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Maurice Ashley

 

Maurice Ashley: Energiegeladen am Brett und am Mikrofon

Quelle: „Schachbretträtsel“, Helmut Pfleger, ZEITmagazin Nr. 39/2025

Maurice Ashley, 59, war 1999 der erste afroamerikanische Schachgroßmeister und wurde 2016 in die Hall of Fame des US-Schachs aufgenommen. Schon in den 1970er-Jahren kam er mit seinen Geschwistern aus Jamaika in die USA – Schwester Alicia wurde Boxweltmeisterin, Bruder Devon Kickbox-Weltmeister.

Ashley selbst machte sich vor allem als Kommentator internationaler Schachturniere einen Namen. Seine ungeschminkte, oft respektlose Art macht ihn bei Fans populär und brachte Spitzenschach in viele Wohnzimmer. Er kommentierte den WM-Kampf Kasparow–Anand 1995, ebenso die legendären Matches Kasparow gegen Deep Blue und unzählige weitere Turniere bis heute.

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Über Ashley berichteten große Medien wie New York Times, Time Magazine oder Sports Illustrated. Heute tritt er auch als Keynote Speaker und Zeremonienmeister bei Großereignissen auf. Nebenbei komponiert er Schachstudien – eine seiner Aufgaben endet mit dem Befund „Weiß gewinnt“.

Maurice Ashley bei Oprah Winfrey: Schach als Lebensschule

Quelle: Chess.com – TarjeiJS, „Maurice Ashley With Oprah Winfrey: ‘A Surreal, Fairy-Tale Moment’“, aktualisiert am 12. Januar 2026

Maurice Ashley hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt: Der erste schwarze Großmeister der Schachgeschichte war zu Gast bei Oprah Winfrey im „The Oprah Podcast“. Ashley sprach dort über Schach, Wirkung und verborgenes Potenzial – und bezeichnete den Moment selbst als „surreal“ und „märchenhaft“.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand Ashleys Weg vom historischen Titelgewinn 1999 zu seiner heutigen Rolle als Kommentator, Autor und Mentor. Anlass war das neue Buch von Adam Grant, dessen Prolog Ashleys Arbeit mit den „Raging Rooks“ aus Harlem würdigt – einer Gruppe von Kindern, die unter seiner Anleitung nationale Titel gewann. Grant nannte Ashley dabei den entscheidenden Faktor ihres Erfolgs.

Ashley erklärte Oprah Winfrey, warum ihn Schach seit Jahrzehnten fasziniert: Das Spiel sei „magisch“, voller Symbole und nie ganz zu lösen. Entscheidend sei weniger das Gewinnen als das Lernen. „Dein Gegner ist dein größter Lehrer“, sagte Ashley – Niederlagen seien Lektionen in Echtzeit.

Prominent erwähnt wurde sein Buch Move By Move: Life Lessons On and Off the Chessboard, das 2024 erschien und es auf die Amazon-Bestsellerliste schaffte. Besonders bewegend für Ashley: Winfrey hielt das Buch im Podcast in die Kamera – ein Moment, den er als Abschluss einer 26 Jahre alten, offenen Geschichte beschrieb.

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Mit 59 Jahren richtet Ashley den Blick stärker auf Wirkung und Vermächtnis. Über die 2024 gegründete Maurice Ashley Chess Fellowship will er junge Talente aus benachteiligten Communities fördern. Die Botschaft seines Auftritts bei Oprah war klar: Schach ist für ihn mehr als ein Spiel – es ist ein Werkzeug für Wachstum, Disziplin und Selbstvertrauen.

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