Emil Sutovsky
Israelischer Großmeister, seit 2022 CEO der FIDE. Als operativer Kopf des Weltverbands die Figur, an der sich die Konflikte der Dvorkovich-Ära entzünden – vom Streit um die private Freestyle-Serie bis zu wiederholten Auseinandersetzungen mit Magnus Carlsen, der ihn Anfang 2025 als jemanden bezeichnete, mit dem man nicht vernünftig reden könne.
Kandidatenrennen 2023
Verbreitete Ende November 2023, Leinier Dominguez fehle ein klassisches Turnier außerhalb der USA, um sich per Rating fürs Kandidatenturnier zu qualifizieren. Das war falsch – das Reglement verlangte seit Januar lediglich vier klassische Turniere im Jahr, ohne Ortsvorgabe. Er nahm die Aussage trotz vielfacher Hinweise nicht zurück; die FIDE veröffentlichte stattdessen eine Klarstellung, die in Wirklichkeit eine kurzfristige Änderung des Qualifikationsreglements mitten im WM-Zyklus war, woraufhin der US-Verband anmahnte, einmal eingeführte Regeln sollten gelten. Kündigte wenig später im Fall der Firouzja-Matches in Chartres schnelles und verantwortliches Handeln der FIDE an, ohne eine belastbare Rechtsgrundlage zu benennen; der französische Großmeister Laurent Fressinet warf ihm vor, den Spielern den Schwarzen Peter zuzuschieben.
Als FIDE-CEO
Appellierte im März 2024 im Namen der FIDE öffentlich an die kanadische Regierung, den rund 40 vom Kandidatenturnier in Toronto betroffenen Spielern und Offiziellen kurzfristig Visa auszustellen, und zeigte sich anschließend erleichtert, aber „nicht entspannt“, bis alle Pässe vorlagen. Sah im März 2026 trotz eines iranischen Drohnenangriffs auf eine britische Militärbasis auf Zypern keine Gründe für eine Verlegung des dortigen Kandidatenturniers. Postete im Mai 2026 einen Thread zur Amtsbilanz von Arkady Dvorkovich, den Kritiker als unzulässiges Wahlkampf-Campaigning eines FIDE-Angestellten werteten.
Konflikt um Freestyle Chess
Drohte laut Hikaru Nakamura im Dezember 2024 kurz vor der Rapid- und Blitz-WM in New York im Namen der FIDE Freestyle-Spielern mit Ausschluss aus FIDE-Turnieren, was fast zum Boykott der WM durch Carlsen und Nakamura geführt hätte; bestritt zunächst, eine solche Drohung ausgesprochen zu haben, woraufhin beide Spieler ihre Aussage bekräftigten.
Hatte schon nach dem WM-Match 2024 gegenüber der Straits Times geäußert, die meisten Spitzenspieler würden bei freier Wahl klassisches Schach bevorzugen – eine Einschätzung, die die zahlreichen Freestyle-Zusagen von Topspielern für 2025, darunter Weltmeister Gukesh, zumindest infrage stellten. Arkady Dvorkovich stärkte ihm im Januar 2025 öffentlich den Rücken und forderte Carlsen auf, notfalls ihn statt Sutovsky anzugreifen. Wies im Sommer 2025 Nakamuras Vorwurf zurück, der Rating-Spot fürs Kandidatenturnier existiere nur, um Magnus Carlsen eine späte Rückkehr offenzuhalten.


