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Magnus Carlsen

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Was könnte langweiliger sein, als stundenlang im Kreis zu fahren? Magnus Carlsen mit einem Seitenhieb auf die Formel 1, deren Fans das nicht so lustig finden. 

https://www.motorsport-total.com/formel-1/news/dummer-kommentar-fans-kontern-formel-1-kritik-des-schach-weltmeisters-25053005

Gukesh besiegt Carlsen, der haut auf den Tisch, und es sieht aus, als sei damit das Debattenthema für zumindest diesen Tag gesetzt, vielleicht für länger:

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It’s official, The King gets overthrown. Considered the top #chess player of all time (#Mangus) is defeated by a 19 year old legend and prodigy (#Gukesh) the Chess-Universe is on fire right now

Oʂɯαʅԃσ Rσყҽƚƚ (@oswaldosrm.com) 2025-06-02T06:24:36.691Z

Magnus Carlsens Investmentgesellschaft Magnuschess, die zu 85 % ihm selbst und zu 15 % seinem Vater Henrik Carlsen gehört, verzeichnete im Jahr 2024 einen Rückgang bei Gewinn und Umsatz. Das berichtet das Portal e24.no.

Das Ergebnis vor Steuern sank 2024 auf 20,7 Millionen Norwegische Kronen (ca. 1,80 Millionen Euro), verglichen mit 27,3 Millionen NOK (ca. 2,37 Millionen Euro) im Vorjahr. Der Jahresüberschuss nach Steuern betrug 16,4 Millionen NOK (ca. 1,43 Millionen Euro), nach 22,7 Millionen NOK (ca. 1,97 Millionen Euro) im Jahr 2023. Der kumulierte Gewinn vor Steuern der letzten zehn Jahre beläuft sich jedoch auf beeindruckende 249 Millionen NOK (ca. 21,65 Millionen Euro).

Der Umsatz von Magnuschess fiel 2024 auf 18,7 Millionen NOK (ca. 1,63 Millionen Euro), von 25,8 Millionen NOK (ca. 2,24 Millionen Euro) im Vorjahr. Auch der Marktwert der Aktien und Anleihen des Unternehmens verringerte sich Ende 2024 stark auf 11,8 Millionen NOK (ca. 1,03 Millionen Euro), gegenüber 43,8 Millionen NOK (ca. 3,81 Millionen Euro) im Jahr 2023. Dennoch verfügt das Unternehmen über finanzielle Anlagegüter von über 100 Millionen NOK (ca. 8,70 Millionen Euro).

Trotz des schwächeren Jahresergebnisses hielt Magnus Carlsen das Dividendenniveau konstant bei 20 Millionen NOK (ca. 1,74 Millionen Euro), wie schon im Jahr 2023. Magnuschess hat keine nennenswerten Schulden und wies Ende 2024 ein Eigenkapital von 103 Millionen NOK (ca. 8,96 Millionen Euro) aus.

Quelle: e24.no (Artikel von Eivind Nejad-Trondsen)

(Anmerkung: Für die Umrechnung wurde ein Wechselkurs von 1 EUR ≈ 11,5 NOK verwendet.)

Magnus Carlsen wird in The Athletic als mächtiger Disruptor des Schachsports porträtiert, der ihn in den Mainstream bringen möchte, da er von der Notwendigkeit des Wandels überzeugt ist. Seine Haltung zeigte sich bereits im "Jeans-Eklat", als er sich bei der Weltmeisterschaft weigerte, die Kleiderordnung der FIDE zu befolgen, was er als "reinen Wahnsinn" bezeichnete und seine Abneigung gegen starre Regeln verdeutlichte.

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Um seine Vision umzusetzen, hat Carlsen die Freestyle Chess Grand Slam Tour ins Leben gerufen, die mit schnelleren Zeitkontrollen und randomisierten Figurenstellungen (Schach 960) für mehr Spannung und weniger Vorbereitung sorgen soll. Seine globale Bekanntheit, belegt durch millionenfach geklickte Videos auf YouTube, unterstreicht sein Potenzial, ein breites Publikum zu erreichen. Gemeinsam mit Investoren wie Jan Henric Buettner strebt er danach, Schach über Rundfunk, Ticketing und Sponsoring kommerziell zu erschließen. Dies führt jedoch zu Spannungen mit der FIDE, insbesondere bezüglich des Anspruchs auf den Titel "Weltmeisterschaft" für seine Tour. Trotzdem bleibt Carlsen seiner Vision treu und ist der Überzeugung, dass Veränderungen notwendig sind, auch wenn er selbst Schach mittlerweile weniger durch formales Training, sondern eher als integrierten Teil seines Lebens betrachtet.

Quelle: The Athletic (Artikel von Adam Crafton, veröffentlicht am 15. Juli 2025)

„60 Minutes“-Porträt 2012: Magnus Carlsen, der „Mozart des Schachs“

Quelle: CBS „60 Minutes“, 2012

Das US-Magazin 60 Minutes stellte 2012 den damals 21-jährigen Magnus Carlsen als das jüngste Schachgenie an der Spitze der Weltrangliste vor. Carlsen, der schon mit fünf Jahren durch außergewöhnliches Gedächtnis auffiel, hatte sich früh aus Geschwisterrivalität zum Schach gefunden – und dominierte nun den Sport. Wegen seiner Leichtigkeit am Brett nannten ihn viele den „Mozart des Schachs“. „Ja, vielleicht“, kommentierte er, „aber wurde Mozart jemals gefragt, wie er das macht? … Es kommt mir einfach natürlich. Es ist das, was ich tue.“

Carlsen beeindruckte mit enormer Ausdauer und Intuition. Er konnte blind gegen zehn Spieler antreten, also 320 Figuren gleichzeitig im Kopf halten: „Man braucht das Brett nicht wirklich. Man kann es einfach behalten.“ Gleichzeitig zeigte er Raubtierinstinkt: „Ja, ich genieße es, wenn ich sehe, wie mein Gegner wirklich leidet … Das ist Krieg, oder?“ Niederlagen bedeuteten für ihn meist nur eines: den Wunsch nach sofortiger Rache.

Das Porträt rückte auch Carlsens Leben außerhalb des Bretts in den Blick. Er trainierte fast täglich körperlich, um seine Konzentration über Stunden halten zu können, führte aber ein eher einsames Leben mit rund 200 Reisetagen pro Jahr, stets begleitet von seinem Vater. Nebenbei modelte er und spielte leidenschaftlich Fußball. Finanziell brachte ihm sein Aufstieg rund 1,5 Millionen Dollar jährlich durch Sponsoren ein – ein neuer Maßstab im Schach.

Ein Höhepunkt war die Begegnung mit Garri Kasparow in Reykjavik, als Carlsen 13 war. Kasparow ließ ihn warten und grüßte nicht, doch der Junge ließ sich nicht beirren. Am Ende hielt er gegen den „größten Spieler aller Zeiten“ ein Remis – gefeiert wurde mit McDonald’s-Eiscreme.

Carlsen dachte auch über die Schattenseiten des Schachs nach. Das Schicksal von Bobby Fischer beunruhigte ihn: „Als ich den letzten Film über Bobby Fischer sah, dachte ich: Werde ich das in ein paar Jahren sein? … Ich glaube nicht, dass das passieren wird. Aber es ließ mich ein wenig nachdenken.“

Essen ist gleich fertig:

https://twitter.com/peterdoggers/status/1986390857465909721

Magnus Carlsen – Rebell mit Schnäuzer

Quelle: Lübecker Nachrichten (Abo)

Der Schnäuzer ist neu. In den nordischen Ländern, das habe Sebastian Siebrecht durchblicken lassent es, gilt er als Zeichen dafür, Vater geworden zu sein. Magnus Carlsen trägt den Moustache selbstbewusst – und wirkt damit fast wie ein anderer. Das berichten die Lübecker Nachrichten in einem Carlsen-Porträt aus Weissenhaus.

Der 35-jährige Norweger ist seit 2011 ununterbrochen die Nummer eins der Welt. Mit 22 wurde er Weltmeister, dominierte ein Jahrzehnt das klassische Schach und verzichtete vor drei Jahren nach fünf Titeln auf die weitere Titelverteidigung. Es sei ihm zu langweilig geworden. Seither sammelt er Titel in Schnell- und Blitzformaten und widmet sich mit besonderem Ehrgeiz dem Freestyle-Schach. Insgesamt stehen 20 Weltmeistertitel in seiner Bilanz.

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Globale Marke mit Unternehmergeist

Carlsen ist nicht nur Spitzenspieler, sondern Unternehmer. Gemanagt von seinem Vater Henrik Carlsen, hält er Beteiligungen an Schachplattformen über die Play Magnus Group und die Holding „Magnuschess“. Er ist Markenbotschafter von chess.com und kooperiert mit Unternehmen wie Mastercard, Puma und Unibet. Investitionen in Projekte wie Pawn/Fantasy Chess und Toca-Football erweitern sein Portfolio.

Er setzte Bill Gates öffentlich schachmatt, hatte einen Gastauftritt bei den „Simpsons“ und modelte für G-Star. Preisgelder spielen für ihn nur eine Nebenrolle.

Wissbegier und Wettkampfdrang

Großmeister Sebastian Siebrecht beschreibt Carlsen als außergewöhnlich wissbegierig. Schon als Kind habe er geografische Daten auswendig gekannt und sämtliche Schachbücher gelesen. Seine Stärke liege besonders im Endspiel, seine Intuition gelte als außergewöhnlich. Carlsen suche stets neue Herausforderungen und denke das Spiel weiter.

Regeln betrachtet er eigenständig. Beim sogenannten „Jeans-Gate“ der Schnellschach-WM 2024 trat er wegen eines Dresscode-Streits aus dem Wettbewerb zurück und versteigerte die beanstandete Hose später für 36.100 Dollar. Auch im Konflikt um den WM-Status von Weissenhaus fand er deutliche Worte.

Zwischen Tunnel und Familienleben

Gemeinsam mit Jan Henric Buettner und Holly Buettner gründete Carlsen die Freestyle GmbH und etablierte die Variante mit ausgeloster Anfangsstellung über einen weltweiten Grand Slam. In Weissenhaus war er Spieler und Mitveranstalter zugleich.

Privat zeigt er sich zurückhaltender als am Brett. Mit Familie und Sohn reist er zu Turnieren, plant Auszeiten in der Heimat. Spannung liebt er. Warten dagegen nicht – selbst dann nicht, wenn er mit Schnäuzer auf einer Ledercouch sitzt.

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