Vladimir Makogonov (1904-1993)
Zitat von Conrad Schormann am 22. November 2025, 11:19 UhrDer stille Architekt der Bakuer Schachschule
Quelle: Chesspro.ru – „От Макогонова до Каспарова“, Valerij AsrijanDie Geschichte beginnt im Baku des Jahres 1919, in einem kleinen Café am Kaspischen Meer. Hier, im „Fenomen“, traf sich die Schachelite der Stadt. Ein 15-jähriger Junge betrat den Raum, schüchtern, aber entschlossen. Er wollte zwei Dinge: das berühmte, dicke, eiskalte Matzoni probieren – und gegen die Besten spielen. Der Junge hieß Wladimir Makogonov. Er setzte sich, spielte – und schlug einen Stammgast nach dem anderen. Am Ende des Tages war er der inoffizielle Stadtmeister.
Aus dem „Phänomen aus dem ‘Fenomen’“ wurde in wenigen Jahren der erste Meister des gesamten Kaukasus. 1927 teilte Makogonov beim UdSSR-Finale Platz fünf mit dem 16-jährigen Botwinnik. In den 1930er- und 40er-Jahren besiegte er fast jeden großen Namen: Reshevsky, Keres, Sokolsky, Smyslow. Gegen Botwinnik gewann er wichtige Partien, 1942 schlug er Salo Flohr im Match.
In dieser Illustration aus der Zeitschrift „Chess Sheet“ ist Vladimir Makogonov ein Debütant bei der UdSSR-Meisterschaft 1927, 23 Jahre alt, aber bereits ein Meister – der erste im Transkaukasus.Makogonov war ein starker Spieler, aber noch prägender als Trainer. Er leitete die Schachsektion im Bakuer Haus der Offiziere, baute dort über Jahre eine Schule auf, die die Grundlage für alles legte, was später kam. Durch seine Hände gingen fast alle Talente der Stadt: Bagirov, Zatulovskaja, Pavlenko, Listengarten, die junge Generation der 60er-Jahre. Viele wurden Meister, einige Großmeister – aber keiner so bedeutend wie der kleine Junge, der 1963 im Blitzturnier gegen Erwachsene unter Tränen aufgab: Garik Weinstein.
Makogonov erkannte das Talent früh, förderte es geduldig und blieb für den späteren Garry Kasparov ein prägender Einfluss. Seine Analysen, seine Strenge, sein Stil – alles floss in Kasparovs Schach ein. Als Kasparov 1978 Meister wurde und 1979 den Durchbruch in Banja Luka schaffte, erinnerte sich Makogonov an den Satz, den er Anfang der 60er gesagt hatte: „Vielleicht ist der künftige Weltmeister noch gar nicht geboren.“ Fünf Tage später wurde Garry geboren.
Der stille Architekt der Bakuer Schachschule
Quelle: Chesspro.ru – „От Макогонова до Каспарова“, Valerij Asrijan
Die Geschichte beginnt im Baku des Jahres 1919, in einem kleinen Café am Kaspischen Meer. Hier, im „Fenomen“, traf sich die Schachelite der Stadt. Ein 15-jähriger Junge betrat den Raum, schüchtern, aber entschlossen. Er wollte zwei Dinge: das berühmte, dicke, eiskalte Matzoni probieren – und gegen die Besten spielen. Der Junge hieß Wladimir Makogonov. Er setzte sich, spielte – und schlug einen Stammgast nach dem anderen. Am Ende des Tages war er der inoffizielle Stadtmeister.
Aus dem „Phänomen aus dem ‘Fenomen’“ wurde in wenigen Jahren der erste Meister des gesamten Kaukasus. 1927 teilte Makogonov beim UdSSR-Finale Platz fünf mit dem 16-jährigen Botwinnik. In den 1930er- und 40er-Jahren besiegte er fast jeden großen Namen: Reshevsky, Keres, Sokolsky, Smyslow. Gegen Botwinnik gewann er wichtige Partien, 1942 schlug er Salo Flohr im Match.

In dieser Illustration aus der Zeitschrift „Chess Sheet“ ist Vladimir Makogonov ein Debütant bei der UdSSR-Meisterschaft 1927, 23 Jahre alt, aber bereits ein Meister – der erste im Transkaukasus.
Makogonov war ein starker Spieler, aber noch prägender als Trainer. Er leitete die Schachsektion im Bakuer Haus der Offiziere, baute dort über Jahre eine Schule auf, die die Grundlage für alles legte, was später kam. Durch seine Hände gingen fast alle Talente der Stadt: Bagirov, Zatulovskaja, Pavlenko, Listengarten, die junge Generation der 60er-Jahre. Viele wurden Meister, einige Großmeister – aber keiner so bedeutend wie der kleine Junge, der 1963 im Blitzturnier gegen Erwachsene unter Tränen aufgab: Garik Weinstein.
Makogonov erkannte das Talent früh, förderte es geduldig und blieb für den späteren Garry Kasparov ein prägender Einfluss. Seine Analysen, seine Strenge, sein Stil – alles floss in Kasparovs Schach ein. Als Kasparov 1978 Meister wurde und 1979 den Durchbruch in Banja Luka schaffte, erinnerte sich Makogonov an den Satz, den er Anfang der 60er gesagt hatte: „Vielleicht ist der künftige Weltmeister noch gar nicht geboren.“ Fünf Tage später wurde Garry geboren.