George Koltanowski (1903-2000)
Zitat von Conrad Schormann am 17. September 2025, 17:28 UhrGeorge Koltanowski: Meister der Blindpartien und Erzähler des Schachs
Basierend auf einem Artikel des San Francisco Chronicle
George Koltanowski wurde am 17. September 1903 in Antwerpen geboren und starb am 5. Februar 2000 im Alter von 96 Jahren in San Francisco. Bekannt wurde er als Schachjournalist und vor allem durch seine spektakulären Blindschach- und Springer-Tournee-Vorstellungen.
https://twitter.com/JustChessSports/status/1968188605052096958
Schon mit 14 Jahren erlernte er das Schachspiel, nach dem Tod von Edgar Colle 1932 galt er als stärkster Belgier. In den 1930er-Jahren war er international aktiv, besiegte Größen wie Akiba Rubinstein und spielte auf Augenhöhe mit Alexander Aljechin. Er gewann Turniere in Antwerpen, Barcelona und Sitges und wurde mehrfach belgischer Meister. Später erhielt er den IM-Titel (1950), 1988 folgte die Ehrenbezeichnung Großmeister.
Berühmt machten ihn seine Rekorde im Blindschach. 1937 in Edinburgh spielte er 34 Partien gleichzeitig ohne Sicht aufs Brett – ein Rekord, den viele bis heute als den offiziellen anerkennen. Später baute er seine Shows weiter aus: 1960 in San Francisco spielte er 56 Partien nacheinander, jeweils nur zehn Sekunden pro Zug. Legendär waren auch seine Springer-Tourneen, die er blind vorführte und mit Telefonzahlen oder Städtenamen kombinierte.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs emigrierte Koltanowski über Mittelamerika in die USA. Dort wurde er nicht nur zum beliebten Entertainer, sondern auch zum „Dean of American Chess“. Er war Präsident des US-Schachverbands (1975–78), Mitbegründer der US Chess Hall of Fame und jahrzehntelang Turnierdirektor.
Vor allem aber schrieb er Schachgeschichte als Journalist: Ab 1947 verfasste er für den San Francisco Chronicle eine tägliche Kolumne – über 19.000 Stück in 52 Jahren. Seine Bücher, Anekdoten und Radiobeiträge zeichneten sich durch Begeisterung und Witz aus, auch wenn er historische Genauigkeit manchmal der besseren Geschichte opferte.
Bis ins hohe Alter blieb er aktiv, besuchte Turniere, verfolgte Partien und begeisterte mit seinen Erinnerungen. Mit Koltanowski starb nicht nur ein starker Spieler, sondern einer der größten Popularisierer des Schachs. Seine Frau Leah, die er 1944 bei einem Blind Date kennenlernte, überlebte ihn.
George Koltanowski: Meister der Blindpartien und Erzähler des Schachs
Basierend auf einem Artikel des San Francisco Chronicle
George Koltanowski wurde am 17. September 1903 in Antwerpen geboren und starb am 5. Februar 2000 im Alter von 96 Jahren in San Francisco. Bekannt wurde er als Schachjournalist und vor allem durch seine spektakulären Blindschach- und Springer-Tournee-Vorstellungen.
George Koltanowski (17 September 1903 – 2000) was a Belgian-born American chess Grandmaster. He was Belgian Chess Champion, represented the US at the 1952 Olympiad, and held various records for simultaneous blindfold play. https://t.co/dhkkjx8eEj #chess #ajedrez #schach pic.twitter.com/ziY8SG2Ews
— JustChessAndSports (@JustChessSports) September 17, 2025
Schon mit 14 Jahren erlernte er das Schachspiel, nach dem Tod von Edgar Colle 1932 galt er als stärkster Belgier. In den 1930er-Jahren war er international aktiv, besiegte Größen wie Akiba Rubinstein und spielte auf Augenhöhe mit Alexander Aljechin. Er gewann Turniere in Antwerpen, Barcelona und Sitges und wurde mehrfach belgischer Meister. Später erhielt er den IM-Titel (1950), 1988 folgte die Ehrenbezeichnung Großmeister.
Berühmt machten ihn seine Rekorde im Blindschach. 1937 in Edinburgh spielte er 34 Partien gleichzeitig ohne Sicht aufs Brett – ein Rekord, den viele bis heute als den offiziellen anerkennen. Später baute er seine Shows weiter aus: 1960 in San Francisco spielte er 56 Partien nacheinander, jeweils nur zehn Sekunden pro Zug. Legendär waren auch seine Springer-Tourneen, die er blind vorführte und mit Telefonzahlen oder Städtenamen kombinierte.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs emigrierte Koltanowski über Mittelamerika in die USA. Dort wurde er nicht nur zum beliebten Entertainer, sondern auch zum „Dean of American Chess“. Er war Präsident des US-Schachverbands (1975–78), Mitbegründer der US Chess Hall of Fame und jahrzehntelang Turnierdirektor.
Vor allem aber schrieb er Schachgeschichte als Journalist: Ab 1947 verfasste er für den San Francisco Chronicle eine tägliche Kolumne – über 19.000 Stück in 52 Jahren. Seine Bücher, Anekdoten und Radiobeiträge zeichneten sich durch Begeisterung und Witz aus, auch wenn er historische Genauigkeit manchmal der besseren Geschichte opferte.
Bis ins hohe Alter blieb er aktiv, besuchte Turniere, verfolgte Partien und begeisterte mit seinen Erinnerungen. Mit Koltanowski starb nicht nur ein starker Spieler, sondern einer der größten Popularisierer des Schachs. Seine Frau Leah, die er 1944 bei einem Blind Date kennenlernte, überlebte ihn.