Leo Battesti
Korsischer Politiker und Initiator des korsischen Schachprogramms, geboren um 1954. War 1975 an der bewaffneten Besetzung eines Weinguts in Aleria beteiligt, bei deren Niederschlagung zwei Polizisten starben; gehörte 1976 zu den Mitgründern der Befreiungsbewegung FLNC und wurde wegen eines versuchten Sprengstoffanschlags auf eine Finanzbehörde zu neun Jahren Haft verurteilt. Entdeckte im Pariser Gefängnis La Sante das Schach wieder, als er nachts zwei einsitzende KGB-Spione per Morsecode gegeneinander spielen hörte; organisierte dort ein Gefängnisturnier, das er selbst gewann. Wurde 1981 von Francois Mitterrand begnadigt, entsagte dem bewaffneten Kampf und saß von 1986 bis 1992 im korsischen Parlament. Belebte Ende der 1990er den Schachklub Bastia neu und gründete 1998 die korsische Schachliga samt Schulprogramm; den ersten Unterricht hielt er in der Toga-Schule ab, direkt gegenüber jener Finanzbehörde. Sieht Schach als „kleine Schule der Staatsbürgerschaft“, die lehre, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen – ein Mittel gegen das korsische Clansystem. Gab die Präsidentschaft der Liga 2020 ab und kämpft seither gegen die korsische Mafia.

