Gerhard Hund

Deutscher Mathematiker, Informatiker und Schachpionier des Internets, geboren 1932 in Leipzig als ältestes von sechs Kindern des Physikers Friedrich Hund und der Mathematikerin Ingeborg Hund, gestorben am 21. Juni 2024. Betrieb ab den 1990ern die Website Teleschach, eine zentrale Quelle zur deutschen Schachgeschichte im Netz, und leistete mit tausenden selbst verfassten Artikeln und Fotos einen bedeutenden Beitrag zur deutschen Wikipedia. Hatte Meisterspielstärke, Ingo-Zahl 52.

Werdegang

Die Familie zog 1951 aus der DDR nach Frankfurt, wo Hund sein in Jena begonnenes Mathematikstudium fortsetzte und 1955 das Diplom erwarb. Arbeitete danach am Institut für Praktische Mathematik der TH Darmstadt unter Alwin Walther, später als Mathematiker bei Bayer Leverkusen, wo er große Gleichungssysteme für die Produktionsplanung überwachte. Heiratete seine Frau Juliane, mit der er vier Töchter – Susanne, Barbara, Isabel und Dorothee – und einen Adoptivsohn, Allart, hatte. Betreute neben Teleschach die Website der Deutschen Schachjugend und spielte bis zuletzt auf Lichess.

Würdigung

Ingo Althöfer, Mathematikprofessor und langjähriger persönlicher Bekannter, verfasste nach Hunds Tod einen ausführlichen Nachruf für PvB, in dem er dessen Geduld im Umgang mit Wikipedia-„Kürzern“ sowie seine Neugier bis ins hohe Alter würdigte – unter anderem anhand einer 2019 in Freiburg geführten mehrstündigen Unterhaltung über die Vergangenheit des Darmstädter Instituts, das während des Kriegs an Berechnungen für die V2 beteiligt gewesen war.