Peter Heine Nielsen
Dänischer Großmeister und langjähriger Trainer von Magnus Carlsen. Einer der schärfsten öffentlichen Kritiker der FIDE-Führung unter Arkady Dvorkovich; betrieb ab 2023 das Ethikverfahren gegen den russischen Verband, das 2024 zu dessen zweijährigem Ausschluss führte.
Ethikverfahren gegen den russischen Verband
Initiierte im Herbst 2023 gemeinsam mit dem ukrainischen Schachverband und GM Andrii Baryshpolets, dem unterlegenen FIDE-Präsidentschaftskandidaten von 2022, ein Ethikverfahren gegen den russischen Verband CFR und Arkady Dvorkovich wegen dessen Kriegsverhaltens; eingereicht wurde es am 7. Dezember 2023, weil laut Nielsen weder die FIDE noch andere Verbände von sich aus handelten. Versuchte über eine von Paul Meyer-Dunker vermittelte Verbindung zu DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach, den DSB als Mitkläger zu gewinnen – vergeblich; Lauterbach lehnte nach Lektüre eines 139-seitigen Dokuments mit zahlreichen, laut DSB nicht beurteilbaren Vorwürfen ab.
Die FIDE-Ethik- und Disziplinarkommission gab dem Verfahren im Juni 2024 überwiegend recht: zweijähriger Ausschluss des russischen Verbands, Rüge gegen Dvorkovich. Nielsen kritisierte anschließend, die Versuche des FIDE-Rats – unter anderem mit Viswanathan Anand und Zurab Azmaiparashvili -, das Verfahren zu stoppen, zeigten, wie sehr die Verbandsführung strukturell auf Dvorkovichs Seite stehe.
Weitere Kritik
Nannte im Juni 2024 die Vergabe der Rapid- und Blitz-WM nach New York an den von Sanktionen und einer US-Justizermittlung betroffenen Sponsor Freedom Holding Sportswashing. Kritisierte wiederholt Wadim Rosensteins Engagement im deutschen Schach. Ordnete im März 2026 gegenüber der New York Times die russische Schachaktivität in besetzten ukrainischen Gebieten als Versuch ein, ukrainische Identität in eine russische umzuwandeln. War eine der treibenden Kräfte hinter dem Widerstand gegen Vladimir Kramniks Cheating-Vorwürfe. Dokumentierte im August 2026, dass Arkady Dvorkovich nach dem Ruhen seiner Amtsgeschäfte weiter als Repräsentant der FIDE auftrat, unter anderem bei einem Treffen mit dem äthiopischen Sportminister gemeinsam mit Timur Turlov, und fragte öffentlich nach dem Grund – ohne Antwort zu erhalten.


