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Saint Louis Rapid und Blitz (5): Praggnanadhaa siegt souverän, Vincent Keymer mit schwachem Turnier, aber weiter auf Finalkurs

Vincent Keymer übersteht Zeitnot-Krimi gegen Caruana und bleibt am Auftakttag ungeschlagen

Quelle: Chess.com, AnthonyLevin, 03.08.2026

Vincent Keymer ist bei seinem Debüt beim Saint Louis Rapid & Blitz 2026 mit drei Remis aus drei Runden gestartet. Das berichtet Chess.com. Den Auftakt bildete ein dramatisches Unentschieden mit Schwarz gegen Fabiano Caruana: Nach einer Schottischen Eröffnung und frühem Damentausch entwickelte sich laut SchachNews ein ausgeglichenes Turmendspiel, in dem Caruanas b-Bauer bis zur siebten Reihe vorrückte, während Keymer nur noch Sekunden auf der Uhr hatte. Statt passiv zu verteidigen, aktivierte der 21-Jährige seine Türme und brachte im Gegenzug seinen eigenen d-Bauern bis kurz vor die Umwandlung, ehe er mit einer Serie von Schachgeboten die Zugwiederholung erzwang – nach 60 Zügen stand das Remis.

In Runde zwei traf Keymer auf Javokhir Sindarov, der die Partie später selbst als „tricky" beschrieb. Nach eigener Aussage stand Sindarov zwischenzeitlich auf Verlust, rettete sich aber in Zeitnot – auch diese Partie endete remis. Runde drei gegen Awonder Liang brachte ebenfalls ein Unentschieden.

Mit drei Punkten aus drei Remis liegt Keymer nach dem ersten Tag im gesicherten Mittelfeld des zehnköpfigen Feldes. Die Führung übernahm Praggnanandhaa Rameshbabu mit fünf Punkten vor Wesley So und Sindarov mit je vier Punkten. 

Praggnanandhaa führt nach zwei Tagen, Sindarov mit zwei Punkten Rückstand

Quelle: Chess.com, AnthonyLevin, 04.08.2026

Praggnanandhaa Rameshbabu führt nach sechs Runden das Saint Louis Rapid & Blitz 2026 weiterhin an. Das berichtet Chess.com. Mit neun von zwölf möglichen Punkten liegt er zwei Punkte vor seinem engsten Verfolger Javokhir Sindarov, während Vincent Keymer, Wesley So und Anish Giri einen weiteren Punkt dahinter folgen.

Ein Turnier der knappen Rettungen

Trotz kämpferischen Schachs endeten auffällig viele Partien remis – nur zwei von 15 Begegnungen wurden entschieden.

In Runde sechs verteidigte Sindarov erfolgreich eine schlechtere Stellung gegen Fabiano Caruana, der bislang eine Partie verlor, fünf remisierte und noch keine gewann. Caruana bezeichnete seine Leistung der ersten beiden Tage insgesamt als „nicht großartig" und äußerte, sein Ziel sei es, die Schnellschach-Phase bei 50 Prozent abzuschließen und auf den Blitz zu setzen. Die andere wichtige Partie der Runde bestritten Praggnanandhaa und So: Der Inder erspielte sich einen stabilen Vorteil mit isolierten gegnerischen Bauern, So rettete sich jedoch im Schwerfigurenendspiel – Praggnanandhaa versuchte 117 Züge lang vergeblich, den Mehrbauern zu verwerten, im bislang längsten Spiel des Turniers.

Die letzten drei Runden des Schnellschach-Teils finden am Dienstag statt, beginnend mit Praggnanandhaas Partie mit Schwarz gegen Giri.

Keymer kämpft sich aus dem Tief – und stolpert wieder

Quelle: Chess.com – „Praggnanandhaa Leads 3rd Day, Trailed by Sindarov, Wesley So", 5. August 2026, Anthony Levin

Vincent Keymer startet zäh in den Saint Louis Rapid & Blitz 2026, bleibt aber bis Runde acht ohne Niederlage. Das berichtet Chess.com. Sechsmal trennt er sich remis von seinen Gegnern, dann gelingt ihm in Runde sieben endlich der erste Sieg: Gegen Jorden van Foreest entscheidet er ein Endspiel, nachdem sein Gegner einen einzigen Zug verpatzt. Danach steht der Deutsche plötzlich nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter Praggnanandhaa Rameshbabu.

Ein Sieg, dann zwei Niederlagen

Lange hält der Höhenflug nicht an. Schon in Runde acht trifft Keymer auf Praggnanandhaa selbst – und liefert sich mit ihm einen Nervenkrimi. Mit einer Mehrqualität in Führung, kippt die Partie, als beide Seiten ihre verbundenen Freibauern vorantreiben. Keymer findet den kaum sichtbaren Rettungszug 59...Se1! und steht damit noch auf Gewinnkurs. Den entscheidenden Folgezug 60...Sd3!! übersieht er jedoch, lässt kurz darauf seinen Läufer im Schach hängen und verliert die Partie. Es bleibt seine einzige Niederlage bis zu diesem Punkt – zugleich sein zweiter Rückschlag in Folge, nach dem Auftaktsieg gegen Van Foreest.

Zum Abschluss der Rapid-Runden trägt Keymer drei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer mit sich in den Blitz-Teil, der am Mittwoch um 13:10 Uhr Ortszeit beginnt. Dort trifft er in der ersten Runde direkt auf Praggnanandhaa – eine Gelegenheit, die Bilanz der beiden noch am selben Tag zu korrigieren.

Keymer verpasst gegen Praggnanandhaa den späten Wendepunkt

Quelle: Chess.com – „Praggnanandhaa Leads After Surviving Losing Pawn Endgame Vs. Sindarov", 06.08.2026, Anthony Levin

Vincent Keymer trifft in Runde eins der letzten Blitz-Runden auf Praggnanandhaa Rameshbabu und verteidigt lange geschickt, während er auf dem Inkrement spielt. Das berichtet Chess.com. Erst als er einen Freibauern zulässt, bricht seine Verteidigung, und Praggnanandhaa gewinnt die Partie.

Zeitnot wird zum Muster

Fehler unter Zeitdruck begleiten Keymer den restlichen Tag über. Nachdem er bereits gegen Praggnanandhaa verliert, geht auch Runde sechs gegen Wesley So verloren: Nach dem Zug 47.Nc2?? findet Keymer nach Qa2 keine gute Möglichkeit mehr, seinen b3-Bauern zu verteidigen. Am Ende der neun Runden steht er bei 2,5 von 9 Punkten – gleichauf mit Leinier Dominguez und damit im hinteren Feld des Turniers.

Praggnanandhaa bleibt derweil nach vier Tagen ungeschlagen an der Spitze, mit anderthalb Punkten Vorsprung auf Javokhir Sindarov. Für die abschließenden neun Runden am Donnerstag treffen alle Spieler erneut aufeinander, diesmal mit vertauschten Farben.

Keymer trotz schwachem Turnier weiter Vierter der Tour-Wertung

Quelle: Chess.com – „Praggnanandhaa Wins 2026 Saint Louis Rapid & Blitz With Round To Spare", 07.08.2026, Anthony Levin

Vincent Keymer startet mit einem soliden Remis gegen den späteren Turniersieger Praggnanandhaa Rameshbabu in Runde zehn. Das berichtet Chess.com. Danach verliert er jedoch mehrfach: in Runde zwölf gegen Javokhir Sindarov, in Runde 13 gegen Levon Aronian und in Runde 15 gegen Wesley So – jeweils Partien, die seinen Kontrahenten zu Siegesserien verhelfen.

Am Ende landet Keymer auf dem neunten Platz, mit zwei GCT-Punkten und 8.000 Dollar Preisgeld – nur knapp vor Awonder Liang auf dem letzten Rang. Trotz dieses schwachen Abschneidens bleibt er in der Gesamtwertung der Grand Chess Tour auf Platz vier mit 21 Punkten, direkt vor Sindarov, und gilt damit laut Bericht als „the weakest link" innerhalb der Spitzengruppe, die sich für die Tour-Finals qualifizieren würde. Die vier Erstplatzierten nach dem kommenden Sinquefield Cup erreichen die Finals mit einer garantierten Mindestprämie von 50.000 Dollar.