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Matthias Blübaum

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Blübaum sieht Sindarov als WM-Favoriten

Quelle: ChessBase – „Matthias Blübaum im Interview über die Bundesliga und die Weltspitze", veröffentlicht am 24. April 2026

Der deutsche Schachgroßmeister Matthias Blübaum hat sich in einem Interview zur Lage seines Bundesliga-Vereins, zur deutschen Nachwuchsförderung und zur bevorstehenden Schachweltmeisterschaft geäußert. Das berichtet ChessBase. Blübaum spielt in der laufenden Saison für die Schachfreunde Deizisau, die nach einem schwachen Saisonverlauf derzeit auf Platz 11 der Bundesliga stehen – deutlich schlechter als die üblichen Platzierungen zwischen Rang 3 und 5.

Blübaum erklärte, der Verein setze traditionell auf einen starken Kern deutscher Spieler, dieser sei jedoch in der aktuellen Saison nicht mehr so ausgeprägt wie in früheren Jahren. In bisher zehn Bundesliga-Partien erzielte er acht Remis und einen Sieg. Zur deutschen Nachwuchsförderung äußerte er sich grundsätzlich positiv, betonte jedoch, dass allgemeine Empfehlungen schwierig seien, da jeder Spieler individuelle Förderung benötige.

Einschätzung zur Weltmeisterschaft

Im Hinblick auf den bevorstehenden WM-Kampf zwischen Titelverteidiger Gukesh Dommaraju und Herausforderer Sindarov äußerte sich Blübaum zurückhaltend, aber klar: Gukesh kämpfe derzeit mit seiner Form, sei aber zweifellos in der Lage, sich bis zum Match zu steigern. Sindarov habe das Kandidatenturnier mit 10 aus 14 Punkten und großem Vorsprung absolut verdient gewonnen. Aufgrund der aktuellen Elo-Zahlen und des jüngsten Leistungsverlaufs würde Blübaum Sindarov eine Gewinnwahrscheinlichkeit von etwa 55 Prozent einräumen.

Beim Kandidatenturnier selbst hatte Blübaum nach eigenen Angaben bewusst auf solides Spiel gesetzt. 12 seiner 14 Partien endeten remis. In der Schlussrunde gegen Anish Giri suchte er bewusst das Risiko, um noch Platz 3 zu erreichen – die Partie endete jedoch mit einer Niederlage infolge eines Fehlers.

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Blübaum vom Rückzug seines Schachklubs überrascht

Quelle: sport.de – „Schach-Großmeister von Bundesliga-Rückzug kalt erwischt: 'Natürlich schade'", veröffentlicht am 11. Mai 2026

Schach-Großmeister Matthias Blübaum wurde vom Rückzug seines Bundesliga-Vereins Schachfreunde Deizisau vollständig überrascht. Das berichtet sport.de. „Tatsächlich wusste ich bis zum 01. Mai selbst nichts von dem Rückzug meines Vereins", sagte der 29-Jährige in einem Interview mit dem Schachverband Württemberg e. V.

Blübaum war 2017 zu den Schachfreunden Deizisau gewechselt und damit seit neun Jahren für den Klub aktiv. Der Verein beendete die aktuelle Saison auf dem fünften Platz. Ebenfalls aus der Bundesliga zurückgezogen hat sich der Tabellendritte, die Schachfreunde Wolfhagen. Blübaum erklärte, er finde den Rückzug „natürlich schade", wolle aber in der kommenden Saison weiterhin in der Bundesliga spielen. Über seinen künftigen Verein wolle er noch nichts verraten, „bevor es nicht offiziell ist".

Sechster Platz beim Kandidatenturnier

Zuletzt hatte Blübaum als einziger deutscher Teilnehmer am Kandidatenturnier auf Zypern teilgenommen, das als Qualifikation zur Schachweltmeisterschaft diente. Er schloss das Turnier auf dem sechsten von acht Plätzen ab. Von seinen 14 Partien verlor er zwei und spielte zwölf Remis. „Natürlich hätte ich mir auch sehr gewünscht, ein paar Partien zu gewinnen, aber im Großen und Ganzen war es okay", so Blübaum.

Neuer WM-Herausforderer wurde der Usbeke Javohir Sindarov, der sich überlegen vor Anish Giri und Fabiano Caruana durchsetzte. Er wird Weltmeister Dommaraju Gukesh herausfordern.

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Matthias Blübaum sieht sein Kandidatenturnier als Schritt zur nächsten Standortbestimmung

Interviewpartner: Matthias Blübaum; Interviewer: Paul Drösser und Jovis Wagner; Format/Medium: Podcast „Turnierruhe“, 13. Mai 2026

Matthias Blübaum sieht sein Kandidatenturnier nicht als Endpunkt, sondern als Maßstab für die nächsten Schritte. Das sagte Matthias Blübaum im Gespräch mit Paul Drösser und Jovis Wagner. Er habe mit seinem bisherigen Stil gesehen, „zu was ich in der Lage bin“, aber auch, was ihm auf diesem Niveau noch fehle. In den nächsten Monaten wolle er prüfen, ob er seinen Spielstil verändert oder bei seinen Stärken bleibt.

Vorbereitung mit vertrauten Sekundanten

Blübaum setzte bei der Vorbereitung auf Personen, die er gut kennt. Rasmus Svane war vor Ort, Frederik Svane und Dmitrij Kollars arbeiteten aus der Ferne mit. Jan Gustafsson gab zu Beginn Ratschläge, weil Blübaum und seine Sekundanten keine Erfahrung mit Turnieren auf diesem Niveau hatten. Rückblickend würde Blübaum die Wahl seiner Sekundanten wieder so treffen. Sie seien motiviert gewesen und hätten viel gearbeitet.

Den Druck vor dem Turnier spürte Blübaum vor allem in den Monaten davor. Viele Anfragen kamen von Medien, die sonst nicht über Schach berichten. Der Hashtag „Great Bluebaum Sweep“ habe ihn dagegen nicht belastet. Für ihn sei das ein Meme gewesen, kein zusätzlicher Druck. Als das Turnier begann, habe sich vieles wieder nach normalem Schach angefühlt: vorbereiten, spielen, analysieren, ausruhen.

Solider Start, wenig Risiko der Gegner

Blübaum wollte zunächst solide ins Turnier kommen. Viele Remis hätten aber nicht nur mit seiner eigenen Strategie zu tun gehabt. Aus seiner Sicht gingen die Gegner mit Schwarz gegen ihn kaum Risiko ein. Gerade bei einem Turnier, in dem alle viel Zeit zur Vorbereitung haben, traf ihn das an einer Schwäche: Sein Repertoire sei eher schmal, aber tief. Das helfe oft, könne bei einem Kandidatenturnier aber ausrechenbar machen.

Nach fünf Runden sah Blübaum den Turniersieg für sich kaum noch als realistisch an. Er hatte gegen Fabiano Caruana verloren, während Javokhir Sindarov weit vorne lag. Sein Plan habe auf ein enges Turnier gehofft, in dem mehrere Spieler bis zum Schluss um Platz eins kämpfen. Diese Lage entstand nicht.

Warum er gegen Giri Risiko nahm

In der letzten Runde gegen Anish Giri spielte Blübaum auf Sieg, obwohl Platz eins nicht mehr möglich war. Der Grund lag für ihn in der Tabelle. Mit einem Sieg hätte er Chancen auf Platz drei gehabt, mehr Preisgeld gewonnen und sich für die Total World Champions Tour im nächsten Jahr qualifizieren können. Die Niederlage habe wehgetan, doch er hält die Entscheidung weiter für richtig.

Seine Ruhetage nutzte Blübaum konsequent zur Erholung. An normalen Spieltagen begann die Vorbereitung oft schon am Vorabend. Nach dem Aufstehen ging sie weiter, dann folgten Mittagessen, Partie, Abendessen und die Vorbesprechung für die nächste Runde. An freien Tagen habe er fast nichts für Schach gemacht, sondern Serien geschaut und ausgeruht.

2700 bleiben das nächste Ziel

Blübaum nennt die offizielle Elo-Marke von 2700 als nächstes großes Ziel. Im Live-Rating überschritt er sie bereits, offiziell stand sie noch nicht in der Monatsliste. Er will sich dort nicht nur kurz zeigen, sondern möglichst stabilisieren.

Eine erneute Qualifikation für ein Kandidatenturnier nennt er keinen festen Plan. Er wolle in den Turnieren des WM-Zyklus gut spielen und sehen, was daraus entsteht. Beim letzten Qualifikationsturnier sei er ebenfalls nicht mit dem Ziel gestartet, sich sicher zu qualifizieren.

Schach, Studium und Alltag

Blübaum studierte Mathematik, aber nicht mit einem klaren Berufsziel. Das Studium diente ihm zur Absicherung und machte ihm Spaß. Nach dem Studium wollte er noch einige Jahre auf Schach setzen. Ein normaler Beruf hätte für ihn bedeutet, auf Topniveau nicht mehr mithalten zu können.

Neben Schach entspannt Blübaum vor allem mit Serien. Als Empfehlung nannte er „Severance“. Bei kurzen Entweder-oder-Fragen entschied er sich unter anderem für Over-the-board statt digital, Kasparow statt Karpow, Twitch statt YouTube und Gaming statt Sport.

Matthias Blübaum: „Schach präziser, aber nicht gelöst" – Wie KI die Vorbereitung verändert hat

Quelle: TNG Technology Consulting, Big Techday 26, 08.06.2026

Wichtig sei heute weniger die reine Stärke der Engine als die Fähigkeit, ihre Analysen menschlich einzuordnen: Engines würden nicht bewerten, wie komplex eine Stellung für einen menschlichen Gegner tatsächlich sei. Das sagte Matthias Blübaum bei einem Vortrag von TNG Technology Consulting. Deshalb setzten manche Topspieler mittlerweile bewusst schwächere Engines ein, um ein besseres Gefühl für die praktische Schwierigkeit einer Stellung zu bekommen, und ergänzten die Computeranalyse durch Trainingspartien gegen Menschen. Der zweifache Europameister und diesjährige Kandidatenturnier-Teilnehmer sprach über die Auswirkungen moderner Schach-Engines auf das menschliche Spiel.

Menschliches Spiel wird präziser

Anhand der Metrik "Average Centipawn Loss" lasse sich nachweisen, dass Topspieler heute deutlich präziser spielten als frühe Weltmeister – von Werten um 30 bis 40 auf teils unter 10 bei heutigen Topspielern. Junge Spieler würden durch den leichteren Zugang zu Informationen zudem schneller stark; der amtierende Weltmeister Gukesh sei der jüngste Weltmeister der Schachgeschichte gewesen, sein aktueller Herausforderer nur ein Jahr jünger. Auch die Remisquote sei gestiegen, da Spieler präziser verteidigten. Eine eigene Untersuchung der Kandidatenturniere seit 2013 habe allerdings keinen eindeutigen Trend bei Präzision oder Entscheidungsquote seit 2017 gezeigt – Veränderungen zeigten sich stattdessen vor allem in der Eröffnungswahl, die insgesamt breiter geworden sei.

Von Brute-Force zu neuronalen Netzen

Seit dem Sieg von Deep Blue gegen Garri Kasparow 1997 gelten Computer im Schach als stärker als Menschen. Klassische Engines arbeiteten mit einer manuell entwickelten Bewertungsfunktion und einer sogenannten Alpha-Beta-Suche, die den besten Zug rekursiv bestimmt. Die 2017 vorgestellte KI-Engine AlphaZero brach damit: Sie kannte lediglich die Spielregeln und wurde durch bestärkendes Lernen gegen sich selbst stärker, unter Einsatz der sogenannten Monte-Carlo-Baumsuche auf Grafikprozessoren. Im direkten Vergleich Ende 2017 schlug AlphaZero die damals stärkste Engine Stockfish in einem 1000-Partien-Match mit 155 zu sechs Siegen deutlich – ein Ergebnis, das in der Schachwelt für Aufsehen sorgte. 2020 integrierten die Stockfish-Entwickler mit NNUE ("Efficiently Updatable Neural Networks") neuronale Netze in ihre CPU-basierte Engine und erzielten dadurch einen deutlichen Stärkesprung. Stockfish gilt seither wieder als stärkste Engine, während der AlphaZero-Nachfolger Leela Chess Zero von vielen Topspielern parallel genutzt wird, da er teils andere Ansätze biete.

Ausblick

Schach werde absehbar nicht vollständig gelöst – die Komplexität des Spiels sei dafür zu hoch, wie ein von Blübaum zitierter unterer Schätzwert der Spielbaumkomplexität von 10 hoch 120 zeige. Menschliches Spiel sei zwar präziser geworden, bleibe aber wegen menschlicher Fehleranfälligkeit und begrenztem Erinnerungsvermögen weiterhin spannend.

Matthias Blübaum nach Biel: „Am meisten hadere ich mit der ersten Runde"

Quelle: Gespräch mit Arne Kähler nach dem Biel Chess Festival 2026

Dortmund-Titelverteidigung im August, mögliche Olympiamedaille im September – Matthias Blübaum blickt im Gespräch mit Arne Kähler trotz eines durchwachsenen Turnierverlaufs in Biel optimistisch nach vorn.

Ausblick auf Dortmund und Olympiade

Nach zuletzt vielen Partien gegen die absolute Weltspitze will Blübaum im August wieder mehr Open-Turniere spielen: Er verteidigt seinen Titel beim Dortmund Open und tritt anschließend bei einem stark besetzten Open in Ungarn an, bei dem er hinter Spielern wie Parham Maghsoodloo nicht gesetzt ist. Im September folgt die Schacholympiade in Samarkand, für die Ende August ein Trainingslager sowie eine frühere Anreise zur Akklimatisierung geplant sind. Deutschland sieht er hinter Indien, den USA, Usbekistan und China zwar nicht als Topfavorit, hält bei guter Form aller Spieler aber eine Medaille für möglich. Ab Oktober stehen zudem Bundesliga und europäischer Vereinspokal an.

Wie eine Wette zum Streaming-Kanal führte

Zum Streaming kam Blübaum über eine Wette Anfang 2025, inspiriert von seinem Nationalmannschaftskollegen Rasmus Svane, den er als Vorreiter des Formats sieht: Er versprach, mit dem Streamen zu beginnen, sollte er den nächsten Title Tuesday gewinnen – das wöchentliche Online-Turnier auf Chess.com. Der Sieg gelang ihm tatsächlich, woraufhin er sein Versprechen einlöste und seinen Kanal startete. Obwohl er sich selbst als introvertiert beschreibt, macht ihm die Interaktion mit dem Chat überraschend viel Spaß – er empfindet das Streaming eher wie unterhaltsame Selbstgespräche als öffentliche Performance.

Rückblick auf Biel

Das Format aus Chess960, Rapid, Blitz und klassischem Schach lobte Blübaum als „sehr cool". Trotz starkem Start im Chess960 reichte es am Ende nicht fürs Finale. Am meisten hadert er mit der ersten klassischen Partie gegen Yağız Kaan Erdoğmuş: Trotz sehr guter Gewinnstellung und Zeitnot des Gegners fand er nicht die besten Fortsetzungen und musste sich mit Remis begnügen – ein Ergebnis, das seiner Meinung nach den gesamten Turnierverlauf beeinflusst habe. Auch eine Niederlage gegen Le Quang Liem frustrierte ihn, da sich die vermeintlich angenehme Stellung in der Nachanalyse als objektiv remis erwies.

Blübaum: „Keine Angst, gegen die Weltspitze zu spielen"

Quelle: Deutscher Schachbund – „Matthias Blübaum: Rückkehr an den Ort, an dem alles begann", 8. September 2026, Paul Hüttemann

Nicht die beiden Europameistertitel sind für Matthias Blübaum der sportlich größte Erfolg, sondern die Qualifikation für das Kandidatenturnier. Prägend war dabei eine einzelne Partie: das Remis aus verlorener Stellung gegen Vincent Keymer in Runde 10 des Grand Swiss in Samarkand, das ihm Platz zwei und das Ticket sicherte. Das schreibt Paul Hüttemann. Diese Qualifikation habe seine Erwartungen an sich selbst deutlich stärker erhöht als die zwei Titel.

Der schwierigste Moment ist jetzt

Nach dem Kandidatenturnier, bei dem ihn drei Nationalmannschaftskollegen sekundierten, fällt seine Bilanz für 2026 zwiespältig aus. Der Start in Wijk aan Zee lief gut, doch nach zwei Turnieren im August in Dortmund und Ungarn beschreibt er seine Form als nicht wirklich gut. Den schwierigsten Moment des Jahres sieht er genau darin: Sich nach schwachen Turnieren wieder aufzuraffen, sei nie leicht. Ein Kaderlehrgang in Bad Blankenburg soll helfen.

Zurück nach Samarkand

Zur Olympiade reist er an denselben Ort, an dem er 2025 das Grand Swiss gespielt hat, und hofft, aus den guten Erinnerungen Motivation zu ziehen. Von Geheimfavoriten will er nichts wissen: Wer Schach verfolge, kenne die Favoriten alle. Wichtiger als persönliche Ziele seien ihm die Teamziele, das deutsche Team solle um Medaillen mitkämpfen. Aus dem Jahr gegen die Weltspitze nimmt er vor allem eines mit: Angst hat er dort nicht mehr.

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Blübaum: „Ich hatte nie das Gefühl, zum Schachprofi erzogen zu werden"

Quelle: Neurotalk mit Alice – „Jenseits des Schachbretts: Matthias Blübaum über den Menschen hinter dem Großmeister - YouTube", 26. August 2026, Alice

Ohne den Ehrgeiz seiner Eltern, aber mit ihrer Unterstützung sei er dorthin gekommen, wo er heute steht. Das sagte Matthias Blübaum im Gespräch mit Alice Moustier. Vater und Schwestern spielten Schach, der Vater begleitete ihn als Kind zu Turnieren bis nach Brasilien. Erwartungen habe es nie gegeben: „Ich hatte nie das Gefühl, zum Schachprofi erzogen zu werden." Modelle, bei denen Eltern Druck aufbauen, sieht er skeptisch. Wichtig war ihm zudem die deutsche Talentgruppe, die Prinzengruppe, in der er unter anderem Rasmus Svane kennenlernte – der ihn in Zypern als Sekundant begleitete.

Niederlagen bleiben im Kopf

Profi wurde er erst nach dem Masterabschluss in Mathematik, das Studium betrieb er aus Interesse, nicht mit Berufsziel. Sich selbst nennt er ausgesprochen stur: Er hasse es zu verlieren und verteidige auch aussichtslose Stellungen. Nach Niederlagen schlage er, allein im Zimmer, gegen Tisch oder Wand; Klarheit verschaffe ihm anschließend die Analyse der Partie mit der Engine.

Wofür das Geld gebraucht wird

Die Qualifikation zum Kandidatenturnier hatte er nicht erwartet; erst eine Textnachricht im Hotelzimmer brachte Gewissheit. Die eingesammelten 90.000 Euro flossen vor allem in Honorare für seine Sekundanten, außerdem in Trainingslager und starke Hardware. Dass Länder wie Indien oder Usbekistan mehr fördern, hält er für logisch – dort lasse sich mit Schach Ansehen gewinnen.

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