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Josef Přibyl (1947-2026)

Josef Přibyl gestorben: IM, Navara-Trainer und langjähriger Bamberger

Der tschechische Internationale Meister Josef Přibyl ist am 29. Juni 2026 im Alter von 78 Jahren gestorben. Přibyl gehörte in den 1970er- und 1980er-Jahren zur Spitze des tschechoslowakischen Schachs, bildete später als Trainer den heutigen Großmeister David Navara aus und spielte über Jahrzehnte in deutschen Mannschaftswettbewerben – zuletzt mehr als 30 Jahre lang für den SC 1868 Bamberg, für den er bis zu seinem Tod aktiv blieb. Zwischenzeitlich spielte für den Brackweder SK am Spitzenbrett in der NRW-Klasse.

Přibyl kam mit zwölf Jahren zum Schach, wurde 1964 und 1965 tschechoslowakischer Jugendmeister und gewann zusätzlich einen Jugendtitel im Fernschach. 1970 verlieh ihm der Verband den Titel Meister des Sports, 1972 ernannte ihn die FIDE zum Internationalen Meister. Bei fünfzehn Teilnahmen am Finale der tschechoslowakischen Einzelmeisterschaft holte er 1983 Silber sowie 1971, 1972, 1980 und 1982 jeweils Bronze. International erreichte er 1972 beim Zonenturnier in Vrnjačka Banja den geteilten fünften Platz, 1976 beim IBM-Turnier in Amsterdam den geteilten ersten Platz und 1987 im stark besetzten Feld von Jūrmala Rang fünf. 1978 gewann er das Blitzturnier um den Pohár Rudého práva in Pilsen.

Für die Tschechoslowakei spielte Přibyl bei drei Schacholympiaden (Siegen 1970, Skopje 1972, Nizza 1974) und holte dabei insgesamt 17,5 Punkte aus 31 Partien; 1972 wurde die Mannschaft Vierter. Bei Mannschaftseuropameisterschaften trat er 1970, 1977 und 1980 an, 2008 gewann er mit der tschechischen Seniorenmannschaft in Dresden die Senioren-Mannschaftseuropameisterschaft.

Zusammen mit seiner Frau Růžena Přibylová leitete Přibyl seit 1966 zahlreiche Jugendtrainingslager; 1991 gründeten beide die Schachakademie Prag, an der auch Navara ausgebildet wurde. Als Autor veröffentlichte er mehrere Schachbücher. Eine Nebenvariante der Pirc-Verteidigung trägt zudem seinen Namen: Sie heißt Přibyl-Verteidigung oder Tschechische Verteidigung. 2024 nahm ihn der tschechische Schachverband in seine Ruhmeshalle auf.

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Auf Vereinsebene gewann Přibyl tschechoslowakische Meistertitel mit ÚDA Prag (1967, 1969) und mit Slavia Hradec Králové in der Saison 1976/77 – exakt das Team, das auf einem vom Hradecký deník veröffentlichten Erinnerungsfoto zu sehen ist. Mit Holdia DP Prag wurde er 2000/01 tschechischer Mannschaftsmeister. In Deutschland spielte er in der Schachbundesliga für Grundig Nürnberg und für Bamberg, wo er auch nach dessen Abstieg aus der Bundesliga aktiv blieb.

Der Hradecký deník würdigte Přibyl als langjähriges Mitglied von TJ Slavia Hradec Králové. Vereinskollege Lubomír Douděra sagte, er werde ihnen auf den 64 Feldern und darüber hinaus fehlen.

Maßgebliche Quellen:

https://hradecky.denik.cz/ostatni-sporty/smutna-zprava-navzdy-odesel-sachista-josef-pribyl/

https://www.nss.cz/zemrel-josef-pribyl,-mezinarodni-mistr-a-trener-davida-navary

https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_P%C5%99ibyl_(Schachspieler)

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