Matthias Blübaum
Zitat von Conrad Schormann am 26. März 2025, 8:43 UhrMatthias Blübaum: Vom Jugendtalent zum Europameister – und nun kurz vor dem nächsten Titel
[52†embed_image] Matthias Blübaum beim deutschen Schachgipfel 2020 in Magdeburg, wo er das German Masters gewann. Der junge Großmeister zählt mittlerweile zur absoluten Spitze des deutschen Schachs und steht 2025 vor einem historischen Erfolg. (Foto: Arne Jachmann/Deutscher Schachbund)
Früh übt sich – Schach als Familiensache
Matthias Blübaum wächst 1997 im ostwestfälischen Lemgo in einer echten Schachfamilie auf. Sein Vater Karl-Ernst Blübaum ist selbst ein starker Vereinsspieler und mehrmaliger Ostwestfalen-Meister
. Auch Matthias’ ältere Schwestern Bettina und Johanna messen sich erfolgreich auf dem Schachbrett – Bettina spielt sogar in der Frauen-Bundesliga für den Hamburger SK
. In diesem Umfeld lernt der kleine Matthias mit sechs Jahren das königliche Spiel
. Was als Hobby in der Familie beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Leidenschaft, denn der Junge zeigt außergewöhnliches Talent.
Bereits im Grundschulalter macht Blübaum bundesweit auf sich aufmerksam. Mit zwölf Jahren wird er in ein Förderprogramm des Deutschen Schachbunds aufgenommen, die „Prinzengruppe“
. Zusammen mit Gleichaltrigen wie Rasmus Svane, Dennis Wagner und Alexander Donchenko – allesamt zukünftige Großmeister – soll der „Prinzen“-Kader systematisch zu Schach-„Königen“ geformt werden
. In dieser Zeit stellt Matthias früh seine Klasse unter Beweis: 2011 wird er U14-Spieler des Jahres in Deutschland
, holt Bronze bei der Deutschen U18-Meisterschaft und erreicht bei der U14-Weltmeisterschaft einen starken sechsten Platz
. Mit 14 Jahren erfüllt er bereits alle Normen für den Titel Internationaler Meister, den er 2012 offiziell verliehen bekommt
.
Vom Prinzen zum Großmeister
Der geplante Aufstieg der „Prinzengruppe“ gelingt: Bis 2016 haben alle vier „Prinzen“ den Großmeister-Titel errungen
. Matthias Blübaum selbst wird mit 18 Jahren Großmeister – die letzte erforderliche Norm erspielt er Ende 2014, offiziell trägt er den Titel seit April 2015
. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits beachtliche Erfolge gegen Weltklassespieler vorzuweisen. So besiegt er 2014 beim renommierten Grenke Classic den deutschen Top-GM Arkadij Naiditsch, damals über 2700 Elo schwer
. International macht er auch 2015 auf sich aufmerksam, als er bei der U20-Weltmeisterschaft die Bronzemedaille gewinnt
– ein deutscher Medaillengewinn bei einer Jugend-WM ist eine Seltenheit.
In den folgenden Jahren etabliert sich Blübaum fest in der deutschen Spitze. Er spielt in der Schachbundesliga zunächst für seinen Heimatverein Königsspringer Lemgo, dann in Dortmund und ab 2012 für die Spitzenmannschaft Werder Bremen
. 2017 wechselt er zu den Schachfreunden Deizisau, mit denen er in der Bundesliga und im Europacup antritt
. Parallel sammelt er wertvolle Erfahrung auf höchstem Niveau: 2016 gewinnt er überraschend das große Grenke Open in Karlsruhe als 19-Jähriger
, womit er sich für das Superturnier Grenke Classic 2017 qualifiziert. Dort trifft er im Round-Robin auf Weltmeister Magnus Carlsen und Co – und ringt Größen wie Carlsen und Fabiano Caruana ein Remis ab
. Spätestens jetzt ist klar: Das einstige Talent kann mit der Elite mithalten.
Zwischen Hörsaal und Schachbrett
Trotz seiner steilen Schachkarriere schlägt Matthias Blübaum einen ungewöhnlichen Weg ein: Er setzt parallel auf Bildung. Früh überspringt er eine Klasse und besteht mit 17 Jahren das Abitur
. Anschließend schreibt er sich an der Universität Bielefeld für Mathematik und Physik ein
. Während viele seiner Konkurrenten längst Schachprofis sind, pendelt Blübaum jahrelang zwischen Hörsaal und Turniersaal. 2016 sagt er in einem Interview, er wisse noch nicht, ob er Schach zum Beruf machen werde
. Tatsächlich bleibt diese Frage für ihn lange offen. „Für mich zählt erstmal, dass ich meinen Master mache. Wie es dann weitergeht, werden wir sehen. Zumindest ist für mich nicht klar, dass ich Schachprofi werde. Aber aufhören mit dem Schach möchte ich natürlich auch nicht,“ erklärte er im Jahr 2020 selbstbewusst
. Dieser Spagat prägt Blübaums frühe Zwanziger: Einerseits strebt er den Uni-Abschluss an, andererseits feiert er weiter Schacherfolge.
Gerade 2020 gelingt ihm der Durchbruch an die nationale Spitze – quasi nebenbei zum Studium. Im August dieses Jahres gewinnt Blübaum erst die Deutsche Blitz-Meisterschaft und dann beim „Schachgipfel“ in Magdeburg auch das German Masters 2020 vor allen Top-Großmeistern des Landes
. Damit erobert er erstmals Platz 1 der deutschen Rangliste
. Sein Dauerrivale und Freund Alexander Donchenko liefert sich zu dieser Zeit mit ihm ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nummer Eins
. Trotz aller Konkurrenz pflegen die beiden ein gutes Verhältnis. Blübaum gesteht sogar: „Ich mag es nicht besonders, gegen Bekannte oder Freunde zu spielen“
. Vielleicht rührt daher seine bodenständige Art: Er bleibt bescheiden und konzentriert sich weiter auf Ausbildung und Training statt sofort ins Profi-Lager zu wechseln.
Triumph bei der Europameisterschaft 2022
Im Frühjahr 2022 folgt dann der bisher größte Meilenstein: Matthias Blübaum wird Einzel-Europameister im Schach. Bei der EM im slowenischen Terme Čatež spielt er das Turnier seines Lebens. Nach 11 Runden liegt er mit 8½ Punkten gemeinsam mit Gabriel Sargissian an der Spitze, doch Blübaum hat die beste Feinwertung
. Durch ein strategisch klug erkämpftes Remis in der Schlussrunde gegen den Kroaten Ivan Šarić sichert er sich den Titel
. Damit schreibt er deutsche Schachgeschichte: Er ist der erste Deutsche, der die seit dem Jahr 2000 ausgetragene Europameisterschaft gewinnen kann
. Selbst Vincent Keymer, das andere Wunderkind des deutschen Schachs, war 2021 knapp daran gescheitert und „nur“ Zweiter geworden
. Blübaum krönt sich nun zum Europameister – und das wohlgemerkt noch während seiner Studienzeit.
Der Triumph von 2022 bedeutet Blübaum viel, doch er verliert nicht den Boden unter den Füßen. Bei aller Freude bleibt der stille Lemgoer realistisch. Im Anschluss an seinen EM-Sieg zeigt er sich selbstkritisch: Mit seiner Eröffnungsbehandlung gegen Šarić war er „extrem unzufrieden“ und fand sie rückblickend sogar "schrecklich"
. Solche Aussagen zeigen Blübaums charakteristische Bescheidenheit und seinen Willen zur Verbesserung. Kurz nach dem Turnier schließt er außerdem sein Master-Studium in Mathematik ab
– ein Doppel-Erfolg, der seinesgleichen sucht. Nun, mit dem Uni-Abschluss in der Tasche, steht der mittlerweile 25-Jährige vor der Entscheidung, endgültig ins Profilager zu wechseln. Vieles spricht dafür, denn die jüngsten Erfolge haben ihm Lust auf mehr gemacht.
Deutschlands Spitzenspieler – und die Jagd nach dem nächsten Titel
Heute gehört Matthias Blübaum endgültig zur europäischen Schachelite. Er ist fester Bestandteil der deutschen Nationalmannschaft und vertritt sein Land auf Olympiaden und Team-EMs
. Schon 2015 holte er mit dem U18-Team den Europameistertitel in der Jugend
, inzwischen spielt er an vorderen Brettern der Herren-Auswahl. In der Bundesliga und in ausländischen Ligen sammelt Blübaum weitere Erfahrung und Titel – etwa zwei österreichische Mannschaftsmeisterschaften mit Jenbach
. Sein Elo-Rating kletterte bis auf 2674 Punkte (Stand 2021)
, Tendenz steigend. Mit Vincent Keymer bildet er ein Duo junger Stars, das dem deutschen Schach neue Erfolge beschert.
Im Frühjahr 2025 steht Blübaum erneut vor einem großen Coup: Bei der Europameisterschaft 2025 in Eforie (Rumänien) führt er kurz vor Schluss das Teilnehmerfeld an
. Neun Runden sind gespielt, Blübaum liegt mit 7½ Punkten alleine auf Platz 1 – ein halber Punkt Vorsprung vor der Konkurrenz
. Sollte er diesen Vorsprung ins Ziel bringen, wäre er der erste Spieler überhaupt, der zweimal Einzel-Europameister wird
. Die Schachwelt blickt gespannt auf den jungen Deutschen: Gelingt ihm der historische Doppelsieg? Matthias Blübaum wirkt fokussiert und gelassen. Er weiß aus Erfahrung, dass im Schach Turniere erst ganz am Ende gewonnen werden. Doch seine bisherige Karriere hat gezeigt, dass er über die Nerven und das Können verfügt, große Ziele zu erreichen. Und vielleicht wird aus dem einstigen Prinzen nun endgültig der König des europäischen Schachs.
Matthias Blübaum: Vom Jugendtalent zum Europameister – und nun kurz vor dem nächsten Titel
[52†embed_image] Matthias Blübaum beim deutschen Schachgipfel 2020 in Magdeburg, wo er das German Masters gewann. Der junge Großmeister zählt mittlerweile zur absoluten Spitze des deutschen Schachs und steht 2025 vor einem historischen Erfolg. (Foto: Arne Jachmann/Deutscher Schachbund)
Früh übt sich – Schach als Familiensache
Matthias Blübaum wächst 1997 im ostwestfälischen Lemgo in einer echten Schachfamilie auf. Sein Vater Karl-Ernst Blübaum ist selbst ein starker Vereinsspieler und mehrmaliger Ostwestfalen-Meister
. Auch Matthias’ ältere Schwestern Bettina und Johanna messen sich erfolgreich auf dem Schachbrett – Bettina spielt sogar in der Frauen-Bundesliga für den Hamburger SK
. In diesem Umfeld lernt der kleine Matthias mit sechs Jahren das königliche Spiel
. Was als Hobby in der Familie beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Leidenschaft, denn der Junge zeigt außergewöhnliches Talent.
Bereits im Grundschulalter macht Blübaum bundesweit auf sich aufmerksam. Mit zwölf Jahren wird er in ein Förderprogramm des Deutschen Schachbunds aufgenommen, die „Prinzengruppe“
. Zusammen mit Gleichaltrigen wie Rasmus Svane, Dennis Wagner und Alexander Donchenko – allesamt zukünftige Großmeister – soll der „Prinzen“-Kader systematisch zu Schach-„Königen“ geformt werden
. In dieser Zeit stellt Matthias früh seine Klasse unter Beweis: 2011 wird er U14-Spieler des Jahres in Deutschland
, holt Bronze bei der Deutschen U18-Meisterschaft und erreicht bei der U14-Weltmeisterschaft einen starken sechsten Platz
. Mit 14 Jahren erfüllt er bereits alle Normen für den Titel Internationaler Meister, den er 2012 offiziell verliehen bekommt
.
Vom Prinzen zum Großmeister
Der geplante Aufstieg der „Prinzengruppe“ gelingt: Bis 2016 haben alle vier „Prinzen“ den Großmeister-Titel errungen
. Matthias Blübaum selbst wird mit 18 Jahren Großmeister – die letzte erforderliche Norm erspielt er Ende 2014, offiziell trägt er den Titel seit April 2015
. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits beachtliche Erfolge gegen Weltklassespieler vorzuweisen. So besiegt er 2014 beim renommierten Grenke Classic den deutschen Top-GM Arkadij Naiditsch, damals über 2700 Elo schwer
. International macht er auch 2015 auf sich aufmerksam, als er bei der U20-Weltmeisterschaft die Bronzemedaille gewinnt
– ein deutscher Medaillengewinn bei einer Jugend-WM ist eine Seltenheit.
In den folgenden Jahren etabliert sich Blübaum fest in der deutschen Spitze. Er spielt in der Schachbundesliga zunächst für seinen Heimatverein Königsspringer Lemgo, dann in Dortmund und ab 2012 für die Spitzenmannschaft Werder Bremen
. 2017 wechselt er zu den Schachfreunden Deizisau, mit denen er in der Bundesliga und im Europacup antritt
. Parallel sammelt er wertvolle Erfahrung auf höchstem Niveau: 2016 gewinnt er überraschend das große Grenke Open in Karlsruhe als 19-Jähriger
, womit er sich für das Superturnier Grenke Classic 2017 qualifiziert. Dort trifft er im Round-Robin auf Weltmeister Magnus Carlsen und Co – und ringt Größen wie Carlsen und Fabiano Caruana ein Remis ab
. Spätestens jetzt ist klar: Das einstige Talent kann mit der Elite mithalten.
Zwischen Hörsaal und Schachbrett
Trotz seiner steilen Schachkarriere schlägt Matthias Blübaum einen ungewöhnlichen Weg ein: Er setzt parallel auf Bildung. Früh überspringt er eine Klasse und besteht mit 17 Jahren das Abitur
. Anschließend schreibt er sich an der Universität Bielefeld für Mathematik und Physik ein
. Während viele seiner Konkurrenten längst Schachprofis sind, pendelt Blübaum jahrelang zwischen Hörsaal und Turniersaal. 2016 sagt er in einem Interview, er wisse noch nicht, ob er Schach zum Beruf machen werde
. Tatsächlich bleibt diese Frage für ihn lange offen. „Für mich zählt erstmal, dass ich meinen Master mache. Wie es dann weitergeht, werden wir sehen. Zumindest ist für mich nicht klar, dass ich Schachprofi werde. Aber aufhören mit dem Schach möchte ich natürlich auch nicht,“ erklärte er im Jahr 2020 selbstbewusst
. Dieser Spagat prägt Blübaums frühe Zwanziger: Einerseits strebt er den Uni-Abschluss an, andererseits feiert er weiter Schacherfolge.
Gerade 2020 gelingt ihm der Durchbruch an die nationale Spitze – quasi nebenbei zum Studium. Im August dieses Jahres gewinnt Blübaum erst die Deutsche Blitz-Meisterschaft und dann beim „Schachgipfel“ in Magdeburg auch das German Masters 2020 vor allen Top-Großmeistern des Landes
. Damit erobert er erstmals Platz 1 der deutschen Rangliste
. Sein Dauerrivale und Freund Alexander Donchenko liefert sich zu dieser Zeit mit ihm ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nummer Eins
. Trotz aller Konkurrenz pflegen die beiden ein gutes Verhältnis. Blübaum gesteht sogar: „Ich mag es nicht besonders, gegen Bekannte oder Freunde zu spielen“
. Vielleicht rührt daher seine bodenständige Art: Er bleibt bescheiden und konzentriert sich weiter auf Ausbildung und Training statt sofort ins Profi-Lager zu wechseln.
Triumph bei der Europameisterschaft 2022
Im Frühjahr 2022 folgt dann der bisher größte Meilenstein: Matthias Blübaum wird Einzel-Europameister im Schach. Bei der EM im slowenischen Terme Čatež spielt er das Turnier seines Lebens. Nach 11 Runden liegt er mit 8½ Punkten gemeinsam mit Gabriel Sargissian an der Spitze, doch Blübaum hat die beste Feinwertung
. Durch ein strategisch klug erkämpftes Remis in der Schlussrunde gegen den Kroaten Ivan Šarić sichert er sich den Titel
. Damit schreibt er deutsche Schachgeschichte: Er ist der erste Deutsche, der die seit dem Jahr 2000 ausgetragene Europameisterschaft gewinnen kann
. Selbst Vincent Keymer, das andere Wunderkind des deutschen Schachs, war 2021 knapp daran gescheitert und „nur“ Zweiter geworden
. Blübaum krönt sich nun zum Europameister – und das wohlgemerkt noch während seiner Studienzeit.
Der Triumph von 2022 bedeutet Blübaum viel, doch er verliert nicht den Boden unter den Füßen. Bei aller Freude bleibt der stille Lemgoer realistisch. Im Anschluss an seinen EM-Sieg zeigt er sich selbstkritisch: Mit seiner Eröffnungsbehandlung gegen Šarić war er „extrem unzufrieden“ und fand sie rückblickend sogar "schrecklich"
. Solche Aussagen zeigen Blübaums charakteristische Bescheidenheit und seinen Willen zur Verbesserung. Kurz nach dem Turnier schließt er außerdem sein Master-Studium in Mathematik ab
– ein Doppel-Erfolg, der seinesgleichen sucht. Nun, mit dem Uni-Abschluss in der Tasche, steht der mittlerweile 25-Jährige vor der Entscheidung, endgültig ins Profilager zu wechseln. Vieles spricht dafür, denn die jüngsten Erfolge haben ihm Lust auf mehr gemacht.
Deutschlands Spitzenspieler – und die Jagd nach dem nächsten Titel
Heute gehört Matthias Blübaum endgültig zur europäischen Schachelite. Er ist fester Bestandteil der deutschen Nationalmannschaft und vertritt sein Land auf Olympiaden und Team-EMs
. Schon 2015 holte er mit dem U18-Team den Europameistertitel in der Jugend
, inzwischen spielt er an vorderen Brettern der Herren-Auswahl. In der Bundesliga und in ausländischen Ligen sammelt Blübaum weitere Erfahrung und Titel – etwa zwei österreichische Mannschaftsmeisterschaften mit Jenbach
. Sein Elo-Rating kletterte bis auf 2674 Punkte (Stand 2021)
, Tendenz steigend. Mit Vincent Keymer bildet er ein Duo junger Stars, das dem deutschen Schach neue Erfolge beschert.
Im Frühjahr 2025 steht Blübaum erneut vor einem großen Coup: Bei der Europameisterschaft 2025 in Eforie (Rumänien) führt er kurz vor Schluss das Teilnehmerfeld an
. Neun Runden sind gespielt, Blübaum liegt mit 7½ Punkten alleine auf Platz 1 – ein halber Punkt Vorsprung vor der Konkurrenz
. Sollte er diesen Vorsprung ins Ziel bringen, wäre er der erste Spieler überhaupt, der zweimal Einzel-Europameister wird
. Die Schachwelt blickt gespannt auf den jungen Deutschen: Gelingt ihm der historische Doppelsieg? Matthias Blübaum wirkt fokussiert und gelassen. Er weiß aus Erfahrung, dass im Schach Turniere erst ganz am Ende gewonnen werden. Doch seine bisherige Karriere hat gezeigt, dass er über die Nerven und das Können verfügt, große Ziele zu erreichen. Und vielleicht wird aus dem einstigen Prinzen nun endgültig der König des europäischen Schachs.
Zitat von Conrad Schormann am 28. März 2025, 14:58 Uhrhttps://perlenvombodensee.de/2025/03/26/matthias-bluebaum-europameister-2025-silber-fuer-frederik-svane/
Sportlerehrung in Deizisau: Blübaum nicht geehrt, aber prominent erwähnt und bejubelt
https://twitter.com/SFDeizisau/status/1905372120848138406
https://twitter.com/ECUonline/status/1905686535791673394
Matthias Blübaum, Europameister 2025! / Silber für Frederik Svane
Sportlerehrung in Deizisau: Blübaum nicht geehrt, aber prominent erwähnt und bejubelt
Bei der Deizisauer Sportlerehrung gratuliert Sven Noppes unserem frischgebackenen Europameister Matthias Blübaum. pic.twitter.com/Gs2Ktna1qR
— Schachfr. Deizisau (@SFDeizisau) March 27, 2025
Zitat von Conrad Schormann am 19. September 2025, 11:49 UhrTorsten Cmiel über Blübaums Sieg in Samarkand. Warum der Beitrag mit einer Zeichnung von Sam Shankland bebildert wird, ist unbekannt:
https://chessecosystem.com/2025/09/17/matthias-bluebaum-der-kandidat/
Torsten Cmiel über Blübaums Sieg in Samarkand. Warum der Beitrag mit einer Zeichnung von Sam Shankland bebildert wird, ist unbekannt:
Zitat von Conrad Schormann am 1. Oktober 2025, 20:25 Uhr
Gustafsson ruft zu Crowdfunding für Blübaum auf
Quelle: Deutscher Schachbund – „Matthias Blübaum und die EM-Mission: ‚Ich hoffe, wir holen Gold!‘“, Matthias Wolf
Im Spiellokal seines Heimatvereins SV Königsspringer Lemgo traf Matthias Blübaum den DSB und Bundestrainer Jan Gustafsson. Während der 28-Jährige nach seinem Triumph beim Grand Swiss noch Interviews gibt und Autogramme schreibt, richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Aufgaben: die Team-Europameisterschaft in Batumi und das Kandidatenturnier 2026.
Blübaum erklärte, dass für Deutschland bei der EM nur ein Ziel in Frage komme: „Wir sind an Nummer eins gesetzt, wir haben beim letzten Mal Silber geholt – unser Ziel muss Gold sein.“ Gustafsson quittierte das mit einem schelmischen Lächeln und dem Hinweis, dass er wohl seine offizielle Zielvorgabe beim Schachbund nach oben korrigieren müsse.
Der Bundestrainer nutzte das Treffen außerdem für einen Appell an die deutsche Schachszene: Da der Verband nicht die nötigen Mittel habe, brauche Blübaum für das Kandidatenturnier Unterstützung – Crowdfunding solle helfen, ein starkes Team an seiner Seite aufzubauen.
https://youtu.be/qx3w9LUgMjU
Im Gespräch gab Blübaum Einblicke in seine Vorbereitung: Nach großen Turnieren setze er zunächst auf Ruhe, während eines Wettbewerbs sei er „im Prinzip 24/7 bei Schach“. Ein Geheimnis für seinen Erfolg sieht er nicht, wohl aber die Chance, sich jetzt dauerhaft oberhalb der 2700-Elo-Marke zu etablieren.
Der DSB präsentierte aus Lemgo ein Video mit Blübaum und Gustafsson – eine Mischung aus Blitzpartie, Interview und lockerem Austausch, die die enge Verbindung zwischen Spieler und Trainer unterstreicht.
Gustafsson ruft zu Crowdfunding für Blübaum auf
Quelle: Deutscher Schachbund – „Matthias Blübaum und die EM-Mission: ‚Ich hoffe, wir holen Gold!‘“, Matthias Wolf
Im Spiellokal seines Heimatvereins SV Königsspringer Lemgo traf Matthias Blübaum den DSB und Bundestrainer Jan Gustafsson. Während der 28-Jährige nach seinem Triumph beim Grand Swiss noch Interviews gibt und Autogramme schreibt, richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Aufgaben: die Team-Europameisterschaft in Batumi und das Kandidatenturnier 2026.
Blübaum erklärte, dass für Deutschland bei der EM nur ein Ziel in Frage komme: „Wir sind an Nummer eins gesetzt, wir haben beim letzten Mal Silber geholt – unser Ziel muss Gold sein.“ Gustafsson quittierte das mit einem schelmischen Lächeln und dem Hinweis, dass er wohl seine offizielle Zielvorgabe beim Schachbund nach oben korrigieren müsse.
Der Bundestrainer nutzte das Treffen außerdem für einen Appell an die deutsche Schachszene: Da der Verband nicht die nötigen Mittel habe, brauche Blübaum für das Kandidatenturnier Unterstützung – Crowdfunding solle helfen, ein starkes Team an seiner Seite aufzubauen.
Im Gespräch gab Blübaum Einblicke in seine Vorbereitung: Nach großen Turnieren setze er zunächst auf Ruhe, während eines Wettbewerbs sei er „im Prinzip 24/7 bei Schach“. Ein Geheimnis für seinen Erfolg sieht er nicht, wohl aber die Chance, sich jetzt dauerhaft oberhalb der 2700-Elo-Marke zu etablieren.
Der DSB präsentierte aus Lemgo ein Video mit Blübaum und Gustafsson – eine Mischung aus Blitzpartie, Interview und lockerem Austausch, die die enge Verbindung zwischen Spieler und Trainer unterstreicht.
Zitat von Conrad Schormann am 18. Oktober 2025, 11:25 UhrWM-Kandidat Matthias Blübaum spielt den Freestyle Friday live - inklusive der obligatorischen Selbstgeißelung: "I should quit!" Am Rande erfahren wir, welchen Sport Blübaum am liebsten guckt: Schach! GeoGuessr findet er auch interessant.
https://youtu.be/TAdmMAaD9hc
WM-Kandidat Matthias Blübaum spielt den Freestyle Friday live - inklusive der obligatorischen Selbstgeißelung: "I should quit!" Am Rande erfahren wir, welchen Sport Blübaum am liebsten guckt: Schach! GeoGuessr findet er auch interessant.
Zitat von Conrad Schormann am 24. Oktober 2025, 20:58 UhrCrowdfunding für Matthias Blübaum
Nicht lange her, da stimmten die Württemberger im DSB-Kongress geschlossen dagegen, dass Matthias Blübaum und die anderen besten deutschen Spieler eine richtige Deutsche Meisterschaft bekommen. Das sah leistungssportfeindlich aus. Noch weniger lange her, da verliehen die Württemberger Matthias Blübaum einen Preis für "Verdienste um das Schach in Württemberg". Der zur Verleihung entsandte Funktionär wusste nicht, dass Matthias sich für das Kandidatenturnier qualifiziert hat. Immerhin: Er hatte im Hinterkopf, da war was, und sprach von "hervorragenden Erfolgen". Das seh semiahnungslos aus.
Der goldene Lorbeer aus Württemberg war konstruiert. Matthias Blübaum aus Lemgo hat mit Württemberg etwa so viel zu tun wie Alireza Firouzja mit Baden. Einzige Verbindung: Er spielt als Profi für die SF Deizisau in der Bundesliga. Deren Verdienst: Deizisau bezahlt besser als andere Clubs und lässt die Zuwendungen bevorzugt verdienten einheimischen Spielern zukommen. Zufällig liegt Deizisau in Württemberg. Das ist der Grund, warum Matthias Blübaum formal ein Württemberger ist.
Nun will der Württembergische Verband Matthias Blübaum im Kandidatenturnier unterstützen lassen. Ein nobles Ansinnen, das hat bestimmt nichts mit Trittbrettfahrerei zu tun. Der Korrektheit halber haben die Württemberger beim DSB gefragt, ob es okay ist, dem DSB-Kaderspieler Blübaum eine Finanzspritze zu organisieren.
Bevor wir die Schatulle öffnen, wäre interessant zu wissen, was Matthias Blübaum zu diesem Akt der Unterstützung sagt. Was braucht er, wo drückt der Schuh, was erfordert überhaupt so eine Vorbereitung? Uns den WM-Kandidaten und die gigantische Herausforderung, vor der er steht, näherzubringen, eine emotionale Verbindung zu schaffen, und erst dann um Geld zu bitten, wäre im Sinne des Erfolgs dieser Aktion naheliegend. Leider hat es vor Veröffentlichung der Spendenkampagne niemand für nötig gehalten, mit Matthias darüber zu sprechen.
Interessant wäre auch zu wissen, was bislang geschehen ist. Kandidatenturnier in Deutschland ausrichten, eher nicht, oder? Hat sich jemand darum bemüht? "Der Deutsche Schachbund wird Matthias Blübaum unterstützen", steht beim DSB. Super! Materiell? Ideologisch? Welche Sportfördermittel fließen eigentlich vom Innenministerium dafür, dass jetzt ein Deutscher die WM-Endausscheidung erreicht hat? "Drittmittel können voraussichtlich eingeworben werden", steht da auch. Okay. Von wem? In Form eines Sponsorings? Am Ende steht da: "Es bleibt eine Lücke." Wie hoch wird die sein? Spenden wir in ein Fass ohne Boden, oder haben wir eine Chance, die Lücke zu schließen, wenn jeder ein paar Taler gibt?
Wer nun auf den Spendenlink beim DSB und beim Württemberger Verband klickt, sieht keinen Blübaum. Stattdessen steht da ganz viel Schach in Württemberg "in all seinen Formen". Und eine Irreführung: Mehr als 11.000 Euro seien gesammelt. Das mag sein, aber nicht für Blübaum. Der steht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei etwa 10 Prozent davon. Wer das steigern mag: https://www.betterplace.org/de/projects/162733
Crowdfunding für Matthias Blübaum
Nicht lange her, da stimmten die Württemberger im DSB-Kongress geschlossen dagegen, dass Matthias Blübaum und die anderen besten deutschen Spieler eine richtige Deutsche Meisterschaft bekommen. Das sah leistungssportfeindlich aus. Noch weniger lange her, da verliehen die Württemberger Matthias Blübaum einen Preis für "Verdienste um das Schach in Württemberg". Der zur Verleihung entsandte Funktionär wusste nicht, dass Matthias sich für das Kandidatenturnier qualifiziert hat. Immerhin: Er hatte im Hinterkopf, da war was, und sprach von "hervorragenden Erfolgen". Das seh semiahnungslos aus.
Der goldene Lorbeer aus Württemberg war konstruiert. Matthias Blübaum aus Lemgo hat mit Württemberg etwa so viel zu tun wie Alireza Firouzja mit Baden. Einzige Verbindung: Er spielt als Profi für die SF Deizisau in der Bundesliga. Deren Verdienst: Deizisau bezahlt besser als andere Clubs und lässt die Zuwendungen bevorzugt verdienten einheimischen Spielern zukommen. Zufällig liegt Deizisau in Württemberg. Das ist der Grund, warum Matthias Blübaum formal ein Württemberger ist.
Nun will der Württembergische Verband Matthias Blübaum im Kandidatenturnier unterstützen lassen. Ein nobles Ansinnen, das hat bestimmt nichts mit Trittbrettfahrerei zu tun. Der Korrektheit halber haben die Württemberger beim DSB gefragt, ob es okay ist, dem DSB-Kaderspieler Blübaum eine Finanzspritze zu organisieren.
Bevor wir die Schatulle öffnen, wäre interessant zu wissen, was Matthias Blübaum zu diesem Akt der Unterstützung sagt. Was braucht er, wo drückt der Schuh, was erfordert überhaupt so eine Vorbereitung? Uns den WM-Kandidaten und die gigantische Herausforderung, vor der er steht, näherzubringen, eine emotionale Verbindung zu schaffen, und erst dann um Geld zu bitten, wäre im Sinne des Erfolgs dieser Aktion naheliegend. Leider hat es vor Veröffentlichung der Spendenkampagne niemand für nötig gehalten, mit Matthias darüber zu sprechen.
Interessant wäre auch zu wissen, was bislang geschehen ist. Kandidatenturnier in Deutschland ausrichten, eher nicht, oder? Hat sich jemand darum bemüht? "Der Deutsche Schachbund wird Matthias Blübaum unterstützen", steht beim DSB. Super! Materiell? Ideologisch? Welche Sportfördermittel fließen eigentlich vom Innenministerium dafür, dass jetzt ein Deutscher die WM-Endausscheidung erreicht hat? "Drittmittel können voraussichtlich eingeworben werden", steht da auch. Okay. Von wem? In Form eines Sponsorings? Am Ende steht da: "Es bleibt eine Lücke." Wie hoch wird die sein? Spenden wir in ein Fass ohne Boden, oder haben wir eine Chance, die Lücke zu schließen, wenn jeder ein paar Taler gibt?
Wer nun auf den Spendenlink beim DSB und beim Württemberger Verband klickt, sieht keinen Blübaum. Stattdessen steht da ganz viel Schach in Württemberg "in all seinen Formen". Und eine Irreführung: Mehr als 11.000 Euro seien gesammelt. Das mag sein, aber nicht für Blübaum. Der steht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei etwa 10 Prozent davon. Wer das steigern mag: https://www.betterplace.org/de/projects/162733
Zitat von Conrad Schormann am 7. November 2025, 13:33 UhrMatthias Blübaum im Kreis der Größten
Quelle: Neue Westfälische – „Angekommen im Kreis der Größten“, Torben Ritzinger (für Abonnenten)Der in Bielefeld lebende Großmeister Matthias Blübaum hat mit der Qualifikation für das Kandidatenturnier seinen größten Karriereziel erreicht. Beim Grand Swiss im usbekischen Samarkand sicherte sich der 28-Jährige sensationell Platz zwei hinter Anish Giri – und damit einen der beiden Startplätze für das Turnier, bei dem der Herausforderer von Weltmeister Gukesh Dommaraju ermittelt wird.
Blübaum, an Position 32 gesetzt, besiegte unter anderem die indischen Topstars Arjun Erigaisi und Praggnanandhaa Rameshbabu sowie den späteren Turniersieger Giri. Gegen Vincent Keymer gelang ihm ein wichtiges Remis, das letztlich den Unterschied machte. Für Keymer wäre ein Sieg gleichbedeutend mit der eigenen Qualifikation gewesen. Der Erfolg brachte Blübaum 75.000 Dollar Preisgeld und machte ihn zum ersten deutschen Kandidaten seit Robert Hübner 1991.
Bundestrainer Jan Gustafsson bezeichnete das Ergebnis als „neues Level“ und besuchte den Lemgoer Heimatverein des Großmeisters persönlich. Blübaum, zweifacher Einzeleuropameister (2022, 2024), bereitet sich nun täglich am Computer auf seinen größten Auftritt vor. Nach dem Weltcup in Goa will er gezielt trainieren, sobald die Teilnehmer des Kandidatenturniers feststehen.
Weltmeister Gukesh, der in Samarkand nur Platz 41 belegte, dürfte ihn dort wiedersehen – Blübaum geht als Außenseiter ins Rennen, aber als einer, der gezeigt hat, dass er die Weltelite schlagen kann.
Matthias Blübaum im Kreis der Größten
Quelle: Neue Westfälische – „Angekommen im Kreis der Größten“, Torben Ritzinger (für Abonnenten)
Der in Bielefeld lebende Großmeister Matthias Blübaum hat mit der Qualifikation für das Kandidatenturnier seinen größten Karriereziel erreicht. Beim Grand Swiss im usbekischen Samarkand sicherte sich der 28-Jährige sensationell Platz zwei hinter Anish Giri – und damit einen der beiden Startplätze für das Turnier, bei dem der Herausforderer von Weltmeister Gukesh Dommaraju ermittelt wird.
Blübaum, an Position 32 gesetzt, besiegte unter anderem die indischen Topstars Arjun Erigaisi und Praggnanandhaa Rameshbabu sowie den späteren Turniersieger Giri. Gegen Vincent Keymer gelang ihm ein wichtiges Remis, das letztlich den Unterschied machte. Für Keymer wäre ein Sieg gleichbedeutend mit der eigenen Qualifikation gewesen. Der Erfolg brachte Blübaum 75.000 Dollar Preisgeld und machte ihn zum ersten deutschen Kandidaten seit Robert Hübner 1991.
Bundestrainer Jan Gustafsson bezeichnete das Ergebnis als „neues Level“ und besuchte den Lemgoer Heimatverein des Großmeisters persönlich. Blübaum, zweifacher Einzeleuropameister (2022, 2024), bereitet sich nun täglich am Computer auf seinen größten Auftritt vor. Nach dem Weltcup in Goa will er gezielt trainieren, sobald die Teilnehmer des Kandidatenturniers feststehen.
Weltmeister Gukesh, der in Samarkand nur Platz 41 belegte, dürfte ihn dort wiedersehen – Blübaum geht als Außenseiter ins Rennen, aber als einer, der gezeigt hat, dass er die Weltelite schlagen kann.
Zitat von Conrad Schormann am 14. November 2025, 21:01 UhrBlübaum erreicht mit dem Grand Swiss ein historisches Ziel
Quelle: ZEITmagazin – „Schachbretträtsel“, Helmut PflegerHelmut Pfleger stellt in seiner Kolumne Matthias Blübaum in den Mittelpunkt – und zeichnet seinen Erfolg beim Grand Swiss als seltenes deutsches Schachereignis. In Samarkand, der Stadt einer der ältesten bekannten Schachfiguren, sichert sich Blübaum als Setzlisten-Nummer 32 einen der beiden Qualifikationsplätze für das Kandidatenturnier. Seit dem Zweiten Weltkrieg gelang das nur Wolfgang Uhlmann und Robert Hübner.
Pflegers Fokus liegt auf der sportlichen Dimension dieses Durchbruchs: Blübaum schlägt die Topgesetzten Praggnanandhaa und Erigaisi und macht seine Rolle als zweifacher Europameister des Jahres 2025 sichtbar. Zugleich beschreibt Pfleger ohne Pathos das Drama des engen Kampfes um die WM-Qualifikation: Vincent Keymer, mittlerweile Nummer vier der Welt, landet punktgleich mit Blübaum und Firouzja auf Rang zwei – aber mit minimal schlechterer Wertung.
Die Kolumne hebt besonders die vorletzte Runde hervor. Keymer stand gegen Blübaum klar auf Gewinn, ließ dann jedoch die zentrale Springerroute Sc3–e4 aus, griff nach einem Bauern – und gab dem Gegner mit Tb7–h7 überhaupt erst die Chance, sich durch eine taktische Wendung ins Remis zu retten. Blübaum kommentierte das bei der FIDE ungeschönt: „Es ist lächerlich, dass ich mit einem Remis davongekommen bin … Er hätte gewinnen sollen – es tut mir leid für ihn.“
Zum Schluss setzt Pfleger einen persönlichen Akzent: Blübaum, oft unterschätzt und von Arkadij Naiditsch öffentlich abgewertet, reagiert mit trockenem Humor. Sein Twitch-Benutzername lautet „KeinSehrStarkerSpieler“ – eine ironische Antwort auf Naiditschs Spott. Pflegers Pointe: Selbstironie hin oder her, Blübaum ist jetzt WM-Kandidat.
Blübaum erreicht mit dem Grand Swiss ein historisches Ziel
Quelle: ZEITmagazin – „Schachbretträtsel“, Helmut Pfleger
Helmut Pfleger stellt in seiner Kolumne Matthias Blübaum in den Mittelpunkt – und zeichnet seinen Erfolg beim Grand Swiss als seltenes deutsches Schachereignis. In Samarkand, der Stadt einer der ältesten bekannten Schachfiguren, sichert sich Blübaum als Setzlisten-Nummer 32 einen der beiden Qualifikationsplätze für das Kandidatenturnier. Seit dem Zweiten Weltkrieg gelang das nur Wolfgang Uhlmann und Robert Hübner.
Pflegers Fokus liegt auf der sportlichen Dimension dieses Durchbruchs: Blübaum schlägt die Topgesetzten Praggnanandhaa und Erigaisi und macht seine Rolle als zweifacher Europameister des Jahres 2025 sichtbar. Zugleich beschreibt Pfleger ohne Pathos das Drama des engen Kampfes um die WM-Qualifikation: Vincent Keymer, mittlerweile Nummer vier der Welt, landet punktgleich mit Blübaum und Firouzja auf Rang zwei – aber mit minimal schlechterer Wertung.
Die Kolumne hebt besonders die vorletzte Runde hervor. Keymer stand gegen Blübaum klar auf Gewinn, ließ dann jedoch die zentrale Springerroute Sc3–e4 aus, griff nach einem Bauern – und gab dem Gegner mit Tb7–h7 überhaupt erst die Chance, sich durch eine taktische Wendung ins Remis zu retten. Blübaum kommentierte das bei der FIDE ungeschönt: „Es ist lächerlich, dass ich mit einem Remis davongekommen bin … Er hätte gewinnen sollen – es tut mir leid für ihn.“
Zum Schluss setzt Pfleger einen persönlichen Akzent: Blübaum, oft unterschätzt und von Arkadij Naiditsch öffentlich abgewertet, reagiert mit trockenem Humor. Sein Twitch-Benutzername lautet „KeinSehrStarkerSpieler“ – eine ironische Antwort auf Naiditschs Spott. Pflegers Pointe: Selbstironie hin oder her, Blübaum ist jetzt WM-Kandidat.
Zitat von Conrad Schormann am 14. Dezember 2025, 19:55 UhrBlübaum über das Kandidatenturnier: „Ich sehe mich nicht in der Pflicht, Risiko zu nehmen“
Interview in: KARL 4/25, geführt von Harry SchaackMatthias Blübaum steht vor dem größten Turnier seiner Karriere. Im März 2026 spielt er als krasser Außenseiter beim Kandidatenturnier um die Schach-WM. Die Teilnahme ist ein Coup: Im Grand Swiss von Samarkand wurde er Zweiter – gegen die Weltspitze. Jetzt läuft die Vorbereitung. Ein Profi-Team stellt sich zusammen, das Budget steht noch nicht ganz.
Die Planung ist kompliziert, weil unklar ist, ob das Bundesinnenministerium Fördermittel bereitstellt. Trotzdem sei er optimistisch, sagt Blübaum, dass er das Team bekommt, das er sich vorstellt. Trainiert wird gemeinsam, diskutiert werden Eröffnungen, gespielt werden Trainingspartien. Während des Turniers sollen seine Leute schnell reagieren können – wenn eine vorbereitete Variante nicht trägt.
„Ich bin Außenseiter“, sagt Blübaum, „aber auch die anderen müssen gewinnen. Und gerade gegen mich werden sie mehr riskieren.“ Genau das sei seine Chance. Schon in Samarkand hätten Spieler wie Praggnanandhaa und Erigaisi gegen ihn überzogen – und verloren. In der Pflicht, mit aller Gewalt auf Sieg zu spielen, sieht er sich nicht: „Man kann heute keine Partie einfach locker gewinnen.“
Er weiß, wie schnell sich ein Turnier anders anfühlt, als es der Plan vorher verspricht. Deshalb will er flexibel bleiben, sich nicht festlegen. Klar ist aber: Er will konkurrenzfähig sein. Und das bedeutet auch: arbeiten im Team. Für den Einzelgänger Blübaum, der seit der Jugend fast immer allein trainiert hat, ist das eine Umstellung.
Ein Problem sieht er darin nicht. Große Eröffnungsgeheimnisse gebe es ohnehin kaum noch – jede starke Engine zeige sofort, was gut ist. Entscheidend sei, die richtige Vorbereitung zur richtigen Zeit aufs Brett zu bringen. Dass er dafür Verantwortung abgeben muss, nimmt er in Kauf. Einer aus dem Team wird die Aufgaben verteilen.
Beraten lässt sich Blübaum unter anderem von Jan Gustafsson, dem Bundestrainer, der als Sekundant für Magnus Carlsen und andere Weltklassespieler gearbeitet hat. „Der weiß, wie das läuft“, sagt Blübaum. Auch beim Deutschen Schachbund hat er sich erkundigt. Fazit: Ein realistisches Budget beginnt ab etwa 50.000 Euro – viel Geld, aber bei 20 Tagen Vollzeit-Begleitung angemessen.
Ob mentale oder körperliche Vorbereitung Teil des Plans wird, ist offen. Bisher habe er nie mit Mentalcoaches gearbeitet. Auch in Sachen Fitness ist alles vage: „Ich war am Ende einer Partie selten erschöpft.“ Aber das Kandidatenturnier ist lang. Und anstrengend. Vielleicht kommt also noch was in der Richtung.
Seine Chancen will Blübaum nicht berechnen. Die Elo-Zahlen sprächen gegen ihn, das sei klar. Aber: „Es geht nur um Platz eins. Und alle können Schach spielen.“ Mehr braucht es nicht als Ansatz. Der Rest ist Arbeit. Und Mut.
Blübaum über das Kandidatenturnier: „Ich sehe mich nicht in der Pflicht, Risiko zu nehmen“
Interview in: KARL 4/25, geführt von Harry Schaack
Matthias Blübaum steht vor dem größten Turnier seiner Karriere. Im März 2026 spielt er als krasser Außenseiter beim Kandidatenturnier um die Schach-WM. Die Teilnahme ist ein Coup: Im Grand Swiss von Samarkand wurde er Zweiter – gegen die Weltspitze. Jetzt läuft die Vorbereitung. Ein Profi-Team stellt sich zusammen, das Budget steht noch nicht ganz.
Die Planung ist kompliziert, weil unklar ist, ob das Bundesinnenministerium Fördermittel bereitstellt. Trotzdem sei er optimistisch, sagt Blübaum, dass er das Team bekommt, das er sich vorstellt. Trainiert wird gemeinsam, diskutiert werden Eröffnungen, gespielt werden Trainingspartien. Während des Turniers sollen seine Leute schnell reagieren können – wenn eine vorbereitete Variante nicht trägt.
„Ich bin Außenseiter“, sagt Blübaum, „aber auch die anderen müssen gewinnen. Und gerade gegen mich werden sie mehr riskieren.“ Genau das sei seine Chance. Schon in Samarkand hätten Spieler wie Praggnanandhaa und Erigaisi gegen ihn überzogen – und verloren. In der Pflicht, mit aller Gewalt auf Sieg zu spielen, sieht er sich nicht: „Man kann heute keine Partie einfach locker gewinnen.“
Er weiß, wie schnell sich ein Turnier anders anfühlt, als es der Plan vorher verspricht. Deshalb will er flexibel bleiben, sich nicht festlegen. Klar ist aber: Er will konkurrenzfähig sein. Und das bedeutet auch: arbeiten im Team. Für den Einzelgänger Blübaum, der seit der Jugend fast immer allein trainiert hat, ist das eine Umstellung.
Ein Problem sieht er darin nicht. Große Eröffnungsgeheimnisse gebe es ohnehin kaum noch – jede starke Engine zeige sofort, was gut ist. Entscheidend sei, die richtige Vorbereitung zur richtigen Zeit aufs Brett zu bringen. Dass er dafür Verantwortung abgeben muss, nimmt er in Kauf. Einer aus dem Team wird die Aufgaben verteilen.
Beraten lässt sich Blübaum unter anderem von Jan Gustafsson, dem Bundestrainer, der als Sekundant für Magnus Carlsen und andere Weltklassespieler gearbeitet hat. „Der weiß, wie das läuft“, sagt Blübaum. Auch beim Deutschen Schachbund hat er sich erkundigt. Fazit: Ein realistisches Budget beginnt ab etwa 50.000 Euro – viel Geld, aber bei 20 Tagen Vollzeit-Begleitung angemessen.
Ob mentale oder körperliche Vorbereitung Teil des Plans wird, ist offen. Bisher habe er nie mit Mentalcoaches gearbeitet. Auch in Sachen Fitness ist alles vage: „Ich war am Ende einer Partie selten erschöpft.“ Aber das Kandidatenturnier ist lang. Und anstrengend. Vielleicht kommt also noch was in der Richtung.
Seine Chancen will Blübaum nicht berechnen. Die Elo-Zahlen sprächen gegen ihn, das sei klar. Aber: „Es geht nur um Platz eins. Und alle können Schach spielen.“ Mehr braucht es nicht als Ansatz. Der Rest ist Arbeit. Und Mut.
Zitat von Conrad Schormann am 11. Januar 2026, 9:21 Uhrhttps://perlenvombodensee.de/2025/12/27/dass-ich-da-ohne-niederlage-durchmarschiere-wm-kandidat-matthias-bluebaum-im-interview/
Matthias Blübaum im WDR2:
https://www1.wdr.de/sport/schach-grossmeister-matthias-bluebaum-wdr2-100.html
„…dass ich da ohne Niederlage durchmarschiere!“ – WM-Kandidat Matthias Blübaum im Interview
Matthias Blübaum im WDR2:
https://www1.wdr.de/sport/schach-grossmeister-matthias-bluebaum-wdr2-100.html