Michael S. Langer
Präsident des Niedersächsischen Schachverbands und Präsidiumsmitglied des Landessportbunds Niedersachsen, außerdem nach eigener Bezeichnung Marketing-Berater der Schachbundesliga. Einer der beharrlichsten Kritiker der DSB-Führung: Er forderte 2023 die externe Aufarbeitung der Finanzkrise und gehörte 2025/26 zu denjenigen, die den Rückzug von Ingrid Lauterbach betrieben. Kam über seinen Vater und Robert Hübners Kandidatenmatches zum Schach und saß 1992 live dabei, als Hübner in Dortmund Garry Kasparov bezwang.
DSB-Finanzkrise 2023
Forderte nach dem Bekanntwerden der Misere im Februar 2023 eine externe Untersuchung; den stattdessen erstellten internen Bericht lobte er ausdrücklich. Blieb bei seiner Position, die Regeln – Satzung, Finanzordnung, Vertragsvorgaben – seien vorhanden gewesen, aber jahrelang nur rudimentär angewandt worden. Nannte den Kontostand Teil der Inszenierung eines kerngesund wirkenden Patienten: Kein Delegierter habe je das Zahlenwerk in die Hand bekommen. Forderte, die ehrenamtliche Kassenprüfung durch ein jährliches Testat eines Wirtschaftsprüfers zu ersetzen, und hielt Schadenersatzforderungen gegen Marcus Fenner für aussichtslos, da dessen Personalakte keinerlei Beanstandung enthalte.
Stellte im Herbst 2023 für den niedersächsischen Verband einen Katalog von acht Fragen an das Präsidium – unter anderem zum Jahresendvermögen, zu den Folgekosten des Mitgliederverwaltungsprogramms und dazu, wie die seit zehn Jahren feststehende Ausrichtung des Mitropa-Cups 2024 überraschen könne – und drängte auf eine kurzfristige Onlinesitzung der Landespräsidien; eine Antwort erhielt er nicht. Sagte im selben Monat seine Teilnahme an der Rapid- und Blitz-Team-WM in Düsseldorf ab, als sich Arkady Dvorkovichs Antreten abzeichnete. Bezifferte den Effekt der Beitragserhöhung auf 13 Euro mit jährlich 210.000 Euro Mehreinnahmen und nannte die Beschaffung der Mitgliederverwaltungssoftware vollständig aus dem Ruder gelaufen.
Niedersachsen Masters
Organisierte 2024/25 im Rahmen des NSV-Jubiläumsjahres das Niedersachsen Masters in Wolfsburg mit VW als Partner und äußerte sich im Januar 2025 kritisch zur mangelnden Resonanz des DSB darauf.
Kritik am DSB-Präsidium
Kritisierte im Juni 2025, dass DSB-Präsidentschaftswahlen faktisch am Vorabend des Kongresses beim informellen Beisammensein entschieden würden, und bemängelte die Finanzplanung für Schachgipfel 2026 und Verbandsjubiläum 2027 von zusammen rund 370.000 Euro. Gehörte zu der Gruppe, die im Oktober und November 2025 vergeblich versuchte, Ingrid Lauterbach zu einem raschen Rückzug zu bewegen, nannte Alexander von Gleichs Rücktritt im Februar 2026 ein Desaster für den DSB und war einer von neun Landesverbandsvertretern, die im März 2026 vor dem DSB-Schiedsgericht einen außerordentlichen Kongress erstritten.


