Josefine Safarli

Deutsche Schachspielerin und Nationalspielerin, Mädchenname Josefine Heinemann, seit Ende 2024 mit dem aserbaidschanischen Großmeister Eltaj Safarli verheiratet. Eine der lautesten Stimmen in der Debatte um die deutsche Nachwuchsförderung bei den Frauen; finanziert sich nach eigener Aussage über Schachunterricht und YouTube statt über Preisgelder.

Karriere

Spielte im November 2023 – damals noch unter dem Namen Heinemann – bei der Mannschafts-EM in Montenegro am zweiten Brett und war mit 3,5 Punkten aus den ersten vier Partien die erfolgreichste deutsche Spielerin des Turniers; gegen Serbien gewann sie die matchentscheidende Partie. Sie war damals neben Elisabeth Pähtz und Dinara Wagner die einzige aktuelle Nationalspielerin unter den deutschen Top Ten. Kommentierte im Dezember 2023 beim German Masters in Rosenheim und bei der Schnellschach- und Blitz-WM in Samarkand Partien für die Videobegleitung.

Erzielte im August 2024 beim RTU-Open Riga ungeschlagen ihre erste IM-Norm und gewann dabei fast 50 Elopunkte zurück. Sorgte bei der Schacholympiade 2024 in Budapest mit einem Sieg über Anna Cramlings Vorturnerin für Furore, blieb im anschließenden Blitzlichtgewitter für die Popularität der unterlegenen Gegnerin aber unbeachtet. Galt als Stammspielerin der Frauen-Nationalmannschaft, wurde von Bundestrainer Zahar Efimenko aber überraschend nicht für die Schacholympiade 2026 nominiert; bei der Deutschen Meisterschaft 2026 in Dresden gewann sie die Blitzmeisterschaft der Frauen.

Kritik an der Nachwuchsförderung

Sah 2025 im Interview mit neues deutschland nur eine dünne Spitze bei den deutschen Nachwuchsspielerinnen und kritisierte die unzureichende Förderung. Analysierte nach der enttäuschenden Frauen-EM 2025 auf Rhodos in einem Video die deutschen Resultate der vergangenen 25 Jahre und sah keine akute Krise, aber eine lange Stagnation – unter anderem weil es seit der Jahrtausendwende nicht gelungen sei, neben Elisabeth Pähtz eine zweite Weltklassespielerin auszubilden. Bestätigte 2024 als Aktivensprecherin den DSB-ChessBase-Konflikt und den Wegfall der kostenlosen Mega-Datenbank für Nationalspieler – „am schlimmsten“, zumal die ChessBase-Onlinedatenbank offline nicht nutzbar sei.