Harry Schaack
Zitat von Conrad Schormann am 10. März 2026, 12:23 UhrSchach ist für Harry Schaack mehr als ein Spiel
Interviewpartner: Harry Schaack · Interviewer: Michael Busse · Format: Schachtalk · 22. Februar
Schach ist für Harry Schaack ein kulturelles Feld mit vielen Bedeutungen. Das sagte er jetzt im Gespräch mit Michael Busse. Gerade darin liegt für ihn der Kern seines Magazins Karl: Schach immer wieder aus neuen Blickwinkeln zu betrachten.
Schaack erklärt, dass Schach historisch sehr unterschiedlich gedeutet wurde. Es stand nicht nur für Kampf und Strategie, sondern im Mittelalter teils für gesellschaftliche Ordnung, teils sogar für Annäherung und Verbindung. In Literatur und Kunst tauche das Spiel seit Jahrhunderten in immer neuen Zusammenhängen auf. Für ihn macht gerade diese Vielschichtigkeit den Reiz aus. Schach sei zugleich Sport, Kunst und Wissenschaft.
https://youtu.be/FYmM91DSgRQ
Wie Karl arbeitet
Das Magazin Karl entstand aus einer Vereinszeitschrift, die es schon seit den 1980er Jahren gab. Seit 2001 erscheint es als Themenheft. Jede Ausgabe widmet sich einem Schwerpunkt. Diese Themen entstehen aus Jubiläen, Jahrestagen, Todesfällen oder anderen Anlässen. Manchmal gibt es keinen äußeren Anlass, sondern nur eine starke Idee.
Als Beispiel nennt Schaack das Heft über Außenseiter. Dort ging es um sehr verschiedene Formen des Außenseitertums – von Spielern wie José Raúl Capablanca, Garry Kasparow oder Vladimir Kramnik, die anfangs unterschätzt wurden, bis zu einem Gespräch mit Matthias Blübaum nach dessen Qualifikation für das Kandidatenturnier.
Print lebt, aber unter Druck
Schaack beschreibt das Heft als wirtschaftlich tragfähig. Alte Ausgaben verkaufen sich weiter gut, weil die Themen nicht schnell veralten. Nach seiner Schätzung stammen 30 bis 40 Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf älterer Hefte.
Gleichzeitig sieht er die Probleme des Printmarkts klar. Der Verkauf im Handel geht zurück, viele Leser schätzen aber weiterhin das gedruckte Heft. „Dieses Lesen hat auch was mit Haptik zu tun“, sagt er. Eine rein digitale Zeitschrift möchte er deshalb derzeit nicht machen.
Nähe zur Szene
Schaack besucht regelmäßig große Turniere, besonders gern Wijk aan Zee. Dort komme man leicht mit Spielern ins Gespräch. So entstehen Interviews, Fotos und Kontakte für spätere Hefte.
Besonders eindrücklich war für ihn ein langes Gespräch mit Helmut Pfleger. Zwei Tage lang sprach er mit ihm in München. Pfleger habe sehr offen erzählt und später nichts zurückgenommen. Solche Gespräche sind für Schaack ein wichtiger Teil seiner Arbeit.
WerbungAm Ende bleibt für ihn der entscheidende Punkt, dass Schach weit über das Brett hinausreicht. Genau daraus bezieht Karl seit 25 Jahren seinen Stoff.
Schach ist für Harry Schaack mehr als ein Spiel
Interviewpartner: Harry Schaack · Interviewer: Michael Busse · Format: Schachtalk · 22. Februar
Schach ist für Harry Schaack ein kulturelles Feld mit vielen Bedeutungen. Das sagte er jetzt im Gespräch mit Michael Busse. Gerade darin liegt für ihn der Kern seines Magazins Karl: Schach immer wieder aus neuen Blickwinkeln zu betrachten.
Schaack erklärt, dass Schach historisch sehr unterschiedlich gedeutet wurde. Es stand nicht nur für Kampf und Strategie, sondern im Mittelalter teils für gesellschaftliche Ordnung, teils sogar für Annäherung und Verbindung. In Literatur und Kunst tauche das Spiel seit Jahrhunderten in immer neuen Zusammenhängen auf. Für ihn macht gerade diese Vielschichtigkeit den Reiz aus. Schach sei zugleich Sport, Kunst und Wissenschaft.
Wie Karl arbeitet
Das Magazin Karl entstand aus einer Vereinszeitschrift, die es schon seit den 1980er Jahren gab. Seit 2001 erscheint es als Themenheft. Jede Ausgabe widmet sich einem Schwerpunkt. Diese Themen entstehen aus Jubiläen, Jahrestagen, Todesfällen oder anderen Anlässen. Manchmal gibt es keinen äußeren Anlass, sondern nur eine starke Idee.
Als Beispiel nennt Schaack das Heft über Außenseiter. Dort ging es um sehr verschiedene Formen des Außenseitertums – von Spielern wie José Raúl Capablanca, Garry Kasparow oder Vladimir Kramnik, die anfangs unterschätzt wurden, bis zu einem Gespräch mit Matthias Blübaum nach dessen Qualifikation für das Kandidatenturnier.
Print lebt, aber unter Druck
Schaack beschreibt das Heft als wirtschaftlich tragfähig. Alte Ausgaben verkaufen sich weiter gut, weil die Themen nicht schnell veralten. Nach seiner Schätzung stammen 30 bis 40 Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf älterer Hefte.
Gleichzeitig sieht er die Probleme des Printmarkts klar. Der Verkauf im Handel geht zurück, viele Leser schätzen aber weiterhin das gedruckte Heft. „Dieses Lesen hat auch was mit Haptik zu tun“, sagt er. Eine rein digitale Zeitschrift möchte er deshalb derzeit nicht machen.
Nähe zur Szene
Schaack besucht regelmäßig große Turniere, besonders gern Wijk aan Zee. Dort komme man leicht mit Spielern ins Gespräch. So entstehen Interviews, Fotos und Kontakte für spätere Hefte.
Besonders eindrücklich war für ihn ein langes Gespräch mit Helmut Pfleger. Zwei Tage lang sprach er mit ihm in München. Pfleger habe sehr offen erzählt und später nichts zurückgenommen. Solche Gespräche sind für Schaack ein wichtiger Teil seiner Arbeit.
Am Ende bleibt für ihn der entscheidende Punkt, dass Schach weit über das Brett hinausreicht. Genau daraus bezieht Karl seit 25 Jahren seinen Stoff.