Vaishali Rameshbabu
Zitat von Conrad Schormann am 18. April 2026, 13:52 Uhr„Es tut mir leid, mir fehlen einfach die Worte"
Vaishali Rameshbabu, Florian Pütz, Der Spiegel, 16. April 2026 (Abo)
„Das ist unglaublich, das ist ein Traum." Das sagte Vaishali Rameshbabu im Gespräch mit Der Spiegel. Die 24-jährige indische Großmeisterin hat das Kandidatinnenturnier in Pegeia auf Zypern gewonnen und fordert Weltmeisterin Ju Wenjun heraus. Als sie vor die Reporter tritt, schweift ihr Blick in die Ferne. „Es tut mir leid, mir fehlen einfach die Worte", sagt sie mit leiser Stimme.
Als Erstes dankt sie ihren Eltern – und ihrem Bruder Praggnanandhaa, genannt Pragg.
Die große Schwester, der bessere Bruder
Vaishali lernte Schach von ihren Eltern in Chennai, wurde Weltmeisterin in der U12 und der U14 und besiegte mit zwölf Jahren Magnus Carlsen bei einer Simultanveranstaltung. Dann holte ihr jüngerer Bruder sie ein. Als Pragg der jüngste Internationale Meister wurde, übertraf er erstmals ihre Wertungszahl. „Plötzlich drehte sich zu Hause alles um ihn", erinnert sich Vaishali. „Das hat mich sauer gemacht. Ich glaube nicht, dass ich mit diesen Emotionen gut umgehen konnte." Sie habe Zeit gebraucht, um einzusehen, dass ihr Bruder besser ist.
Pragg gewann das Traditionsturnier in Wijk aan Zee, stand auf Platz vier der Weltrangliste, schien der Nächste zu sein, der um einen WM-Titel spielen würde. Beim Kandidatenturnier 2024 wurde er Fünfter, in diesem Jahr Siebter. Nun hat Vaishali ihn im Rennen um den ersten WM-Titel der Familie überholt.
Die Banane als Sekundantendienst
Der Groll der frühen Jahre ist vergangen. Als Vaishali nach dem Turniersieg vor den Kameras steht, eine Wasserflasche und eine Banane in der Hand, eilt Pragg herbei und nimmt ihr alles aus den Händen, damit die Sachen nicht im Bild sind. „Eigentlich habe ich ihr gerade nur diese Banane abgenommen, das war mein Beitrag für ein erfolgreiches Turnier", sagt er dem Spiegel und lacht. Ob er zur WM als Sekundant neue Eröffnungsvarianten ausarbeiten wird, lässt er an diesem Abend noch offen.
Im Publikum sitzt Mutter Nagalakshmi, die ihre Kinder heute zu Turnieren begleitet. Als sie die Worte ihrer Tochter hört, lächelt sie – und schlägt dann die Hände vor die Augen.
Erschöpft, aber am Ziel
Die Familie habe in früheren Jahren auch finanzielle Schwierigkeiten in Kauf genommen, damit Vaishali die beste Schachausbildung bekomme. „Es sei keine leichte Zeit gewesen", sagt sie. Die Unterstützung der Familie sei entscheidend gewesen, um nach schweren Niederlagen – wie dem Kandidatinnenturnier 2024 – wieder herauszufinden.
Eine große Party plant Vaishali nach ihrem Triumph nicht. „Mein Schlafrhythmus ist seit ein paar Tagen ziemlich kaputt." Ihr größter Wunsch nach den aufreibenden Wochen in Pegeia: schlafen.
„Es tut mir leid, mir fehlen einfach die Worte"
Vaishali Rameshbabu, Florian Pütz, Der Spiegel, 16. April 2026 (Abo)
„Das ist unglaublich, das ist ein Traum." Das sagte Vaishali Rameshbabu im Gespräch mit Der Spiegel. Die 24-jährige indische Großmeisterin hat das Kandidatinnenturnier in Pegeia auf Zypern gewonnen und fordert Weltmeisterin Ju Wenjun heraus. Als sie vor die Reporter tritt, schweift ihr Blick in die Ferne. „Es tut mir leid, mir fehlen einfach die Worte", sagt sie mit leiser Stimme.
Als Erstes dankt sie ihren Eltern – und ihrem Bruder Praggnanandhaa, genannt Pragg.
Die große Schwester, der bessere Bruder
Vaishali lernte Schach von ihren Eltern in Chennai, wurde Weltmeisterin in der U12 und der U14 und besiegte mit zwölf Jahren Magnus Carlsen bei einer Simultanveranstaltung. Dann holte ihr jüngerer Bruder sie ein. Als Pragg der jüngste Internationale Meister wurde, übertraf er erstmals ihre Wertungszahl. „Plötzlich drehte sich zu Hause alles um ihn", erinnert sich Vaishali. „Das hat mich sauer gemacht. Ich glaube nicht, dass ich mit diesen Emotionen gut umgehen konnte." Sie habe Zeit gebraucht, um einzusehen, dass ihr Bruder besser ist.
Pragg gewann das Traditionsturnier in Wijk aan Zee, stand auf Platz vier der Weltrangliste, schien der Nächste zu sein, der um einen WM-Titel spielen würde. Beim Kandidatenturnier 2024 wurde er Fünfter, in diesem Jahr Siebter. Nun hat Vaishali ihn im Rennen um den ersten WM-Titel der Familie überholt.
Die Banane als Sekundantendienst
Der Groll der frühen Jahre ist vergangen. Als Vaishali nach dem Turniersieg vor den Kameras steht, eine Wasserflasche und eine Banane in der Hand, eilt Pragg herbei und nimmt ihr alles aus den Händen, damit die Sachen nicht im Bild sind. „Eigentlich habe ich ihr gerade nur diese Banane abgenommen, das war mein Beitrag für ein erfolgreiches Turnier", sagt er dem Spiegel und lacht. Ob er zur WM als Sekundant neue Eröffnungsvarianten ausarbeiten wird, lässt er an diesem Abend noch offen.
Im Publikum sitzt Mutter Nagalakshmi, die ihre Kinder heute zu Turnieren begleitet. Als sie die Worte ihrer Tochter hört, lächelt sie – und schlägt dann die Hände vor die Augen.
Erschöpft, aber am Ziel
Die Familie habe in früheren Jahren auch finanzielle Schwierigkeiten in Kauf genommen, damit Vaishali die beste Schachausbildung bekomme. „Es sei keine leichte Zeit gewesen", sagt sie. Die Unterstützung der Familie sei entscheidend gewesen, um nach schweren Niederlagen – wie dem Kandidatinnenturnier 2024 – wieder herauszufinden.
Eine große Party plant Vaishali nach ihrem Triumph nicht. „Mein Schlafrhythmus ist seit ein paar Tagen ziemlich kaputt." Ihr größter Wunsch nach den aufreibenden Wochen in Pegeia: schlafen.
Zitat von Conrad Schormann am 26. April 2026, 11:34 UhrVaishali gewinnt Kandidatenturnier und fordert Weltmeisterin heraus
Quelle: FIDE – „Chess makes me happy", veröffentlicht am [Datum nicht im Quelltext angegeben]
Vaishali Rameshbabu hat das FIDE Women's Candidates Tournament 2026 in Zypern gewonnen und tritt damit als Herausforderin gegen Weltmeisterin Ju Wenjun an. Das berichtet FIDE. In einem Interview spricht die indische Schachspielerin über ihre Partien, ihr Team und die Vorbereitung auf den WM-Kampf.
Die letzte Runde des Turniers war bis zum Schluss offen: Sechs der acht Spielerinnen hatten noch mathematische Chancen auf den Sieg. In ihrer entscheidenden Partie gegen Lagno kam Vaishali die Sizilianische Verteidigung entgegen, auf die sie sich bereits vor dem Turnier vorbereitet hatte. Sie selbst beschreibt ihren Ansatz als schlicht: die eigene Partie spielen und das Ergebnis annehmen, da nur das eigene Spiel kontrollierbar sei.
Zwischen Glück und Stärke
In der ersten Turnierhälfte rettete sich Vaishali mehrfach aus schlechten Stellungen – etwa gegen Divya und Goryachkina. Sie selbst führt dies auf eine Mischung aus Zähigkeit und Glück zurück. In der zweiten Hälfte steigerte sie nach eigener Einschätzung ihre Spielqualität deutlich, nachdem sie eine Partie gegen Tan Zhongyi trotz schlechter Leistung gewonnen hatte.
Als wichtige Stütze nennt Vaishali ihr Umfeld: ihre Mutter, ihren Bruder Pragg, ihre Trainer Ramesh und Aarthie Ramaswamy sowie GM Pranesh, der sie während des Turniers vor Ort begleitete. Seit acht oder neun Monaten arbeitet sie zudem mit einer Psychologin zusammen, um mit dem Druck umzugehen.
Auf die WM-Partie gegen Ju Wenjun bereitet sie sich nach einer Erholungsphase vor. Ju Wenjun ist fünffache Weltmeisterin; Vaishali hat in klassischen Partien gegen sie bislang drei Remis und eine Niederlage erzielt. Als persönlichen Bereich, an dem sie arbeiten möchte, nennt sie die Konstanz ihres Spiels.
Automatisch KI-generierter Beitrag
Vaishali gewinnt Kandidatenturnier und fordert Weltmeisterin heraus
Quelle: FIDE – „Chess makes me happy", veröffentlicht am [Datum nicht im Quelltext angegeben]
Vaishali Rameshbabu hat das FIDE Women's Candidates Tournament 2026 in Zypern gewonnen und tritt damit als Herausforderin gegen Weltmeisterin Ju Wenjun an. Das berichtet FIDE. In einem Interview spricht die indische Schachspielerin über ihre Partien, ihr Team und die Vorbereitung auf den WM-Kampf.
Die letzte Runde des Turniers war bis zum Schluss offen: Sechs der acht Spielerinnen hatten noch mathematische Chancen auf den Sieg. In ihrer entscheidenden Partie gegen Lagno kam Vaishali die Sizilianische Verteidigung entgegen, auf die sie sich bereits vor dem Turnier vorbereitet hatte. Sie selbst beschreibt ihren Ansatz als schlicht: die eigene Partie spielen und das Ergebnis annehmen, da nur das eigene Spiel kontrollierbar sei.
Zwischen Glück und Stärke
In der ersten Turnierhälfte rettete sich Vaishali mehrfach aus schlechten Stellungen – etwa gegen Divya und Goryachkina. Sie selbst führt dies auf eine Mischung aus Zähigkeit und Glück zurück. In der zweiten Hälfte steigerte sie nach eigener Einschätzung ihre Spielqualität deutlich, nachdem sie eine Partie gegen Tan Zhongyi trotz schlechter Leistung gewonnen hatte.
Als wichtige Stütze nennt Vaishali ihr Umfeld: ihre Mutter, ihren Bruder Pragg, ihre Trainer Ramesh und Aarthie Ramaswamy sowie GM Pranesh, der sie während des Turniers vor Ort begleitete. Seit acht oder neun Monaten arbeitet sie zudem mit einer Psychologin zusammen, um mit dem Druck umzugehen.
Auf die WM-Partie gegen Ju Wenjun bereitet sie sich nach einer Erholungsphase vor. Ju Wenjun ist fünffache Weltmeisterin; Vaishali hat in klassischen Partien gegen sie bislang drei Remis und eine Niederlage erzielt. Als persönlichen Bereich, an dem sie arbeiten möchte, nennt sie die Konstanz ihres Spiels.
Automatisch KI-generierter Beitrag


