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Sergei Prokofiev (1891-1953)

Sergej Prokofjew suchte im Schach einen Gegenpol zur Musik

Quelle: Chess.com Blogs – „How a Symphonist Sought Serenity in Chess“, aktualisiert am 23. März 2026, AstroTheoretical_Physics

Sergej Prokofjew verbindet Musik und Schach von früh an und behält beide Welten ein Leben lang. Das schreibt Chess.com Blogs. Noten und Partien stehen schon in seiner Kindheit nebeneinander, das eine ergänzt das andere.

Er wächst in Sontsivka auf, hört seiner Mutter beim Klavierspiel zu und beginnt früh zu komponieren. Mit fünf schreibt er erste Stücke, mit neun eine Oper. Kurz zuvor lernt er Schach. Beides bleibt präsent, während er am Konservatorium in Sankt Petersburg studiert, mit eigenwilligem Stil auffällt und früh eigene Wege geht.

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Begegnungen mit der Weltklasse

1914 trifft Prokofjew in Sankt Petersburg auf José Raúl Capablanca. In Simultanpartien fordert er ihn mehrfach, verliert zunächst, bringt ihn später in Schwierigkeiten und gewinnt schließlich eine Partie. Bei einem anschließenden Treffen spielt Prokofjew Klavier und beobachtet genau, wie Capablanca reagiert. Gleichzeitig entsteht Kontakt zu Alexander Aljechin, mit dem er ebenfalls spielt.

Schach als feste Gewohnheit

Auch in den Jahren im Ausland bleibt Schach Teil seines Alltags. Neben Konzerten und Kompositionsaufträgen spielt er regelmäßig, tritt erneut gegen Capablanca an und führt sogar Fernpartien. Partien gegen starke Gegner wie Edward Lasker gehören dazu.

Nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion verfolgt er Turniere intensiv und begegnet Michail Botwinnik, der sein Spiel als angriffsorientiert und direkt beschreibt.

Wettkampf und Leidenschaft

Mit dem Geiger David Oistrach entwickelt sich eine enge Rivalität. Beide trainieren, analysieren und tragen 1937 einen Wettkampf aus. Prokofjew verfolgt seine Ergebnisse mit großer Intensität, hält Siege und Niederlagen fest und reagiert emotional auf jede Partie.


via Russian Music Forum

Ende einer Gewohnheit

In den letzten Jahren verschlechtert sich seine Gesundheit. Er zieht sich zurück, arbeitet nur noch eingeschränkt und gibt schließlich auch das Schach auf. Ärzte begrenzen seine Tätigkeit auf eine Stunde täglich.

Am 5. März 1953 stirbt Prokofjew im Alter von 61 Jahren. Das Schach verschwindet nicht aus seinem Leben durch eine Entscheidung, sondern durch körperliche Grenzen. Bis dahin begleitet es ihn durch alle Phasen – als Ausgleich zu einem Leben in Musik.

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