Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Schach und Rechtsextremismus

DSB stellt Strafanzeige – Rickmann warnt vor rechten Strukturen im Schach

Quelle: Deutscher Schachbund – „Wenn wir das Thema totschweigen, dann wird es nicht gelöst.“, Matthias Wolf


Der Auslöser war eindeutig: Ein Facebook-Nutzer postete unter einem DSB-Beitrag ein Hakenkreuz-Motiv mit „Heil Springer!!!“. Der Verband reagierte mit einer Strafanzeige nach § 86a StGB. Für Niklas Rickmann, Referent beim Vielfaltskongress, bestätigt der Vorfall nur, wie notwendig sein Workshop über Rechtsextremismus im Schach ist.

Werbung

Rickmann zeigt sich unbeeindruckt von den Reaktionen der rechten Szene. Er sagt: „Viele Kommentare haben mich nicht mehr erschüttert, ich bin sie leider längst gewöhnt.“ Dass selbst die bloße Ankündigung eines Workshops solche Reflexe auslöst, sieht er als Warnsignal. Der Mechanismus sei klar: „Allein bei dem Schlagwort kommen sie doch alle schon aus den Löchern.“

Er schildert ein eigenes Vereinsbeispiel. Ein ehemaliger NPD-Aktivist wollte mitspielen, erschien später mit verbotenen Runensymbolen auf der Weste. Rickmann setzte den Rauswurf durch – obwohl selbst das nicht alle Mitglieder unterstützten. Für ihn ein Zeichen, wie schnell Vereine in diese Konflikte geraten können.

Im Online-Schach sieht er Codes wie „88“ oder „WpWW“ regelmäßig. Die Entwicklung, sagt er, habe sich durch Flüchtlingskrise und Pandemie verschärft: „Positionen treten immer enthemmter im Netz und auch im Alltag auf.“ Das führe zu einem schärferen Wir-gegen-die-Denken, das auch das Schach nicht verschont.

Sein Ansatz: Prävention statt Rückzug. „Wenn wir das Thema totschweigen, dann wird es nicht gelöst.“ Der Workshop soll sensibilisieren und klare Grenzen definieren. Neutralität des Verbandes sei wichtig, aber sie bedeute nicht Passivität. Rickmann betont: Der Sport müsse sich aktiv zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen – und damit zur Vielfalt.

Werbung