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Alexander Donchenko

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Alexander Donchenko über seinen World Cup: starkes Turnier, harte Nerven, völlige Erschöpfung
Quelle: Deutscher Schachbund – „Alexander Donchenko und der World Cup: Stolz? Enttäuschung? ‚Einfach nur Erschöpfung.‘“ (Interview von Matthias Wolf, 20.11.2025)

Alexander Donchenko schildert, wie kräftezehrend der World Cup für ihn war: ein starkes Turnier mit Siegen gegen Antón, Giri, Blübaum und Lê Quang Liêm – aber am Ende dominierte Müdigkeit alles. Der schwere Tiebreak im Achtelfinale nahm ihm die Spannung für das Viertelfinale gegen Nodirbek Yakubboev, in dem er beide Partien unter seinem Niveau spielte. Er sagt klar, dass es sich nicht so anfühlt, als sei er knapp am Kandidatenturnier vorbeigeschrammt.

Wichtige Einsicht des Interviews: Der deutsche Teamgeist war für ihn ein Faktor – gemeinsame Mahlzeiten, Austausch, sichtbare Geschlossenheit in Goa. Als letzter Deutscher spürte er dann die Einsamkeit, trotz der Unterstützung von Jan Gustafsson und Peter Leko. Er beschreibt monotone Routinen im Resort, wenig Highlights neben Spaziergängen, Training und seltenen Genussmomenten.

Trotz allem blickt Donchenko nach vorn: US Masters in Charlotte, dann Rapid- und Blitz-WM in Katar. Für 2026 setzt er auf neue Einladungsturniere, Arbeit an Elo und Spiel – und hofft auf die Nominierung für das Olympiateam.

Donchenko: „Ich spiele die Turniere, die ich spielen will“

Interview mit Alexander Donchenko, geführt von Jonathan Carlstedt und Michael Busse, „Schachtalk am Sonntag“, 29. März 2026

Alexander Donchenko richtet den Blick auf das, was er selbst beeinflussen kann. Turniere spielen, Leistung bringen, daraus etwas machen. „Ich spiele die Turniere, die ich gerne spielen will“, sagt er. Mehr verlangt er nicht vom Moment. Alles Weitere soll sich ergeben. Das sagte Alexander Donchenko im Gespräch mit Jonathan Carlstedt und Michael Busse.

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Sechs Jahre nach dem letzten Gespräch wirkt seine Lage gefestigt. Er hat viele Turniere gespielt, sich etabliert, aber keinen Druck aufgebaut. Der Gedanke an das Kandidatenturnier treibt ihn nicht um. Auch nach seinem starken World Cup sieht er sich nicht knapp davor. „Ich war nie innerhalb von einer Partie oder so von der Qualifikation entfernt“, sagt er. Chancen wird es wieder geben. Darauf setzt er.

Blübaum: solider Start, offenes Turnier

Den Auftakt von Matthias Blübaum im Kandidatenturnier bewertet Donchenko sachlich. Mit Weiß wenig erreicht, aber nichts riskiert. Ein Remis ohne Schaden. Für ihn ist das kein Nachteil. Entscheidend wird, wie sich das Turnier entwickelt.

Dabei sieht er einen klaren Faktor: die Zeitkontrolle ohne Zuschlag. Spieler geraten früher unter Druck. Fehler häufen sich. „Zeitnot ist nicht, wenn man 30 Sekunden hat pro Zug. Zeitnot ist, wenn man sie nicht hat.“ Gerade in der Anfangsphase erwartet er deshalb mehr entschiedene Partien als üblich.

Blübaums Rolle bleibt für ihn speziell. Nicht Favorit, sondern Außenseiter. Das kann helfen. Wenn Gegner auf Sieg spielen, entstehen Chancen. Wenn sie absichern, wird es schwer. Viel hängt davon ab, wie sie ihn einschätzen.

Caruana als Maßstab

In der Frage nach dem Turniersieg legt sich Donchenko fest. Fabiano Caruana ist für ihn der klare Favorit. Mit Abstand.

Wenn Caruana sein bestes Schach zeigt, gewinnt er das Turnier. Andere brauchen mehr als nur gute Partien. Sie brauchen Schwächen bei ihm. Der Sieg gegen Hikaru Nakamura bestätigt diese Sicht, auch wenn die Verwertung nicht sauber war. Entscheidend ist für Donchenko die Qualität vor der Zeitnot. Und die war hoch.

Stil und Realität auf Topniveau

Seinen eigenen Stil beschreibt Donchenko relativ. Im Vergleich zur deutschen Spitze spielt er risikoreich. Im Vergleich zu jungen Topspielern eher zurückhaltend. Grundsätzlich sucht er lange Partien, komplexe Stellungen, echte Chancen.

Gleichzeitig widerspricht er einfachen Bildern. Auch große Namen stehen nicht für einen festen Stil. Unterschiede gibt es, aber sie sind klein. Auf höchstem Niveau können fast alle alles spielen. Entscheidend ist nicht, was jemand bevorzugt, sondern wie oft er bestimmte Stellungen bekommt.

Eigene Arbeit statt fertiger Lösungen

Ein Punkt ist ihm besonders wichtig: Vorbereitung.

Wer sich auf fertige Inhalte verlässt, teilt sein Wissen mit vielen anderen. Wer selbst analysiert, verschafft sich einen Vorteil. „Ein Chessable-Kurs ist nur so gut, bis jemand anderes ihn auch hat“, sagt er. Der Aufwand ist größer. Der Ertrag kann es auch sein.

Für ambitionierte Spieler zieht er daraus eine klare Linie. Zeit ist begrenzt. Wer sie investiert, muss wissen, was wirklich hilft. Oft bringt solides Training mehr als tiefe Vorbereitung, die am Brett nie vorkommt.

Donchenko als einziger Spitzenvertreter bei der Schach-EM

Quelle: Deutscher Schachbund – „Macht Donchenko jetzt den Blübaum?", veröffentlicht am 7. April 2026

Großmeister Alexander Donchenko tritt als einziger Vertreter der deutschen Schach-Spitze bei der Europameisterschaft im polnischen Katowice an. Das berichtet Deutscher Schachbund. Titelverteidiger Matthias Blübaum, der als einziger Spieler zweimal Europameister wurde, nimmt am parallel laufenden Kandidatenturnier teil. Andere deutsche Großmeister wie Vincent Keymer gaben dem grenke Open in Karlsruhe den Vorzug, das Keymer gewann.

Donchenko, der in Karlsruhe noch kurzfristig als Kommentator einsprang, entschied sich bewusst gegen eine Doppelteilnahme. Da das grenke Open erst am Montag endete und keine geeigneten Flugverbindungen nach Polen verfügbar waren, wäre eine ausgeruhte Anreise zur ersten Runde am Dienstag nicht möglich gewesen. „Dafür ist mir die EM viel zu wichtig", wird Donchenko zitiert. Der Großmeister sieht das Turnier als wichtigste Qualifikationsmöglichkeit für den World Cup 2027. Wer unter die ersten 20 kommt, erhält einen sicheren Startplatz. Beim vergangenen World Cup in Goa zählt Donchenko zu den besten deutschen Teilnehmern und schied erst im Viertelfinale aus. In Katowice geht er als Nummer sieben der Setzliste an den Start.

DSB-Nachwuchs mit Ambitionen

Neben Donchenko nimmt auch eine Gruppe junger deutscher Spieler an der EM teil. Leonardo Costa ist unter den Top 50 gesetzt. Hussain Besou, der seinen Internationalen-Meister-Titel noch offiziell bestätigt bekommt, tritt trotz einer hinteren Setzlistenposition mit hohen Erwartungen an. „Ich denke, dass ich mich auf so einer Bühne sehr gut weiterentwickeln kann", wird er zitiert. Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler lobt Besous Entwicklung: „Er ist sehr ehrgeizig und durchlebt aktuell eine sehr gute Phase."

Automatisch KI-generierter Beitrag

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