Ossi Weiner

Ehemaliger Marketingchef von Hegener + Glaser (Mephisto) und Geschäftsführer des DSB-Wirtschaftsdiensts. Bediente 1994 in London das Programm ChessGenius, das als erstes Schachprogramm einen amtierenden Weltmeister in einem Turnier schlug – zwei Jahre vor Deep Blue.

ChessGenius und das Kasparov-Match 1994

Vertrieb ab Anfang der 1990er gemeinsam mit dem Programmierer Richard Lang das PC-Schachprogramm ChessGenius, nachdem der Schachcomputermarkt durch den PC-Boom kollabiert war. Trat am 31. August 1994 beim Intel Grand Prix im Londoner Savoy-Theater überraschend selbst als Bediener an, weil Lang im letzten Moment die Nerven verlor; bei der Eröffnungsvorbereitung unterstützten ihn GM Gerald Hertneck und IM Thomas Reich. Das auf einem 90-MHz-Pentium laufende Programm gewann die erste Partie nach einer Überreaktion Garry Kasparovs und hielt die zweite remis – 2:0 im Match. Anschließend erreichte ChessGenius das Halbfinale gegen Viswanathan Anand. Kasparov soll seither abergläubisch darauf bestanden haben, nie wieder gegen ein von Weiner bedientes Programm zu spielen: „Everybody, but not Ossi.“

Unternehmertum und DSB-Wirtschaftsdienst

Gründete 1995 mit Manfred Hegener die Firma Millennium 2000. Kündigte 2018 als Geschäftsführer des DSB-Wirtschaftsdiensts einen aus seiner Sicht für den Verband finanziell absurden ChessBase-Empfehlungssiegel-Vertrag, was das Verhältnis beider Partner nachhaltig belastete. Entdeckte Anfang 2018 die jahrelangen verdeckten Hotelprovisionen im Umfeld Dirk Jordans bei der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft.