Forum
Jan Henric Buettner
Zitat von Conrad Schormann am 2. Juni 2025, 9:12 UhrJan Henric Buettner, Unternehmer und Gründer der Freestyle Chess Grand Slams, sieht sich selbst als Schach-Revolutionär. Inspiriert durch seine 101-jährige Großtante begann er sich für Schach zu interessieren – fand die Inszenierung aber völlig verstaubt und langweilig. Als Kontrast dazu nennt er die Show der Formel 1 mit viel Glanz, Promis und Party.
Buettner wollte das ändern und sprach Superstar Magnus Carlsen darauf an, was er sich wünschen würde. Carlsen schlug „Fischer Random 960“ mit Topspielern vor – also eine Variante mit gelosten Anfangsstellungen. Buettner wollte das Konzept als „Freestyle Chess“ umsetzen, kombiniert mit Showelementen wie Teamfarben, Live-Pulsmessung, Confession Booths und Tandem-Partien mit Promis.
Gegenwind kam von der FIDE, die den Begriff „Weltmeisterschaft“ untersagte und Geld forderte. Buettner nennt die FIDE „korrupter als die Fifa“ und spricht von Schutzgeld-Mentalität: „Ich wollte kein Geld für Nichts bezahlen.“ Trotz aller Hindernisse investierte er zwei Millionen Euro ins erste Turnier und sammelte danach rund 20 Millionen Dollar ein.
Freestyle Chess richtet sich mit hohen Preisgeldern (750.000 Euro pro Turnier, 200.000 Euro für den Sieger) gezielt an die Weltelite, darunter Carlsen, Nakamura, Caruana, aber auch junge Talente. Mindestens die Hälfte der Spieler muss sich qualifizieren, nicht jeder wird eingeladen. Das Ziel ist eine spektakuläre, publikumswirksame Inszenierung – nach dem Vorbild der Formel 1, aber exklusiver und hochwertiger.
Quelle: WELT, Interview „Schach-Revoluzzer Buettner – Der Internationale Schachverband ist ja korrupter als die Fifa“, 1.6.2025.
Jan Henric Buettner, Unternehmer und Gründer der Freestyle Chess Grand Slams, sieht sich selbst als Schach-Revolutionär. Inspiriert durch seine 101-jährige Großtante begann er sich für Schach zu interessieren – fand die Inszenierung aber völlig verstaubt und langweilig. Als Kontrast dazu nennt er die Show der Formel 1 mit viel Glanz, Promis und Party.
Buettner wollte das ändern und sprach Superstar Magnus Carlsen darauf an, was er sich wünschen würde. Carlsen schlug „Fischer Random 960“ mit Topspielern vor – also eine Variante mit gelosten Anfangsstellungen. Buettner wollte das Konzept als „Freestyle Chess“ umsetzen, kombiniert mit Showelementen wie Teamfarben, Live-Pulsmessung, Confession Booths und Tandem-Partien mit Promis.
Gegenwind kam von der FIDE, die den Begriff „Weltmeisterschaft“ untersagte und Geld forderte. Buettner nennt die FIDE „korrupter als die Fifa“ und spricht von Schutzgeld-Mentalität: „Ich wollte kein Geld für Nichts bezahlen.“ Trotz aller Hindernisse investierte er zwei Millionen Euro ins erste Turnier und sammelte danach rund 20 Millionen Dollar ein.
Freestyle Chess richtet sich mit hohen Preisgeldern (750.000 Euro pro Turnier, 200.000 Euro für den Sieger) gezielt an die Weltelite, darunter Carlsen, Nakamura, Caruana, aber auch junge Talente. Mindestens die Hälfte der Spieler muss sich qualifizieren, nicht jeder wird eingeladen. Das Ziel ist eine spektakuläre, publikumswirksame Inszenierung – nach dem Vorbild der Formel 1, aber exklusiver und hochwertiger.
Quelle: WELT, Interview „Schach-Revoluzzer Buettner – Der Internationale Schachverband ist ja korrupter als die Fifa“, 1.6.2025.
Zitat von Conrad Schormann am 22. Juni 2025, 9:53 UhrBuettner empfiehlt: Wer klug ist, kauft Freestyle Chess jetzt
Quelle: RedaktionsNetzwerk Deutschland, Marco Nehmer, 21. Juni 2025Jan Henric Buettner, der Unternehmer hinter der Freestyle-Chess-Revolution, rechnet mit einem schnellen Verkauf seines Schachprojekts – und rät zum Einstieg: „Wenn jemand schlau ist, kauft er das relativ bald – für ein paar hundert Millionen.“ Denn was 2024 als glanzvolles Turnier mit Magnus Carlsen in Weissenhaus begann, hat sich längst zur globalen Serie entwickelt. Buettner zieht sich zurück, will seine Firma im Juli abgeben, aber ist überzeugt: Freestyle Chess hat Potenzial – als Format, als Marke, als Investment.
https://youtu.be/YZeNo7NH2M8
Was ihn mit Carlsen verbindet, ist mehr als geschäftliches Kalkül. Der Norweger, einst zehn Jahre lang Weltmeister, war der Auslöser für Buettners Einstieg in die Schachwelt. Als sie sich erstmals trafen, sagte Carlsen nur: „Wenn ich spielen soll, dann Fischer Random – auf höchstem Niveau, mit klassischer Bedenkzeit.“ Buettner verstand zunächst nichts – „klang wie ein Erkältungsmittel“ –, doch er begriff schnell: Hier war etwas Frisches, Unverbrauchtes. Er gab dem Kind einen neuen Namen: Freestyle Chess.
Der Name ist Programm. Statt bloß Partien zu übertragen, inszeniert Buettner mit seinem Team das Ganze wie ein Formel-1-Event: Kameraeinstellungen, Persönlichkeitsgeschichten, Emotionen. Für ihn sei Schach visuell so öde wie Rennwagen, die im Kreis fahren – entscheidend sei der Kontext. Und mit Magnus Carlsen hat er den vielleicht besten Erzähler überhaupt.
Heute ist Freestyle Chess auf dem Weg zur Etablierung. Die Grand-Slam-Serie tourt durch Weissenhaus, Paris, Las Vegas und Kapstadt, die FIDE schaut nervös zu. Buettner dagegen plant schon seinen Ausstieg. Seine Mission sieht er als erfüllt an: Carlsen habe wieder Freude am Spiel, Freestyle Chess sei in der Welt – und für Buettner selbst warten neue Projekte. Weissenhaus, sein Luxusresort an der Ostsee, ist bereits zum Verkauf ausgeschrieben. Auch hier geht es um viele Millionen.
https://perlenvombodensee.de/2025/03/28/spiellokal-zu-verkaufen/
Buettner empfiehlt: Wer klug ist, kauft Freestyle Chess jetzt
Quelle: RedaktionsNetzwerk Deutschland, Marco Nehmer, 21. Juni 2025
Jan Henric Buettner, der Unternehmer hinter der Freestyle-Chess-Revolution, rechnet mit einem schnellen Verkauf seines Schachprojekts – und rät zum Einstieg: „Wenn jemand schlau ist, kauft er das relativ bald – für ein paar hundert Millionen.“ Denn was 2024 als glanzvolles Turnier mit Magnus Carlsen in Weissenhaus begann, hat sich längst zur globalen Serie entwickelt. Buettner zieht sich zurück, will seine Firma im Juli abgeben, aber ist überzeugt: Freestyle Chess hat Potenzial – als Format, als Marke, als Investment.
Was ihn mit Carlsen verbindet, ist mehr als geschäftliches Kalkül. Der Norweger, einst zehn Jahre lang Weltmeister, war der Auslöser für Buettners Einstieg in die Schachwelt. Als sie sich erstmals trafen, sagte Carlsen nur: „Wenn ich spielen soll, dann Fischer Random – auf höchstem Niveau, mit klassischer Bedenkzeit.“ Buettner verstand zunächst nichts – „klang wie ein Erkältungsmittel“ –, doch er begriff schnell: Hier war etwas Frisches, Unverbrauchtes. Er gab dem Kind einen neuen Namen: Freestyle Chess.
Der Name ist Programm. Statt bloß Partien zu übertragen, inszeniert Buettner mit seinem Team das Ganze wie ein Formel-1-Event: Kameraeinstellungen, Persönlichkeitsgeschichten, Emotionen. Für ihn sei Schach visuell so öde wie Rennwagen, die im Kreis fahren – entscheidend sei der Kontext. Und mit Magnus Carlsen hat er den vielleicht besten Erzähler überhaupt.
Heute ist Freestyle Chess auf dem Weg zur Etablierung. Die Grand-Slam-Serie tourt durch Weissenhaus, Paris, Las Vegas und Kapstadt, die FIDE schaut nervös zu. Buettner dagegen plant schon seinen Ausstieg. Seine Mission sieht er als erfüllt an: Carlsen habe wieder Freude am Spiel, Freestyle Chess sei in der Welt – und für Buettner selbst warten neue Projekte. Weissenhaus, sein Luxusresort an der Ostsee, ist bereits zum Verkauf ausgeschrieben. Auch hier geht es um viele Millionen.
Zitat von Conrad Schormann am 27. Juni 2025, 8:49 UhrDelhi-Turnier gestrichen – Buettner übergibt CEO-Rolle, bleibt aber strategischer Kopf der Tour
Quelle: Chess.com, 26. Juni 2025 (Tarjei J. Svensen)
Das für September geplante Freestyle Chess Grand Slam Turnier in Delhi ist offiziell abgesagt. Wie Mitgründer Jan Henric Buettner gegenüber Chess.com bestätigte, fehlt es nicht an Geld, sondern an verlässlichen Mitveranstaltern vor Ort. Schon vor Monaten hatten indische Medien berichtet, dass das Event wackelt. Zuletzt verschwand es kommentarlos von der offiziellen Website – jetzt folgt die Bestätigung.
Die Absage ist ein Rückschlag für die Expansionspläne der Tour, die Indien mit seiner wachsenden Schachszene fest im Blick hatte. Doch statt Delhi soll nun „etwas Besonderes“ stattfinden, so Buettner. Was genau geplant ist, will man erst nach dem Turnier in Las Vegas (16.–20. Juli) bekannt geben.
Zugleich gab Buettner bekannt, dass er zum 1. Juli den Posten als CEO abgibt. Die operative Leitung übernimmt Thomas Harsch. Buettner bleibt jedoch als Mitgründer im Board und hält weiterhin die Fäden in der Hand. Dass er sich zurückziehen würde, war lange bekannt: Schon vor Tourbeginn hatte er erklärt, sich auf Strategie und Vision konzentrieren zu wollen, sobald die Serie angelaufen sei.
Das nächste Grand-Slam-Turnier findet wie geplant in Las Vegas statt. Der Abschluss der Saison ist für Dezember in Kapstadt geplant.
Delhi-Turnier gestrichen – Buettner übergibt CEO-Rolle, bleibt aber strategischer Kopf der Tour
Quelle: Chess.com, 26. Juni 2025 (Tarjei J. Svensen)
Das für September geplante Freestyle Chess Grand Slam Turnier in Delhi ist offiziell abgesagt. Wie Mitgründer Jan Henric Buettner gegenüber Chess.com bestätigte, fehlt es nicht an Geld, sondern an verlässlichen Mitveranstaltern vor Ort. Schon vor Monaten hatten indische Medien berichtet, dass das Event wackelt. Zuletzt verschwand es kommentarlos von der offiziellen Website – jetzt folgt die Bestätigung.
Die Absage ist ein Rückschlag für die Expansionspläne der Tour, die Indien mit seiner wachsenden Schachszene fest im Blick hatte. Doch statt Delhi soll nun „etwas Besonderes“ stattfinden, so Buettner. Was genau geplant ist, will man erst nach dem Turnier in Las Vegas (16.–20. Juli) bekannt geben.
Zugleich gab Buettner bekannt, dass er zum 1. Juli den Posten als CEO abgibt. Die operative Leitung übernimmt Thomas Harsch. Buettner bleibt jedoch als Mitgründer im Board und hält weiterhin die Fäden in der Hand. Dass er sich zurückziehen würde, war lange bekannt: Schon vor Tourbeginn hatte er erklärt, sich auf Strategie und Vision konzentrieren zu wollen, sobald die Serie angelaufen sei.
Das nächste Grand-Slam-Turnier findet wie geplant in Las Vegas statt. Der Abschluss der Saison ist für Dezember in Kapstadt geplant.
Zitat von Conrad Schormann am 23. Januar 2026, 12:55 UhrWeissenhaus bleibt in Buettners Hand – Luxusresort setzt auf digitale Anleihen statt Verkauf
Das Weissenhaus Private Nature Luxury Resort an der Ostsee wird nicht verkauft, sondern über neue Wege finanziert. Eigentümer Jan Henric Buettner hat sich entschieden, das Resort langfristig weiterzuentwickeln und dafür den Kapitalmarkt zu nutzen. Ein früheres Verkaufsangebot über rund 185 Millionen Euro ist vom Markt verschwunden. Stattdessen arbeitet Weissenhaus nun mit der Finexity Group zusammen, einem Anbieter für digitale Finanzierungen.
https://perlenvombodensee.de/2025/03/28/spiellokal-zu-verkaufen/
Konkret geht es um Anleihen. Eine Anleihe ist vereinfacht gesagt ein Kredit, den viele Anleger gemeinsam geben. Das Unternehmen erhält Geld, die Anleger bekommen dafür Zinsen. Bei Weissenhaus läuft diese Anleihe in einer tokenisierten Form. Das bedeutet: Die Rechte und Pflichten aus der Anleihe werden digital abgebildet, technisch über eine Blockchain. Für Anleger ändert sich am Prinzip wenig, der Prozess wird aber transparenter und effizienter.
Die erste Anleihe hat ein Volumen von 1,5 Millionen Euro und ist durch eine Grundschuld abgesichert – also durch einen Eintrag im Grundbuch. Das senkt das Risiko für Anleger. Das Geld soll unter anderem in neue Zimmer, Möbel und die Ausstattung des Resorts fließen. Diese Runde richtet sich vor allem an private Anleger. Wegen der hohen Nachfrage ist bereits eine zweite Finanzierung geplant, diesmal mit bis zu 20 Millionen Euro und stärkerem Fokus auf institutionelle Investoren wie Fonds oder Vermögensverwalter.
Parallel dazu hat Weissenhaus seine interne Struktur verändert. Seit dem Spätsommer 2025 arbeitet ein neues Managementteam mit internationaler Erfahrung, unterstützt von einem Beirat. Ziel ist es, Betrieb und Investitionen professioneller aufzustellen und weiteres Wachstum vorzubereiten.
Buettner betont, dass Weissenhaus kein kurzfristiges Projekt ist. Das Resort soll in seinem Besitz bleiben. Die Finanzierung über Anleihen ermöglicht Investitionen, ohne die Kontrolle abzugeben. Weissenhaus dient damit als Beispiel dafür, wie Luxushotels neue, digitale Finanzierungsmodelle nutzen, statt klassische Kredite aufzunehmen oder ganz verkauft zu werden.
Quellen:
https://www.hotelvor9.de/inside/weissenhaus-setzt-auf-finanzierung-statt-verkauf
https://www.tageskarte.io/hotellerie/detail/weissenhaus-resort-setzt-auf-digitale-finanzierungsmodelle.html
https://www.boersen-zeitung.de/ticker/finexity-ag-finexity-gewinnt-mandat-als-lead-investment-manager-fuer-weissenhaus-luxusresorts-kapitalmarktbegleitung-fuer-weissenhaus-neu-gedacht
Weissenhaus bleibt in Buettners Hand – Luxusresort setzt auf digitale Anleihen statt Verkauf
Das Weissenhaus Private Nature Luxury Resort an der Ostsee wird nicht verkauft, sondern über neue Wege finanziert. Eigentümer Jan Henric Buettner hat sich entschieden, das Resort langfristig weiterzuentwickeln und dafür den Kapitalmarkt zu nutzen. Ein früheres Verkaufsangebot über rund 185 Millionen Euro ist vom Markt verschwunden. Stattdessen arbeitet Weissenhaus nun mit der Finexity Group zusammen, einem Anbieter für digitale Finanzierungen.
Konkret geht es um Anleihen. Eine Anleihe ist vereinfacht gesagt ein Kredit, den viele Anleger gemeinsam geben. Das Unternehmen erhält Geld, die Anleger bekommen dafür Zinsen. Bei Weissenhaus läuft diese Anleihe in einer tokenisierten Form. Das bedeutet: Die Rechte und Pflichten aus der Anleihe werden digital abgebildet, technisch über eine Blockchain. Für Anleger ändert sich am Prinzip wenig, der Prozess wird aber transparenter und effizienter.
Die erste Anleihe hat ein Volumen von 1,5 Millionen Euro und ist durch eine Grundschuld abgesichert – also durch einen Eintrag im Grundbuch. Das senkt das Risiko für Anleger. Das Geld soll unter anderem in neue Zimmer, Möbel und die Ausstattung des Resorts fließen. Diese Runde richtet sich vor allem an private Anleger. Wegen der hohen Nachfrage ist bereits eine zweite Finanzierung geplant, diesmal mit bis zu 20 Millionen Euro und stärkerem Fokus auf institutionelle Investoren wie Fonds oder Vermögensverwalter.
Parallel dazu hat Weissenhaus seine interne Struktur verändert. Seit dem Spätsommer 2025 arbeitet ein neues Managementteam mit internationaler Erfahrung, unterstützt von einem Beirat. Ziel ist es, Betrieb und Investitionen professioneller aufzustellen und weiteres Wachstum vorzubereiten.
Buettner betont, dass Weissenhaus kein kurzfristiges Projekt ist. Das Resort soll in seinem Besitz bleiben. Die Finanzierung über Anleihen ermöglicht Investitionen, ohne die Kontrolle abzugeben. Weissenhaus dient damit als Beispiel dafür, wie Luxushotels neue, digitale Finanzierungsmodelle nutzen, statt klassische Kredite aufzunehmen oder ganz verkauft zu werden.
Quellen:
https://www.hotelvor9.de/inside/weissenhaus-setzt-auf-finanzierung-statt-verkauf
https://www.tageskarte.io/hotellerie/detail/weissenhaus-resort-setzt-auf-digitale-finanzierungsmodelle.html
https://www.boersen-zeitung.de/ticker/finexity-ag-finexity-gewinnt-mandat-als-lead-investment-manager-fuer-weissenhaus-luxusresorts-kapitalmarktbegleitung-fuer-weissenhaus-neu-gedacht
Zitat von Conrad Schormann am 14. März 2026, 12:09 UhrJan Henric Buettner stoppt die Freestyle-Tour – und verweist auf Zurückhaltung der Spitzenspieler
Interviewpartner: Jan Henric Buettner – Interviewer: Greg Mustreader – Format/Medium: YouTube – 11.3.2026
Der große Sprung zu einer eigenständigen Freestyle-Schachserie scheitert nach Ansicht von Jan Henric Buettner derzeit vor allem an den Spielern selbst. Viele Spitzenspieler dächten noch nicht wie Athleten einer gemeinsamen Profiliga, sondern als einzelne Turnierspieler. Das sagte Jan Henric Buettner im Gespräch mit Greg Mustreader.
https://youtu.be/4qLJHs2J-KY
Buettner beschreibt das an einem prominenten Beispiel. Hikaru Nakamura habe Einladungen erhalten, sich aber bewusst dagegen entschieden. Nakamura habe ihm persönlich erklärt, sein Marktwert könne sinken, wenn er in einem starken Feld nicht gewinne. Lieber wolle er als früherer Freestyle-Champion in Erinnerung bleiben. Für Buettner zeigt dieser Fall, warum eine geschlossene Tour derzeit schwer umzusetzen ist. Eine Serie brauche Stars, die sich exklusiv an das Format binden. Genau diese Bereitschaft fehle bislang. Darum sieht er eine mögliche Rückkehr zum Tour-Modell frühestens in einigen Jahren.
Hohe Kosten, weniger Turniere
Ein zweiter Grund liegt für Buettner in den Kosten. Die Turniere in Las Vegas und Paris hätten jeweils zwischen vier und fünf Millionen Dollar gekostet. Insgesamt habe die Tour rund 25 Millionen Dollar verschlungen. Für eine zweite Saison habe es weder bei bestehenden noch bei neuen Investoren Bereitschaft gegeben, weitere 25 bis 30 Millionen Dollar zu investieren.
Stattdessen konzentriert sich das Projekt nun auf eine andere Struktur: eine jährliche Freestyle-Weltmeisterschaft in Weissenhaus, ergänzt durch Online-Formate wie „Freestyle Fridays“ und einzelne Show-Events. Diese Form senke den finanziellen Druck und gebe mehr Zeit für Sponsoren und Vermarktung.
Zusammenarbeit mit der FIDE
Breiten Raum nimmt im Gespräch die Beziehung zur FIDE ein. Buettner berichtet, dass er bereits 2024 mit Arkady Dvorkovich eine fast fertige Vereinbarung ausgehandelt hatte. Kurz vor der Unterzeichnung zog die FIDE jedoch zurück. Warum, sagt Buettner, sei ihm bis heute unklar.
Erst Monate später näherten sich beide Seiten wieder an. Bei einem Treffen in Katar griffen sie die alten Verhandlungen erneut auf. Weil die Grundlage bereits ausgearbeitet war, kam es rasch zu einer Einigung. Ein zentraler Punkt war die Forderung der FIDE nach offenen Qualifikationswegen. Daraus entstand das heutige System mit Qualifikationsturnieren und ohne Wildcards.
Freestyle als neues Format
Buettner beschreibt Freestyle-Schach als Versuch, das Spiel stärker für Zuschauer aufzubereiten. Gemeinsam mit Magnus Carlsen entstand die Idee einer Serie auf Basis von Fischer Random. Den Namen „Freestyle“ wählte Buettner selbst, weil er ihn für verständlicher hält.
Für ihn geht es dabei weniger um die genaue Regelvariante als um die Präsentation. Kürzere Partien, Kommentare, Einblicke hinter die Kulissen und stärkere Geschichten über die Spieler sollen das Spiel für ein breiteres Publikum öffnen. Buettner sieht darin ein großes Potenzial. Schach habe weltweit hunderte Millionen Interessierte, wirke im Markt aber nach seiner Ansicht deutlich kleiner. Freestyle-Schach soll diese Lücke schließen – zunächst mit einer jährlichen Weltmeisterschaft und möglicherweise später wieder mit einer globalen Tour.
Jan Henric Buettner stoppt die Freestyle-Tour – und verweist auf Zurückhaltung der Spitzenspieler
Interviewpartner: Jan Henric Buettner – Interviewer: Greg Mustreader – Format/Medium: YouTube – 11.3.2026
Der große Sprung zu einer eigenständigen Freestyle-Schachserie scheitert nach Ansicht von Jan Henric Buettner derzeit vor allem an den Spielern selbst. Viele Spitzenspieler dächten noch nicht wie Athleten einer gemeinsamen Profiliga, sondern als einzelne Turnierspieler. Das sagte Jan Henric Buettner im Gespräch mit Greg Mustreader.
Buettner beschreibt das an einem prominenten Beispiel. Hikaru Nakamura habe Einladungen erhalten, sich aber bewusst dagegen entschieden. Nakamura habe ihm persönlich erklärt, sein Marktwert könne sinken, wenn er in einem starken Feld nicht gewinne. Lieber wolle er als früherer Freestyle-Champion in Erinnerung bleiben. Für Buettner zeigt dieser Fall, warum eine geschlossene Tour derzeit schwer umzusetzen ist. Eine Serie brauche Stars, die sich exklusiv an das Format binden. Genau diese Bereitschaft fehle bislang. Darum sieht er eine mögliche Rückkehr zum Tour-Modell frühestens in einigen Jahren.
Hohe Kosten, weniger Turniere
Ein zweiter Grund liegt für Buettner in den Kosten. Die Turniere in Las Vegas und Paris hätten jeweils zwischen vier und fünf Millionen Dollar gekostet. Insgesamt habe die Tour rund 25 Millionen Dollar verschlungen. Für eine zweite Saison habe es weder bei bestehenden noch bei neuen Investoren Bereitschaft gegeben, weitere 25 bis 30 Millionen Dollar zu investieren.
Stattdessen konzentriert sich das Projekt nun auf eine andere Struktur: eine jährliche Freestyle-Weltmeisterschaft in Weissenhaus, ergänzt durch Online-Formate wie „Freestyle Fridays“ und einzelne Show-Events. Diese Form senke den finanziellen Druck und gebe mehr Zeit für Sponsoren und Vermarktung.
Zusammenarbeit mit der FIDE
Breiten Raum nimmt im Gespräch die Beziehung zur FIDE ein. Buettner berichtet, dass er bereits 2024 mit Arkady Dvorkovich eine fast fertige Vereinbarung ausgehandelt hatte. Kurz vor der Unterzeichnung zog die FIDE jedoch zurück. Warum, sagt Buettner, sei ihm bis heute unklar.
Erst Monate später näherten sich beide Seiten wieder an. Bei einem Treffen in Katar griffen sie die alten Verhandlungen erneut auf. Weil die Grundlage bereits ausgearbeitet war, kam es rasch zu einer Einigung. Ein zentraler Punkt war die Forderung der FIDE nach offenen Qualifikationswegen. Daraus entstand das heutige System mit Qualifikationsturnieren und ohne Wildcards.
Freestyle als neues Format
Buettner beschreibt Freestyle-Schach als Versuch, das Spiel stärker für Zuschauer aufzubereiten. Gemeinsam mit Magnus Carlsen entstand die Idee einer Serie auf Basis von Fischer Random. Den Namen „Freestyle“ wählte Buettner selbst, weil er ihn für verständlicher hält.
Für ihn geht es dabei weniger um die genaue Regelvariante als um die Präsentation. Kürzere Partien, Kommentare, Einblicke hinter die Kulissen und stärkere Geschichten über die Spieler sollen das Spiel für ein breiteres Publikum öffnen. Buettner sieht darin ein großes Potenzial. Schach habe weltweit hunderte Millionen Interessierte, wirke im Markt aber nach seiner Ansicht deutlich kleiner. Freestyle-Schach soll diese Lücke schließen – zunächst mit einer jährlichen Weltmeisterschaft und möglicherweise später wieder mit einer globalen Tour.
Zitat von Conrad Schormann am 27. Juni 2026, 11:36 UhrFreestyle-Gründer Buettner kandidiert für FIDE-Präsidentschaft
Lübecker Nachrichten, 26. Juni 2026, Christian Gödecke
Jan Henric Buettner, Unternehmer und Mitgründer der Freestyle-Chess-Serie, will bei der Generalversammlung des Schach-Weltverbands FIDE am 26. und 27. September im usbekischen Samarkand für das Amt des Präsidenten kandidieren. Das berichtet die Lübecker Nachrichten. Als Vizepräsidentschaftskandidaten hat Buettner nach eigenen Angaben den Schachveranstalter und -funktionär Malcolm Pein gewonnen. Bewerbungen sind laut FIDE noch bis zum 26. Juli möglich.
Buettner kündigt an, keine klassische Wahlkampagne zu führen. Stattdessen will er in den kommenden Wochen persönliche Gespräche mit allen Mitgliedsverbänden führen. Den Kern seines Programms bildet die Stärkung der nationalen Verbände – ein Gegenentwurf zur bisherigen Führung unter dem amtierenden Präsidenten Arkadi Dworkowitsch. Weitere Programmpunkte umfassen die Förderung des Frauen- und Schulschachs, mehr Transparenz, digitale Innovation und den Ausbau kommerzieller Partnerschaften.
Vorgeschichte: Streit mit der FIDE
Buettner, der zusammen mit Ex-Weltmeister Magnus Carlsen die Freestyle-Serie gründete, hatte die FIDE 2024 als „korrupter als die FIFA" bezeichnet. Auslöser war der Streit um die Untersagung des Begriffs „Weltmeisterschaft" für die Freestyle-Variante. Zuletzt hatten sich Buettner und Dworkowitsch jedoch wieder angenähert. Buettner baute in den 1990er Jahren AOL Europe auf und investierte den Erlös des Verkaufs unter anderem in Gut Weissenhaus, das er zu einem Fünf-Sterne-Hotel ausbaute.
Freestyle-Gründer Buettner kandidiert für FIDE-Präsidentschaft
Lübecker Nachrichten, 26. Juni 2026, Christian Gödecke
Jan Henric Buettner, Unternehmer und Mitgründer der Freestyle-Chess-Serie, will bei der Generalversammlung des Schach-Weltverbands FIDE am 26. und 27. September im usbekischen Samarkand für das Amt des Präsidenten kandidieren. Das berichtet die Lübecker Nachrichten. Als Vizepräsidentschaftskandidaten hat Buettner nach eigenen Angaben den Schachveranstalter und -funktionär Malcolm Pein gewonnen. Bewerbungen sind laut FIDE noch bis zum 26. Juli möglich.
Buettner kündigt an, keine klassische Wahlkampagne zu führen. Stattdessen will er in den kommenden Wochen persönliche Gespräche mit allen Mitgliedsverbänden führen. Den Kern seines Programms bildet die Stärkung der nationalen Verbände – ein Gegenentwurf zur bisherigen Führung unter dem amtierenden Präsidenten Arkadi Dworkowitsch. Weitere Programmpunkte umfassen die Förderung des Frauen- und Schulschachs, mehr Transparenz, digitale Innovation und den Ausbau kommerzieller Partnerschaften.
Vorgeschichte: Streit mit der FIDE
Buettner, der zusammen mit Ex-Weltmeister Magnus Carlsen die Freestyle-Serie gründete, hatte die FIDE 2024 als „korrupter als die FIFA" bezeichnet. Auslöser war der Streit um die Untersagung des Begriffs „Weltmeisterschaft" für die Freestyle-Variante. Zuletzt hatten sich Buettner und Dworkowitsch jedoch wieder angenähert. Buettner baute in den 1990er Jahren AOL Europe auf und investierte den Erlös des Verkaufs unter anderem in Gut Weissenhaus, das er zu einem Fünf-Sterne-Hotel ausbaute.



