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Von Hamburg 1930 bis Samarkand 2026: Deutsche Medaillen bei Schacholympiaden
Zitat von Conrad Schormann am 28. September 2026, 15:49 Uhr1930: Die erste Medaille vor heimischem Publikum
Die erste deutsche Olympia-Medaille gab es 1930 vor heimischem Publikum. Zum hundertjährigen Bestehen des Hamburger Schachklubs kamen 18 Mannschaften in die Hansestadt; nach 17 Runden gewannen Carl Ahues, Fritz Sämisch, Carl Carls, Kurt Richter und Heinrich Wagner Bronze hinter Polen und Ungarn. Eine feste Brettreihenfolge gab es damals noch nicht: Die Mannschaften durften ihre Spieler von Runde zu Runde umsortieren. Erst der parallel in Hamburg tagende FIDE-Kongress beschloss, damit ab 1931 Schluss zu machen. Bei der folgenden Olympiade in Prag erreichte Deutschland zwar keinen Podestplatz, gewann aber seine ersten Einzelmedaillen: Jefim Bogoljubow holte Silber am Spitzenbrett, Kurt Richter Bronze am vierten. (Hamburg 1930, DSB-Medaillenspiegel)
1936: München als Sonderfall
Einen Sonderfall bildet München 1936. Das Turnier zählt nicht zu den offiziellen FIDE-Schacholympiaden und muss deshalb auch in der Medaillenbilanz gesondert stehen. Gespielt wurde an acht Brettern, Deutschland gewann Bronze hinter Ungarn und Polen. Zur zehnköpfigen Mannschaft gehörten neben Ahues, Sämisch, Carls und Richter Ludwig Engels, Ludwig Rellstab, Ludwig Rödl, Herbert Heinicke, Wilhelm Ernst und Paul Michel. Rödl gewann außerdem Einzelgold, Heinicke, Ernst und Michel jeweils Silber, Rellstab Bronze. (DSB: Mannschaftsaufstellung, OlimpBase: München 1936)
1939: Gold im Schatten des Krieges
Der bislang einzige deutsche Sieg bei einer offiziellen Schacholympiade folgte 1939 in Buenos Aires. Erich Eliskases, Paul Michel, Ludwig Engels, Albert Becker und Heinrich Reinhardt blieben einen halben Brettpunkt vor Polen. In der Schlussrunde genügten vier Remis gegen die Niederlande zum Gold. Engels gewann zusätzlich die Wertung am dritten Brett: Insgesamt blieb er mit 14/16 unbesiegt, für den Brettpreis zählten seine 9,5/11 aus der Endrunde. Doch der Erfolg wurde vom Kriegsausbruch überschattet. Am 1. September, als die Endrunde begann, überfiel Deutschland Polen. Mehrere Begegnungen wurden ohne Spiel 2:2 gewertet. Eliskases und Becker waren Österreicher, die nach der Annexion ihres Landes für Deutschland antraten. Keiner der fünf Spieler kehrte unmittelbar nach dem Turnier nach Europa zurück; sie fanden ihre neue Heimat in Argentinien beziehungsweise Brasilien. (Turniergeschichte, FIDE über die Lebenswege der Spieler)
1950: Bronze beim Neubeginn
Als die Schacholympiade 1950 nach elf Jahren Unterbrechung in Dubrovnik wieder stattfand, stand wieder eine deutsche Mannschaft auf dem Podium. Wolfgang Unzicker, Lothar Schmid, Gerhard Pfeiffer, Ludwig Rellstab und Hans-Hilmar Staudte gewannen für die Bundesrepublik Bronze hinter Jugoslawien und Argentinien. Unzicker und Schmid, die 14 Jahre später in Tel Aviv erneut zur Bronzemannschaft gehören sollten, trugen den Erfolg an den Spitzenbrettern: Unzicker teilte mit 11/14 den ersten Platz an Brett eins mit Miguel Najdorf, Schmid gewann mit 9/12 Silber am zweiten Brett. Auch Pfeiffer und Staudte erhielten Einzelmedaillen, jeweils Bronze. Damals entschieden zuerst die Brettpunkte, und da lag die Bundesrepublik mit 40,5 einen halben Punkt vor den Amerikanern, die als einzige Mannschaft unbesiegt blieben. (Abschlusstabelle, Einzelwertungen)
1952: Olympiagold für einen Ersatzspieler
Zwei Jahre später in Helsinki blieb der Mannschaftserfolg aus, drei Spieler kehrten dennoch mit Medaillen zurück: Rellstab gewann Gold als zweiter Reservespieler, Schmid erneut Silber am zweiten Brett. Wilfried Lange holte Bronze als erster Reservespieler. Gerade die Ersatzspieler konnten damals eigene Olympiasieger werden: Anders als heute umfassten die Mannschaften sechs Spieler, und für beide Reservepositionen wurden getrennte Brettpreise vergeben. (Deutschland in Helsinki 1952)
Die DDR-Frauen: Dreimal Bronze mit Edith Keller-Herrmann
Die ersten deutschen Frauenmedaillen gewann die DDR. Edith Keller-Herrmann und Ursula Altrichter holten 1957 in Emmen Bronze. 1963 in Split wiederholte Keller-Herrmann den Erfolg mit Waltraud Nowarra und Eveline Kraatz, 1966 in Oberhausen mit Nowarra und Gabriele Just. Dazu kamen Einzelmedaillen: Silber für Keller-Herrmann 1957 und Just 1966, Bronze für Keller-Herrmann und Nowarra 1963. Keller-Herrmann gehörte damit allen drei DDR-Bronzemannschaften an. (DSB-Medaillenspiegel)
1964: Mannschaftsbronze für die Bundesrepublik, Einzelgold für beide deutschen Staaten
1964 in Tel Aviv gewann die Bundesrepublik Bronze hinter der Sowjetunion und Jugoslawien. Für Deutschland spielten Wolfgang Unzicker, Klaus Darga, Lothar Schmid, Helmut Pfleger, Dieter Mohrlok und Wolfram Bialas. Damals waren in Vor- und Endrunde sogar 20 Mannschaftskämpfe zu absolvieren. Pfleger absolvierte den Wettbewerb unbesiegt mit 12,5/15 und gewann Gold am vierten Brett. Zwei weitere Einzelgoldmedaillen gingen an Spieler der DDR: Wolfgang Uhlmann erzielte am Spitzenbrett 15/18, Günther Möhring als zweiter Reservespieler 11/13. Die DDR-Männer gewannen zwar nie Mannschaftsedelmetall, hatten aber herausragende Einzelspieler. (DSB-Medaillenspiegel, DDR-Ergebnisse 1964)
Von Uhlmann und Schmid zu Hübners Spitzenbrettgold
Uhlmann ergänzte seine Sammlung 1966 in Havanna um Bronze, Heinz Liebert gewann 1968 in Lugano ebenfalls Einzelbronze für die DDR. Auf westdeutscher Seite blieb Schmid ein verlässlicher Medaillensammler: 1968 und 1970 folgten zwei weitere Silbermedaillen am zweiten Brett. (DSB-Medaillenspiegel) In Skopje 1972 setzte Robert Hübner ein Ausrufezeichen. Mit zwölf Siegen und sechs Remis blieb er am Spitzenbrett ungeschlagen und gewann Gold. Jürgen Dueball steuerte Bronze als zweiter Reservespieler bei. (Deutschland in Skopje)
1978: Die Frauen der Bundesrepublik auf dem Podium
1978 in Buenos Aires standen erstmals die Frauen der Bundesrepublik auf dem Olympiapodium. Anni Laakmann, Gisela Fischdick, Barbara Hund und Hannelore Weichert gewannen Bronze hinter der Sowjetunion und Ungarn. Für Laakmann war es ein bemerkenswerter Weg: Sie hatte erst mit 29 Jahren mit dem Schach begonnen und führte nun eine Olympiamannschaft am ersten Brett an. (DSB-Rückblick auf Anni Laakmann) Hund gewann außerdem Einzelsilber, zwei Jahre später auf Malta Einzelbronze. Auch Pfleger hatte seine persönliche Bilanz inzwischen erweitert, um Bronze 1974 in Nizza. (DSB-Medaillenspiegel)
1990: Hübners Gold für die beste Performance
Noch einmal ohne Mannschaftsmedaille, aber mit zwei individuellen Auszeichnungen endete die Olympiade 1990 in Novi Sad. Hübner blieb mit 7/10 unbesiegt und erhielt Gold für die beste Elo-Performance des Turniers. Eric Lobron gewann mit ebenfalls ungeschlagenen 9/12 Bronze am dritten Brett. Solche zusätzlichen Performance-Auszeichnungen erklären, warum die historische Medaillenbilanz nicht allein aus Brettpreisen besteht. (Deutschland in Novi Sad)
2000: Dautows Sieg bringt Silber
Vor 26 Jahren bedurfte es für die Männer in der Schlussrunde eines Siegs, um Silber zu gewinnen. In Istanbul 2000 schlug Deutschland in der 14. und letzten Runde England mit 2,5:1,5. Artur Jussupow gegen Michael Adams, Robert Hübner gegen Nigel Short und Christopher Lutz gegen John Emms spielten remis. Rustem Dautow besiegte Julian Hodgson. Zur Silbermannschaft gehörten auch Klaus Bischoff und Thomas Luther. Dautow gewann neben Mannschaftssilber gleich zweimal Einzelbronze: für sein Ergebnis am dritten Brett und seine Performance. (DSB-Medaillenspiegel)
Fridman, Schneider, Svane und Pähtz: Medaillen an einzelnen Brettern
In den folgenden Jahren kamen die deutschen Olympiamedaillen zunächst wieder aus den Einzelwertungen. Daniel Fridman gewann 2008 in Dresden und 2012 in Istanbul jeweils Bronze am vierten Brett, 2018 in Batumi dann Gold. Jana Schneider holte 2022 in Chennai Gold am Reservebrett der Frauen. (DSB-Medaillenspiegel) 2024 in Budapest folgten Gold für Frederik Svane am Reservebrett des offenen Turniers und Silber für Elisabeth Pähtz am zweiten Frauenbrett. (DSB-Abschlussbericht 2024)
2026: Nach 26 Jahren wieder Mannschaftsedelmetall
2026 in Samarkand endete schließlich die 26-jährige Wartezeit auf eine weitere Mannschaftsmedaille im offenen Turnier. Vincent Keymer, Matthias Blübaum, Frederik Svane, Rasmus Svane und Alexander Donchenko gewannen Bronze hinter Usbekistan und Indien. Wieder entschied die Schlussrunde: Beim 2,5:1,5 gegen die Niederlande besiegte Blübaum Jorden van Foreest, die anderen drei Partien endeten remis. Frederik Svane ergänzte den Mannschaftserfolg um seine zweite Einzelgoldmedaille bei zwei Olympiateilnahmen. Diesmal spielte er am dritten Brett, blieb in allen elf Runden ungeschlagen und erzielte 8,5 Punkte.
1930: Die erste Medaille vor heimischem Publikum
Die erste deutsche Olympia-Medaille gab es 1930 vor heimischem Publikum. Zum hundertjährigen Bestehen des Hamburger Schachklubs kamen 18 Mannschaften in die Hansestadt; nach 17 Runden gewannen Carl Ahues, Fritz Sämisch, Carl Carls, Kurt Richter und Heinrich Wagner Bronze hinter Polen und Ungarn. Eine feste Brettreihenfolge gab es damals noch nicht: Die Mannschaften durften ihre Spieler von Runde zu Runde umsortieren. Erst der parallel in Hamburg tagende FIDE-Kongress beschloss, damit ab 1931 Schluss zu machen. Bei der folgenden Olympiade in Prag erreichte Deutschland zwar keinen Podestplatz, gewann aber seine ersten Einzelmedaillen: Jefim Bogoljubow holte Silber am Spitzenbrett, Kurt Richter Bronze am vierten. (Hamburg 1930, DSB-Medaillenspiegel)
1936: München als Sonderfall
Einen Sonderfall bildet München 1936. Das Turnier zählt nicht zu den offiziellen FIDE-Schacholympiaden und muss deshalb auch in der Medaillenbilanz gesondert stehen. Gespielt wurde an acht Brettern, Deutschland gewann Bronze hinter Ungarn und Polen. Zur zehnköpfigen Mannschaft gehörten neben Ahues, Sämisch, Carls und Richter Ludwig Engels, Ludwig Rellstab, Ludwig Rödl, Herbert Heinicke, Wilhelm Ernst und Paul Michel. Rödl gewann außerdem Einzelgold, Heinicke, Ernst und Michel jeweils Silber, Rellstab Bronze. (DSB: Mannschaftsaufstellung, OlimpBase: München 1936)
1939: Gold im Schatten des Krieges
Der bislang einzige deutsche Sieg bei einer offiziellen Schacholympiade folgte 1939 in Buenos Aires. Erich Eliskases, Paul Michel, Ludwig Engels, Albert Becker und Heinrich Reinhardt blieben einen halben Brettpunkt vor Polen. In der Schlussrunde genügten vier Remis gegen die Niederlande zum Gold. Engels gewann zusätzlich die Wertung am dritten Brett: Insgesamt blieb er mit 14/16 unbesiegt, für den Brettpreis zählten seine 9,5/11 aus der Endrunde. Doch der Erfolg wurde vom Kriegsausbruch überschattet. Am 1. September, als die Endrunde begann, überfiel Deutschland Polen. Mehrere Begegnungen wurden ohne Spiel 2:2 gewertet. Eliskases und Becker waren Österreicher, die nach der Annexion ihres Landes für Deutschland antraten. Keiner der fünf Spieler kehrte unmittelbar nach dem Turnier nach Europa zurück; sie fanden ihre neue Heimat in Argentinien beziehungsweise Brasilien. (Turniergeschichte, FIDE über die Lebenswege der Spieler)
1950: Bronze beim Neubeginn
Als die Schacholympiade 1950 nach elf Jahren Unterbrechung in Dubrovnik wieder stattfand, stand wieder eine deutsche Mannschaft auf dem Podium. Wolfgang Unzicker, Lothar Schmid, Gerhard Pfeiffer, Ludwig Rellstab und Hans-Hilmar Staudte gewannen für die Bundesrepublik Bronze hinter Jugoslawien und Argentinien. Unzicker und Schmid, die 14 Jahre später in Tel Aviv erneut zur Bronzemannschaft gehören sollten, trugen den Erfolg an den Spitzenbrettern: Unzicker teilte mit 11/14 den ersten Platz an Brett eins mit Miguel Najdorf, Schmid gewann mit 9/12 Silber am zweiten Brett. Auch Pfeiffer und Staudte erhielten Einzelmedaillen, jeweils Bronze. Damals entschieden zuerst die Brettpunkte, und da lag die Bundesrepublik mit 40,5 einen halben Punkt vor den Amerikanern, die als einzige Mannschaft unbesiegt blieben. (Abschlusstabelle, Einzelwertungen)
1952: Olympiagold für einen Ersatzspieler
Zwei Jahre später in Helsinki blieb der Mannschaftserfolg aus, drei Spieler kehrten dennoch mit Medaillen zurück: Rellstab gewann Gold als zweiter Reservespieler, Schmid erneut Silber am zweiten Brett. Wilfried Lange holte Bronze als erster Reservespieler. Gerade die Ersatzspieler konnten damals eigene Olympiasieger werden: Anders als heute umfassten die Mannschaften sechs Spieler, und für beide Reservepositionen wurden getrennte Brettpreise vergeben. (Deutschland in Helsinki 1952)
Die DDR-Frauen: Dreimal Bronze mit Edith Keller-Herrmann
Die ersten deutschen Frauenmedaillen gewann die DDR. Edith Keller-Herrmann und Ursula Altrichter holten 1957 in Emmen Bronze. 1963 in Split wiederholte Keller-Herrmann den Erfolg mit Waltraud Nowarra und Eveline Kraatz, 1966 in Oberhausen mit Nowarra und Gabriele Just. Dazu kamen Einzelmedaillen: Silber für Keller-Herrmann 1957 und Just 1966, Bronze für Keller-Herrmann und Nowarra 1963. Keller-Herrmann gehörte damit allen drei DDR-Bronzemannschaften an. (DSB-Medaillenspiegel)
1964: Mannschaftsbronze für die Bundesrepublik, Einzelgold für beide deutschen Staaten
1964 in Tel Aviv gewann die Bundesrepublik Bronze hinter der Sowjetunion und Jugoslawien. Für Deutschland spielten Wolfgang Unzicker, Klaus Darga, Lothar Schmid, Helmut Pfleger, Dieter Mohrlok und Wolfram Bialas. Damals waren in Vor- und Endrunde sogar 20 Mannschaftskämpfe zu absolvieren. Pfleger absolvierte den Wettbewerb unbesiegt mit 12,5/15 und gewann Gold am vierten Brett. Zwei weitere Einzelgoldmedaillen gingen an Spieler der DDR: Wolfgang Uhlmann erzielte am Spitzenbrett 15/18, Günther Möhring als zweiter Reservespieler 11/13. Die DDR-Männer gewannen zwar nie Mannschaftsedelmetall, hatten aber herausragende Einzelspieler. (DSB-Medaillenspiegel, DDR-Ergebnisse 1964)
Von Uhlmann und Schmid zu Hübners Spitzenbrettgold
Uhlmann ergänzte seine Sammlung 1966 in Havanna um Bronze, Heinz Liebert gewann 1968 in Lugano ebenfalls Einzelbronze für die DDR. Auf westdeutscher Seite blieb Schmid ein verlässlicher Medaillensammler: 1968 und 1970 folgten zwei weitere Silbermedaillen am zweiten Brett. (DSB-Medaillenspiegel) In Skopje 1972 setzte Robert Hübner ein Ausrufezeichen. Mit zwölf Siegen und sechs Remis blieb er am Spitzenbrett ungeschlagen und gewann Gold. Jürgen Dueball steuerte Bronze als zweiter Reservespieler bei. (Deutschland in Skopje)
1978: Die Frauen der Bundesrepublik auf dem Podium
1978 in Buenos Aires standen erstmals die Frauen der Bundesrepublik auf dem Olympiapodium. Anni Laakmann, Gisela Fischdick, Barbara Hund und Hannelore Weichert gewannen Bronze hinter der Sowjetunion und Ungarn. Für Laakmann war es ein bemerkenswerter Weg: Sie hatte erst mit 29 Jahren mit dem Schach begonnen und führte nun eine Olympiamannschaft am ersten Brett an. (DSB-Rückblick auf Anni Laakmann) Hund gewann außerdem Einzelsilber, zwei Jahre später auf Malta Einzelbronze. Auch Pfleger hatte seine persönliche Bilanz inzwischen erweitert, um Bronze 1974 in Nizza. (DSB-Medaillenspiegel)
1990: Hübners Gold für die beste Performance
Noch einmal ohne Mannschaftsmedaille, aber mit zwei individuellen Auszeichnungen endete die Olympiade 1990 in Novi Sad. Hübner blieb mit 7/10 unbesiegt und erhielt Gold für die beste Elo-Performance des Turniers. Eric Lobron gewann mit ebenfalls ungeschlagenen 9/12 Bronze am dritten Brett. Solche zusätzlichen Performance-Auszeichnungen erklären, warum die historische Medaillenbilanz nicht allein aus Brettpreisen besteht. (Deutschland in Novi Sad)
2000: Dautows Sieg bringt Silber
Vor 26 Jahren bedurfte es für die Männer in der Schlussrunde eines Siegs, um Silber zu gewinnen. In Istanbul 2000 schlug Deutschland in der 14. und letzten Runde England mit 2,5:1,5. Artur Jussupow gegen Michael Adams, Robert Hübner gegen Nigel Short und Christopher Lutz gegen John Emms spielten remis. Rustem Dautow besiegte Julian Hodgson. Zur Silbermannschaft gehörten auch Klaus Bischoff und Thomas Luther. Dautow gewann neben Mannschaftssilber gleich zweimal Einzelbronze: für sein Ergebnis am dritten Brett und seine Performance. (DSB-Medaillenspiegel)
Fridman, Schneider, Svane und Pähtz: Medaillen an einzelnen Brettern
In den folgenden Jahren kamen die deutschen Olympiamedaillen zunächst wieder aus den Einzelwertungen. Daniel Fridman gewann 2008 in Dresden und 2012 in Istanbul jeweils Bronze am vierten Brett, 2018 in Batumi dann Gold. Jana Schneider holte 2022 in Chennai Gold am Reservebrett der Frauen. (DSB-Medaillenspiegel) 2024 in Budapest folgten Gold für Frederik Svane am Reservebrett des offenen Turniers und Silber für Elisabeth Pähtz am zweiten Frauenbrett. (DSB-Abschlussbericht 2024)
2026: Nach 26 Jahren wieder Mannschaftsedelmetall
2026 in Samarkand endete schließlich die 26-jährige Wartezeit auf eine weitere Mannschaftsmedaille im offenen Turnier. Vincent Keymer, Matthias Blübaum, Frederik Svane, Rasmus Svane und Alexander Donchenko gewannen Bronze hinter Usbekistan und Indien. Wieder entschied die Schlussrunde: Beim 2,5:1,5 gegen die Niederlande besiegte Blübaum Jorden van Foreest, die anderen drei Partien endeten remis. Frederik Svane ergänzte den Mannschaftserfolg um seine zweite Einzelgoldmedaille bei zwei Olympiateilnahmen. Diesmal spielte er am dritten Brett, blieb in allen elf Runden ungeschlagen und erzielte 8,5 Punkte.



