Liviu-Dieter Nisipeanu

Rumänisch-deutscher Großmeister, geboren am 1. August 1976 in Brasov als Sohn eines rumänischen Vaters und einer deutschen Mutter. Europameister 2005, mit einem Elo-Bestwert von 2707 lange der höchstbewertete rumänische Spieler überhaupt. Spielte von 2014 bis 2023 für Deutschland und war dort zeitweise die Nummer eins; die FIDE führt ihn mit Bindestrich als Liviu-Dieter Nisipeanu.

Karriere

Erreichte 1999 bei der FIDE-WM in Las Vegas das Halbfinale, wo er dem späteren Weltmeister Alexander Khalifman ein 2:2 abrang und erst im Schnellschach-Stechen unterlag. Gewann 2005 die Europameisterschaft und kletterte dabei auf 2707 Elo – eine Marke, die erst 2022 von Bogdan-Daniel Deac übertroffen wurde. Spielte von der Schacholympiade 2014 an für Deutschland, oft am ersten Brett, besonders erfolgreich 2018, als das deutsche Team als einziges ungeschlagen blieb; 2017 wurde er zudem Deutscher Meister. Spielte 2024 für die USV TU Dresden im Abstiegskampf der Schachbundesliga.

Rückkehr nach Rumänien

Verabschiedete sich nach der Schacholympiade 2022 auf eigenen Wunsch aus dem Bundeskader; der Verbandswechsel zurück nach Rumänien wurde am 12. April 2023 offiziell bestätigt, nach neun Jahren für den Deutschen Schachbund – er war der dritte Spitzengroßmeister binnen eines Jahres, der zu Rumänien wechselte. Arbeitet dort vor allem als Trainer und spielte im Oktober 2023 beim Europapokal der Vereine für das rumänische Team „Superchess“. Trat bei der Mannschafts-EM 2023 gegen seinen Willen noch einmal für Rumänien an, weil der Nachwuchs des Landes noch nicht stark genug war, und besiegte dort Dmitrij Kollars: „Mein Sieg heute, ich weiß nicht, ganz komisch. Ich freue mich gar nicht.“ Auf der anderen Seite des Bretts zu sitzen sei ihm sehr unangenehm gewesen.