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SC Zitadelle Spandau

Weihnachtsturniere als Zuflucht: Warum Schachspieler zwischen den Jahren nach Spandau kommen

Quelle: Deutscher Schachbund – Interview von Matthias Wolf mit Reinhard Giese, 21. Dezember 2025

Beim SC Zitadelle Spandau haben Weihnachtsturniere Tradition. Gespielt wird am 23. Dezember sowie an den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr – im Rathaus Spandau, direkt über dem Weihnachtsmarkt. Das Ambiente ist bewusst schlicht, ohne Glühwein und Dekoration, dafür mit familiärer Atmosphäre und internationalem Teilnehmerfeld: Spieler reisen aus Sri Lanka, den Philippinen, Frankreich, Polen, Österreich oder Dänemark an.

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Vereinsvorsitzender Reinhard Giese erklärt, warum diese Turniere so gefragt sind. Ein Grund ist banal: Viele haben zwischen den Feiertagen frei, andere wollen bewusst raus aus dem familiären Pflichtprogramm. Entscheidender ist jedoch ein stillerer Aspekt. Es kommen Menschen, die Weihnachten allein wären, fern von Familie oder ohne festen sozialen Halt. Für sie ist das Turnier mehr als Schach – es ist Gemeinschaft. Der Verein begegnet ihnen bewusst mit Offenheit und Herzlichkeit.

Organisatorisch entstand das Turnier aus pragmatischen Gründen: Der Bürgersaal im Rathaus ist nur in der sitzungsfreien Zeit verfügbar, andere Räume wären zu teuer. Das Turnier finanziert sich ausschließlich über Startgelder, Sponsoren gibt es nicht. Der wachsende Zuspruch führte dazu, das Open um Schnell- und Blitzturniere zu erweitern.

Giese betont, dass der Erfolg nicht am Preisfonds hängt, sondern an fairer Preisverteilung über viele Spielstärken hinweg und kurzen Wegen für Berliner und Brandenburger Spieler. Dass das Turnier regelmäßig ausgebucht ist, sieht er als Zeichen, dass es gerade rund um Weihnachten zu wenige vergleichbare Angebote gibt.

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