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Schacholympiade in Samarkand: die Entwicklungen

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Die 46. Schacholympiade ist in Samarkand eröffnet

Quelle: ChessBase India – „46th FIDE Chess Olympiad 2026 - Samarkand: Opening Ceremony", 15. September 2026

Die 46. Schacholympiade hat am 15. September 2026 mit der Eröffnungsfeier in Samarkand begonnen. Gastgeber ist Usbekistan, das damit erstmals das größte Mannschaftsturnier des Weltschachs ausrichtet. Das berichtet ChessBase India. Wenige Stunden vor dem Auftakt dokumentierte das indische Schachportal die Anreise der indischen Spitzenspieler nach Samarkand, die nach einigen Stunden immer noch kein Hotelzimmer hatten. Anderen Teams erging es ähnlich.

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Anand räumt Probleme mit Unterkünften, Akkreditierung und Visa in Samarkand ein

Quelle: FIDE – „Opening press conference of the 46th FIDE Chess Olympiad", 15. September 2026, Michael Rahal

Viswanathan Anand hat auf der Eröffnungspressekonferenz der 46. Schacholympiade eingeräumt, dass es beim Turnier organisatorische Probleme gibt. Der FIDE-Interimspräsident nannte Unterkünfte für die Teilnehmer, Akkreditierungen und Visa; einige Teams hätten Schwierigkeiten. Man arbeite gemeinsam mit dem örtlichen Organisationskomitee intensiv daran, viele Punkte seien schon gelöst, die übrigen sollten so schnell wie möglich folgen. Zuvor hatte Anand den Tod von Georgios Makropoulos bekanntgegeben, FIDE-Vizepräsident und Ehrenpräsident des griechischen Schachverbands.

Moderatorin Charlize van Zyl stellte die Zahlen der Olympiade vor: Fast 400 Mannschaften treten im Hauptturnier an, 208 in der offenen und 191 in der Frauensektion. Auch die Olympiade für Menschen mit Behinderung verzeichnet ihr größtes Feld.

Gastgeber mit drei Veranstaltungen gleichzeitig

Alisher Sadullaev, 1. Vizepräsident des usbekischen Schachverbands, verwies auf die Schwierigkeit, Olympiade, FIDE-Kongress und die Olympiade für Menschen mit Behinderung parallel auszurichten; vier Jahre habe die Vorbereitung gedauert.

Gulrukhbegim Tokhirjonova, die vor zwei Jahren in Budapest am ersten Brett für die USA Bronze mitgewann, spielt erstmals seit 2018 wieder für Usbekistan. Nodirbek Abdusattorov sieht sein Team deutlich verstärkt: zwei Spieler aus den Top Ten, das dritte Brett über 2700.

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Der bekannteste Schachreporter Indiens fragt an der Sache vorbei

Quelle: Rook Review – „ChessBase India CEO Sagar Shah Faces Criticism Over a Question at the Chess Olympiad", 15. September 2026

Sagar Shah hätte bei der Eröffnungsfeier der Schacholympiade am 15. September nur eines fragen müssen: warum das indische Team bei der Ankunft keine Hotelzimmer bekam. Stattdessen lobte der Chef von ChessBase India erst den Austragungsort und verpackte den Rest in einen Verweis auf „gewisse Tweets". Er ist ein freundlicher Mensch, aber Journalismus ist nicht Sagar Shahs Fachgebiet, und Fragen auf den Punkt zu stellen erst recht nicht.

Hard-hitting journalism at its peak.#ChessOlympiad

— Perlen vom Bodensee (@bodenseeperlen.bsky.social) 2026-09-15T20:24:25.573Z

Der Vizepräsident des usbekischen Schachverbands, Alisher Sadullaev, antwortete entsprechend allgemein: die Koordination laufe, ab dem Folgetag seien alle Probleme gelöst. Nutzer auf X werfen Shah nun vor, indirekt gefragt zu haben. Einer formulierte die Frage, die möglich gewesen wäre: Mehrere Teams hätten bei der Ankunft lange auf Zimmer warten müssen, könne man das bitte erklären? Ein anderer nennt das Gefragte Wortsalat und hält Shah fehlendes Rückgrat vor — besser gar keine Frage als diese.

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Ein Fehlgriff im 50. Zug: Thailands Spitzenbrett wirft Arjun Erigaisi aus der Bahn

Quelle: FIDE – „Samarkand Olympiad Day 1: Favourites, fireworks and a shock", 16. September 2026, Michael Rahal

Prin Laohawirapap hat zum Auftakt der 46. Schacholympiade in Samarkand mit den schwarzen Steinen Indiens Spitzenbrett Arjun Erigaisi bezwungen. Erigaisi kontrollierte die Partie lange und hielt einen Mehrbauern, doch in beiderseitiger Zeitnot griff er fehl: Statt des rettenden 50.Df4 spielte er 50.Dg7. Es folgte 50…Dh1+ 51.Kg4 Te4+ 52.Tf4 Dd1+ 53.Kg3 Dg1+ 54.Kh3 Te3+, dann gab er auf. Titelverteidiger Indien kam gegen Thailand dennoch zu einem 3:1.

Gespielt wird seit dem Nachmittag des 16. September, 207 Mannschaften in der offenen und 191 in der Frauenkategorie sind gemeldet. Viswanathan Anand, fünfmaliger Weltmeister und Interimspräsident der FIDE, führte an Brett eins der offenen Sektion den zeremoniellen Eröffnungszug 1.c4 aus.

Favoriten souverän, eine weitere Überraschung

Die meisten Spitzenteams gewannen klar, zahlreiche Begegnungen endeten 4:0. Topgesetzt sind die USA, die ohne den pausierenden Fabiano Caruana antraten und den Irak mit 3,5:0,5 bezwangen. Für Aufsehen sorgte auch Botswana: Gegen Brasilien, pro Brett um mehr als 400 Elopunkte überlegen, erkämpfte die Mannschaft ein 2:2. Bei den Frauen setzten sich alle fünf Topgesetzten – Indien, Georgien, Kasachstan, China und die USA – jeweils mit 4:0 durch.

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Pakistan bleibt der Partie gegen Israel fern und verliert 0:4 am grünen Tisch

Quelle: Rook Review – „Pakistan Refused to Play Against Israel at the Chess Olympiad", 16. September 2026

Pakistans Mannschaft hat die erste Runde der Schacholympiade in Samarkand am 16. September boykottiert. Gegner war Israel; an allen vier Brettern erhielten die Pakistaner eine kampflose Niederlage. Das berichtet Rook Review. Verbandspräsident Syed Zeeshan Ali Naqvi begründete den Schritt mit der Haltung der Regierung: Sein Verband könne nicht an einem Wettkampf teilnehmen, der dieser Position widerspreche. An internationalen Turnieren wolle Pakistan weiterhin teilnehmen. Die Olympiade läuft bis zum 27. September.

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Zwei Kantersiege zum Auftakt – und ein 15-Jähriger gewinnt sein erstes Länderspiel

Quelle: Schweizerischer Schachbund – „Auftakt zur Olympiade in Samarkand mit zwei Schweizer Kantersiegen", 16. September 2026, Markus Angst

Die beiden Schweizer Teams haben die erste Runde der Olympiade in Samarkand klar gewonnen. Die als Nummer 17 gesetzten Frauen bezwangen Thailand 4:0, die Männer setzten sich gegen Burundi mit 3½:½ durch. Das berichtet Schweizerischer Schachbund.

Bei den Frauen punkteten Mariia Manko, Sofiia Hryzlova, Ghazal Hakimifard und Camille De Seroux. Bei den Männern gewannen Li Min Peng, Fabian Bänziger und der 15-jährige Colin Federer, der sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte; Sebastian Bogner remisierte am ersten Brett.

Premiere an der Behinderten-Olympiade

Erstmals nimmt eine Schweizer Mannschaft an der Behinderten-Olympiade teil, die seit dem 11. September ebenfalls in Samarkand läuft. Vor der Schlussrunde am 17. September liegt das Team als Startnummer 14 auf Rang 23 unter 41 Mannschaften. «Wir bezahlen hier Lehrgeld», sagte Marc Tillmann, der die Premieren-Teilnahme maßgeblich ermöglicht hat. Bester Punktesammler ist Halit Rexhepi mit 3½ aus 5 – als Einziger im Team über der eigenen Elo-Erwartung.

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Fünf Stunden ohne Zimmer: Indiens Olympiade-Kapitän stellt die Organisatoren von Samarkand an den Pranger

Quelle: ChessEver – „India captain Srinath Narayanan criticises Olympiad accommodation as AICF intervenes", 17. September 2026

Srinath Narayanan hat die Unterbringung bei der 46. Schacholympiade in Samarkand öffentlich kritisiert. Der Kapitän des indischen Open-Teams schrieb, die Delegation habe nach der Landung fast fünf Stunden auf Hotelzimmer gewartet, ohne Auskunft über die Zuteilung. Das berichtet ChessEver. Vidit Gujrathi nannte seine ersten Eindrücke sehr schlecht.

Das gebuchte Hotel war laut Narayanan überbucht, die Reservierung hatte das örtliche Organisationskomitee nicht übermittelt. Verbandspräsident Nitin Narang schaltete Komitee und FIDE ein und nannte die Lage nicht akzeptabel. Die FIDE erklärte, für die Unterbringung sei das Organisationskomitee zuständig, entschuldigte sich bei den betroffenen Föderationen und kündigte Erstattungen an. Auch Spieler anderer Teams meldeten Probleme, am Vorabend der ersten Runde.

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Vier Bretter, kein Zug: Pakistan verweigert Israel die Partie

Quelle: World Chess – „Pakistan Boycotts Israel Match As Chess Olympiad Opens In Controversy / News / World Chess - Official FIDE Online Chess Gaming Platform", 16. September 2026

Pakistan hat die Auftaktpartie der Schacholympiade gegen Israel boykottiert und damit schon in der ersten Runde ein 0:4 hingenommen. Keiner der vier pakistanischen Spieler erschien am 16. September in Samarkand am Brett, die Turnierunterlagen führen alle vier Partien als nicht gespielt. Das berichtet World Chess.

Der Präsident des pakistanischen Schachverbands, Syed Zeeshan Naqvi, bestätigte, dass die Absage bewusst erfolgte. Pakistan erkennt Israel nicht an; der Verband könne sich nicht gegen die Haltung der Regierung stellen. „Wir haben die Partie boykottiert, um unsere Solidarität mit dem palästinensischen Volk auszudrücken", sagte Naqvi.

Team bleibt im Turnier

Ein Rückzug ist der Boykott nicht: Die Mannschaft bleibt für die elf Runden gemeldet und verlor lediglich den ersten Wettkampf kampflos. 2022 hatte Pakistan die Olympiade in Chennai am Vorabend des Starts wegen des Streits mit Indien um Kaschmir verlassen.

Die 46. Schacholympiade läuft vom 16. bis 27. September in Samarkand, im Open mit über 200 Mannschaften. Russische Teams fehlen, nachdem die FIDE den russischen Verband suspendiert hat.

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Die FIDE bat Montenegro, sich in Samarkand selbst Zimmer zu suchen

Quelle: Chess News Network – „The Drama Continues: Team Montenegro Denied Rooms", 16. September 2026

Die FIDE hat Montenegros Schachverband mitgeteilt, dass ein Teil seiner Olympiade-Delegation in Samarkand keine Zimmerreservierung hat, und den Verband gebeten, selbst für Unterkünfte zu sorgen. Die E-Mail vom 13. September kam von der Adresse accommodation@fide.com. Das berichtet Chess News Network. Damit war Indien kein Einzelfall: Kapitän Srinath Narayanan hatte am 15. September öffentlich gemacht, dass sein Team fünf Stunden ohne zugewiesene Zimmer im vorgesehenen Hotel wartete; die Veranstalter nannten Überbuchung als Grund.

Ignatius Leong, langjähriger Funktionär der FIDE, fragte öffentlich nach der Verantwortung: Da die Mail von einer FIDE-Adresse stamme, ende die Spur nicht beim örtlichen Organisationskomitee. Er belastete zudem jene, die Samarkands Anlagen vor der Vergabe an Usbekistan geprüft hätten.

Am Turnierplan ändert sich nichts. Der Zeitpunkt ist dennoch unangenehm: Die FIDE-Präsidentenwahl steht kurz bevor.

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258 Elopunkte Vorsprung – und Awonder Liang verliert trotzdem

Quelle: FIDE – „Olympiad Day 2: Big guns enter arena in Samarkand", 17. September 2026, Michael Rahal

Awonder Liang hat in der zweiten Runde der Schacholympiade in Samarkand am vierten Brett gegen Khuyagtsogt Itgelt verloren, 2693 Elo gegen 2435. Der Mongole bestrafte mit Weiß Liangs riskante Benoni-Aufstellung und zerlegte dessen Stellung vollständig. Die USA gewannen das Match dennoch 2,5:1,5, weil Fabiano Caruana bei seinem Debüt am Spitzenbrett gegen Sumiya Bilguun gewann. Das berichtet FIDE.

Fast alle Spitzenteams schickten auch am zweiten Tag ihre stärksten Aufstellungen ins Rennen. Titelverteidiger Indien kam gegen Indonesien nur mit 2,5:1,5 durch: Gukesh, Vidit und Praggnanandhaa remisierten, den Sieg holte Nihal Sarin. Der indonesische Teenager Satria Duta hielt den amtierenden Weltmeister remis.

Georgien stolpert über Montenegro

Im Frauenturnier kam die an zwei gesetzte Mannschaft Georgiens gegen Montenegro nicht über ein 2:2 hinaus. Alena Skvortsova schlug am zweiten Brett Bella Khotenashvili, Aleksandra Milovic setzte sich am dritten gegen Lela Javakhishvili durch.

Den spektakulärsten Schluss lieferte WM-Herausforderer Javokhir Sindarov beim 3,5:0,5 Usbekistans gegen Peru. Gegen Flores Quillas opferte er mit 31…Kf7 zum zweiten Mal in der Partie die Dame und führte die Kombination mit 32…Th3 zum Matt.

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