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Theophilus Wait

Lichess öffnet seine Server: Die Partnerschaft mit Take Take Take

ChessBase India, 10. April 2026, Sagar Shah

Eine Nachricht hat die Schachwelt überrascht: Lichess und Take Take Take, das Schachunternehmen von Magnus Carlsen, gehen eine Partnerschaft ein. Das berichtet ChessBase India. Theo Wait, Head of Operations bei Lichess, erklärt im Interview, was dahintersteckt.

Was vereinbart wurde

Take Take Take hatte Lichess Anfang 2026 mit einem ungewöhnlichen Vorschlag kontaktiert: Statt eine eigene Spielplattform zu bauen, wollte das Unternehmen die Lichess-Server und -Infrastruktur für seine geplante Online-Spielzone nutzen. Nach mehreren Gesprächsrunden stimmte Lichess zu. Es ist das erste Mal, dass Lichess seine API einem externen kommerziellen Partner für eine Spielzone öffnet – wenngleich kommerzielle Produkte auf Basis der Lichess-API, etwa elektronische Schachbretter, bereits länger existieren.

Eine Werbekooperation ist ausdrücklich nicht Teil der Vereinbarung. Lichess bleibt kostenlos, quelloffen und gemeinnützig. Lediglich die Spielzone von Take Take Take läuft künftig auf Lichess-Servern – die Kontrolle über Code und Organisation verbleibe vollständig bei Lichess. Auch eine finanzielle Beteiligung von Take Take Take ist Teil des Deals, über genaue Summen schweigt Wait.

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Warum jetzt – und warum nicht Chess.com?

Der Hintergrund ist die Marktentwicklung der vergangenen Jahre. Nach der Fusion von Play Magnus Group und Chess.com habe sich ein dominanter Marktakteur herausgebildet, der nach Waits Einschätzung nicht im Sinne der Schachgemeinschaft handle: höhere Paywalls, gestrichene Turniere, Massenentlassungen, fragwürdiger Umgang mit Nutzerdaten. Dass Take Take Take sich stattdessen an Lichess wandte, führt Wait auf Spannungen zwischen Take Take Take und Chess.com zurück – Chess.com-Chef Eric Allebest soll Take Take Take ausdrücklich vor einem Einstieg in Spielzone und Lernbereich gewarnt haben.

Lichess-Gründer Thibault Duplessis stehe vollständig hinter der Entscheidung und arbeite eng mit dem Entwicklungsteam von Take Take Take zusammen. Öffentlich äußern wolle er sich vorerst nicht.

Größeres Bild

Wait sieht in der Partnerschaft mehr als einen Einzeldeal. Sein Wunschszenario: Lichess wird zur offenen Infrastruktur für die gesamte Schachbranche – ähnlich wie Linux-Distributionen zur Standardbasis für Webserver geworden sind. Wer künftig eine Schachplattform aufbauen will, müsste dann keine eigene Spielzone mehr entwickeln, sondern könnte auf Lichess aufsetzen. Den dadurch gewonnenen Spielraum möchte Wait vor allem in die Basis investieren: Schachförderung in Schulen, Unterstützung für Eltern talentierter Kinder, freier Zugang zu Lern- und Trainingstools weltweit.

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