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Vincent Keymer

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Keymer dominiert erneut Freestyle Chess – klarer Sieg bei „Freestyle Friday“

Vincent Keymer hat seine Stellung als einer der besten Freestyle-Schachspieler der Welt eindrucksvoll bestätigt. Beim Online-Turnier Freestyle Friday am 2. Mai 2025 gewann der 20-Jährige mit überragenden 10 Punkten aus 11 Runden – ein ganzer Punkt Vorsprung vor der Konkurrenz.

Einziger Schönheitsfehler: In Runde 6 verlor Keymer gegen Pranesh M – nicht auf dem Brett, sondern durch Zeitüberschreitung. Eine kuriose Szene, denn in der Stellung hätte ein einziger Zug gereicht, um zu gewinnen oder wenigstens Remis zu halten.

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Doch der Rückschlag war schnell vergessen. Keymer beendete das Turnier mit fünf Siegen in Folge – darunter eindrucksvolle Erfolge gegen Hans Niemann, Fabiano Caruana und Ian Nepomniachtchi. Besonders der Sieg gegen Caruana in Runde 10 war vorentscheidend: Beide hatten bis dahin 8 Punkte, doch Keymer zog davon und ließ sich in der letzten Runde nicht mehr stoppen.

Pranesh, Caruana und Maxime Vachier-Lagrave kamen mit je 9 Punkten ins Ziel, Meri Arabidze gewann den Frauenpreis mit 7 Punkten. Doch der Tag gehörte eindeutig Keymer, der mit seinem Sieg nicht nur 400 Dollar Preisgeld kassierte – sondern auch einmal mehr bewies, dass Freestyle Chess ihm liegt wie kaum einem anderen.

Quelle: chess.com, 2. Mai 2025

"Freestyle macht es für Topspieler einfacher, vom Schach zu leben" - Vincent Keymer im Porträt. Und Viswanathan Anand spricht Deutsch:

Jetzt auch mit Eintrag bei Munzinger (vollständig ist kostenpflichtig):

https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/Vincent+Keymer/01/10925

Leonard Barden beschreibt in seiner Guardian-Kolumne, wie Vincent Keymer mit seinem Sieg beim Quantbox-Turnier in Chennai endgültig in der Weltspitze angekommen ist. Der 20-Jährige gewann dort mit 7/9 Punkten und einem Vorsprung von zwei Zählern – ein „Marker“ im Hinblick auf das Kandidatenturnier 2026. Damit schaffte er zwei Karrieremeilensteine: den Sprung in die Top 10 der Weltrangliste und das Überschreiten der 2750-Elo-Marke. Er ist der erste Deutsche seit Robert Hübner 1980, der diese Sphäre erreicht.

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Barden hebt hervor, dass Keymer einen eigenständigen Stil entwickelt habe: Er betone die strategische Risikobewertung – also bewusst von objektiv besten Zügen abzuweichen, wenn das die Chance erhöht, Fehler beim Gegner zu provozieren. Damit unterscheidet er sich von früheren 2750-Spielern, die vor allem auf Stabilität setzten, und nähert sich jungen Spielern wie Arjun Erigaisi an, die auf Gewinn in jeder Partie spielen.

Ein wesentlicher Unterschied zu den indischen Großmeistern ist Keymers Ausbildung. Während viele Inder mit Taktiktraining, Puzzles und Rechenübungen groß geworden sind, beschreibt Keymer seinen eigenen Weg als klassisch geprägt: Er habe mit DVDs großer Meisterpartien gearbeitet und sich am Vorbild Magnus Carlsen orientiert, dessen „unvergleichliches Wissen über historische Partien und Strukturen“ er betone. Keymer sagt: „Die Inder arbeiten sehr viel, aber vieles davon sind Taktikaufgaben. Ich dagegen habe meine Entwicklung stärker über klassische Partien aufgebaut.“

Damit, so Barden, könnte Keymer das scheinbar festgeschriebene Narrativ aufbrechen, dass die Zukunft des Schachs ausschließlich von indischen, chinesischen und zentralasiatischen Großmeistern bestimmt werde.

Quelle: Leonard Barden, „Chess: Vincent Keymer, 20, routs Indians in their Chennai heartland“, The Guardian, 22. August 2025

Vincent Keymer, die Harmonie und die Qualifikation zum Kandidatenturnier (für Abonnenten):

 

Fabiano Caruana über Vincent Keymer: „Keine große Überraschung“ – Lob für Selbstvertrauen und Turniersiege

Quelle: Podcast „C-Squared“, Fabiano Caruana und Cristian Chirila

Fabiano Caruana hat sich in seinem Podcast ausführlich zu Vincent Keymer geäußert. Für den US-Großmeister ist der Aufstieg des 20-Jährigen in die Top 10 der Welt „keine große Überraschung“. Keymer habe ein hervorragendes Jahr hinter sich, sagte Caruana, auch wenn das Wijk-an-Zee-Turnier schwierig gewesen sei. Besonders hervorgehoben wurde Keymers Sieg beim Chennai Masters, wo er die Konkurrenz „demolierte“ und mit einem Score von plus fünf eine der besten Leistungen des Jahres ablieferte. Erwähnt wurden außerdem sein Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft und der Gewinn des Freestyle-Events zu Jahresbeginn.

Caruana analysierte auch Keymers Spielweise. Der Deutsche sei „definitiv sehr selbstbewusst“ – manchmal vielleicht zu sehr, wenn er in komplexen Stellungen zu sicher auf die Richtigkeit seiner Einschätzungen vertraue. Gerade im Freestyle habe er beobachtet, dass Keymer mit großer Sicherheit an die „Wahrheit der Stellung“ glaube. Caruana gab zu bedenken, dass Eröffnungen und komplizierte Stellungen meist „sehr undurchsichtig“ seien und absolute Gewissheit selten sei. „Aber es ist besser, zu viel Selbstvertrauen zu haben als zu wenig“, so Caruana. Mit mehr Erfahrung werde Keymer lernen, dass man sich auch irren könne.

Der Gastgeber des Podcasts, Cristian Chirila, hob hervor, dass Keymer aus einem Land komme, das seit langem keinen Spitzenspieler von diesem Kaliber hervorgebracht habe. Sein klassischer Stil sei geprägt durch seinen Trainer Peter Leko, „einen der klassischsten Spieler der Schachgeschichte“.

Im Blick auf den FIDE Circuit, der einen Startplatz im Kandidatenturnier vergibt, rangiert Keymer derzeit mit 40 Punkten auf Platz 10. Sein Triumph in Chennai brachte ihm 24 Punkte ein. Allerdings fehlen ihm noch fünf weitere Turnierwertungen, um die nötige Anzahl zu erreichen – die Zeit bis Jahresende werde knapp.

 

 

Mode am Brett? Vincent Keymer kontert Anish Giri mit Charme

Beim Grand Swiss ging es nicht nur um Varianten und Punkte, sondern kurz auch um Stilfragen. Anish Giri plauderte im Interview über Vincent Keymer – „nice outfit, nice ring“, meinte er, und stellte augenzwinkernd fest: „Er denkt wohl über solche Dinge nach, wie man aussieht.“

https://twitter.com/Bodenseeperlen/status/1967179950227865620

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Als Interviewerin Jovanka Houska diese Bemerkung an Vincent weitergab, reagierte der 19-Jährige so trocken wie sympathisch: „Ich habe die Sachen von zu Hause mitgebracht – und gekauft“, sagte er, bevor er die Realität eines Turnieralltags schilderte. Meist sitze er noch bis kurz vor der Runde über den Eröffnungen, merke plötzlich, dass es schon 14:35 Uhr sei und er noch einen Kilometer zum Spielsaal laufen müsse. „Dann bleibt nicht viel Zeit, sich zu überlegen, was man anzieht. Oder ob man sich noch rasieren sollte.“

Ein ehrlicher Einblick – und ein kleiner Moment, in dem sich der WM-Kandidat einmal nicht über Züge und Pläne erklärte, sondern über die ganz alltägliche Frage: Was zieht man an, wenn gleich die Welt zuschaut?

Randaspekt oder noch ein Meilenstein? Mit seinem Aufstieg auf Rang 6 der Weltrangliste und dem neuen Elorekord von 2763,7 hat Vincent Keymer die Bestmarke seines Coaches übertroffen. Peter Lekos Rekord-Elo war 2763.

Péter Lékós highest ever rating was 2763 - his protegé Vincent Keymer has just reached a live rating of 2763,7. Fascinating.
byu/Crytash inchess

Keymer siegt 2:0 gegen Kovalev – starke Vorstellung zum Auftakt in Goa
Quelle: Chess Ecosystem – „World Cup – Vincent in Runde 3“, Thorsten Cmiel

Vincent Keymer startete mit einem klaren 2:0 gegen Vladislav Kovalev in den World Cup von Goa. In der ersten Partie nutzte er ein mutiges Bauernopfer des Gegners zu kreativem Gegenspiel, übernahm im Mittelspiel die Kontrolle und stand klar auf Gewinn, bevor er in Zeitnot noch einmal zittern musste. Die zweite Begegnung entschied er souverän: Kovalev musste mit Schwarz volles Risiko gehen, Keymer konterte kühl und verwandelte seinen Stellungsvorteil sicher zum Matchsieg. Autor Thorsten Cmiel lobt die Partie als „grandiose kreative Leistung“, die zeigt, dass Keymer reif ist für den nächsten Schritt – vielleicht sogar das Kandidatenturnier.

World Cup – Vincent in Runde 3

 

Vincent Keymer greift in Goa nach der Schachkrone
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung – „Keymer im Schlaraffenland des Schachspiels“, (für Abonnenten)

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zeichnet den Weg von Vincent Keymer vom neugierigen Fünfjährigen zum Weltklassespieler nach. In Hannover lernte er das Schachspiel durch seine Mutter kennen, beide Eltern sind Musiker. Früh zeigte sich sein außergewöhnliches Talent – ohne Druck, allein aus innerem Antrieb. Heute, mit 20 Jahren, startet Keymer beim World Cup in Goa, dem letzten Qualifikationsturnier vor dem Kandidatenturnier um die Schachweltmeisterschaft.

Mit aktuell 2773 Elo-Punkten liegt er auf Rang vier der Weltrangliste und hat „eine reelle Chance“, einen der drei verbliebenen Startplätze für das Kandidatenturnier zu erreichen. Er nimmt die mediale Aufmerksamkeit in Indien gelassen: „Ich sehe das nicht als Ablenkung, sondern als Motivation.“

Die F.A.Z. betont Keymers besonnenen Karriereweg – kein Frühabbruch der Schule, sondern Abitur und erst danach der Schritt zum Profi. Entscheidend sei die langjährige Zusammenarbeit mit Peter Leko, der ihn seit dem 13. Lebensjahr betreut und als ruhiger Mentor seinen Stil geprägt habe.

Im Kontext einer jungen Weltspitze – mit Spielern wie Gukesh, Praggnanandhaa, Erigaisi und Firouzja – bleibt Keymer realistisch: Eine vollständige Wachablösung brauche Zeit, die Top Drei um Carlsen, Nakamura und Caruana seien „immer noch unglaublich stark“. 

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