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Russische Teams vor der Rückkehr?

FIDE erwägt Rückkehr russischer Nationalteams zu internationalen Turnieren
Quelle: Chess.com – „Dvorkovich Confirms Proposal To Reinstate Russian Teams In FIDE Tournaments“, TarjeiJS, 5. Oktober 2025

FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich hat bestätigt, dass im Dezember 2025 bei der Generalversammlung der Weltschachföderation über einen Vorschlag zur Wiederzulassung russischer Nationalteams beraten wird. Grundlage seien laut Dvorkovich die Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und anderer Sportverbände, die jüngst auch das russische Paralympische Komitee wieder aufgenommen haben. Ziel sei es, „Frieden und Einheit in der Schachfamilie zu wahren“.

Die Suspendierung russischer und belarussischer Teams gilt seit dem Angriff auf die Ukraine im Februar 2022; Einzelspieler dürfen seither nur unter neutraler FIDE-Flagge antreten. Bereits Anfang 2025 hatte FIDE Jugend- und Behindertenteams die Rückkehr erlaubt, und im November soll erstmals wieder ein russisches Team bei der Frauen-Weltmannschaft in Spanien spielen – ein Schritt, den die Ukrainische Schachföderation scharf kritisierte.

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Während Russland im Weltschach stark an Einfluss verloren hat – erstmals seit Jahrzehnten befindet sich kein russischer Spieler mehr in den Top 10 –, hält Dvorkovich an einer Öffnung fest. Kritiker wie Magnus Carlsen fordern dagegen, die Sanktionen beizubehalten. Die endgültige Entscheidung fällt auf der FIDE-Generalversammlung am 14. Dezember 2025.

Nordische Schachverbände fordern FIDE auf, Sanktionen gegen Russland und Belarus beizubehalten

Quelle: sjakk.no – Mitteilung des Nordisk Sjakk Forbund und des Norges Sjakkforbund, 13. Dezember 2025

Der Nordische Schachbund und der Norwegische Schachbund rufen die Delegierten der FIDE-Generalversammlung dazu auf, einen Vorstoß zur Aufweichung der Sanktionen gegen Russland und Belarus entschieden abzulehnen. Anlass ist Tagesordnungspunkt 3.1 der digitalen FIDE-Generalversammlung am Sonntag, 14. Dezember, in dem über Einschränkungen für die russischen und belarussischen Schachverbände beraten wird.

In einem gemeinsamen Schreiben an alle nationalen Verbände fordern die nordischen Organisationen, sich strikt an die Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu halten. Konkret wenden sie sich gegen den Antrag der russischen Föderation, wieder die vollständige Teilnahme nationaler Teams zu ermöglichen und nationale Symbole wie Flaggen und Hymnen zuzulassen.

Die nordischen Verbände verweisen darauf, dass das IOC nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 klare Beschränkungen für russischen und belarussischen Sport verhängt hat. Diese seien vom FIDE-Rat übernommen und auf der FIDE-Generalversammlung 2024 ausdrücklich bestätigt worden. Die damals beschlossene Ausnahme habe sich ausschließlich auf Gespräche mit dem IOC zu Jugend- und besonders schutzbedürftigen Gruppen bezogen.

Aus Sicht der nordischen Verbände gibt es seither keine veränderten Umstände, die eine Neubewertung oder Lockerung der Sanktionen rechtfertigen würden. Im Gegenteil: Eine Abschwächung der Maßnahmen würde die Übereinstimmung der FIDE mit der IOC-Politik gefährden und ihre internationale Stellung untergraben. Die IOC-Anerkennung sei für viele Mitgliedsverbände essenziell, insbesondere mit Blick auf staatliche Förderung und die Einbindung des Schachs in die olympische Sportfamilie.

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Besonders kritisch bewerten die nordischen Verbände jüngste Entscheidungen der FIDE, russische Spielerinnen bei Mannschaftswettbewerben wie der Frauen-Team-Weltmeisterschaft zuzulassen. Dies widerspreche klar den IOC-Richtlinien, die ausdrücklich nur für individuelle neutrale Athleten (AIN) gelten, nicht jedoch für Teams. Teams mit russischem oder belarussischem Bezug dürften demnach nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen.

Das Schreiben verweist zudem auf eine erneute Empfehlung des IOC-Exekutivkomitees vom 11. Dezember 2025. Darin wurde zwar eine mögliche Lockerung für Jugendathleten angesprochen, gleichzeitig aber unmissverständlich klargestellt, dass die bestehenden Teilnahmebedingungen für Erwachsene und Mannschaften unverändert gelten sollen.

Abschließend appellieren der Nordische Schachbund und der Norwegische Schachbund an die Delegierten, gegen den Antrag zur Aufhebung der Sanktionen zu stimmen. Dies sei notwendig, um die Integrität des Schachsports zu wahren und die Glaubwürdigkeit der FIDE innerhalb der internationalen Sportgemeinschaft nicht zu gefährden.

Die FIDE teilt mit:

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FIDE General Assembly decisions regarding Russia and Belarus

FIDE General Assembly mandates the return of all teams and fully restores the rights of youth players in line with IOC recommendations; FIDE Council to finalise protocols for adult teams following IOC consultation.

During the FIDE General Assembly held online on 14 December, national delegates voted on two separate resolutions regarding the status of Russian and Belarusian chess players. The first resolution was filed by the Russian Chess Federation, while the second resolution was proposed by the FIDE Council.

Both resolutions referenced recent decisions and recommendations by the International Olympic Committee regarding players from Russia and Belarus. The FIDE Council resolution also referenced the recent Olympic Summit decision, based on the IOC EB recommendation, noting that “youth athletes with a Russian or Belarusian passport should no longer be restricted in their access to international youth competitions, in both individual and team sports… In addition, the standard protocols of the IF or the International Sports Event Organiser regarding flags, anthems, uniforms and other elements should apply, provided that the national sports organisation concerned is in good standing. The above principles should apply to the Dakar 2026 Youth Olympic Games, and are recommended for adoption by all IFs and International Sports Event Organisers for their own youth events.” (see: Olympic Summit reaffirms athletes’ fundamental rights to access sport without political interference).

In a procedural outcome, reflecting the diversity of views within the chess community, the General Assembly voted to adopt both the resolution proposed by the Chess Federation of Russia (61 votes in favour, 51 against, 14 abstentions and 15 delegates not voting) and the resolution proposed by the FIDE Council (69 votes in favour, 40 against, 15 abstentions and 17 delegates not voting).

Following the results, delegates raised questions regarding the procedural interaction between the two adopted texts and their immediate application.

Addressing these points, FIDE President Arkady Dvorkovich acknowledged that both decisions garnered the necessary majority and are valid expressions of the Assembly’s will.

Consequently, the FIDE Council will proceed immediately with the points of consensus found in both resolutions, in accordance with IOC recommendations and the most recent guidance from the Olympic Summit on access to sport and political neutrality.

The resolutions differ on the technical protocols regarding the use of national symbols (flags and anthems) in adult team competitions.

  • The proposal from the Russian Chess Federation calls for the immediate restoration of national symbols.
  • The proposal from the FIDE Council mandates the use of national symbols in youth and junior events, but currently requires neutral symbols for adult events, subject to further IOC consultation.

To respect the legal validity of both votes, the FIDE Council considers the Council resolution to be in force immediately as the baseline for operations. This means that:

  1. Teams from Russia and Belarus are admitted to official FIDE tournaments.
  2. Full use of national symbols is allowed in youth and junior competitions, in line with IOC recommendations.
  3. Restrictions on holding official FIDE events in Belarus are lifted, in line with recent guidance from the Olympic Summit on access to sport and political neutrality.

Regarding the specific divergence on symbols in adult events, the Council will execute the mandate included in the Council resolution to consult with the International Olympic Committee (IOC).

The Council will make a final determination on the use of flags and anthems in adult team events following these consultations to ensure alignment with international sports standards and the IOC.

DSB-Präsidentin kritisiert die FIDE – Russland vor Rückkehr in Teamwettbewerbe

Quelle: Deutscher Schachbund – Verbandsnews, 15. Dezember 2025

Die Präsidentin des Deutschen Schachbundes, Ingrid Lauterbach, kritisiert die Entscheidung der FIDE, russische Teams wieder zuzulassen. Auf einer chaotisch verlaufenen Online-Generalversammlung des Weltverbandes stimmten 61 Verbände für den Antrag des russischen Schachverbands, 51 dagegen – überwiegend aus Europa. Künftig dürfen bei Jugendturnieren russische Flagge und Hymne wieder gezeigt werden. Ob das auch für Erwachsenenwettbewerbe gilt, soll noch mit dem IOC geklärt werden.

Lauterbach beschreibt die Versammlung als wirr und manipulativ. Eine geheime Abstimmung sei zugelassen worden, obwohl dies außerhalb von Wahlen nicht zulässig ist. Ein Antrag aus England, weiterhin strikt den IOC-Richtlinien zu folgen, kam gar nicht zur Abstimmung. Zudem seien Redner mehrfach nicht zugelassen worden. Besonders kritisch sieht Lauterbach eine vorab verbreitete „unabhängige“ juristische Stellungnahme, die sich später als russlandnah erwiesen habe.

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Scharfe Kritik richtet sie gegen Arkady Dvorkovich. Er habe Neutralität zugesagt, in der Versammlungsleitung aber einseitig die russische Position vertreten. Lauterbach spricht von einem klaren „Russlandrutsch“ innerhalb der FIDE, der die Integrität und das Ansehen des Schachs gefährde.

Mehrere Verbände – darunter Deutschland, Norwegen, England, Irland, die Niederlande und die USA – prüfen rechtliche Schritte vor dem CAS, auch wenn die Kosten hoch sind. Hintergrund ist die wachsende faktische Rückkehr Russlands: Russische Teams gewannen zuletzt mehrere internationale Titel unter FIDE-Flagge, Erfolge, die in russischen Medien national gefeiert wurden. Die Entscheidung ebnet nun vermutlich den Weg für eine russische Teilnahme an der Schach-Olympiade 2026 in Samarkand.

Die offizielle Pressemitteilung der Verbände aus der Ukraine, Norwegen, England, Estland, Deutschland.

6. Januar 2026. Die nationalen Schachverbände der Ukraine, Englands, Norwegens, Estlands und Deutschlands haben am Montag, dem 5. Januar, beim Schiedsgericht für Sport (CAS) eine Berufungsschrift eingereicht, in der sie die Beschlüsse der Generalversammlung der Fédération Internationale des Échecs (FIDE) vom 14. Dezember 2025 zur Teilnahme russischer und belarussischer Nationalmannschaften an internationalen Schachwettbewerben anfechten.

Die Berufung wurde gemeinsam vom ukrainischen Schachverband, dem englischen Schachverband, dem norwegischen Schachverband, dem estnischen Schachverband und dem deutschen Schachverband eingereicht, die als Mitberufungskläger an dem Verfahren beteiligt sind.

Die Berufungskläger machen geltend, dass die angefochtenen Beschlüsse nach schwerwiegenden Verfahrensunregelmäßigkeiten gefasst wurden, darunter Verstöße gegen die FIDE-Satzung und gegen grundlegende Prinzipien der transparenten und rechtmäßigen Entscheidungsfindung innerhalb der internationalen Sportverwaltung. Mit dieser Berufung beantragen die Berufungskläger eine unabhängige rechtliche Überprüfung des Verfahrens, mit dem die Beschlüsse der Generalversammlung gefasst wurden, durch das CAS.

In diesem Zusammenhang weisen die Berufungskläger auch darauf hin, dass die Beschlüsse der Generalversammlung vor dem Hintergrund langjähriger Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees gefasst wurden, die erstmals im März 2023 ausgesprochen und vom IOC-Exekutivkomitee und dem Olympischen Gipfel am 11. Dezember 2025 bekräftigt wurden. Diese Leitlinien legen Bedingungen hinsichtlich Neutralität und Nichtvertretung fest, darunter Beschränkungen für die Teilnahme russischer und belarussischer Nationalmannschaften und die Verwendung von Nationalflaggen, Hymnen und anderen staatlichen Symbolen, insbesondere auf Erwachsenenebene.

Die Berufungskläger begrüßen die Unterstützung durch andere Verbände und die breitere internationale Schachgemeinschaft. Andere FIDE-Mitgliedsverbände, die nicht als Mitkläger auftreten, werden aufgefordert, ihre Unterstützung durch schriftliche Erklärungen zum Ausdruck zu bringen, die im Rahmen des CAS-Verfahrens eingereicht und herangezogen werden können.

Diese Berufung spiegelt die gemeinsame Position der Berufungskläger im internationalen Sport wider: Aggression darf nicht durch nationale Vertretung legitimiert werden, und internationale Sportinstitutionen müssen die Grundsätze der Neutralität, Fairness, Transparenz und Rechtsstaatlichkeit wahren.

The ECU notes:

A debate or vote on the motion proposed by the English Chess Federation, a member of ECU, to follow IOC recommendations as exactly have been updated, was not permitted.

The other two motions voted on regarding Russia and Belarus were contradictory, and the meeting ended in total confusion, with delegates unsure which of the two motions would be implemented.

Neither motion secured support from even a third of FIDE member federations.

The decisions as published: https://www.fide.com/fide-general-assembly-decisions-regarding-russia-and-belarus/ contradict IOC policy and recommendations, as reiterated by the IOC just prior to the Congress and confirmed on the IOC website at:  https://www.olympics.com/ioc/news/olympic-summit-reaffirms-athletes-fundamental-rights-to-access-sport-without-political-interference

The action by five ECU members: UKR, NOW, EST, ENG, GER in CAS, and the ongoing case brought by UKR.

Decisions:

The ECU will follow IOC policy and readmit Belarusian youth athletes and teams under 18 years old to youth competitions. Belarusian senior players over 18 years old have the right to participate in individual competitions under the FIDE neutral flag.

Taking into account the multiple challenges facing the Ukrainian Chess Federation, including the violation of its sports territory jurisdiction, the ECU will contribute technically and financially to the Ukrainian Chess Federation as an act of solidarity, assisting in maintaining chess development in the country.”

Fünf Verbände klagen gegen die FIDE – der Schachstreit landet vor dem CAS

Quelle: Worldchess.com – „What Happens When Chess Goes to Court“, 9. Januar 2026

 

Worum es geht

Fünf nationale Schachverbände – Ukraine, England, Norwegen, Estland und Deutschland – haben gegen eine Entscheidung der FIDE vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) geklagt. Anlass ist der Beschluss, Russland und Belarus wieder mit nationalen Symbolen zu Mannschaftswettbewerben zuzulassen.

Was der CAS ist – und warum er zuständig ist

Der Court of Arbitration for Sport (CAS) mit Sitz in Lausanne fungiert als oberste Instanz für sportrechtliche Streitfälle. FIDE-Mitglieder erkennen ihn mit ihrem Beitritt als zuständiges Gericht an. Nationale Gerichte wären für diesen Fall nicht zuständig. CAS-Urteile sind faktisch endgültig; eine Anfechtung ist nur bei schweren Verfahrensfehlern möglich.

Wer klagen darf

Klagen können nur Parteien mit direkter Betroffenheit („standing“). Die fünf Verbände erfüllen diese Voraussetzung, da sie bei der FIDE-Generalversammlung gegen den Beschluss gestimmt haben und nun Verfahrensfehler geltend machen. Weitere Verbände können unterstützende Stellungnahmen abgeben, ohne selbst Kläger zu sein.

Kosten und Hürden

Ein CAS-Verfahren ist teuer:
– 1.000 CHF Anmeldegebühr
– 30.000 bis 100.000 CHF für das Schiedsgericht
– 100.000 bis 300.000 CHF Anwaltskosten pro Seite

Insgesamt dürften die Kläger mit rund 150.000 bis 200.000 Euro rechnen. Der Artikel betont: Hohe Kosten wirken oft abschreckend und schützen Verbände wie die FIDE vor juristischen Angriffen.

Die juristische Strategie der Kläger

Die Verbände greifen nicht die politische Entscheidung selbst an, sondern das Verfahren:
– widersprüchliche Anträge
– unzulässige Abstimmungsmodalitäten
– unzureichende Information der Delegierten

Zudem verweisen sie auf Empfehlungen des IOC, die weiterhin Einschränkungen für russische Nationalsymbole vorsehen. Die Argumentation zielt bewusst auf formale Rechtsfragen, da der CAS hier eher eingreift als bei politischen Bewertungen.

Risiken für die FIDE

Die FIDE äußert sich nicht, hat aber keinen automatischen Heimvorteil. Der CAS hat in der Vergangenheit auch gegen große Sportorganisationen entschieden. Entscheidend wird sein, ob das Gericht die Verfahrensmängel als erheblich einstuft oder der FIDE einen breiten Ermessensspielraum zugesteht.

Zeitplan und Folgen

Ein Urteil wird in sechs bis zwölf Monaten erwartet – möglicherweise entscheidend für die Olympiade 2026.
– Bei Erfolg der Kläger: Aufhebung oder Wiederholung der Abstimmung
– Bei Niederlage: Russland und Belarus treten regulär an, Boykotte bleiben möglich

Kernbefund

Der Beitrag beschreibt den Gang vor den CAS als Eskalationsstufe eines tiefen institutionellen Konflikts. Wer den Weltverband verklagt, riskiert dauerhaft beschädigte Beziehungen. Das Verfahren entscheidet nicht nur über Russland – sondern darüber, wie verbindlich Regeln und Verfahren im Weltschach tatsächlich sind.

FIDE will Russland-Entscheidung verteidigen – und steuert auf einen Machtkampf zu

Quelle: WorldChess.com – „FIDE Signals It Will Defend Russia Decision—But What's Really Behind This?“, 11. Januar 2026

Die FIDE stellt sich auf eine lange juristische Auseinandersetzung ein. Nachdem fünf nationale Verbände – Ukraine, England, Norwegen, Estland und Deutschland – die Lockerung der Russland- und Belarus-Sanktionen vor das Court of Arbitration for Sport gebracht haben, kündigt der Weltschachverband an, die Entscheidung der Generalversammlung zu verteidigen. FIDE erklärt, man sei von der eigenen Rechtsposition und der Ordnungsmäßigkeit der Abstimmung überzeugt.

Der Konflikt reicht über die Frage russischer Teamteilnahmen hinaus. WorldChess beschreibt einen offenen Machtkampf innerhalb der Organisation: Weitere Föderationen erwägen, sich der Klage anzuschließen, das Vertrauen in FIDEs Führung ist angeschlagen. Kritiker sehen eine starke russische Einflussnahme, auch wegen der Rolle von Präsident Arkady Dvorkovich, früherer russischer Vizepremier. FIDE weist politische Motive zurück, beharrt jedoch darauf, dass ohne Anerkennung der Beschlüsse internationale Turniere – etwa die Olympiade 2026 – gefährdet seien.

Im Kern geht es um Governance. Die klagenden Verbände wollen verhindern, dass weitreichende Entscheidungen gegen erheblichen Widerstand „durchgedrückt“ werden. Da eine Einigung intern nicht absehbar ist, dürfte erst ein CAS-Urteil Klarheit schaffen. Bis dahin bleibt der internationale Schachbetrieb blockiert – mit möglichen Folgen weit über das Spiel hinaus.

Dvorkovich weist Kritik zurück: FIDE sieht sich für CAS-Verfahren gewappnet

Quelle: MatchTV.ru – Interview mit Arkady Dvorkovich, 9. Januar 2026

FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich zeigt sich unbeeindruckt von der Berufung mehrerer nationaler Verbände gegen die Russland-Entscheidung des Weltschachbundes. In einem Interview mit Match TV erklärte Dvorkovich, die FIDE sei überzeugt, bei der umstrittenen Abstimmung der Generalversammlung am 14. Dezember alle Verfahrens- und Rechtsnormen eingehalten zu haben. Entsprechend sehe man der Klage vor dem Court of Arbitration for Sport gelassen entgegen.

Hintergrund ist die Entscheidung der FIDE, russischen Schachspielern die Rückkehr in internationale Wettbewerbe unter neutraler Flagge zu ermöglichen. Dagegen haben die Verbände aus der Ukraine, England, Estland, Deutschland und Norwegen beim CAS Berufung eingelegt und schwere Verstöße gegen die FIDE-Statuten geltend gemacht. Dvorkovich betont, das Recht auf eine solche Berufung stehe jedem Verband zu. Zugleich kündigt er an, dass die FIDE ihre Position vor dem CAS „mit allen verfügbaren Mitteln“ verteidigen werde und sich zudem mit dem Internationalen Olympischen Komitee über das weitere Vorgehen abstimmen wolle.

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