Peter Gerber
Zitat von Conrad Schormann am 21. Februar 2026, 12:57 UhrVom Schachbrett ins Cockpit – Wie Peter Gerber bei Lufthansa landete
Quelle: WirtschaftsWoche – „„Das Vorstellungsgespräch war nach zehn Minuten vorbei““, 21.02.2026, Jannik Deters
1992 sitzt Peter Gerber am Ende seines Jura-Referendariats in Gießen am Schachbrett. Er spielt für Gießen in der 2. Schach-Bundesliga, als ein Mannschaftskollege von der Lufthansa erzählt. „Bewirb dich doch auch“, sagt der Freund. Man könne für die Werksmannschaft spielen und zu Turnieren in aller Welt fliegen. So steht es jetzt in der WirtschaftsWoche.
via SK Gießen, Peter Gerber ganz linksGerber zögert. Er schwankt zwischen Anwaltsrobe und Journalismus. Am Ende schickt er seine Bewerbung an einen Luftfahrtkonzern.
Das erste Gespräch endet nach zehn Minuten. Gerber soll ein Jobticket verhandeln – eine Zusage an Gewerkschaften, die Kosten für den Nahverkehr zu übernehmen. Er weiß nicht einmal, was ein Jobticket ist. Sein Gegenüber regt sich auf. Gerber kontert direkt und nennt die Reaktion unangemessen. Das Gespräch bricht ab.
Eine Sekretärin stoppt den Abgang
Gerber will das Gebäude verlassen, da ruft ihn eine Sekretärin zurück. „Sie haben noch ein Gespräch.“ Er folgt ihr in einen anderen Raum. Dort sitzt der Chef der Konzerntarifpolitik. Gerber sagt offen, er verstehe nicht, warum er hier sei. Von Arbeitsrecht habe er keine Ahnung. Der Bereichsleiter lächelt und antwortet: „Ganz hervorragend, genau solche Leute brauchen wir.“
Kurz darauf beginnt Gerber bei der Lufthansa.
Probezeit unter Druck
Wenige Wochen später kündigt der Vorstand unter Jürgen Weber allen Mitarbeitern in der Probezeit. Weber startet eine Sanierung. Gerber bleibt – einer von zwei. Er setzt sich durch, hört zu und beobachtet. Die Kollegen arbeiten seit Jahrzehnten im Konzern, verhandeln Flughafengebühren und pflegen einen distanzierten Stil. Gerber spürt, dass sie Erfahrung mitbringen, und schenkt ihnen Gehör. Aus der Vorsicht wächst Routine.
Zu Schachturnieren fliegt er nur ein einziges Mal. Stattdessen steigt er im Unternehmen auf. 1997 übernimmt er als damals jüngster Hauptabteilungsleiter Verantwortung. Die meisten Mitarbeiter sind deutlich älter als er. Gerber balanciert Direktheit und Zurückhaltung – eine Haltung, die er aus frühen Konflikten mitnimmt.
Heute führt er Condor. Der Weg dorthin beginnt nicht im Hörsaal und nicht im Cockpit, sondern an einem Schachbrett in Gießen. Und hat jetzt zurück zu den Brettern geführt: Condor unsterstützt die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft.
Vom Schachbrett ins Cockpit – Wie Peter Gerber bei Lufthansa landete
Quelle: WirtschaftsWoche – „„Das Vorstellungsgespräch war nach zehn Minuten vorbei““, 21.02.2026, Jannik Deters
1992 sitzt Peter Gerber am Ende seines Jura-Referendariats in Gießen am Schachbrett. Er spielt für Gießen in der 2. Schach-Bundesliga, als ein Mannschaftskollege von der Lufthansa erzählt. „Bewirb dich doch auch“, sagt der Freund. Man könne für die Werksmannschaft spielen und zu Turnieren in aller Welt fliegen. So steht es jetzt in der WirtschaftsWoche.

via SK Gießen, Peter Gerber ganz links
Gerber zögert. Er schwankt zwischen Anwaltsrobe und Journalismus. Am Ende schickt er seine Bewerbung an einen Luftfahrtkonzern.
Das erste Gespräch endet nach zehn Minuten. Gerber soll ein Jobticket verhandeln – eine Zusage an Gewerkschaften, die Kosten für den Nahverkehr zu übernehmen. Er weiß nicht einmal, was ein Jobticket ist. Sein Gegenüber regt sich auf. Gerber kontert direkt und nennt die Reaktion unangemessen. Das Gespräch bricht ab.
Eine Sekretärin stoppt den Abgang
Gerber will das Gebäude verlassen, da ruft ihn eine Sekretärin zurück. „Sie haben noch ein Gespräch.“ Er folgt ihr in einen anderen Raum. Dort sitzt der Chef der Konzerntarifpolitik. Gerber sagt offen, er verstehe nicht, warum er hier sei. Von Arbeitsrecht habe er keine Ahnung. Der Bereichsleiter lächelt und antwortet: „Ganz hervorragend, genau solche Leute brauchen wir.“
Kurz darauf beginnt Gerber bei der Lufthansa.
Probezeit unter Druck
Wenige Wochen später kündigt der Vorstand unter Jürgen Weber allen Mitarbeitern in der Probezeit. Weber startet eine Sanierung. Gerber bleibt – einer von zwei. Er setzt sich durch, hört zu und beobachtet. Die Kollegen arbeiten seit Jahrzehnten im Konzern, verhandeln Flughafengebühren und pflegen einen distanzierten Stil. Gerber spürt, dass sie Erfahrung mitbringen, und schenkt ihnen Gehör. Aus der Vorsicht wächst Routine.
Zu Schachturnieren fliegt er nur ein einziges Mal. Stattdessen steigt er im Unternehmen auf. 1997 übernimmt er als damals jüngster Hauptabteilungsleiter Verantwortung. Die meisten Mitarbeiter sind deutlich älter als er. Gerber balanciert Direktheit und Zurückhaltung – eine Haltung, die er aus frühen Konflikten mitnimmt.
Heute führt er Condor. Der Weg dorthin beginnt nicht im Hörsaal und nicht im Cockpit, sondern an einem Schachbrett in Gießen. Und hat jetzt zurück zu den Brettern geführt: Condor unsterstützt die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft.