Walter Kuhl und die Frauen im Schach
Zitat von Conrad Schormann am 24. November 2025, 18:45 Uhr„Männergedöns“ und Schachfrauen: Warum Walter Kuhl lieber auf Frauen schaut
Quelle: walterkuhl.de – „Schach–Frauen Frauen–Schach“Walter Kuhl beschreibt die Schachszene als ihm fremde, stark männlich geprägte Welt, die er von außen beobachtet. Er spielt selbst kein Schach, schaut aber seit 2022 Streams und Videos, unter anderem von Georgios Souleidis („The Big Greek“), und kommt dabei zu einem klaren Befund: Schach ist historisch, strukturell und kulturell ein Männerprojekt – und Frauen zahlen den Preis.
Kuhl zeichnet Schach als „zivilisierte Schlachtordnung“: Figuren als Kriegsgerät, der König als zu vernichtendes Ziel, die „Dame“ ursprünglich als männlicher Wesir. Für ihn passt dazu, dass nur ein Bruchteil der Aktiven Frauen sind und Männer sich ungebremst ihrem Nerd-Leben widmen können, während Frauen zusätzlich Menstruation, Schwangerschaft, Mutterrolle und Care-Arbeit tragen. Er verweist auf Beispiele wie Elisabeth Pähtz, die bei einem Topturnier von Sergej Karjakin zum Hemdenbügeln aufgefordert worden sein soll – um zu zeigen, wie tief Rollenbilder sitzen.
Noch härter fällt seine Analyse beim Thema Gewalt und Übergriffigkeit aus: Frauen im Schach würden häufig belästigt, angefasst, niedergeredet, teils vergewaltigt. Kuhl nennt die Szene „Männerwelt“, in der Täter durch Netzwerke geschützt werden und Betroffene ignoriert werden. Er führt Christopher Yoo als Negativbeispiel an und kritisiert zugleich die Verharmlosung durch männliche Streamer – während Josefine Safarli klarer Position bezieht.
Das „Männergedöns“ um Stars wie Magnus Carlsen, Hans Niemann oder Hikaru Nakamura langweilt ihn. Er listet Ausraster (Tischhauen, Hotelzimmer demolieren, Fotografin anrempeln) als Gegenbeweis zu der gern behaupteten erzieherischen Wirkung des Schachs. Sein Schluss: Männer machen Männersachen, feiern sich gegenseitig und erzählen trotzdem, Schach lehre Selbstkontrolle.
Der zweite Teil der Seite widmet sich genau jenen Frauen, die in dieser Umgebung herausragen – vor allem, wenn sie in „Männerturnieren“ Supergroßmeister schlagen oder auf deren Niveau performen. Kuhl sammelt Beispiele:
Aleksandra Goryachkina und Divya Deshmukh beim Grand Swiss: in der Setzliste fast ganz hinten, aber mit Performance um 2600, deutlich stärker als ihre „Frauen-Elo“ vermuten lässt.
Zhu Jiner, einzige Frau beim hochkarätigen Open in Fujairah, die mit einer Performance über 2700 Fünfte wird und drei 2600er schlägt – und damit zur Nummer zwei der Frauenwelt aufsteigt.
Tan Zhongyi, frühere Weltmeisterin, die in Malmö Richard Rapport und Vasyl Ivanchuk schlägt und Kuhl mit einem trockenen „Sorry, I don’t speak English“ beim Abschlussbankett beeindruckt.
Alexandra Kosteniuk, die Nodirbek Abdusattorov besiegt,
Ju Wenjun, die unter anderem Alireza Firouzja, Vidit Gujrathi und Vincent Keymer erwischt,
Eline Roebers, die im Tata Steel Challengers Hans Niemann und Mustafa Yilmaz umlegt,
Antoaneta Stefanova, die in Gibraltar zweimal Super-GMs schlägt,
Aleksandra Goryachkina und andere, die in offenen Europameisterschaften weit über Erwartung punkten.
Kuhl liest aus diesen Beispielen einen systematischen Bias: Spitzenspielerinnen sind „komplett underrated“, Elo-Strukturen und Turnierlogik bevorzugen Männer und halten Frauen am „Kätzchentisch“. Wenn Frauen in starken Open mitspielen dürfen, zeigen sie regelmäßig, dass sie 2600-Niveau haben – werden aber in der Berichterstattung weitgehend ignoriert.
Eine Sonderrolle nimmt für ihn Josefine Safarli ein. Er schildert ihren Online-Sieg im Schnellschach gegen Hikaru Nakamura und betont, dass sie als einzige deutsche Videomacherin konsequent Frauenpartien zeigt, Frauen unterstützt und das Männerpublikum mit feiner Ironie spiegelt („Wir wollen heute mal wieder bei den Männern vorbeischauen, nicht dass sie sich vernachlässigt fühlen“). Dem stellt er männliche Kollegen gegenüber, die in ihren Kanälen fast nur Männer zeigen und damit das bestehende Ungleichgewicht stabilisieren.
Am Ende bleibt ein doppelter Kern: Schach ist für Kuhl ein Schauplatz von Patriarchat, Ausschluss und Männerbündelei – und zugleich eine Bühne, auf der einzelne Frauen trotz dieser Bedingungen Erstaunliches leisten. Seine Seite will genau diese Leistungen sichtbar machen und die Mythen der „neutralen“ Schachwelt durchbrechen.
„Männergedöns“ und Schachfrauen: Warum Walter Kuhl lieber auf Frauen schaut
Quelle: walterkuhl.de – „Schach–Frauen Frauen–Schach“
Walter Kuhl beschreibt die Schachszene als ihm fremde, stark männlich geprägte Welt, die er von außen beobachtet. Er spielt selbst kein Schach, schaut aber seit 2022 Streams und Videos, unter anderem von Georgios Souleidis („The Big Greek“), und kommt dabei zu einem klaren Befund: Schach ist historisch, strukturell und kulturell ein Männerprojekt – und Frauen zahlen den Preis.
Kuhl zeichnet Schach als „zivilisierte Schlachtordnung“: Figuren als Kriegsgerät, der König als zu vernichtendes Ziel, die „Dame“ ursprünglich als männlicher Wesir. Für ihn passt dazu, dass nur ein Bruchteil der Aktiven Frauen sind und Männer sich ungebremst ihrem Nerd-Leben widmen können, während Frauen zusätzlich Menstruation, Schwangerschaft, Mutterrolle und Care-Arbeit tragen. Er verweist auf Beispiele wie Elisabeth Pähtz, die bei einem Topturnier von Sergej Karjakin zum Hemdenbügeln aufgefordert worden sein soll – um zu zeigen, wie tief Rollenbilder sitzen.
Noch härter fällt seine Analyse beim Thema Gewalt und Übergriffigkeit aus: Frauen im Schach würden häufig belästigt, angefasst, niedergeredet, teils vergewaltigt. Kuhl nennt die Szene „Männerwelt“, in der Täter durch Netzwerke geschützt werden und Betroffene ignoriert werden. Er führt Christopher Yoo als Negativbeispiel an und kritisiert zugleich die Verharmlosung durch männliche Streamer – während Josefine Safarli klarer Position bezieht.
Das „Männergedöns“ um Stars wie Magnus Carlsen, Hans Niemann oder Hikaru Nakamura langweilt ihn. Er listet Ausraster (Tischhauen, Hotelzimmer demolieren, Fotografin anrempeln) als Gegenbeweis zu der gern behaupteten erzieherischen Wirkung des Schachs. Sein Schluss: Männer machen Männersachen, feiern sich gegenseitig und erzählen trotzdem, Schach lehre Selbstkontrolle.
Der zweite Teil der Seite widmet sich genau jenen Frauen, die in dieser Umgebung herausragen – vor allem, wenn sie in „Männerturnieren“ Supergroßmeister schlagen oder auf deren Niveau performen. Kuhl sammelt Beispiele:
Aleksandra Goryachkina und Divya Deshmukh beim Grand Swiss: in der Setzliste fast ganz hinten, aber mit Performance um 2600, deutlich stärker als ihre „Frauen-Elo“ vermuten lässt.
Zhu Jiner, einzige Frau beim hochkarätigen Open in Fujairah, die mit einer Performance über 2700 Fünfte wird und drei 2600er schlägt – und damit zur Nummer zwei der Frauenwelt aufsteigt.
Tan Zhongyi, frühere Weltmeisterin, die in Malmö Richard Rapport und Vasyl Ivanchuk schlägt und Kuhl mit einem trockenen „Sorry, I don’t speak English“ beim Abschlussbankett beeindruckt.
Alexandra Kosteniuk, die Nodirbek Abdusattorov besiegt,
Ju Wenjun, die unter anderem Alireza Firouzja, Vidit Gujrathi und Vincent Keymer erwischt,
Eline Roebers, die im Tata Steel Challengers Hans Niemann und Mustafa Yilmaz umlegt,
Antoaneta Stefanova, die in Gibraltar zweimal Super-GMs schlägt,
Aleksandra Goryachkina und andere, die in offenen Europameisterschaften weit über Erwartung punkten.
Kuhl liest aus diesen Beispielen einen systematischen Bias: Spitzenspielerinnen sind „komplett underrated“, Elo-Strukturen und Turnierlogik bevorzugen Männer und halten Frauen am „Kätzchentisch“. Wenn Frauen in starken Open mitspielen dürfen, zeigen sie regelmäßig, dass sie 2600-Niveau haben – werden aber in der Berichterstattung weitgehend ignoriert.
Eine Sonderrolle nimmt für ihn Josefine Safarli ein. Er schildert ihren Online-Sieg im Schnellschach gegen Hikaru Nakamura und betont, dass sie als einzige deutsche Videomacherin konsequent Frauenpartien zeigt, Frauen unterstützt und das Männerpublikum mit feiner Ironie spiegelt („Wir wollen heute mal wieder bei den Männern vorbeischauen, nicht dass sie sich vernachlässigt fühlen“). Dem stellt er männliche Kollegen gegenüber, die in ihren Kanälen fast nur Männer zeigen und damit das bestehende Ungleichgewicht stabilisieren.
Am Ende bleibt ein doppelter Kern: Schach ist für Kuhl ein Schauplatz von Patriarchat, Ausschluss und Männerbündelei – und zugleich eine Bühne, auf der einzelne Frauen trotz dieser Bedingungen Erstaunliches leisten. Seine Seite will genau diese Leistungen sichtbar machen und die Mythen der „neutralen“ Schachwelt durchbrechen.