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The Philosopher and the Housewife, Willy Hendricks
Zitat von Conrad Schormann am 25. Mai 2025, 10:50 Uhrhttps://perlenvombodensee.de/2025/03/14/der-philosoph-und-die-hausfrau/
Zitat von Conrad Schormann am 25. Mai 2025, 10:56 UhrFünf von fünf Sternen: Matthew Sadler über „The Philosopher and the Housewife“
Matthew Sadler beschreibt Willy Hendriks’ Buch „The Philosopher and the Housewife“ als eine unterhaltsame, vielschichtige und mit historischem Feingefühl geschriebene Chronik des legendären intellektuellen Schlagabtauschs zwischen Aron Nimzowitsch (dem „Philosophen“) und Siegbert Tarrasch (dem „Hausfrau“ – so die polemische Zuschreibung Nimzowitschs). Für Sadler, der selbst als Jugendlicher von „Mein System“ geprägt wurde, ist dieser Konflikt bis heute ein zentrales Thema der Schachgeschichte.
Hendriks‘ Ansatz: Es geht nicht nur darum, wer auf dem Brett stärker war, sondern wer „recht“ hatte – wer die wahren Gesetze des Schachs erkannt und formuliert hat. Beide – Tarrasch wie Nimzowitsch – glaubten, diese versteckten Gesetze gefunden zu haben, doch für Nimzowitsch waren Tarraschs „hausbackene“ Prinzipien nur für Anfänger nützlich, seine eigene Strategie dagegen von höherem, philosophischem Wert. Sadler betont, dass Hendriks das Ringen um intellektuelle Vorherrschaft und die Eitelkeiten der Protagonisten mit viel Humor und brillanten Zitaten beleuchtet.
Ein drittes Element bringt Semyon Alapin ins Spiel: Er stellte sich – so Sadler – gegen die sprachliche Überhöhung beider Lager und forderte stattdessen, Ideen durch konkrete Varianten zu belegen. Alapins skeptische Haltung gegenüber allzu blumiger Theorie wird ausführlich und amüsant dargestellt.
Sadler hebt die vielen originellen Quellenzitate hervor, darunter etwa Tarrasch:
„I do not limit myself to the game at hand, but search for the stable point in the flight of the appearances... I set up a number of principles and doctrines, whose knowledge will improve the level of play enormously.“
Und Nimzowitsch:
„But in the quiet lived and searched someone who loved the truth in chess and, in a tough fight, endeavoured to discern its everlasting laws. And that person – was me.“
Für Sadler ist die Darstellung dieses „Kriegs um die Wahrheit“ – mit all seinen komischen und menschlichen Zügen – ein großer Gewinn. Besonders gefallen ihm das abschließende Kapitel „Artist of Variations“ sowie Hendriks‘ Fähigkeit, die Streitfragen mit einer modernen und persönlichen Perspektive zu beleuchten. Sadler betont, dass das Buch voller Humor, Überraschungen, großartiger Schachbeispiele und starker Charaktere ist:
„It’s full of humour, surprises, good chess – some familiar, some not – and larger-than-life characters! 5 stars!“
Quelle:
Matthew Sadler, Rezension in New in Chess (Mai 2025).Tarrasch, Nimzowitsch, wie sie einander bekriegten und was wir heute von ihnen lernen können.
Fünf von fünf Sternen: Matthew Sadler über „The Philosopher and the Housewife“
Matthew Sadler beschreibt Willy Hendriks’ Buch „The Philosopher and the Housewife“ als eine unterhaltsame, vielschichtige und mit historischem Feingefühl geschriebene Chronik des legendären intellektuellen Schlagabtauschs zwischen Aron Nimzowitsch (dem „Philosophen“) und Siegbert Tarrasch (dem „Hausfrau“ – so die polemische Zuschreibung Nimzowitschs). Für Sadler, der selbst als Jugendlicher von „Mein System“ geprägt wurde, ist dieser Konflikt bis heute ein zentrales Thema der Schachgeschichte.
Hendriks‘ Ansatz: Es geht nicht nur darum, wer auf dem Brett stärker war, sondern wer „recht“ hatte – wer die wahren Gesetze des Schachs erkannt und formuliert hat. Beide – Tarrasch wie Nimzowitsch – glaubten, diese versteckten Gesetze gefunden zu haben, doch für Nimzowitsch waren Tarraschs „hausbackene“ Prinzipien nur für Anfänger nützlich, seine eigene Strategie dagegen von höherem, philosophischem Wert. Sadler betont, dass Hendriks das Ringen um intellektuelle Vorherrschaft und die Eitelkeiten der Protagonisten mit viel Humor und brillanten Zitaten beleuchtet.
Ein drittes Element bringt Semyon Alapin ins Spiel: Er stellte sich – so Sadler – gegen die sprachliche Überhöhung beider Lager und forderte stattdessen, Ideen durch konkrete Varianten zu belegen. Alapins skeptische Haltung gegenüber allzu blumiger Theorie wird ausführlich und amüsant dargestellt.
Sadler hebt die vielen originellen Quellenzitate hervor, darunter etwa Tarrasch:
„I do not limit myself to the game at hand, but search for the stable point in the flight of the appearances... I set up a number of principles and doctrines, whose knowledge will improve the level of play enormously.“
Und Nimzowitsch:
„But in the quiet lived and searched someone who loved the truth in chess and, in a tough fight, endeavoured to discern its everlasting laws. And that person – was me.“
Für Sadler ist die Darstellung dieses „Kriegs um die Wahrheit“ – mit all seinen komischen und menschlichen Zügen – ein großer Gewinn. Besonders gefallen ihm das abschließende Kapitel „Artist of Variations“ sowie Hendriks‘ Fähigkeit, die Streitfragen mit einer modernen und persönlichen Perspektive zu beleuchten. Sadler betont, dass das Buch voller Humor, Überraschungen, großartiger Schachbeispiele und starker Charaktere ist:
„It’s full of humour, surprises, good chess – some familiar, some not – and larger-than-life characters! 5 stars!“
Quelle:
Matthew Sadler, Rezension in New in Chess (Mai 2025).
Tarrasch, Nimzowitsch, wie sie einander bekriegten und was wir heute von ihnen lernen können.



