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Oleg Skvortsov (1969–2026)

Schachförderer Oleg Skvortsov gestorben

Quelle: FIDE – „Oleg Skvortsov (1969–2026)", veröffentlicht am 2026

Oleg Skvortsov, russischer Unternehmer, Schachförderer und Turnierorganisator, ist im Alter von 57 Jahren gestorben. Das berichtet FIDE. Skvortsov wurde 1969 in Moskau geboren, studierte Geschichte an der Moskauer Staatsuniversität und promovierte in diesem Fach, bevor er in die Wirtschaft wechselte und Mitgründer der IGC International Gemological Laboratories wurde.

Seinen bedeutendsten Beitrag zur Schachwelt leistete Skvortsov mit dem Zurich Chess Challenge, einer von ihm gegründeten und finanzierten Eliteturnierserie, die von 2012 bis 2017 stattfand. Das Turnier begann 2012 mit einem Match zwischen Levon Aronian und Vladimir Kramnik und wuchs bis 2014 zu einem Sechs-Spieler-Superturnier mit einer Durchschnittswertung von 2801 – zum damaligen Zeitpunkt das stärkste Schachturnier der Geschichte.

Bleibendes Erbe in Turnierwesen und Zeitkontrolle

Darüber hinaus engagierte sich Skvortsov in der Nachwuchsförderung. Er unterstützte unter anderem die ab 2014 jährlich ausgetragenen Nutcracker-Generationswettkämpfe, bei denen junge Talente auf erfahrene Großmeister trafen.

Breite Bekanntheit erlangte zudem die von ihm eingeführte Zeitkontrolle – 45 Minuten mit zehn Sekunden Inkrement –, die in Schachkreisen als Skvortsov-Zeitkontrolle bezeichnet wird und wegen ihres ausgewogenen Charakters zwischen Schnell- und klassischem Schach Anklang fand. Die FIDE sprach der Familie Skvortsovs ihr Beileid aus.

Automatisch KI-generierter Beitrag

Oleg Skvortsov: „Wir brauchen kämpferisches Schach, keine Computerpartien"

Quelle: Chess.com, Mike Klein, 19.02.2016

Der russische Mäzen Oleg Skvortsov verteidigt das von ihm mitentwickelte experimentelle Bedenkzeitformat der Zürich Chess Challenge 2016 und plädiert für eine grundlegende Verkürzung klassischer Bedenkzeiten im Schach. Das sagte Skvortsov im Gespräch mit Chess.com. Das Turnier war mit einer Bedenkzeit von 40 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug ausgetragen worden, initiiert gemeinsam mit Zürcher-Schachclub-Präsident Christen Issler. Hikaru Nakamura gewann das Turnier.


Die Analyse der Partie Gelfand–Skvortsov (1:0), mit der das Turnier in Zürich eröffnet wurde. Als Zuschauer sind (von links nach rechts) GM Viswanathan Anand, Mark Glukhovsky und GM Anatoly Karpov zu sehen. (Foto: David Llada für die Zurich Chess Challenge.)

Gemischte Reaktionen der Spieler

Nach ersten Rückmeldungen sei die Resonanz überwiegend positiv gewesen, so Skvortsov. Wladimir Kramnik habe den zweiten Turniertag als „bequemer" empfunden und gehe davon aus, dass die Zukunft des Schachs bei einer Bedenkzeit von etwa einer Stunde liege. Auch Viswanathan Anand habe sich eher positiv geäußert. Levon Aronian und Anish Giri hätten dagegen schwach abgeschnitten; Aronian habe wohl mit einem leichteren Turnierverlauf gerechnet.

Kritik an computergestützter Vorbereitung

Skvortsov sieht die zunehmende Stärke von Schach-Engines wie Stockfish, Rybka oder Komodo als Gefahr für die „Reinheit" des Schachs, da computergestützte Vorbereitung zu vielen kalkulierten Remisen führe. Als Gegenbeispiel nennt er die Partien historischer Meister wie Paul Morphy, Michail Tal oder Alexander Aljechin, die bei Computeranalyse zwar viele Fehler zeigten, aber dennoch als Meisterwerke gälten. Kürzere Bedenkzeiten sollen den Einfluss der Eröffnungsvorbereitung verringern und mehr „menschliches" Schach ermöglichen.

FIDE-Vorschlag und Kritiker

Skvortsov berichtet von einem Vorschlag an die FIDE, eine neue Mindestbedenkzeit für klassisches Schach von einer Stunde plus 30 Sekunden pro Zug einzuführen; der Weltverband habe das Thema für März angekündigt. Kritiker des Formats bezeichnet er als „Puristen", die selbst nichts zum Schachsport beitrügen, aber gerne kritisierten. Nach eigener Aussage kenne er unter den Top-100-Spielern mindestens zehn bis 15, die kürzere Bedenkzeiten befürworteten, dies aber öffentlich nicht äußerten.

Magnus Carlsen nicht eingeladen

Auf die Frage nach Magnus Carlsen erklärt Skvortsov, der Norweger sei für 2016 nicht eingeladen worden, nachdem er sich bei einer früheren Einladung monatelang nicht habe festlegen wollen. Auch der Grand Chess Tour wirft Skvortsov vor, Zusagen gegenüber dem Sponsor Rex Sinquefield gebrochen zu haben; einen direkten Kontakt zwischen ihm und Sinquefield habe es nie gegeben.

Kategorie-Rekord und Ausblick

Die Zürich Chess Challenge 2014 sei kurzzeitig das nach Durchschnitts-Elo stärkste Turnier der Geschichte gewesen, ehe der Sinquefield Cup desselben Jahres sie knapp überholte. Diesen Rekord zurückzuholen sei ihm nicht wichtig, so Skvortsov; entscheidend bleibe die Zukunft kürzerer Bedenkzeiten, über die die FIDE nun entscheiden müsse.