Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Botvinnik’s Best Games

Warum Botvinnik heute noch lehrreich ist

Quelle: Schaaksite.nl – Rezension „Botvinnik’s Best Games“, Corniek, 19. Dezember 2025

Die Rezension stellt die Grundfrage vieler Schachspieler: Warum alte Partien studieren, wenn moderne Partien doch alles enthalten müssten? Die Antwort fällt klar aus. Gerade klassische Partien zeigen Pläne, Motive und strategische Ideen oft deutlicher – vorausgesetzt, sie werden gut erklärt. Genau das leistet Botvinnik’s Best Games, kommentiert von Alexander Khalifman.

Werbung

Das Buch erscheint bei New in Chess und versammelt 50 Partien Botvinniks, chronologisch geordnet in drei Phasen: Aufstieg, Weltmeisterjahre und spätere Karriere. Ergänzt wird die Sammlung durch ein Vorwort Khalifmans und eine biografische Einführung von IM Vladimir Barsky. Bekannte Klassiker gegen Capablanca, Alekhine, Bronstein, Fischer oder Portisch sind enthalten – allerdings nicht bloß als Pflichtprogramm, sondern mit neuen, instruktiven Kommentaren.

Die große Stärke des Buches liegt laut Rezensent in der Analyse. Khalifman erklärt tiefgehend, aber verständlich. Viele Diagramme ermöglichen es, die Partien auch querzulesen. Besonders hervorgehoben wird der Umgang mit der Eröffnungsphase: Khalifman zeigt, wie damalige Ideen entstanden sind und wie sie sich weiterentwickelt haben. So wird der historische Kontext nicht zur Nostalgie, sondern zum Lernwerkzeug.

Positiv bewertet wird zudem, dass Khalifman klar trennt zwischen Varianten, die nur mit Computerhilfe auffindbar sind, und solchen, die Spieler realistisch am Brett berechnen konnten. Seine eigene Erfahrung als Weltklassespieler macht diese Einschätzungen glaubwürdig. Die Partien bleiben komplex, oft nuanciert, und widerlegen das Vorurteil, klassische Partien seien „zu einfach“ oder überholt.

Kritik gibt es nur punktuell. Eine Eröffnungsübersicht fehlt, was das gezielte Nachschlagen erschwert. Auch über die Auswahl einzelner Partien – etwa Botvinnik–Menchik (1934) – ließe sich diskutieren. Diese Einwände ändern aber nichts am Gesamturteil.

Das Fazit der Rezension ist eindeutig: Das Buch ist äußerst lehrreich und zugleich gut zu lesen. Wer den oft zitierten Rat, die Klassiker zu studieren, ernst nehmen will, findet hier einen idealen Einstieg. Und selbst wer nur genießen möchte, bekommt eine dichte Sammlung großer Partien eines Spielers, der das moderne Schach nachhaltig geprägt hat.

Werbung