Inside the Mind of Bobby Fischer
Zitat von Conrad Schormann am 17. Januar 2026, 12:41 UhrAlles, was Bobby Fischer schrieb – erstmals gesammelt und erklärt
Quelle: Chessreads.com – Rezension zu „Inside the Mind of Bobby Fischer“ von Stjepan Tomić, 9. Januar 2026Die Rezension hebt ein Alleinstellungsmerkmal klar hervor: Bobby Fischer ist hier nicht Thema einzelner Bücher oder ausgewählter Texte, sondern in seiner gesamten schriftlichen Arbeit erstmals in einem Band greifbar. Genau das leistet John Donaldson mit Inside the Mind of Bobby Fischer. Er sammelt, ordnet und erklärt alles, was Fischer zwischen den späten 1950er- und frühen 1970er-Jahren geschrieben oder kommentiert hat – Bücher, Kolumnen, Artikel, Anmerkungen, Debatten.
Der Rezensent Stjepan Tomić macht deutlich, wie verstreut Fischers Texte zuvor waren und wie schwer sie sich zu einem Gesamtbild fügen ließen. Donaldson bringe diese Texte nicht nur zusammen, sondern liefere den nötigen Kontext: Wann entstand was? Für welches Publikum? Mit welcher Rolle Fischers? Das Ergebnis sei kein Archiv, sondern ein erklärtes Werk. Tomić betont, dass er trotz intensiver Beschäftigung mit Fischer überrascht war, wie wenig er Fischer als Autor zuvor wirklich verstanden hatte.
Die Rezension geht die vier Fischer-Bücher systematisch durch. Bobby Fischer’s Games of Chess (1959) hält Donaldson – entgegen mancher Zweifel – für Fischers eigene Arbeit. Fischer habe sonst stets korrekt Credits vergeben. Bobby Fischer Teaches Chess (1966) grenzt Donaldson klar ab: Fischer habe das Buch nicht geschrieben, sondern vor allem seinen Namen und die Forderung nach realistischen Stellungen beigesteuert. Im Zentrum steht My 60 Memorable Games, das Tomić als Fischers bestes Buch bezeichnet. Donaldson zeige, wie lange und zerrissen Fischer daran arbeitete – zwischen Perfektionismus und Angst, zu viel preiszugeben. Chess Meets of the Century (1971) schließt die Reihe ab.
Besonders stark findet Tomić die Kapitel zu Fischers Artikeln und Kolumnen. Donaldson listet und analysiert Texte aus Chess Life, Boys’ Life, American Chess Quarterly, dem Chess Informant und anderen Publikationen. Viele dieser Beiträge seien heute kaum bekannt. Erst hier werde sichtbar, wie konsequent Fischer alles las, analysierte und öffentlich korrigierte – auch sowjetische Analysen. Fischers Schreibstil erscheint dabei scharf, witzig und streitlustig, etwa in seinen Debatten mit Paul Keres.
Alles, was Bobby Fischer schrieb – erstmals gesammelt und erklärt
Quelle: Chessreads.com – Rezension zu „Inside the Mind of Bobby Fischer“ von Stjepan Tomić, 9. Januar 2026
Die Rezension hebt ein Alleinstellungsmerkmal klar hervor: Bobby Fischer ist hier nicht Thema einzelner Bücher oder ausgewählter Texte, sondern in seiner gesamten schriftlichen Arbeit erstmals in einem Band greifbar. Genau das leistet John Donaldson mit Inside the Mind of Bobby Fischer. Er sammelt, ordnet und erklärt alles, was Fischer zwischen den späten 1950er- und frühen 1970er-Jahren geschrieben oder kommentiert hat – Bücher, Kolumnen, Artikel, Anmerkungen, Debatten.
Der Rezensent Stjepan Tomić macht deutlich, wie verstreut Fischers Texte zuvor waren und wie schwer sie sich zu einem Gesamtbild fügen ließen. Donaldson bringe diese Texte nicht nur zusammen, sondern liefere den nötigen Kontext: Wann entstand was? Für welches Publikum? Mit welcher Rolle Fischers? Das Ergebnis sei kein Archiv, sondern ein erklärtes Werk. Tomić betont, dass er trotz intensiver Beschäftigung mit Fischer überrascht war, wie wenig er Fischer als Autor zuvor wirklich verstanden hatte.
Die Rezension geht die vier Fischer-Bücher systematisch durch. Bobby Fischer’s Games of Chess (1959) hält Donaldson – entgegen mancher Zweifel – für Fischers eigene Arbeit. Fischer habe sonst stets korrekt Credits vergeben. Bobby Fischer Teaches Chess (1966) grenzt Donaldson klar ab: Fischer habe das Buch nicht geschrieben, sondern vor allem seinen Namen und die Forderung nach realistischen Stellungen beigesteuert. Im Zentrum steht My 60 Memorable Games, das Tomić als Fischers bestes Buch bezeichnet. Donaldson zeige, wie lange und zerrissen Fischer daran arbeitete – zwischen Perfektionismus und Angst, zu viel preiszugeben. Chess Meets of the Century (1971) schließt die Reihe ab.
Besonders stark findet Tomić die Kapitel zu Fischers Artikeln und Kolumnen. Donaldson listet und analysiert Texte aus Chess Life, Boys’ Life, American Chess Quarterly, dem Chess Informant und anderen Publikationen. Viele dieser Beiträge seien heute kaum bekannt. Erst hier werde sichtbar, wie konsequent Fischer alles las, analysierte und öffentlich korrigierte – auch sowjetische Analysen. Fischers Schreibstil erscheint dabei scharf, witzig und streitlustig, etwa in seinen Debatten mit Paul Keres.
