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Lyudmila Rudenko (1904-1986)

Eine Weltmeisterin, die heute kaum jemand kennt

Quelle: ChessBase – „Erinnerungen an Lyudmila Rudenko, 2. Weltmeisterin im Schach“, 5. März 2026, André Schulz

Der Name Lyudmila Rudenko ist heute selbst unter Schachfreunden wenig bekannt, obwohl sie eine zentrale Figur der frühen Weltmeisterschaftsgeschichte war. Das schreibt ChessBase. Rudenko wurde 1950 die zweite Schachweltmeisterin der Geschichte, zugleich die erste sowjetische und die erste ukrainische Titelträgerin.

Geboren 1904 in Lubny, lernte sie Schach von ihrem Vater und schlug bald ihre Lehrer. Zunächst betrieb sie mehrere Sportarten, gewann sogar die Schwimmmeisterschaft von Odessa, bevor sie sich intensiver dem Schach widmete. In Moskau und später Leningrad entwickelte sie unter Trainern wie Alexander Tolush einen aggressiven, taktischen Stil und etablierte sich in den sowjetischen Frauenmeisterschaften.

Eine prägende Episode ihres Lebens liegt außerhalb des Sports. Während des Zweiten Weltkriegs organisierte Rudenko unter Bombardierungen einen Zug und brachte 300 Kinder aus dem belagerten Leningrad in das 2000 Kilometer entfernte Ufa. Diese Rettungsaktion bezeichnete sie später selbst als ihre größte Lebensleistung.

1950 gewann sie in Moskau überraschend die Weltmeisterschaft und erhielt erstmals eine eigene Wohnung. Trotz sportlicher Erfolge lebte sie lange in Armut. Pokale verpfändete sie, ihre goldene Weltmeistermedaille ließ sie einschmelzen, um daraus Zahnkronen anfertigen zu lassen. Lyudmila Rudenko starb 1986; später erinnerten Gedenkturniere, eine Hall-of-Fame-Aufnahme und ein Google-Doodle an die zweite Weltmeisterin der Geschichte.

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