Karl-May-Verlag sucht Käufer
Zitat von Conrad Schormann am 13. April 2026, 12:59 UhrKarl-May-Verlag sucht Käufer: Ein Familienunternehmen ohne Nachfolger
Manager Magazin, 11. April 2026, Christoph Rottwilm (Abo)
Bernhard Schmid, 64, möchte sich aus dem Verlagsgeschäft zurückziehen – und findet keinen Käufer für den Karl-May-Verlag in Bamberg. Das berichtet Manager Magazin.
Schmid ist der Enkel des Mitgründers Euchar Albrecht Schmid, der den Verlag 1913 gemeinsam mit Karl Mays Witwe Klara May und dem früheren Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld ins Leben rief. Sein Vater Lothar Schmid, der 2013 starb, war nicht nur Verleger, sondern erlangte auch als Schachgroßmeister und international anerkannter Schachschiedsrichter Bekanntheit. Seit 2007 führt Bernhard Schmid das Unternehmen als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer.
Monothematischer Verlag, gesund aber rückläufig
Der Karl-May-Verlag ist ein Unikum im deutschen Verlagswesen: Sein Programm besteht nahezu ausschließlich aus dem Werk seines Namensgebers. Er ist der einzige Verlag, der das Gesamtwerk Karl Mays – 96 Bände – vollständig im Programm hält. Der Jahresumsatz liegt zwischen einer halben und einer Million Euro, der Gewinn zuletzt im fünfstelligen Bereich. Die Verkaufszahlen sind seit einigen Jahren rückläufig, das Unternehmen aber profitabel.
Zwei Verlagshäuser hätten bereits Interesse an einem Kauf signalisiert, seien aber zurückgetreten. Die Gründe sind Schmid zufolge unbekannt. Ein Gutachter hatte den Unternehmenswert vor einigen Jahren auf bis zu eine Million Euro geschätzt – eine Summe, die heute laut Schmid kaum noch zu erzielen sei.
Rassismus-Debatte half dem Verlag
Als 2022 der Ravensburger Verlag Kinderbücher zum Kinofilm Der junge Häuptling Winnetou nach einem öffentlichen Shitstorm zurückzog, stieg die Nachfrage nach Karl-May-Titeln vorübergehend an. Der Karl-May-Verlag war von der Debatte nicht direkt betroffen. Schmid zufolge griffen Leser möglicherweise zu, weil sie befürchteten, die Bücher könnten bald nicht mehr erhältlich sein.
Schmid betont, seine Motive seien nicht allein finanzieller Natur. Ohne den Verlag, so seine Einschätzung, würden künftig wohl nur noch die zehn bis zwanzig erfolgreichsten Bände auf dem Markt verfügbar sein – was die Karl-May-Welt ärmer machen würde.
Karl-May-Verlag sucht Käufer: Ein Familienunternehmen ohne Nachfolger
Manager Magazin, 11. April 2026, Christoph Rottwilm (Abo)
Bernhard Schmid, 64, möchte sich aus dem Verlagsgeschäft zurückziehen – und findet keinen Käufer für den Karl-May-Verlag in Bamberg. Das berichtet Manager Magazin.
Schmid ist der Enkel des Mitgründers Euchar Albrecht Schmid, der den Verlag 1913 gemeinsam mit Karl Mays Witwe Klara May und dem früheren Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld ins Leben rief. Sein Vater Lothar Schmid, der 2013 starb, war nicht nur Verleger, sondern erlangte auch als Schachgroßmeister und international anerkannter Schachschiedsrichter Bekanntheit. Seit 2007 führt Bernhard Schmid das Unternehmen als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer.
Monothematischer Verlag, gesund aber rückläufig
Der Karl-May-Verlag ist ein Unikum im deutschen Verlagswesen: Sein Programm besteht nahezu ausschließlich aus dem Werk seines Namensgebers. Er ist der einzige Verlag, der das Gesamtwerk Karl Mays – 96 Bände – vollständig im Programm hält. Der Jahresumsatz liegt zwischen einer halben und einer Million Euro, der Gewinn zuletzt im fünfstelligen Bereich. Die Verkaufszahlen sind seit einigen Jahren rückläufig, das Unternehmen aber profitabel.
Zwei Verlagshäuser hätten bereits Interesse an einem Kauf signalisiert, seien aber zurückgetreten. Die Gründe sind Schmid zufolge unbekannt. Ein Gutachter hatte den Unternehmenswert vor einigen Jahren auf bis zu eine Million Euro geschätzt – eine Summe, die heute laut Schmid kaum noch zu erzielen sei.
Rassismus-Debatte half dem Verlag
Als 2022 der Ravensburger Verlag Kinderbücher zum Kinofilm Der junge Häuptling Winnetou nach einem öffentlichen Shitstorm zurückzog, stieg die Nachfrage nach Karl-May-Titeln vorübergehend an. Der Karl-May-Verlag war von der Debatte nicht direkt betroffen. Schmid zufolge griffen Leser möglicherweise zu, weil sie befürchteten, die Bücher könnten bald nicht mehr erhältlich sein.
Schmid betont, seine Motive seien nicht allein finanzieller Natur. Ohne den Verlag, so seine Einschätzung, würden künftig wohl nur noch die zehn bis zwanzig erfolgreichsten Bände auf dem Markt verfügbar sein – was die Karl-May-Welt ärmer machen würde.

