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World Chess: Millionenverluste

World Chess veröffentlicht Jahresabschluss 2024 – Millionenverluste setzen sich fort

Kurz nach der Schließung des World Chess Clubs in Berlin hat die World Chess PLC hat ihren Jahresabschluss für 2024 veröffentlicht. Das Ergebnis: ein weiteres Jahr mit hohen Verlusten, geringen Umsätzen und fortgesetzter Abhängigkeit von frischem Kapital.

World Chess Club Berlin schließt

Für das Geschäftsjahr 2024 weist das Unternehmen einen Verlust von 2,18 Millionen Euro aus – bei einem Umsatz von lediglich 630.000 Euro. Seit 2017 hat World Chess damit kumuliert über 11 Millionen Euro Verlust gemacht, während sich der Gesamtumsatz in diesem Zeitraum auf nur 5,39 Millionen Euro summierte.

Trotz dieser Zahlen gibt sich das Unternehmen optimistisch. CEO Ilya Merenzon spricht im Jahresbericht von einem „Meilensteinjahr“ und hebt das Wachstum im digitalen Bereich sowie die Einführung neuer Formate wie der Armageddon Championship Series hervor. World Chess befinde sich auf einem „vielversprechenden Weg zu nachhaltigem Wachstum“.

Ein Blick auf die Finanzen zeichnet ein anderes Bild. Der operative Cashflow war 2024 mit -1,44 Millionen Euro erneut deutlich negativ. Das Unternehmen war erneut auf externe Mittel angewiesen, um den laufenden Betrieb zu sichern. Durch die Ausgabe neuer Aktien flossen 2024 rund 1,87 Millionen Euro zu. Bereits 2023 hatte der Börsengang (IPO) 1,2 Millionen Euro eingebracht. Zusammengerechnet hat World Chess seit 2022 rund 4 Millionen Euro an Eigenkapital aufgenommen.

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Ein Großteil dieser Mittel ist verbraucht: Zum 31. Dezember 2024 verfügte das Unternehmen nur noch über 540.000 Euro an Zahlungsmitteln. Angesichts der fortgesetzten Verluste und des begrenzten Umsatzes dürfte auch 2025 weiteres Kapital notwendig sein.

Als Hoffnungsträger nennt World Chess vor allem die Armageddon-Serie und den Ausbau digitaler Plattformen. Zudem wolle man verstärkt in Bereiche wie Künstliche Intelligenz investieren. 

Quelle: Jahresabschluss 2024 der World Chess PLC (veröffentlicht im April 2025)

World Chess setzt nach Berlin-Aus auf Wachstum der Online-Plattform
Quelle: World Chess Plc – Interim Results H1 2025, 23. September 2025

Das Schach-Unternehmen World Chess hat seine Halbjahreszahlen 2025 veröffentlicht. Der Umsatz sank leicht auf 1,1 Millionen Euro (Vorjahr: 1,2 Mio.), der Verlust vor Steuern stieg auf 2,1 Millionen Euro. Trotz roter Zahlen sieht sich das in London gelistete Unternehmen auf Wachstumskurs – mit klarem Fokus auf die digitale Plattform worldchess.com.

Der größte Einschnitt war die Schließung des World Chess Club Berlin. Das beliebte Schachlokal sei zwar ein lebendiger Treffpunkt gewesen, habe jedoch die wirtschaftlichen Erwartungen nicht erfüllt, teilte die Geschäftsführung um CEO Ilya Merenzon mit. Künftig will World Chess ein skalierbares Venue-Modell entwickeln, das besser in die Wachstumsstrategie passt.

Im Zentrum steht nun die Online-Plattform, die kürzlich von „FIDE Online Arena“ in World Chess, the official gaming platform umbenannt wurde. Dort setzt das Unternehmen auf neue Funktionen wie Gamification, ein Anti-Cheating-Modul und die stärkere Verknüpfung von Content und Community. Mit dem im August gestarteten Progression-System „The Tower“ soll die Nutzerbindung wachsen. Bereits im September überschritt worldchess.com die Marke von einer Million registrierten Usern – ein Meilenstein für die internationale Reichweite.

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Zur Finanzierung gelang World Chess im Juli die Einwerbung von zwei Millionen US-Dollar durch strategische Investoren. Das frische Kapital soll Marketing und Abo-Wachstum vorantreiben. Auch die Konsolidierung aller Angebote unter worldchess.com gilt als wichtiger Schritt zur Markenstärkung.

Neben der digitalen Plattform setzt das Unternehmen auf die mediale Inszenierung von Schach. Das TV-Format „The World Chess Show“ bleibt ein zentrales Element, um das Spiel für ein breiteres Publikum aufzubereiten.

World Chess sieht sich als Vorreiter, der Schach aus der Nische holen will. „Wir wollen die globale Reichweite ausbauen und Schach als Sport mit Entertainment-Faktor positionieren“, heißt es aus der Unternehmensführung. Kurzfristig bleibt das Risiko weiterer Verluste, mittelfristig setzt World Chess jedoch auf steigende Abonnentenzahlen und den Ausbau seiner digitalen Infrastruktur.

Pressemitteilung:

World Chess PLC

14 January 2026

World Chess Plc

("World Chess" or the "Company")

Issue of Equity

World Chess plc (LSE: CHSS), a leading chess organisation that develops and operates worldchess.com, is pleased to announce that is has raised €100,000 by way of a subscription for 8,333,333 new ordinary shares at €0.012 per share.

The investment has been made by a high-profile Portuguese entrepreneur with experience in the distribution, logistics, technology, and media sectors.  World Chess plans to further develop in Portugal as the country holds deep historical significance in chess, having produced Pedro Damiano, whose 1512 treatise was among the first comprehensive books on the game.  This investment will assist in those plans.

Application will be made to the London Stock Exchange for admission to trading on the Main Market for listed securities ("Admission"). Admission is expected to occur on or around 19 January 2026.

Following Admission, the Company's issued share capital will consist of 887,938,480 ordinary shares of 0.01p each, each with one voting right. The Company does not hold any shares in treasury. Therefore, the total number of voting rights in the Company will be 887,938,480. This figure may be used by shareholders as the denominator for calculations by which they will determine if they are required to notify their interest in, or a change to their interest in, the Company under the FCA's Disclosure Guidance and Transparency Rules.

This announcement contains information which, prior to its disclosure, was inside information as stipulated under Regulation 11 of the Market Abuse (Amendment) (EU Exit) Regulations 2019/310 (as amended).

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World Chess schreibt weiter Verluste – aber der Trend zeigt nach oben

World Chess PLC, der an der Londoner Börse notierte Schachkonzern und offizielle kommerzielle Partner der FIDE, hat seinen Jahresabschluss für 2025 vorgelegt. Das Bild ist zwiespältig: Das Unternehmen bleibt tief in den roten Zahlen, zeigt aber in fast allen operativen Kennzahlen eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

Der Gesamtverlust belief sich auf 3,66 Millionen Euro – nach 3,80 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Verlust aus dem laufenden Betrieb (ohne das geschlossene Berliner Club-Geschäft) sank auf 2,69 Millionen Euro, verglichen mit 2,82 Millionen Euro zuvor. Der Umsatz aus dem Kerngeschäft stieg um elf Prozent auf 2,03 Millionen Euro. Besonders das Online-Geschäft wächst: Die World Chess Online Arena legte beim Umsatz um 25 Prozent auf 864.000 Euro zu.

Der wichtigste strategische Schritt des Jahres war die Schließung des Berliner Schachclubs. Das physische Geschäft hatte zuletzt nur noch 233.000 Euro Umsatz eingebracht, bei erheblichen Fixkosten. Die Schließung führte zu Abschreibungen von rund 1,76 Millionen Euro, ermöglichte aber die vollständige Entschuldung: Zum Jahresende hatte World Chess keine verzinslichen Fremdverbindlichkeiten mehr – nach 1,40 Millionen Euro im Vorjahr.

Indien als Wachstumsmotor

CEO Ilya Merenzon hebt in seinem Statement die Bedeutung des indischen Markts hervor. Indische Nutzer stellen inzwischen 33 Prozent der zahlenden Abonnenten und 25 Prozent aller registrierten Nutzer – ein direktes Echo auf den WM-Titel von Gukesh D. Die Gesamtnutzerbasis überschritt erstmals die Marke von einer Million registrierten Accounts.

Liquidität bleibt die kritische Frage

Trotz des positiven Trends ist die finanzielle Lage angespannt. Der Kassenbestand lag zum 31. Dezember 2025 bei lediglich 40.732 Euro. Die Abschlussprüfer weisen ausdrücklich auf eine wesentliche Unsicherheit hinsichtlich der Fortführungsfähigkeit hin. Nach dem Bilanzstichtag flossen im Januar und April 2026 weitere rund 1,39 Millionen Euro durch neue Aktienausgaben, unter anderem von den Investoren Valery Kurylau und Dmitri Lipnitsky. Das sichert den Betrieb kurzfristig ab – strukturell bleibt das Unternehmen auf weiteres Wachstum oder neue Investoren angewiesen.

Ein weiteres Risiko: Der FIDE-Vertrag, der World Chess das exklusive Recht zur Betreibung der offiziellen Online-Spielplattform sichert, läuft im August 2026 aus. Eine automatische Verlängerung ist vertraglich vorgesehen, sofern FIDE die Plattform nicht selbst übernehmen oder ein konkurrierendes Angebot akzeptieren will.

Einordnung

World Chess ist kein profitables Unternehmen – und war es noch nie. Das Geschäftsmodell setzt auf Skalierung: Mit wachsender Nutzerbasis sollen Abo-Einnahmen und Turnierrechte irgendwann die hohen Entwicklungskosten übersteigen. Der Kurs stimmt, das Tempo reicht noch nicht. Für die Schachwelt ist das Unternehmen dennoch relevant: Es betreibt die einzige FIDE-anerkannte Onlineplattform für offizielle Ratings und ist einer der wenigen Akteure, die Schach ernsthaft als Medienprodukt vermarkten.

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