Die Frauen, die Schach ins 21. Jahrhundert befördern
Zitat von Conrad Schormann am 15. März 2026, 14:25 UhrFrauen machen Schach digital und viral
Quelle: BBC – „Chess: The women content creators bringing the ancient game into the digital age", veröffentlicht am 15. März 2026
Frauen gewinnen als Schach-Streamerinnen an Einfluss und tragen dazu bei, das jahrhundertealte Spiel einem neuen, jungen Publikum zugänglich zu machen. Das berichtet BBC. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: die Kanadierin Nemo Zhou und die in Paris aufgewachsene Sarah El Barbry, die über Plattformen wie Twitch, TikTok und YouTube Millionen von Followern erreichen.
Zhou, 26, begann während der Covid-Pandemie im Jahr 2020 mit dem Streamen von Schachpartien. Als kurz darauf die Netflix-Serie The Queen's Gambit erschien und einen weltweiten Schach-Boom auslöste, brach sie ihr Wirtschaftsstudium an der Universität Toronto ab, um sich ganz dem Streaming zu widmen. Heute zählt sie mehr als zwei Millionen Follower auf Twitch, Instagram, YouTube und TikTok. Laut einer Einschätzung von Dr. Nina Willment, assoziierte Forscherin an der Universität York, könnte jemand mit Zhous Reichweite ein sechsstelliges Jahresgehalt erzielen – womit sie zu den obersten ein bis zwei Prozent aller Content-Creators weltweit gehört.
Wachsender Markt, unsichere Einkünfte
El Barbry, 24, startete 2023 mit Schachinhalten auf TikTok und wurde 2024 zur Streamerin, als sie eine Lücke bei französischsprachigen Schach-Streams entdeckte. Ein Video, in dem sie mit nur König und Dame eine Partie gewinnt, erzielte 28 Millionen Aufrufe. Dennoch verdient sie derzeit rund 1.700 Dollar monatlich – weniger als der französische Mindestlohn. Willment betont, dass der Erfolg bekannter Streamerinnen darüber hinwegtäusche, dass Tausende, wenn nicht Millionen Menschen trotz gleicher Bemühungen keine Einnahmen erzielen.
Der Wandel zeigt sich auch im Wettkampfbetrieb. Schnellere Spielformate mit Zeitlimits von teils nur drei Minuten pro Spieler, Herzfrequenzmesser an Profispielern und der Einzug des Schachs in den Esports World Cup in Riad tragen zur Modernisierung des Spiels bei. Fiona Steil-Antoni, Internationale Meisterin und Turnierkommentatorin, spricht von einem nötigen „Makeover", den das Schach gerade erfahre.
Der Anteil weiblicher Spielerinnen, die beim Weltschachverband Fide registriert sind, stieg von zehn Prozent im Jahr 2020 auf 16,5 Prozent im Jahr 2026. In der absoluten Weltspitze sind Frauen jedoch weiterhin kaum vertreten: Aktuell befindet sich keine Frau unter den Top 100 der Weltrangliste. Steil-Antoni zeigt sich dennoch „vorsichtig optimistisch", dass sich das Spiel in ihrer Lebenszeit einer gewissen Gleichstellung annähern werde.
Frauen machen Schach digital und viral
Quelle: BBC – „Chess: The women content creators bringing the ancient game into the digital age", veröffentlicht am 15. März 2026
Frauen gewinnen als Schach-Streamerinnen an Einfluss und tragen dazu bei, das jahrhundertealte Spiel einem neuen, jungen Publikum zugänglich zu machen. Das berichtet BBC. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: die Kanadierin Nemo Zhou und die in Paris aufgewachsene Sarah El Barbry, die über Plattformen wie Twitch, TikTok und YouTube Millionen von Followern erreichen.
Zhou, 26, begann während der Covid-Pandemie im Jahr 2020 mit dem Streamen von Schachpartien. Als kurz darauf die Netflix-Serie The Queen's Gambit erschien und einen weltweiten Schach-Boom auslöste, brach sie ihr Wirtschaftsstudium an der Universität Toronto ab, um sich ganz dem Streaming zu widmen. Heute zählt sie mehr als zwei Millionen Follower auf Twitch, Instagram, YouTube und TikTok. Laut einer Einschätzung von Dr. Nina Willment, assoziierte Forscherin an der Universität York, könnte jemand mit Zhous Reichweite ein sechsstelliges Jahresgehalt erzielen – womit sie zu den obersten ein bis zwei Prozent aller Content-Creators weltweit gehört.
Wachsender Markt, unsichere Einkünfte
El Barbry, 24, startete 2023 mit Schachinhalten auf TikTok und wurde 2024 zur Streamerin, als sie eine Lücke bei französischsprachigen Schach-Streams entdeckte. Ein Video, in dem sie mit nur König und Dame eine Partie gewinnt, erzielte 28 Millionen Aufrufe. Dennoch verdient sie derzeit rund 1.700 Dollar monatlich – weniger als der französische Mindestlohn. Willment betont, dass der Erfolg bekannter Streamerinnen darüber hinwegtäusche, dass Tausende, wenn nicht Millionen Menschen trotz gleicher Bemühungen keine Einnahmen erzielen.
Der Wandel zeigt sich auch im Wettkampfbetrieb. Schnellere Spielformate mit Zeitlimits von teils nur drei Minuten pro Spieler, Herzfrequenzmesser an Profispielern und der Einzug des Schachs in den Esports World Cup in Riad tragen zur Modernisierung des Spiels bei. Fiona Steil-Antoni, Internationale Meisterin und Turnierkommentatorin, spricht von einem nötigen „Makeover", den das Schach gerade erfahre.
Der Anteil weiblicher Spielerinnen, die beim Weltschachverband Fide registriert sind, stieg von zehn Prozent im Jahr 2020 auf 16,5 Prozent im Jahr 2026. In der absoluten Weltspitze sind Frauen jedoch weiterhin kaum vertreten: Aktuell befindet sich keine Frau unter den Top 100 der Weltrangliste. Steil-Antoni zeigt sich dennoch „vorsichtig optimistisch", dass sich das Spiel in ihrer Lebenszeit einer gewissen Gleichstellung annähern werde.