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Louis-Charles Mahé de La Bourdonnais (1795-1840)
Zitat von Conrad Schormann am 18. Juli 2026, 11:19 Uhrhttps://perlenvombodensee.de/2018/09/12/gegner-am-brett-nachbarn-im-grabe-der-erste-wm-kampf-1834/
https://perlenvombodensee.de/2020/02/29/von-anand-und-la-bourdonnais-lernen/
Zitat von Conrad Schormann am 18. Juli 2026, 11:22 UhrDer Meister, dessen Sterbeort und Todesursache bis heute umstritten sind
Quelle: Chess.com Blogs, „Hall of Fame #28: Charles De Labourdonnais", 17. Juli 2026, Kevin Smith
Kaum eine Spitzenfigur der frühen Schachgeschichte hinterlässt so viele offene Fragen wie Louis-Charles Mahé de La Bourdonnais. Selbst sein Geburtsort bleibt strittig – manche Quellen nennen die Insel Réunion im Indischen Ozean, andere Paris. Auch Todesjahr und -umstände lassen sich nicht sauber klären: Als Todesursache kommen Wassersucht oder eine Leberkrankheit infrage, während unklar bleibt, ob er verarmt starb oder noch über eine kleine Rente verfügte, nachdem seine Zeitschrift wegen seiner angeschlagenen Gesundheit über ein Jahr lang nicht mehr erschienen war. Das schreibt Kevin Smith.
Sechs Wettkämpfe gegen einen Rivalen ohne Gesicht
Bekannt wurde de La Bourdonnais vor allem durch seine sechs Wettkämpfe gegen Alexander McDonnell, aus denen er mit einer Gesamtbilanz von 46 Siegen, 13 Remis und 26 Niederlagen als Sieger hervorging. Von McDonnell selbst ist bis heute kein einziges Bild überliefert. Die 85 Partien der beiden Kontrahenten, zusammen rund 3.500 Einzelzüge, beschäftigten Kommentatoren von Paul Morphy bis Garri Kasparow über Generationen hinweg. Schon der zeitgenössische Analytiker Howard Staunton gestand ein, dass manche Stellungen selbst für einen erfahrenen Kommentator kaum zu durchdringen seien.
Der Titel als strittige Frage
Ob de La Bourdonnais tatsächlich der stärkste Spieler seiner Zeit war, lässt sich rückblickend nicht eindeutig beantworten. Historische Elo-Berechnungen (Edo Ratings) führen ihn erst ab 1835 als Nummer eins der Welt – zuvor hatte sein eigener Lehrmeister Alexandre Deschapelles diesen Rang inne, obwohl de La Bourdonnais ihn bereits ab 1821 in direkten Partien schlagen konnte. Nach de La Bourdonnais' Tod 1840 kehrte Deschapelles an die Spitze der Rangliste zurück. Der Abstand zwischen den beiden Spitzenreitern und dem drittplatzierten Spieler wuchs in diesen Jahren von rund 80 auf 100 Wertungspunkte – ein Hinweis darauf, wie klar sich diese beiden von der übrigen Konkurrenz absetzten.
Ein Lehrbuch, das seine Zeit überdauerte
1833 veröffentlichte de La Bourdonnais sein „Nouveau traité du jeu des échecs", ein Lehrbuch zu Eröffnungstheorie, Rätseln und Endspielen. Seine eigenen Analysen zeigen einen Spieler, der großen Wert auf regelmäßige Entwicklung der Figuren und den richtigen Zeitpunkt für den ersten entscheidenden Fehler legte: Fast immer entscheide sich eine Partie am ersten schlecht gespielten Zug, schrieb er, und der bloße Zugvorteil allein reiche nicht, um ein Spiel zu gewinnen. 1836 gründete er zudem „Le Palamède", die erste Schachzeitschrift überhaupt – eine Publikation, die nach zweijähriger krankheitsbedingter Unterbrechung von Pierre Saint-Amant und Méry bis 1847 fortgeführt wurde.
Widerlegung einer alten Theorie
In seinen Eröffnungsanalysen widmete sich de La Bourdonnais unter anderem der Philidor-Verteidigung und zeigte, dass deren charakteristischer Zug 3...f5 fehlerhaft war – eine Erkenntnis, die er erst 38 Jahre nach dem Tod von François-André Danican Philidor veröffentlichte. Diese langsame Weiterentwicklung der Eröffnungstheorie steht in auffälligem Kontrast zu heutigen Verhältnissen, in denen Computeranalysen neue Theorien fast augenblicklich widerlegen.
Der Meister, dessen Sterbeort und Todesursache bis heute umstritten sind
Quelle: Chess.com Blogs, „Hall of Fame #28: Charles De Labourdonnais", 17. Juli 2026, Kevin Smith
Kaum eine Spitzenfigur der frühen Schachgeschichte hinterlässt so viele offene Fragen wie Louis-Charles Mahé de La Bourdonnais. Selbst sein Geburtsort bleibt strittig – manche Quellen nennen die Insel Réunion im Indischen Ozean, andere Paris. Auch Todesjahr und -umstände lassen sich nicht sauber klären: Als Todesursache kommen Wassersucht oder eine Leberkrankheit infrage, während unklar bleibt, ob er verarmt starb oder noch über eine kleine Rente verfügte, nachdem seine Zeitschrift wegen seiner angeschlagenen Gesundheit über ein Jahr lang nicht mehr erschienen war. Das schreibt Kevin Smith.
Sechs Wettkämpfe gegen einen Rivalen ohne Gesicht
Bekannt wurde de La Bourdonnais vor allem durch seine sechs Wettkämpfe gegen Alexander McDonnell, aus denen er mit einer Gesamtbilanz von 46 Siegen, 13 Remis und 26 Niederlagen als Sieger hervorging. Von McDonnell selbst ist bis heute kein einziges Bild überliefert. Die 85 Partien der beiden Kontrahenten, zusammen rund 3.500 Einzelzüge, beschäftigten Kommentatoren von Paul Morphy bis Garri Kasparow über Generationen hinweg. Schon der zeitgenössische Analytiker Howard Staunton gestand ein, dass manche Stellungen selbst für einen erfahrenen Kommentator kaum zu durchdringen seien.
Der Titel als strittige Frage
Ob de La Bourdonnais tatsächlich der stärkste Spieler seiner Zeit war, lässt sich rückblickend nicht eindeutig beantworten. Historische Elo-Berechnungen (Edo Ratings) führen ihn erst ab 1835 als Nummer eins der Welt – zuvor hatte sein eigener Lehrmeister Alexandre Deschapelles diesen Rang inne, obwohl de La Bourdonnais ihn bereits ab 1821 in direkten Partien schlagen konnte. Nach de La Bourdonnais' Tod 1840 kehrte Deschapelles an die Spitze der Rangliste zurück. Der Abstand zwischen den beiden Spitzenreitern und dem drittplatzierten Spieler wuchs in diesen Jahren von rund 80 auf 100 Wertungspunkte – ein Hinweis darauf, wie klar sich diese beiden von der übrigen Konkurrenz absetzten.
Ein Lehrbuch, das seine Zeit überdauerte
1833 veröffentlichte de La Bourdonnais sein „Nouveau traité du jeu des échecs", ein Lehrbuch zu Eröffnungstheorie, Rätseln und Endspielen. Seine eigenen Analysen zeigen einen Spieler, der großen Wert auf regelmäßige Entwicklung der Figuren und den richtigen Zeitpunkt für den ersten entscheidenden Fehler legte: Fast immer entscheide sich eine Partie am ersten schlecht gespielten Zug, schrieb er, und der bloße Zugvorteil allein reiche nicht, um ein Spiel zu gewinnen. 1836 gründete er zudem „Le Palamède", die erste Schachzeitschrift überhaupt – eine Publikation, die nach zweijähriger krankheitsbedingter Unterbrechung von Pierre Saint-Amant und Méry bis 1847 fortgeführt wurde.
Widerlegung einer alten Theorie
In seinen Eröffnungsanalysen widmete sich de La Bourdonnais unter anderem der Philidor-Verteidigung und zeigte, dass deren charakteristischer Zug 3...f5 fehlerhaft war – eine Erkenntnis, die er erst 38 Jahre nach dem Tod von François-André Danican Philidor veröffentlichte. Diese langsame Weiterentwicklung der Eröffnungstheorie steht in auffälligem Kontrast zu heutigen Verhältnissen, in denen Computeranalysen neue Theorien fast augenblicklich widerlegen.




