Lokalmatador besiegt Sowjet-Meister: “Ich hab’ gedacht, wie toll und gut ich doch bin.”

Du bist ein schachbegeisterter 15-Jähriger und meldest dich im Verein an. Vier Jahre später wirst du Vereinsmeister und darfst fortan Brett eins in der Bezirksklasse hüten. Gleichzeitig wird dein Club 50 Jahre alt, schenkt sich selbst zum Geburtstag ein geschlossenes Topturnier mit fünf Großmeistern. Du bekommst einen Freiplatz - und dann besiegst du den amtierenden Co-Sieger … Lokalmatador besiegt Sowjet-Meister: “Ich hab’ gedacht, wie toll und gut ich doch bin.” weiterlesen

Der Tag, an dem mich Alexander Aljechin bestraft hat

Mit den Partien von Alexander Aljechin setzte ich mich schon immer weniger gern auseinander als mit denen anderer Legenden wie Nimzowitsch oder Petrosjan. Trotzdem bin ich natürlich auch „sein“ Kapitel in Garri Kasparows Band 2 von „Meine großen Vorkämpfer“ durchgegangen. Als „Genie der Schachkombinationen“ wurde Aljechin gemäß Kasparow schon zu Lebzeiten bezeichnet, von vielen Weltmeistern … Der Tag, an dem mich Alexander Aljechin bestraft hat weiterlesen

Meister der kontrollierten Offensive

Der war ein Schachverrückter durch und durch. Er war Taxifahrer und hat in der Wartezeit immer trainiert und analysiert“, eröffnet Dieter Migl unser Gespräch über den vor zehn Jahren gestorbenen internationalen Meister Dieter Mohrlok, seinen langjährigen Mannschaftskameraden bei den Stuttgarter Schachfreunden.  Außer für die Schachfreunde spielte Mohrlok noch für SK Bad Cannstatt und VfL Sindelfingen. … Meister der kontrollierten Offensive weiterlesen

Der attraktive Dieter

Mit 3:1 schlug die Mannschaft der Bundesrepublik bei der Schacholympiade 1964 in Tel Aviv die Sowjets, eine Sensation. Die Schlappe gegen Unzicker, Schmid, Pfleger & Co. war die zweite Niederlage des Seriensiegers UdSSR bei Schacholympiaden überhaupt. Natürlich gewannen die weltmeisterlich besetzten Sowjets (Petrosian, Botwinik, Keres, Spasski, Bronstein) das Turnier damals trotzdem. Die Amateure aus Deutschland … Der attraktive Dieter weiterlesen

Kaffee, Zigaretten und ein Schäferhund: Besuch von Friedrich Sämisch

Nach einem Simultan in Stuttgart ist Friedrich Sämisch spontan bei Familie Mohrlok im Stadtteil Wangen zu Gast geblieben. Er soll dem talentierten Sohn Schachtraining geben, darf dafür umsonst übernachten und wird verköstigt – mit Kaffee und Zigaretten in erster Linie, die beiden Hauptnahrungsmittel der Berliner Schachlegende. Wochenlang darf er seinem Bohémien-Lebensstil frönen, bis nachmittags schlafen … Kaffee, Zigaretten und ein Schäferhund: Besuch von Friedrich Sämisch weiterlesen

Wesley Sos selbsterfüllende Prophezeiung

1.f3, eine Eröffnung, die die weiße Stellung nicht besser macht: Vernachlässigt die Entwicklung (behindert sie sogar), schwächt die Königsstellung. Mit diesem Patzerzug begann Magnus Carlsen am Dienstag sein Match gegen Wesley So, das Finale der chess24-Banterserie. Vor dem Match hatte der Weltmeister mit Freunden zusammengesessen, und die fragten, warum sie zuschauen sollen. „Ich wollte ihnen … Wesley Sos selbsterfüllende Prophezeiung weiterlesen

Beinahe Weltklasse: Rudolf Swiderski aus Leipzig – eine Spurensuche

30. Juli 1906, es läuft die 7. Runde beim 15. DSB-Kongress in Nürnberg. Da die Deutsche Meisterschaft vor dem Ersten Weltkrieg meist als internationales Turnier ausgespielt wurde, sitzen in der Frankenmetropole Größen des Weltschachs wie Carl Schlechter, Oldřich Duras, Michail Tschigorin oder der spätere Turniersieger Frank Marshall mit an den Brettern. Dazu die besten Deutschen … Beinahe Weltklasse: Rudolf Swiderski aus Leipzig – eine Spurensuche weiterlesen

Madrid 1575 – das erste Superturnier (III)

Zum Turnier waren die italienischen Meister mit großer Ehrerbietung am Madrider Königshof empfangen worden. Giovanni da Cutri traf zum Einstieg auf einen alten Bekannten, Ruy López, gegen den er bisher nie gewonnen hatte. Er war ihm, wie im zweiten Teil beschrieben, im Jahr 1560 in Rom unterlegen, außerdem wurde er wahrscheinlich auch 1573 bei López´zweiter Romreise besiegt. (Ganz … Madrid 1575 – das erste Superturnier (III) weiterlesen

Das erste Superturnier: Madrid 1575 (II)

Den spanischen Priester Ruy López haben wir im ersten Teil dieses Turnierberichts kennengelernt, die Personifizierung der spanischen Schach-Herrschaft. 1560 und 1573 hatte der Priester bei Besuchen in Rom die besten Spieler Italiens besiegt. Nun sollten eben diese besten Spieler Italiens 1575 nach Madrid reisen, um Revanche zu nehmen und den Spaniern ihre Stellung als führende … Das erste Superturnier: Madrid 1575 (II) weiterlesen

Madrid 1575: das erste Superturnier

Zwei Spitzenspieler ringen die Besten der bis dahin führenden Schachnation nieder, sie machen ihr Land zur neuen Nummer eins im Schach, der Beginn einer Ära. Fortan sind beide Teil der gehobenen Gesellschaft, sie werden von Päpsten und Königen empfangen, um mit diesen Schach zu spielen. Nebenbei schlagen sie sich mit Seeräubern herum. Beide sterben früh, … Madrid 1575: das erste Superturnier weiterlesen

Caissa, komm in Quarantäne

Um die Entstehung des Schachspiels ranken sich allerlei Mythen. Eine Geschichte geht so, dass sich der römische Kriegsgott Mars eines schönen Frühlingstages (bestimmt war es im Frühling, denn Märchen-Liebesgeschichten beginnen fast immer im Frühling 🙂 ) in eine verführerische Nymphe mit dem Namen Caissa verliebte und sie zu erobern versuchte. Als die Auserwählte sein Interesse nicht erwiderte, tat … Caissa, komm in Quarantäne weiterlesen

Aufstieg, Fall und Wiederauferstehung eines Schachvereins vom Lande

Einmal einen starken und bekannten Meisterspieler auf den 64 Feldern in die Knie zwingen -  welcher Hobbyschachspieler träumt nicht davon? Benedikt Förch vom SK 1926 Nördlingen/Ries ist das kürzlich sogar zweifach gelungen. Die Geschichte dazu soll hier erzählt werden. Sie ist auch die Geschichte des sportlichen Aufstiegs eines Vereins, dem es einst binnen kurzer Zeit gelang, die Zahl seiner … Aufstieg, Fall und Wiederauferstehung eines Schachvereins vom Lande weiterlesen

Herr Bauer, Schachkreis Schwarzwald-Alb

Der geschätzte Schachfreund Claudius Caissa blieb stumm, als ich ihn neulich wieder mit der Frage nervte, ob er mir nicht irgendeine Idee zuschustern könne, über die ich für die Perlen vom Bodensee schreiben kann. „Ich nehme notfalls auch Trash-Themen; Lästereien, Beziehungsstress, Klatsch und Tratsch und so“, schob ich nach, was er mit einem leichten Kopfschütteln quittierte. … Herr Bauer, Schachkreis Schwarzwald-Alb weiterlesen

Ist Schach gelöst? Und wenn nein, wie lange dauert das noch?

Nein, das Schachspiel wurde bislang noch nicht von einem Computerprogramm vollständig gelöst. Im Vergleich zum bereits gelösten Mühlespiel, einem anderen Spiel mit „perfekter Information“, gibt es beim Schach viel mehr mögliche Stellungen (geschätzt rund 1043). Die heute verfügbare Rechen- und Speicherkapazität reicht bei weitem nicht aus, unserem guten, alten Spiel alle Geheimnisse zu entlocken. Ergebnisse für … Ist Schach gelöst? Und wenn nein, wie lange dauert das noch? weiterlesen