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Schach in Indien

Die Junge Welt schaut auf die Schacholympiade zurück:

https://www.jungewelt.de/artikel/484579.schach-durch-die-schallmauer.html

Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet das indische Schachwunder nach Viswanathan Anand (für Abonnenten):

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Der Deutschlandfunk über den Schachboom in Indien:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/stark-im-spiel-der-schach-boom-in-indien-100.html

arte.tv mit einer Reportage über Schach in Indien:

https://www.arte.tv/de/videos/118081-000-A/indien-verrueckt-nach-schach/

 

Indiens Schachboom – und wie Wirtschaft, Politik und Verband ihn steuern

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung – „Schach in Indien: Dommaraju Gukesh sorgt für Boom“, Stefan Löffler (für Abonnenten)

Indiens Aufstieg im Schach ist kein rein sportliches Phänomen. Er wird politisch flankiert – gezielt, sichtbar, mit klaren Interessen. Premierminister Narendra Modi nutzt Schach als Projektionsfläche für nationale Stärke. Beim Weltpokal in Goa stand sein Name dort, wo eigentlich der Hauptsponsor steht. Das ist kein Zufall, sondern Teil eines Musters: Modi inszeniert sich als Ermöglicher großer Ereignisse. Schon 2022 hatte die Regierung die Schacholympiade finanziert, nachdem Moskau als Gastgeber ausschied. In Chennai konkurrierten damals die Plakate des Regierungschefs mit jenen von M. K. Stalin, dem regionalen Gegenspieler aus Tamil Nadu. Schach wird so zum Schaukasten innenpolitischer Rivalität – und gleichzeitig zur außenpolitischen Bühne.

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Schach-WM 2024: Chennai, Neu-Delhi oder Singapur?

Mehr zur heiklen Beziehung der Schachfreunde Modi und Stalin.

Der Verband rückt eng an die Regierung

Der All-Indische Schachverband hat sich der politischen Linie angenähert. Unter Präsident Nitin Narang übernimmt der Verband den Begriff „Bharat“, den die BJP als nationalistische Alternative zu „India“ propagiert. Das ist keine Nebensächlichkeit. Sprache signalisiert Loyalität. Und der Verband sendet diese Signale bewusst in Richtung Delhi. Narang brachte beim Weltpokal die Grüße des Premierministers persönlich vor – ein ungewöhnlicher Schritt für eine Sportorganisation, der aber zeigt, wie eng die Verbindung geworden ist.

Schach als Soft-Power-Instrument

Indien erkennt, dass Schach ein kostengünstiges Mittel internationaler Reputation ist. Die großen Turniere ziehen weltweite Zuschauer, und der sportliche Erfolg wirkt in einer Zeit, in der Soft Power zählt, wie ein Multiplikator. Sponsoren und politische Entscheidungsträger verfolgen das gleiche Ziel: Sichtbarkeit. Die Regierung stärkt Schach, weil das Land damit global Kompetenz, Modernität und Wettbewerbskraft ausstrahlt.

Politik beeinflusst Strukturen

Der Umbau des Verbands passt in dieses Bild. Ein technokratischer, wirtschaftsnaher Apparat ersetzt die früheren Funktionäre, deren interne Machtkämpfe das Wachstum bremsten. Heute arbeitet der Verband wie ein politisches Programm: Schulschach, Förderung der Mittelschicht, kostendämpfende Maßnahmen für Familien – alles darauf ausgerichtet, Indien langfristig als führende Schachnation zu etablieren. Das entspricht dem politischen Narrativ, Indien als globalen Zukunftsakteur zu positionieren.

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