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Senioren-WM 2025: Bronze für Christian Maier

In Gallipoli an der italienischen Adriaküste läuft derzeit die FIDE World Senior Championship 2025, das wichtigste Turnier für Schachspielerinnen und Schachspieler ab 50 Jahren. Gespielt wird in vier Kategorien – 50+, 65+, sowie den entsprechenden Frauenwertungen – jeweils über elf Runden im Schweizer System. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für 40 Züge plus 30 Minuten Restzeit mit einem Inkrement von 30 Sekunden pro Zug. Die Runden beginnen täglich um 12 Uhr, an einzelnen Tagen um 11 Uhr, die Schlussrunde am 1. November bereits um 10 Uhr. Das traditionsreiche Turnier vereint viele ehemalige Weltklassespieler.

Livepartien, Ergebnisse, Tabelle

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Henning Geibel teilt mit:

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Liebe Schachsenioren und -seniorinnen!
 
Bei der laufenden Weltmeisterschaft sind inzwischen sechs von elf Runden gespielt. Heute ist Ruhetag, ehe es morgen in die 2. Halbzeit geht.
 
Die Zwischenbilanz der deutschen Teilnehmer sieht ziemlich trübe aus. GM Rainer Knaak, Titelverteidiger in der Gruppe 65+, hat schon 2 Punkte abgegeben und liegt momentan mit 4,0 Punkten auf Platz 25. Besser platziert ist bisher IM Christian Maier, der mit 5,0 Punkten auf Platz 5 liegt und damit Blickkontakt zur Spitze hat:
 
 
In der Gruppe 50+ des Opens ist IM Frank Zeller mit 4,5 Punkten auf Platz 13 z. Zt. bester deutscher Teilnehmer.
 
Bei den Damen der Altersklasse 65+ sind alle drei deutschen Aktiven nicht gut gestartet. Beste ist gegenwärtig die vielfache deutsche Senioren-Meisterin WFM Mira Kierzek mit 3,5 Punkten auf Platz 8.
 
Bei den Damen der Gruppe 50+ ist nur eine einzige aus Deutschland dabei, nämlich meine frühere Kollegin Magdalene Heid aus Frankfurt/Main. Sie wird von vornherein nicht mit einer Spitzenplatzierung gerechnet haben und hat bisher immerhin 2,0  Punkte auf dem Konto.
 
Halten wir unseren deutschen Teilnehmern weiter die Daumen!
 
Schöne Herbstgrüße
 
Euer Henning

Senioren-WM: Bronze für Christian Maier – Reprintsev siegt, Knaak verpasst Titelverteidigung

Quelle: Deutscher Schachbund – „Senioren-WM: Bronze für Christian Maier nach starkem Endspurt“, wcp (2. November 2025)

IM Christian Maier (SC Untergrumbach 46) holt bei der Senioren-WM in Gallipoli Bronze in der Ü65-Kategorie. Mit einem starken Schlussspurt (3 Punkte aus 4 Runden) schloss er punktgleich auf Rang drei ab – hinter Weltmeister Alexander Reprintsev (Ukraine) und Zurab Sturua (Georgien). Laut DSB-Seniorenreferent Wolfgang Cleve-Prinz gewann Maier 28 Elo. Für die übrigen deutschen Teilnehmer lief es weniger gut: In Ü65 konnte Rainer Knaak nach zwei Niederlagen seinen Titel nicht verteidigen und wurde mit einem Punkt Rückstand Zehnter. In Ü50 triumphierte Victor Mikhalevski (9,5/11), die deutschen Spieler landeten weitgehend im Bereich ihrer Setzlistenplätze. Bei den Frauen – die diesmal in eigenen Gruppen spielten – überwog Enttäuschung, teils mit deutlichen Elo-Einbußen. Der DSB hob die faire Atmosphäre und die solide Organisation hervor.

Torsten Cmiel über den Erfolg, der fast ein noch größerer geworden wäre:

Christian Maier wieder fast Weltmeister

Lebensfreude schlägt Ehrgeiz: Bronze für Christian Maier bei der Senioren-WM

Quelle: ZEITmagazin Nr. 5/2026 – Kolumne „Schach“ von Helmut Pfleger, 28. Januar 2026

Bei Senioren-Schachweltmeisterschaften geht es entspannter zu als bei Titelkämpfen der Elite. Verlieren tut weh, aber die Welt geht nicht unter. Genau diese Haltung führt Christian Maier, 66, aus Baden, überraschend weit.

Maier ist Internationaler Meister, zweifacher Badischer Meister und seit dem Ruhestand häufig bei Blitz- und Schnellschachturnieren unterwegs. Er schätzt das Spiel, aber ebenso Geselligkeit, gutes Essen, Wein und Bewegung im Schwarzwald. Vor einem Mannschaftskampf in der Schweiz fasst er seine Haltung so zusammen: Am Brett denke er an nichts Besonderes, er freue sich schlicht des Lebens.

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Diese Gelassenheit trägt ihn bei der Senioren-Weltmeisterschaft Ü65 in Gallipoli im Süden Italiens weit nach vorne. Unter 233 Teilnehmern landet Maier punktgleich mit dem Sieger Alexander Reprintsev und dem Zweiten Surab Sturua auf Bronze. Auf dem Weg dorthin besiegt er drei Großmeister in Serie, darunter den Vorjahresweltmeister Rainer Knaak aus Leipzig, der einst mit Wolfgang Uhlmann das DDR-Schach prägte.

Pfleger schildert eine Schlüsselszene: Knaak droht mit einem Turmmatt auf g8, doch Maier kontert präzise und gewinnt. Ein weiteres Erfolgsrezept verrät Maier selbst: vor jeder Partie ein Bad im Meer.

Dass hinter der Lockerheit Substanz steckt, zeigt eine alte Anekdote. Nach einem Remis gegen den Vizeweltmeister Viktor Kortschnoi lobt dieser Maier augenzwinkernd: Er spiele zwar „Kaffeehausschach“, aber erfolgreich. Fast hätte dieses „Kaffeehausschach“ sogar zu Gold gereicht – und damit zum Großmeistertitel im hohen Alter.

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