Thibault Duplessis
Zitat von Conrad Schormann am 27. April 2026, 17:18 UhrKein Werbebanner, kein Tracking, kein Preismodell – das war von Anfang an der Plan
Lichess, YouTube, 19. April 2026
Wer eine Plattform für alle baut, darf sie nicht für sich behalten. Das ist die Grundüberzeugung, auf der Thibault Duplessis Lichess aufgebaut hat.
Duplessis ist Franzose, Entwickler aus Leidenschaft und seit er als Kind an einem Casio-Taschenrechner programmieren konnte, macht er Projekte – die meisten, wie er selbst sagt, zum Scheitern verurteilt und trotzdem gut. Eines davon war eine kleine Schachwebseite. Die ist geblieben.
https://youtu.be/WtIJd_u-4XU
Drei Regeln, keine Ausnahmen
Von Beginn an legte Duplessis drei Grundsätze fest, die er nicht verhandelbar machte: Open Source, keine Werbung, keine kostenpflichtigen Vorteile. Jede Zeile Code, die Lichess schreibt, ist öffentlich zugänglich. Jeder kann sie lesen, kopieren, weiternutzen. Dutzende Websites und Dienste im Schachbereich bauen heute darauf auf – ebenso wie auf den öffentlich zugänglichen Datensätzen mit Partien, Analysen und Aufgaben.
Werbebanner und Tracker, so Duplessis, arbeiten gegen den Nutzer. Sie verwenden dessen Gerät, Bildschirm und Aufmerksamkeit im Interesse anderer. Beides hat bei Lichess keinen Platz. Ebenso wenig wie ein Preismodell, das zahlenden Nutzern bessere Funktionen verschafft. Wer Lichess nutzt, nutzt dieselbe Plattform wie alle anderen.
Der Alltag hinter der Plattform
Duplessis ist heute hauptberuflich Chefentwickler von Lichess. Sein Arbeitstag beginnt kurz vor acht Uhr morgens. Zuerst kommt der Hund, dann der Kaffee, dann die GitHub-Pull-Requests – Codevorschläge von Freiwilligen, die Fehler beheben oder neue Funktionen vorschlagen. Diese Beiträge schnell zu prüfen und zu beantworten ist für ihn Priorität: Wer ehrenamtlich beiträgt, soll das Engagement nicht als Einbahnstraße erleben. Danach folgen Fehlerberichte, Server-Logs, Monitoring. Duplessis sieht sich als Mechaniker einer Maschine, die nie anhalten darf – ein Zug, der ständig fährt, dem ständig neue Waggons angehängt werden und dessen Motor laufend gewartet werden muss, ohne den Betrieb zu unterbrechen.
Was Lichess zuletzt verändert hat
In den vergangenen Monaten hat Lichess eine überarbeitete mobile App veröffentlicht, die Unterstützung für sehbehinderte Spieler ausgebaut und die Live-Übertragung von Turnierspielen verbessert. Duplessis ist überzeugt, dass Lichess damit zur besten Plattform für die Verfolgung von Over-the-Board-Turnieren geworden ist. Neu ist außerdem der Lichess Tutor, ein Analysetool für eigene Partien. Duplessis betont ausdrücklich: Kein KI-Sprachmodell ist daran beteiligt. Die Auswertung basiert ausschließlich auf Stockfish, Statistik und Rechenlogik.
Partnerschaft mit Take Take Take
Für die Zusammenarbeit mit dem Dienst Take Take Take hat sich Duplessis von Beginn an eingesetzt. Was ihn überzeugte: ein fähiges Team, Finanzierung und Ambitionen – kombiniert mit der Grundlage, die Lichess durch Open Source und offene Daten bereitstellt. Für Lichess selbst sieht er dabei kein Risiko. Gelingt Take Take Take, profitiert das Ökosystem. Scheitert es, trägt Lichess keine Konsequenzen. Und sollte Take Take Take eines Tages ohne Lichess weitermachen, ist auch das in Ordnung.
Neben dem Code
Wenn Duplessis nicht programmiert oder Online-Blitz spielt, kocht er, fährt Fahrrad mit seinem Hund Kenny in einem selbst gebauten Transportgestell und engagiert sich für Tierrechte. Tiere können Schmerz empfinden und wollen nicht sterben, sagt er. Solange Alternativen existieren, gebe es keinen Grund, sie zu töten oder auszubeuten.
Kein Werbebanner, kein Tracking, kein Preismodell – das war von Anfang an der Plan
Lichess, YouTube, 19. April 2026
Wer eine Plattform für alle baut, darf sie nicht für sich behalten. Das ist die Grundüberzeugung, auf der Thibault Duplessis Lichess aufgebaut hat.
Duplessis ist Franzose, Entwickler aus Leidenschaft und seit er als Kind an einem Casio-Taschenrechner programmieren konnte, macht er Projekte – die meisten, wie er selbst sagt, zum Scheitern verurteilt und trotzdem gut. Eines davon war eine kleine Schachwebseite. Die ist geblieben.
Drei Regeln, keine Ausnahmen
Von Beginn an legte Duplessis drei Grundsätze fest, die er nicht verhandelbar machte: Open Source, keine Werbung, keine kostenpflichtigen Vorteile. Jede Zeile Code, die Lichess schreibt, ist öffentlich zugänglich. Jeder kann sie lesen, kopieren, weiternutzen. Dutzende Websites und Dienste im Schachbereich bauen heute darauf auf – ebenso wie auf den öffentlich zugänglichen Datensätzen mit Partien, Analysen und Aufgaben.
Werbebanner und Tracker, so Duplessis, arbeiten gegen den Nutzer. Sie verwenden dessen Gerät, Bildschirm und Aufmerksamkeit im Interesse anderer. Beides hat bei Lichess keinen Platz. Ebenso wenig wie ein Preismodell, das zahlenden Nutzern bessere Funktionen verschafft. Wer Lichess nutzt, nutzt dieselbe Plattform wie alle anderen.
Der Alltag hinter der Plattform
Duplessis ist heute hauptberuflich Chefentwickler von Lichess. Sein Arbeitstag beginnt kurz vor acht Uhr morgens. Zuerst kommt der Hund, dann der Kaffee, dann die GitHub-Pull-Requests – Codevorschläge von Freiwilligen, die Fehler beheben oder neue Funktionen vorschlagen. Diese Beiträge schnell zu prüfen und zu beantworten ist für ihn Priorität: Wer ehrenamtlich beiträgt, soll das Engagement nicht als Einbahnstraße erleben. Danach folgen Fehlerberichte, Server-Logs, Monitoring. Duplessis sieht sich als Mechaniker einer Maschine, die nie anhalten darf – ein Zug, der ständig fährt, dem ständig neue Waggons angehängt werden und dessen Motor laufend gewartet werden muss, ohne den Betrieb zu unterbrechen.
Was Lichess zuletzt verändert hat
In den vergangenen Monaten hat Lichess eine überarbeitete mobile App veröffentlicht, die Unterstützung für sehbehinderte Spieler ausgebaut und die Live-Übertragung von Turnierspielen verbessert. Duplessis ist überzeugt, dass Lichess damit zur besten Plattform für die Verfolgung von Over-the-Board-Turnieren geworden ist. Neu ist außerdem der Lichess Tutor, ein Analysetool für eigene Partien. Duplessis betont ausdrücklich: Kein KI-Sprachmodell ist daran beteiligt. Die Auswertung basiert ausschließlich auf Stockfish, Statistik und Rechenlogik.
Partnerschaft mit Take Take Take
Für die Zusammenarbeit mit dem Dienst Take Take Take hat sich Duplessis von Beginn an eingesetzt. Was ihn überzeugte: ein fähiges Team, Finanzierung und Ambitionen – kombiniert mit der Grundlage, die Lichess durch Open Source und offene Daten bereitstellt. Für Lichess selbst sieht er dabei kein Risiko. Gelingt Take Take Take, profitiert das Ökosystem. Scheitert es, trägt Lichess keine Konsequenzen. Und sollte Take Take Take eines Tages ohne Lichess weitermachen, ist auch das in Ordnung.
Neben dem Code
Wenn Duplessis nicht programmiert oder Online-Blitz spielt, kocht er, fährt Fahrrad mit seinem Hund Kenny in einem selbst gebauten Transportgestell und engagiert sich für Tierrechte. Tiere können Schmerz empfinden und wollen nicht sterben, sagt er. Solange Alternativen existieren, gebe es keinen Grund, sie zu töten oder auszubeuten.

