Jeffrey Rosenthal und der Streit um Hikaru Nakamuras Siegesserien
Zitat von Conrad Schormann am 25. Juli 2025, 10:50 UhrJeffrey Rosenthal und der Streit um Hikaru Nakamuras Siegesserien
Quelle: The Conversation (9. Juli 2025)Der Statistikprofessor Jeffrey S. Rosenthal (University of Toronto) beschreibt, wie er unvermittelt ins Zentrum eines weltweiten Schachstreits geriet. Erik Allebest, CEO von Chess.com, bat ihn im Sommer 2024 um eine unabhängige Analyse, nachdem Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik die extrem langen Siegesserien von Hikaru Nakamura auf der Plattform als statistisch höchst unwahrscheinlich und verdächtig bezeichnet hatte. Kramnik vermied zwar direkte Cheating-Vorwürfe, deutete sie aber an, was in der Schach-Community hitzige Debatten auslöste.
Rosenthal nutzte die von Chess.com bereitgestellten Ratings, entwickelte ein logistisches Modell, um Gewinnwahrscheinlichkeiten pro Partie zu berechnen, und überprüfte mit Monte-Carlo-Simulationen, wie ungewöhnlich Nakamuras Serien tatsächlich waren. Sein Ergebnis: Die extrem langen Serien – teils über 100 Siege – seien durch die hohen Gewinnwahrscheinlichkeiten gegen schwächere Gegner und die enorme Zahl an Partien erklärbar. Solche Serien träten in vielen Simulationen ebenfalls auf und seien deshalb kein statistischer Beleg für Unregelmäßigkeiten.
Die Veröffentlichung auf chess.com nach Rosenthals AnalyseChess.com veröffentlichte die Analyse, Nakamura unterstützte sie in einem Video. Kramnik reagierte mit zwei langen Video-Kritiken (29 und 59 Minuten), auf die Rosenthal in einem Nachtrag einging. Er überarbeitete seinen Bericht zu einer wissenschaftlichen Publikation, die in der Harvard Data Science Review erschien. Rosenthal betont, dass die Veröffentlichung seinem Gutachten ein formelles wissenschaftliches Gewicht verliehen habe und hofft, damit den Streit endgültig zu beruhigen.
Jeffrey Rosenthal und der Streit um Hikaru Nakamuras Siegesserien
Quelle: The Conversation (9. Juli 2025)
Der Statistikprofessor Jeffrey S. Rosenthal (University of Toronto) beschreibt, wie er unvermittelt ins Zentrum eines weltweiten Schachstreits geriet. Erik Allebest, CEO von Chess.com, bat ihn im Sommer 2024 um eine unabhängige Analyse, nachdem Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik die extrem langen Siegesserien von Hikaru Nakamura auf der Plattform als statistisch höchst unwahrscheinlich und verdächtig bezeichnet hatte. Kramnik vermied zwar direkte Cheating-Vorwürfe, deutete sie aber an, was in der Schach-Community hitzige Debatten auslöste.
Rosenthal nutzte die von Chess.com bereitgestellten Ratings, entwickelte ein logistisches Modell, um Gewinnwahrscheinlichkeiten pro Partie zu berechnen, und überprüfte mit Monte-Carlo-Simulationen, wie ungewöhnlich Nakamuras Serien tatsächlich waren. Sein Ergebnis: Die extrem langen Serien – teils über 100 Siege – seien durch die hohen Gewinnwahrscheinlichkeiten gegen schwächere Gegner und die enorme Zahl an Partien erklärbar. Solche Serien träten in vielen Simulationen ebenfalls auf und seien deshalb kein statistischer Beleg für Unregelmäßigkeiten.
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Die Veröffentlichung auf chess.com nach Rosenthals Analyse
Chess.com veröffentlichte die Analyse, Nakamura unterstützte sie in einem Video. Kramnik reagierte mit zwei langen Video-Kritiken (29 und 59 Minuten), auf die Rosenthal in einem Nachtrag einging. Er überarbeitete seinen Bericht zu einer wissenschaftlichen Publikation, die in der Harvard Data Science Review erschien. Rosenthal betont, dass die Veröffentlichung seinem Gutachten ein formelles wissenschaftliches Gewicht verliehen habe und hofft, damit den Streit endgültig zu beruhigen.