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Sven Noppes

Sven Noppes wird 50 – Organisator prägt deutsches Schach

Quelle: Chess Tigers Blog – „Sven Noppes wird 50 – ein Möglichmacher mit Sinn fürs Große“, 21. März 2026, Michael Busse

Sven Noppes wird 50. Das berichtet das Chess-Tigers-Blog. Anders als viele Akteure steht er selten im Mittelpunkt, wirkt vor allem im Hintergrund durch Turniere, Projekte und Netzwerke.

Seinen Einstieg ins Schach fand Noppes über einen Schachcomputer und ein Ferienprogramm. Früh verlagerte sich sein Fokus auf organisatorische Aufgaben. 1997 gründete er mit 21 Jahren das Neckar-Open in Deizisau, das sich zu einem der größten Turniere in Deutschland entwickelte und als Grundlage für spätere Projekte diente.

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Turniere, Teams und Netzwerke

Mit dem grenke Chess Festival baute Noppes ein weiteres Großereignis auf, das heute als größtes Open gilt und Breitensport mit Weltklasse verbindet. In der Schachbundesliga führte er die OSG Baden-Baden zu einer langen Serie von Meistertiteln und stellte Teams mit internationalen Topspielern zusammen.

Parallel engagierte er sich für deutsche Spieler, etwa bei den Schachfreunden Deizisau. Namen wie Matthias Blübaum und Vincent Keymer werden in diesem Zusammenhang genannt. Zudem geht die Zusammenarbeit zwischen Keymer und Peter Leko auf eine Initiative von Noppes zurück.

Gemeinsam mit seiner Frau Marina Noppes und Jonathan Carlstedt baute er die Chess Tigers zu einer größeren Struktur aus, zu der unter anderem Trainingsangebote, Handel und Medienprojekte gehören.

Zwischen Spitzenschach und Basisarbeit

Trotz seiner Arbeit im Spitzenschach bleibt Noppes im Vereinsleben aktiv. In Deizisau organisiert er Turniere und kümmert sich um Details des Vereinsalltags. Schulschach und Nachwuchsarbeit spielen dabei eine wichtige Rolle.

„Das geilste Turnier der Welt" – und die 13-Jährige, die es zusammenhielt

Turnierdirektor Sven Noppes im Gespräch mit Arne Kähler (Chessbase/YouTube, 8. April 2026)


Rund 20.000 Schritte am Tag, Ringe auf der Uhr schon zur Mittagszeit voll – und trotzdem kaum ein Blick auf den Schrittzähler. Wer Sven Noppes beim Grenke Chess Open erlebt, versteht schnell: Der Turnierdirektor hat anderes im Kopf. Das sagte Noppes im Gespräch mit Arne Kähler auf YouTube.

Die größte Herausforderung bei der Organisation eines der größten Schachturniere der Welt ist für Noppes nicht die Logistik, nicht die Technik, nicht die Spieler. Es ist jedes Mal die Finanzierung. „Wenn wir die haben, dann sind die Strukturen inzwischen wirklich so gewachsen, dass wir es einfach hinkriegen." Jahrzehntelange Erfahrung, eingespielte Abläufe, ein gewachsenes Team – all das greift, sobald das Geld gesichert ist. Bis dahin aber bleibt alles in der Schwebe.

Das Henne-Ei-Problem

Die Logik dahinter beschreibt Noppes als „Henne-Ei-Prinzip": Erst wenn die Finanzierung steht und die Topverträge mit den Wunschspielern gesichert sind, folgt der dritte Schritt – die Anmietung der Räumlichkeiten. Dann komme man „so langsam Schritt für Schritt in den Flow." Was der Zuschauer dabei nicht sieht, ist für Noppes das Entscheidende: die ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund. Dienstleister und Messemitarbeiter leisteten gute Arbeit – „aber am Ende ist das Herz des Turniers die ehrenamtlichen Helfer."

Eine 13-Jährige und das Credo des Turniers

Die stärkste Erinnerung führt Noppes zurück ins Jahr 1997 – zum allerersten großen Open. Er war damals Teenager, frisch in einem überalterten Schachverein, und wollte ein Turnier in die Öffentlichkeit bringen. Die Lösung für die Finanzierung: Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren sollten für die Teilnehmer kochen. Die Skepsis war groß, auch in seiner Familie. Doch der Probelauf in seiner Küche überzeugte.

141 Teilnehmer kamen – mehr als erwartet. Bereits vor Beginn war die Küche „ausverkauft." In der Nacht nach dem ersten Tag, gegen 3 oder 4 Uhr morgens, sagte die damals 13-jährige Küchenleiterin zu Noppes: „Ich habe noch nie so viel Verantwortung gehabt. Wir müssen es schaffen." Für Noppes ist dieser Satz bis heute ein Credo des Turniers: Jeder Ehrenamtliche übernimmt Verantwortung für seinen Part.

Als Beleg dafür verweist er auf Bernt Emmelmann, über 80 Jahre alt, der beim Auf- und Abbau der Bretter nach wie vor eine tragende Rolle spielt. „Wenn ich so mit 80 rumlaufe, dann bin ich glücklich", sagt Noppes.

Keine Bühne wie diese

Warum jeder Schachspieler einmal nach Karlsruhe kommen sollte? Noppes braucht dafür wenig Worte: „Weil es einfach das geilste Turnier ist." Eine Bühne wie diese – mit 5.000 Menschen im Saal, Weltklassespielern bei der Eröffnung, Amateure und Profis im selben Turnier – gebe es nirgendwo sonst auf der Welt. Durch das Wachstum sei man inzwischen auf zwei Säle angewiesen – aber der Grundgedanke bleibe.

Für die Zukunft wünscht sich Noppes vor allem Planungssicherheit. Wenn die Ausschreibung nicht zwei bis drei Monate, sondern bereits ein halbes Jahr im Voraus erscheine, könnten mehr Spieler aus der Ferne anreisen, Visa beantragen, Urlaub planen. Und er richtet einen klaren Appell an die Schachverbände: Das Grenke Open solle als fixer Termin respektiert werden – ohne kollidierende Jugendmeisterschaften oder Kandidatenturniere. „Das größte Turnier der Welt", sagt Noppes, verdiene diesen Respekt.

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