaren Ansprüchen und technischer Vielseitigkeit – schreiben, fotografieren, filmen, schneiden – veränderte er die Kommunikationsarbeit sichtbar. Die Website gewann an Dynamik, Video-Formate etablierten sich, Social-Media-Reichweiten stiegen deutlich. Die Zugriffszahlen wuchsen laut Wolf von vier Millionen auf 200 Millionen pro Jahr.
Zwischen Reformwille und Verbandsrealität
Wolf trieb neue Partnerschaften voran, darunter einen Ausrüstervertrag mit 11teamsports. Gleichzeitig sprach er Missstände offen an: mangelnde mediale Aufmerksamkeit für Spitzenerfolge, überholte Strukturen und die aus seiner Sicht notwendige Angleichung der Preisgelder von Frauen und Männern.
Er selbst beschreibt seinen Abschied als Abwägung zwischen Engagement und persönlicher Freiheit. Die Arbeit im Verband habe ihm viel bedeutet, zugleich habe er sich in Verbandsstrukturen nicht vollständig verwirklichen können. Seine Leidenschaft für investigativen Sportjournalismus zieht ihn zurück in die Selbstständigkeit. Ab dem 1. März arbeitet er wieder als freier Journalist, vor allem für den WDR.
Verbunden durch das Spiel
Dem Schach bleibt Wolf verbunden. Als freier Autor will er weiterhin für schachbund.de schreiben und Geschichten erzählen, die Menschen in den Mittelpunkt stellen – Spielerinnen, Spieler, Ehrenamtliche und Funktionäre.
Schach begleitet ihn seit der Jugend. Erste journalistische Schritte machte er als Pressewart des Schachclubs Dreiländereck in Weil am Rhein, dessen Mitglied er bis heute ist. Ohne diesen Verein, so sagt er selbst, hätte er viele Türen nicht geöffnet.
Ein Getriebener zwischen Verband und Journalismus
Quelle: Deutscher Schachbund, 16. Februar 2026
Manche Menschen passen in keine Struktur, weil sie schneller denken, schreiben und handeln, als Organisationen reagieren können. Das schreibt Deutscher Schachbund über Matthias Wolf, der zum 28. Februar seine Stelle als Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verlässt. Für den Verband bleibt Wolf ein Motor, der Tempo und Professionalität brachte. Für sich selbst bleibt er Journalist – mit Energie, klaren Worten und dem Drang, Dinge neu zu denken.
Seit dem 1. August 2024 prägte Wolf die Außendarstellung des Deutschen Schachbundes. Mit journalistischem Tempo, klaren Ansprüchen und technischer Vielseitigkeit – schreiben, fotografieren, filmen, schneiden – veränderte er die Kommunikationsarbeit sichtbar. Die Website gewann an Dynamik, Video-Formate etablierten sich, Social-Media-Reichweiten stiegen deutlich. Die Zugriffszahlen wuchsen laut Wolf von vier Millionen auf 200 Millionen pro Jahr.
Zwischen Reformwille und Verbandsrealität
Wolf trieb neue Partnerschaften voran, darunter einen Ausrüstervertrag mit 11teamsports. Gleichzeitig sprach er Missstände offen an: mangelnde mediale Aufmerksamkeit für Spitzenerfolge, überholte Strukturen und die aus seiner Sicht notwendige Angleichung der Preisgelder von Frauen und Männern.
Er selbst beschreibt seinen Abschied als Abwägung zwischen Engagement und persönlicher Freiheit. Die Arbeit im Verband habe ihm viel bedeutet, zugleich habe er sich in Verbandsstrukturen nicht vollständig verwirklichen können. Seine Leidenschaft für investigativen Sportjournalismus zieht ihn zurück in die Selbstständigkeit. Ab dem 1. März arbeitet er wieder als freier Journalist, vor allem für den WDR.
Verbunden durch das Spiel
Dem Schach bleibt Wolf verbunden. Als freier Autor will er weiterhin für schachbund.de schreiben und Geschichten erzählen, die Menschen in den Mittelpunkt stellen – Spielerinnen, Spieler, Ehrenamtliche und Funktionäre.
Schach begleitet ihn seit der Jugend. Erste journalistische Schritte machte er als Pressewart des Schachclubs Dreiländereck in Weil am Rhein, dessen Mitglied er bis heute ist. Ohne diesen Verein, so sagt er selbst, hätte er viele Türen nicht geöffnet.