Garri Kasparow
Zitat von Conrad Schormann am 3. April 2025, 8:57 UhrInterview Harvard Business Review, 2015:
https://hbr.org/2015/04/lifes-work-an-interview-with-garry-kasparov
Garry Kasparow spricht in der Harvard Business Review über Lehren aus dem Schach für Wirtschaft und Leben. Entscheidend sei, nicht auf Erfolgen auszuruhen, sondern ständig zu analysieren und zu lernen. Auch Siege seien nie perfekt. Im Coaching betont er individuelle Stärken und Intuition: Jeder müsse seinen eigenen Stil kennen und nutzen. Aus seiner Rivalität mit Karpow habe er mentale Stärke und Durchhaltevermögen gewonnen.
Kasparow arbeitete mit Talenten wie Magnus Carlsen und plädiert dafür, Schach nicht nur über Computer, sondern auch über menschliche Erfahrung zu lernen. Mensch und Maschine könnten gemeinsam stark sein – reine Rechenkraft reiche nicht. Seinen Rückzug vom Profischach begründet er mit dem Wunsch, seine Energie anders zu nutzen – politisch, publizistisch, bildend. Seinen Einsatz gegen das Putin-Regime setzt er auch im Exil fort. Die versuchte Reform der Schachwelt scheiterte am politischen Einfluss, doch Kasparow bleibt überzeugt: Schach verdient bessere Führung.
Interview Harvard Business Review, 2015:
https://hbr.org/2015/04/lifes-work-an-interview-with-garry-kasparov
Garry Kasparow spricht in der Harvard Business Review über Lehren aus dem Schach für Wirtschaft und Leben. Entscheidend sei, nicht auf Erfolgen auszuruhen, sondern ständig zu analysieren und zu lernen. Auch Siege seien nie perfekt. Im Coaching betont er individuelle Stärken und Intuition: Jeder müsse seinen eigenen Stil kennen und nutzen. Aus seiner Rivalität mit Karpow habe er mentale Stärke und Durchhaltevermögen gewonnen.
Kasparow arbeitete mit Talenten wie Magnus Carlsen und plädiert dafür, Schach nicht nur über Computer, sondern auch über menschliche Erfahrung zu lernen. Mensch und Maschine könnten gemeinsam stark sein – reine Rechenkraft reiche nicht. Seinen Rückzug vom Profischach begründet er mit dem Wunsch, seine Energie anders zu nutzen – politisch, publizistisch, bildend. Seinen Einsatz gegen das Putin-Regime setzt er auch im Exil fort. Die versuchte Reform der Schachwelt scheiterte am politischen Einfluss, doch Kasparow bleibt überzeugt: Schach verdient bessere Führung.
Zitat von Conrad Schormann am 8. April 2025, 21:46 Uhrhttps://thenextmove.substack.com/p/garry-kasparov-launching-the-next-move
Warum Garry Kasparov „The Next Move“ gründet – seine Motive und Gedanken
(basierend auf seinem Substack-Post vom 3. April 2025)In seinem Substack-Beitrag erklärt Garry Kasparov, warum er die Initiative „The Next Move“ ins Leben ruft. Seine zentrale These: Die Feinde der Freiheit haben einen Plan – Demokratien meist nicht. Genau diese strategische Leerstelle will er füllen.
Kasparov kritisiert, dass Verteidiger der Demokratie zwar oft klar benennen, was falsch läuft, aber keine durchdachten Gegenvorschläge liefern. Es reiche nicht, nur gegen etwas zu sein. Was fehle, sei eine positive Vision, eine Strategie, die über moralische Empörung hinausgeht.
„The Next Move“ will deshalb jede Kritik mit einem konstruktiven Vorschlag verbinden – ein Prinzip, das Kasparov aus dem Schach kennt: nicht nur reagieren, sondern den eigenen Plan durchziehen. Taktik ja, aber der Schwerpunkt liegt auf Strategie.
Er beschreibt die Lage offener Gesellschaften als prekär: autoritäre Tendenzen nehmen zu, auch im Westen. Kasparov sieht das Problem nicht nur bei Populisten wie Trump, sondern auch bei liberalen Kräften, die sich laut ihm zu sehr auf Normen, Verfahren und sprachliche Korrektheit konzentrieren – also auf Regeln, Compliance, Genderformate oder Debatten über „richtige“ Ausdrucksweisen. Aus seiner Sicht verlieren sie dabei aus dem Blick, worum es eigentlich gehen sollte: die Verteidigung zentraler demokratischer Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Gewaltenteilung oder faire Wahlen. So werde der politische Gegner nicht durch inhaltliche Stärke, sondern durch Verfahrensfragen bekämpft – was autoritären Kräften die Chance gibt, das Feld strategisch zu besetzen.
Seine Lösung: eine „große Koalition der Demokraten“, über Parteigrenzen und Ideologien hinweg. Ziel sei es, Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen zu verbinden, solange sie dieselben Grundwerte teilen. Die Verteidigung von Freiheit, Rechtstaatlichkeit und offener Debatte müsse wieder ins Zentrum rücken – nicht nur als Reaktion auf Angriffe, sondern als Kern einer gemeinsamen Identität.
Kasparov will mit „The Next Move“ nicht nur alarmieren, sondern aufklären, analysieren und vernetzen. Gemeinsam mit Mitstreitern aus Politik, Militär, Diplomatie und Zivilgesellschaft will er regelmäßig fundierte Texte veröffentlichen – über autoritäre Bewegungen, politische Strömungen und deren Wirkung auf globale Demokratien. Ohne Polemik, ohne Strohmann-Argumente.
Für ihn ist klar: Politik folgt der Kultur. Nur wenn freiheitliche Werte fest im gesellschaftlichen Selbstverständnis verankert sind, können Demokratien überleben. Der bevorstehende 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit ist für ihn ein symbolischer Moment, um diesen kulturellen Wandel anzustoßen.
Sein Appell:
Jetzt ist der Moment, den nächsten Zug zu planen – strategisch, mutig und gemeinsam.
https://thenextmove.substack.com/p/garry-kasparov-launching-the-next-move
Warum Garry Kasparov „The Next Move“ gründet – seine Motive und Gedanken
(basierend auf seinem Substack-Post vom 3. April 2025)
In seinem Substack-Beitrag erklärt Garry Kasparov, warum er die Initiative „The Next Move“ ins Leben ruft. Seine zentrale These: Die Feinde der Freiheit haben einen Plan – Demokratien meist nicht. Genau diese strategische Leerstelle will er füllen.
Kasparov kritisiert, dass Verteidiger der Demokratie zwar oft klar benennen, was falsch läuft, aber keine durchdachten Gegenvorschläge liefern. Es reiche nicht, nur gegen etwas zu sein. Was fehle, sei eine positive Vision, eine Strategie, die über moralische Empörung hinausgeht.
„The Next Move“ will deshalb jede Kritik mit einem konstruktiven Vorschlag verbinden – ein Prinzip, das Kasparov aus dem Schach kennt: nicht nur reagieren, sondern den eigenen Plan durchziehen. Taktik ja, aber der Schwerpunkt liegt auf Strategie.
Er beschreibt die Lage offener Gesellschaften als prekär: autoritäre Tendenzen nehmen zu, auch im Westen. Kasparov sieht das Problem nicht nur bei Populisten wie Trump, sondern auch bei liberalen Kräften, die sich laut ihm zu sehr auf Normen, Verfahren und sprachliche Korrektheit konzentrieren – also auf Regeln, Compliance, Genderformate oder Debatten über „richtige“ Ausdrucksweisen. Aus seiner Sicht verlieren sie dabei aus dem Blick, worum es eigentlich gehen sollte: die Verteidigung zentraler demokratischer Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Gewaltenteilung oder faire Wahlen. So werde der politische Gegner nicht durch inhaltliche Stärke, sondern durch Verfahrensfragen bekämpft – was autoritären Kräften die Chance gibt, das Feld strategisch zu besetzen.
Seine Lösung: eine „große Koalition der Demokraten“, über Parteigrenzen und Ideologien hinweg. Ziel sei es, Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen zu verbinden, solange sie dieselben Grundwerte teilen. Die Verteidigung von Freiheit, Rechtstaatlichkeit und offener Debatte müsse wieder ins Zentrum rücken – nicht nur als Reaktion auf Angriffe, sondern als Kern einer gemeinsamen Identität.
Kasparov will mit „The Next Move“ nicht nur alarmieren, sondern aufklären, analysieren und vernetzen. Gemeinsam mit Mitstreitern aus Politik, Militär, Diplomatie und Zivilgesellschaft will er regelmäßig fundierte Texte veröffentlichen – über autoritäre Bewegungen, politische Strömungen und deren Wirkung auf globale Demokratien. Ohne Polemik, ohne Strohmann-Argumente.
Für ihn ist klar: Politik folgt der Kultur. Nur wenn freiheitliche Werte fest im gesellschaftlichen Selbstverständnis verankert sind, können Demokratien überleben. Der bevorstehende 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit ist für ihn ein symbolischer Moment, um diesen kulturellen Wandel anzustoßen.
Sein Appell:
Jetzt ist der Moment, den nächsten Zug zu planen – strategisch, mutig und gemeinsam.
Zitat von Conrad Schormann am 13. April 2025, 8:37 Uhrhttps://twitter.com/dgriffinchess/status/1911283205115940867
https://twitter.com/JustChessSports/status/1911286633711775754
Tolle historische Bilder hinter dem rsport-Link. Das Foto im Tweet zeigt Klein-Kasparow bei einem Simultan gegen seine spätere Nemesis Anatoli Karpow.
A happy 62nd birthday to the 13th World Chess Champion, @kasparov63!
Seen here almost 50 years ago, in play v. Viktor Korchnoi in a clock simultaneous display in Leningrad in November 1975.
(📷: N. Naumenkov, TASS.) #chess pic.twitter.com/rpX6K33nnh— Douglas Griffin (@dgriffinchess) April 13, 2025
Hanon Russell: Kasparov (13 april 1963)
Samuel Reshevsky: Very, very, very strong in all phases of the game. I think if I were to mention the greatest players ever, I probably would consider him one of them.https://t.co/rVuoJWa2lo https://t.co/QHBVriX6W2 #chess #ajedrez pic.twitter.com/kjqqPiDmIU
— JustChessAndSports (@JustChessSports) April 13, 2025
Tolle historische Bilder hinter dem rsport-Link. Das Foto im Tweet zeigt Klein-Kasparow bei einem Simultan gegen seine spätere Nemesis Anatoli Karpow.
Zitat von Conrad Schormann am 27. Juni 2025, 7:44 UhrGarry Kasparow spielte wohl eine Nebenrolle bei dubioser Waffenfinanzierung
Quelle: New York Post, 25. Juni 2025 („Wall Street titan who hired SBF…“) von James Franey
Ein ungewöhnlicher Fall in den USA sorgt für Aufsehen – und der Name Garry Kasparow taucht darin unerwartet auf.
Laut Gerichtsdokumenten hat ein US-Milliardär namens Robert Granieri, Mitgründer der Finanzfirma Jane Street, offenbar versehentlich sieben Millionen Dollar für einen geplanten Staatsstreich im ostafrikanischen Südsudan bezahlt. Er dachte, er unterstütze einen Menschenrechtsaktivisten.
https://twitter.com/PHChess/status/1938133941115859344
Dieser Aktivist, Peter Ajak, ist in Wahrheit laut Anklage einer der Köpfe hinter dem versuchten Umsturz. Er und ein zweiter Mann sollen mit dem Geld Waffen wie AK-47-Gewehre und Raketenwerfer kaufen wollen. Beide sind angeklagt, bestreiten aber die Vorwürfe.
Und wo kommt Kasparow ins Spiel? Er wird in den Gerichtsunterlagen erwähnt, weil er Ajak und Granieri offenbar miteinander bekannt gemacht hat – über eine gemeinsame Stiftung für Menschenrechte. Kasparow selbst wird nicht beschuldigt. Doch sein Name fällt, weil er wohl Teil der Treffen war, bei denen das Geldprojekt besprochen wurde.
Die Verteidigung wirft den US-Behörden vor, den Fall einseitig zu verfolgen: Die beiden Angeklagten – beide Schwarze – stünden vor Gericht, während der reiche Geldgeber Granieri und die prominenten Kontakte wie Kasparow unbehelligt blieben.
Garry Kasparow spielte wohl eine Nebenrolle bei dubioser Waffenfinanzierung
Quelle: New York Post, 25. Juni 2025 („Wall Street titan who hired SBF…“) von James Franey
Ein ungewöhnlicher Fall in den USA sorgt für Aufsehen – und der Name Garry Kasparow taucht darin unerwartet auf.
Laut Gerichtsdokumenten hat ein US-Milliardär namens Robert Granieri, Mitgründer der Finanzfirma Jane Street, offenbar versehentlich sieben Millionen Dollar für einen geplanten Staatsstreich im ostafrikanischen Südsudan bezahlt. Er dachte, er unterstütze einen Menschenrechtsaktivisten.
The Chess Federation of Russia 🇷🇺 @ruchess_ru
just shared the following story about Kasparov @Kasparov63Kasparov has been a long term critic of Putin 🇷🇺 and a staunch supporter of Ukraine 🇺🇦
It is no surprise Russia🇷🇺 tries to defame him.https://t.co/yyxJuCwQKK pic.twitter.com/ij4NlVvK3L
— Peter Heine Nielsen (@PHChess) June 26, 2025
Dieser Aktivist, Peter Ajak, ist in Wahrheit laut Anklage einer der Köpfe hinter dem versuchten Umsturz. Er und ein zweiter Mann sollen mit dem Geld Waffen wie AK-47-Gewehre und Raketenwerfer kaufen wollen. Beide sind angeklagt, bestreiten aber die Vorwürfe.
Und wo kommt Kasparow ins Spiel? Er wird in den Gerichtsunterlagen erwähnt, weil er Ajak und Granieri offenbar miteinander bekannt gemacht hat – über eine gemeinsame Stiftung für Menschenrechte. Kasparow selbst wird nicht beschuldigt. Doch sein Name fällt, weil er wohl Teil der Treffen war, bei denen das Geldprojekt besprochen wurde.
Die Verteidigung wirft den US-Behörden vor, den Fall einseitig zu verfolgen: Die beiden Angeklagten – beide Schwarze – stünden vor Gericht, während der reiche Geldgeber Granieri und die prominenten Kontakte wie Kasparow unbehelligt blieben.
Zitat von Conrad Schormann am 1. September 2025, 16:04 Uhr„60 Minutes“-Porträts: Garri Kasparow zwischen Schachgenie und politischem Dissidenten
Quelle: CBS „60 Minutes“, 1996 und 2007
Das US-Magazin 60 Minutes zeichnete 1996 und 2007 zwei Porträts von Garri Kasparow, eines, als er dominierte, eines, als er schon zurückgetreten war. Er wurde als „Michael Jordan des Schachs“ vorgestellt – charismatisch, einschüchternd am Brett und stets auf der Suche nach dem „besten Zug“. Kasparow selbst gestand: „Ja, ich liebe Schwierigkeiten. … In den größten Momenten und den schwierigsten Momenten meines Lebens habe ich immer mein bestes Schach gespielt.“ Mit 22 war er der jüngste Weltmeister der Geschichte, prägte das Blitz- und Schnellschach und verdiente Preisgelder in Millionenhöhe.
https://www.youtube.com/watch?v=aTQZ4N2dRf0&t=761s
Neben der Karriere rückte das Porträt seine politische Haltung in den Mittelpunkt. Schon in jungen Jahren, durch jüdische Professoren geprägt, erkannte er: „Etwas war furchtbar faul im Staat Russland.“ Den Weltmeisterschaftskampf gegen Anatoli Karpow 1984 sah er als Duell gegen das kommunistische System, das den „Liebling des Politbüros“ stützte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Kasparow zu einem scharfen Kritiker Wladimir Putins. „Russland ist heute ein Polizeistaat“, erklärte er. „Putin leitet eine Korporation, nennen Sie es KGB Inc.“ Trotz Festnahmen und Drohungen sei es für ihn Pflicht, sich einzumischen: „Es ist mein Land, und ich glaube, dass ich versuchen muss, es zum Besseren zu verändern.“
Emotional wird das Porträt, wenn es um Kasparows Beziehung zu Bobby Fischer geht. 1972 hatte er als Neunjähriger für Fischer gejubelt – ein „innerer Protest“ gegen das Sowjetsystem. Umso schmerzhafter war es für ihn, als Fischer später antisemitische Tiraden ausstieß und Kasparow persönlich attackierte. „Der Mann ist definitiv nicht normal“, meinte Kasparow im Rückblick.
Die Sendung zeigt Kasparow als Doppelgestalt: den Maestro, der jede Stellung in Musik verwandelt, und den Dissidenten, der mit Leibwächtern reist und doch sagt: „Revolutionen werden nicht im Luxus ausgeheckt.“
„60 Minutes“-Porträts: Garri Kasparow zwischen Schachgenie und politischem Dissidenten
Quelle: CBS „60 Minutes“, 1996 und 2007
Das US-Magazin 60 Minutes zeichnete 1996 und 2007 zwei Porträts von Garri Kasparow, eines, als er dominierte, eines, als er schon zurückgetreten war. Er wurde als „Michael Jordan des Schachs“ vorgestellt – charismatisch, einschüchternd am Brett und stets auf der Suche nach dem „besten Zug“. Kasparow selbst gestand: „Ja, ich liebe Schwierigkeiten. … In den größten Momenten und den schwierigsten Momenten meines Lebens habe ich immer mein bestes Schach gespielt.“ Mit 22 war er der jüngste Weltmeister der Geschichte, prägte das Blitz- und Schnellschach und verdiente Preisgelder in Millionenhöhe.
Neben der Karriere rückte das Porträt seine politische Haltung in den Mittelpunkt. Schon in jungen Jahren, durch jüdische Professoren geprägt, erkannte er: „Etwas war furchtbar faul im Staat Russland.“ Den Weltmeisterschaftskampf gegen Anatoli Karpow 1984 sah er als Duell gegen das kommunistische System, das den „Liebling des Politbüros“ stützte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Kasparow zu einem scharfen Kritiker Wladimir Putins. „Russland ist heute ein Polizeistaat“, erklärte er. „Putin leitet eine Korporation, nennen Sie es KGB Inc.“ Trotz Festnahmen und Drohungen sei es für ihn Pflicht, sich einzumischen: „Es ist mein Land, und ich glaube, dass ich versuchen muss, es zum Besseren zu verändern.“
Emotional wird das Porträt, wenn es um Kasparows Beziehung zu Bobby Fischer geht. 1972 hatte er als Neunjähriger für Fischer gejubelt – ein „innerer Protest“ gegen das Sowjetsystem. Umso schmerzhafter war es für ihn, als Fischer später antisemitische Tiraden ausstieß und Kasparow persönlich attackierte. „Der Mann ist definitiv nicht normal“, meinte Kasparow im Rückblick.
Die Sendung zeigt Kasparow als Doppelgestalt: den Maestro, der jede Stellung in Musik verwandelt, und den Dissidenten, der mit Leibwächtern reist und doch sagt: „Revolutionen werden nicht im Luxus ausgeheckt.“
Zitat von Conrad Schormann am 13. September 2025, 10:31 UhrKasparow sprengt die Schallmauer – 2800 in Belgrad
Quelle: Blogeintrag chess.com, 12. SeptemberBelgrad, Herbst 1989. Europa stand vor einem Umbruch, und im „Sava Center“ der jugoslawischen Hauptstadt schrieb Garry Kasparow Schachgeschichte. Beim Investbanka-Turnier war der Weltmeister mit einem klaren Ziel angetreten: als erster Spieler die magische Elo-Marke von 2800 zu überschreiten.
Die Konkurrenz war erlesen: Jan Timman, Artur Jussupow, Jaan Ehlvest, Nigel Short, Simen Agdestein, die jugoslawische Garde um Ljubojević und Nikolić. Jeder hatte eigene Motive – Timman wollte sich für den Karpow-Kandidatenschlager testen, die jungen Lokalmatadoren auf internationale Bühne treten. Kasparow aber jagte einer sporthistorischen Marke nach.
Von Beginn an dominierte er das Feld. Zeitzeugen sprachen vom „Fischer-Syndrom“ seiner Gegner: Aus Respekt vor dem Champion begingen sie Fehler, die sie gegen keinen anderen gemacht hätten. In der Analysehalle staunten selbst Großmeister über die Energie seiner Partien. Ein Chronist schrieb: „Türme warfen Feuer, die Dame flog wie ein Dämon über das Brett.“
Für Ljubojević etwa endete die Begegnung fatal, nachdem er in kritischer Stellung einen instinktiven Zug nach nur zehn Sekunden bereute. Kasparow marschierte unbeirrt weiter. Schon vor der letzten Runde hatte er die 2800 übersprungen – doch von einem „Salonremis“ wollte er nichts wissen. Gegen Predrag Nikolić griff er kompromisslos an und siegte.
Am Ende standen 9,5 Punkte aus 11 Partien, drei Zähler Vorsprung auf Timman und Ehlvest. Der Weltmeister hatte sein Ziel erreicht: Er war der erste Mensch über 2800 Elo. Ein Triumph, der weit über das Schach hinausstrahlte – Symbol einer neuen Ära, während draußen in Europa die Mauern fielen.
Kasparow sprengt die Schallmauer – 2800 in Belgrad
Quelle: Blogeintrag chess.com, 12. September
Belgrad, Herbst 1989. Europa stand vor einem Umbruch, und im „Sava Center“ der jugoslawischen Hauptstadt schrieb Garry Kasparow Schachgeschichte. Beim Investbanka-Turnier war der Weltmeister mit einem klaren Ziel angetreten: als erster Spieler die magische Elo-Marke von 2800 zu überschreiten.
Die Konkurrenz war erlesen: Jan Timman, Artur Jussupow, Jaan Ehlvest, Nigel Short, Simen Agdestein, die jugoslawische Garde um Ljubojević und Nikolić. Jeder hatte eigene Motive – Timman wollte sich für den Karpow-Kandidatenschlager testen, die jungen Lokalmatadoren auf internationale Bühne treten. Kasparow aber jagte einer sporthistorischen Marke nach.
Von Beginn an dominierte er das Feld. Zeitzeugen sprachen vom „Fischer-Syndrom“ seiner Gegner: Aus Respekt vor dem Champion begingen sie Fehler, die sie gegen keinen anderen gemacht hätten. In der Analysehalle staunten selbst Großmeister über die Energie seiner Partien. Ein Chronist schrieb: „Türme warfen Feuer, die Dame flog wie ein Dämon über das Brett.“
Für Ljubojević etwa endete die Begegnung fatal, nachdem er in kritischer Stellung einen instinktiven Zug nach nur zehn Sekunden bereute. Kasparow marschierte unbeirrt weiter. Schon vor der letzten Runde hatte er die 2800 übersprungen – doch von einem „Salonremis“ wollte er nichts wissen. Gegen Predrag Nikolić griff er kompromisslos an und siegte.
Am Ende standen 9,5 Punkte aus 11 Partien, drei Zähler Vorsprung auf Timman und Ehlvest. Der Weltmeister hatte sein Ziel erreicht: Er war der erste Mensch über 2800 Elo. Ein Triumph, der weit über das Schach hinausstrahlte – Symbol einer neuen Ära, während draußen in Europa die Mauern fielen.
Zitat von Conrad Schormann am 19. Oktober 2025, 18:40 UhrKasparov spielt in Antwerpen gegen Premier De Wever
Quelle: GrenzEcho – „Schach-Legende Kasparov spielt in Antwerpen gegen De Wever & Co.“, 19. Oktober 2025Der frühere Schachweltmeister Garry Kasparov kommt am Dienstag, 21. Oktober, für ein besonderes Schachevent nach Antwerpen. Im Königlichen Museum für Schöne Künste wird der 62-Jährige eine Simultanpartie gegen 20 Gegner bestreiten – darunter Belgiens Premierminister Bart De Wever (N-VA) und Unternehmer Marc Coucke.
Organisiert wird das Event von Inge Geerdens, Gründerin der Initiative „Your Next Move“, die Schach stärker im öffentlichen Raum verankern will. Geerdens will, dass Schachbretter künftig „auf Schulhöfen, in Cafés und in Parks“ stehen – wie in New York.
Liveübertragung der Simultan-Partien
Kasparov spielt in Antwerpen gegen Premier De Wever
Quelle: GrenzEcho – „Schach-Legende Kasparov spielt in Antwerpen gegen De Wever & Co.“, 19. Oktober 2025
Der frühere Schachweltmeister Garry Kasparov kommt am Dienstag, 21. Oktober, für ein besonderes Schachevent nach Antwerpen. Im Königlichen Museum für Schöne Künste wird der 62-Jährige eine Simultanpartie gegen 20 Gegner bestreiten – darunter Belgiens Premierminister Bart De Wever (N-VA) und Unternehmer Marc Coucke.
Organisiert wird das Event von Inge Geerdens, Gründerin der Initiative „Your Next Move“, die Schach stärker im öffentlichen Raum verankern will. Geerdens will, dass Schachbretter künftig „auf Schulhöfen, in Cafés und in Parks“ stehen – wie in New York.
Liveübertragung der Simultan-Partien
Zitat von Conrad Schormann am 22. November 2025, 11:25 Uhr
Der Aufstieg eines Wunderkinds – von Baku zum Weltthron
Quelle: Chesspro.ru – „От Макогонова до Каспарова“, Valerij AsrijanDie Geschichte beginnt nicht mit Kasparow, sondern mit der Stadt, die ihn hervorbrachte: Baku. Eine Schachszene, klein, aber voller Figuren, die das Fundament legten – Wladimir Makogonow, Suren Abramjan, später Wladimir Bagirov. Auf diesem Boden wuchs Garik Weinstein auf, der später Garri Kasparow heißen sollte.
Ein Kind, das Schach instinktiv begriff
Garik löste als kleiner Junge ein Schachproblem, das seine Eltern nicht schafften. Sein Vater war verblüfft. Der Junge konnte Züge erklären, bevor man ihm die Regeln richtig gezeigt hatte. Die Mutter, Klara Schagenowna, verstand schneller als alle anderen, dass ihr Sohn eine andere Begabung hatte. Sie wurde sein Motor, seine Managerin, seine Schutzwand.
Der Trainer, der es zuerst sah
Beim ersten Blitzturnier weinte der Neunjährige nach acht Niederlagen und ging. Die älteren Spieler lachten ihn aus.
Oleg Privorotski lachte nicht. Er erkannte sofort, was da vor ihm stand. Er sagte seinen Chefs im Pionierpalast:
„So einen Anfänger hatten wir in Baku noch nie.“Er begann mit Garik Einzeltraining. Zwei Jahre lang, vier Stunden pro Woche. Variantenberechnung, Endspiele, Debütsysteme, Strukturen. Der Junge fraß das Material. Er stellte Fragen, auf die der Trainer selbst erst Antworten finden musste. Schon bald war klar, dass hier nicht nur ein Talent spielte, sondern etwas viel Selteneres – jemand, der Schach versteht.
Härte statt Schonung
Kasparow war dünn, oft krank. Die Mutter klagte darüber – und erhöhte gleichzeitig den Druck. Weniger spielen? Unmöglich. Der Junge lebte für das Spiel, und sie erkannte, dass er nur wachsen würde, wenn er ständig herausgefordert wurde.
Sie dachte praktisch, nie romantisch. Sieg war kein Zufall. Erfolg war ein Projekt. Und sie führte dieses Projekt.Der Moment der Namensänderung
Mit 13 Jahren hörte Garik auf, Weinstein zu sein. Von da an hieß er Kasparow.
Offiziell: aus familiären Gründen.
Inoffiziell: Viele in Baku hielten es für einen strategischen Schritt, um in der sowjetischen Sporthierarchie leichter aufzusteigen.Ob das stimmt, lässt sich nicht beweisen. Aber der Zeitpunkt war auffällig – genau in dem Moment, als Kasparows Ergebnisse explodierten.
Die Tür geht auf: Meister mit 15
1978 wurde Kasparow durch seinen Sieg in Minsk der jüngste Meister der Welt. 1979 schlug er in Banja Luka 14 Großmeister, obwohl er nur als Nachrücker ins Feld gekommen war. Er gewann das Turnier mit zwei Punkten Abstand.
Von diesem Tag an kannte jeder Großmeister seinen Namen.Diese Leistung führte ihn in die Politik. Geydar Alijew, der mächtigste Mann Aserbaidschans, ließ ihn empfangen. Alijew verstand sofort, wie nützlich ein junger Weltstar für die Außendarstellung der Republik war. Er nahm Kasparow unter seine schützende Hand.
Die Bühne dafür bereitete ihm ein weiterer Bakuer:
Efim Gurwitsch, Informationschef, Überlebenskünstler, Strippenzieher – ein Mann, den die Redaktion später den „Talleyrand von Baku“ nannte. Er sorgte dafür, dass jede Meldung über Kasparow über sein Agenturnetzwerk lief. Kasparow wurde ein Asset.
Beim Anblick dieses Fotos von Kasparow bei den Vorbereitungen auf seinen Kampf gegen Kortschnoi (1983) ist es kaum zu glauben, dass Garik als Kind „den Eindruck eines zerbrechlichen, kränklichen Jungen machte“. Rechts ist Waleri Asrjan zu sehen. Foto: TASS.Der Übergang zur Elite
Zwischen 1978 und 1983 katapultierte sich Kasparow an die Spitze der Sowjetunion.
Debüt in der höchsten Liga.
Turniersiege gegen starke internationale Felder.
Endlose Analysen, die ihn in die Nähe eines Schachcomputers rückten.
Eine Angriffskraft, die Privorotski regelmäßig überrollte – selbst wenn er vorher besser stand.
4. Januar 1984. Flughafen Baku. Kasparow kehrt von seinem Sieg über Korchnoi zurück. Er wird von dem fröhlichen „Hirtenjungen Jirtdan“ (dem Schüler Natik Gadzhimarov) begrüßt, der bei aserbaidschanischen Kindern beliebtesten Märchenfigur. Foto: A. Tavakalov (Azerinform)Die Kette, die zu Kasparow führte
Die Geschichte zieht eine klare Linie:
Makogonow → Abramjan → Privorotski → Kasparow.Makogonow begründete die Bakuer Schule.
Abramjan organisierte, rekrutierte, baute Strukturen.
Privorotski formte das außergewöhnliche Talent.
Die Mutter schob es mit eiserner Disziplin voran.
Gurwitsch und Alijew machten es politisch unangreifbar.Und so wuchs in Baku ein Spieler heran, der den sowjetischen Schachbetrieb von innen sprengen sollte. Einer, der von Kind an in einem Spannungsfeld aus Talent, Härte, Ehrgeiz und politischem Schutz groß wurde.
Das Ergebnis ist bekannt.
Aber die Geschichte zeigt, wie unglaublich viel zusammenkommen musste, damit aus dem kleinen Garik am Ende Garri Kasparow wurde.
Der Aufstieg eines Wunderkinds – von Baku zum Weltthron
Quelle: Chesspro.ru – „От Макогонова до Каспарова“, Valerij Asrijan
Die Geschichte beginnt nicht mit Kasparow, sondern mit der Stadt, die ihn hervorbrachte: Baku. Eine Schachszene, klein, aber voller Figuren, die das Fundament legten – Wladimir Makogonow, Suren Abramjan, später Wladimir Bagirov. Auf diesem Boden wuchs Garik Weinstein auf, der später Garri Kasparow heißen sollte.
Ein Kind, das Schach instinktiv begriff
Garik löste als kleiner Junge ein Schachproblem, das seine Eltern nicht schafften. Sein Vater war verblüfft. Der Junge konnte Züge erklären, bevor man ihm die Regeln richtig gezeigt hatte. Die Mutter, Klara Schagenowna, verstand schneller als alle anderen, dass ihr Sohn eine andere Begabung hatte. Sie wurde sein Motor, seine Managerin, seine Schutzwand.
Der Trainer, der es zuerst sah
Beim ersten Blitzturnier weinte der Neunjährige nach acht Niederlagen und ging. Die älteren Spieler lachten ihn aus.
Oleg Privorotski lachte nicht. Er erkannte sofort, was da vor ihm stand. Er sagte seinen Chefs im Pionierpalast:
„So einen Anfänger hatten wir in Baku noch nie.“
Er begann mit Garik Einzeltraining. Zwei Jahre lang, vier Stunden pro Woche. Variantenberechnung, Endspiele, Debütsysteme, Strukturen. Der Junge fraß das Material. Er stellte Fragen, auf die der Trainer selbst erst Antworten finden musste. Schon bald war klar, dass hier nicht nur ein Talent spielte, sondern etwas viel Selteneres – jemand, der Schach versteht.
Härte statt Schonung
Kasparow war dünn, oft krank. Die Mutter klagte darüber – und erhöhte gleichzeitig den Druck. Weniger spielen? Unmöglich. Der Junge lebte für das Spiel, und sie erkannte, dass er nur wachsen würde, wenn er ständig herausgefordert wurde.
Sie dachte praktisch, nie romantisch. Sieg war kein Zufall. Erfolg war ein Projekt. Und sie führte dieses Projekt.
Der Moment der Namensänderung
Mit 13 Jahren hörte Garik auf, Weinstein zu sein. Von da an hieß er Kasparow.
Offiziell: aus familiären Gründen.
Inoffiziell: Viele in Baku hielten es für einen strategischen Schritt, um in der sowjetischen Sporthierarchie leichter aufzusteigen.
Ob das stimmt, lässt sich nicht beweisen. Aber der Zeitpunkt war auffällig – genau in dem Moment, als Kasparows Ergebnisse explodierten.
Die Tür geht auf: Meister mit 15
1978 wurde Kasparow durch seinen Sieg in Minsk der jüngste Meister der Welt. 1979 schlug er in Banja Luka 14 Großmeister, obwohl er nur als Nachrücker ins Feld gekommen war. Er gewann das Turnier mit zwei Punkten Abstand.
Von diesem Tag an kannte jeder Großmeister seinen Namen.
Diese Leistung führte ihn in die Politik. Geydar Alijew, der mächtigste Mann Aserbaidschans, ließ ihn empfangen. Alijew verstand sofort, wie nützlich ein junger Weltstar für die Außendarstellung der Republik war. Er nahm Kasparow unter seine schützende Hand.
Die Bühne dafür bereitete ihm ein weiterer Bakuer:
Efim Gurwitsch, Informationschef, Überlebenskünstler, Strippenzieher – ein Mann, den die Redaktion später den „Talleyrand von Baku“ nannte. Er sorgte dafür, dass jede Meldung über Kasparow über sein Agenturnetzwerk lief. Kasparow wurde ein Asset.

Beim Anblick dieses Fotos von Kasparow bei den Vorbereitungen auf seinen Kampf gegen Kortschnoi (1983) ist es kaum zu glauben, dass Garik als Kind „den Eindruck eines zerbrechlichen, kränklichen Jungen machte“. Rechts ist Waleri Asrjan zu sehen. Foto: TASS.
Der Übergang zur Elite
Zwischen 1978 und 1983 katapultierte sich Kasparow an die Spitze der Sowjetunion.
Debüt in der höchsten Liga.
Turniersiege gegen starke internationale Felder.
Endlose Analysen, die ihn in die Nähe eines Schachcomputers rückten.
Eine Angriffskraft, die Privorotski regelmäßig überrollte – selbst wenn er vorher besser stand.

4. Januar 1984. Flughafen Baku. Kasparow kehrt von seinem Sieg über Korchnoi zurück. Er wird von dem fröhlichen „Hirtenjungen Jirtdan“ (dem Schüler Natik Gadzhimarov) begrüßt, der bei aserbaidschanischen Kindern beliebtesten Märchenfigur. Foto: A. Tavakalov (Azerinform)
Die Kette, die zu Kasparow führte
Die Geschichte zieht eine klare Linie:
Makogonow → Abramjan → Privorotski → Kasparow.
Makogonow begründete die Bakuer Schule.
Abramjan organisierte, rekrutierte, baute Strukturen.
Privorotski formte das außergewöhnliche Talent.
Die Mutter schob es mit eiserner Disziplin voran.
Gurwitsch und Alijew machten es politisch unangreifbar.
Und so wuchs in Baku ein Spieler heran, der den sowjetischen Schachbetrieb von innen sprengen sollte. Einer, der von Kind an in einem Spannungsfeld aus Talent, Härte, Ehrgeiz und politischem Schutz groß wurde.
Das Ergebnis ist bekannt.
Aber die Geschichte zeigt, wie unglaublich viel zusammenkommen musste, damit aus dem kleinen Garik am Ende Garri Kasparow wurde.
Zitat von Conrad Schormann am 24. Dezember 2025, 15:42 Uhrhttps://perlenvombodensee.de/2025/11/08/9-november-1985-als-garri-kasparow-weltmeister-wurde/
https://perlenvombodensee.de/2025/12/24/als-kasparow-gegen-den-hsk-verlor/
Zitat von Conrad Schormann am 24. Dezember 2025, 15:43 UhrRussisches Gericht verurteilt Garri Kasparow in Abwesenheit zu Haft
Quelle: sport.ch
Ein russisches Gericht hat Garri Kasparow in Abwesenheit zu einer Haftstrafe verurteilt. Hintergrund ist seine öffentliche Kritik am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Justiz wirft dem früheren Schachweltmeister vor, damit „terroristische Handlungen gerechtfertigt“ zu haben.
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TASS ordnete das Gericht eine zweimonatige Haft an, die greifen soll, falls Kasparow nach Russland einreist oder ausgeliefert wird. Grundlage ist der Vorwurf der „öffentlichen Rechtfertigung von Terrorismus über Telekommunikationsnetze“, ein Straftatbestand, der in Russland mit fünf bis sieben Jahren Haft bedroht ist.
Kasparow lebt seit mehr als zehn Jahren im Ausland und steht seit Mai 2022 auf der russischen Liste sogenannter „ausländischer Agenten“. Zudem gehört er zu den Gründern des Antikriegskomitees Russlands (ARC). Gegen dieses Netzwerk leitete der russische Inlandsgeheimdienst FSB im Herbst 2025 ein Verfahren ein. Den Beteiligten, darunter auch der im Exil lebende Unternehmer Michail Chodorkowski, wird vorgeworfen, eine terroristische Vereinigung gegründet und eine gewaltsame Machtübernahme geplant zu haben – Vorwürfe, die sich gegen prominente Kritiker von Präsident Wladimir Putin richten.
Das Antikriegskomitee wurde wenige Tage nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine gegründet und versteht sich als politische Opposition im Exil.
Russisches Gericht verurteilt Garri Kasparow in Abwesenheit zu Haft
Quelle: sport.ch
Ein russisches Gericht hat Garri Kasparow in Abwesenheit zu einer Haftstrafe verurteilt. Hintergrund ist seine öffentliche Kritik am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Justiz wirft dem früheren Schachweltmeister vor, damit „terroristische Handlungen gerechtfertigt“ zu haben.
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TASS ordnete das Gericht eine zweimonatige Haft an, die greifen soll, falls Kasparow nach Russland einreist oder ausgeliefert wird. Grundlage ist der Vorwurf der „öffentlichen Rechtfertigung von Terrorismus über Telekommunikationsnetze“, ein Straftatbestand, der in Russland mit fünf bis sieben Jahren Haft bedroht ist.
Kasparow lebt seit mehr als zehn Jahren im Ausland und steht seit Mai 2022 auf der russischen Liste sogenannter „ausländischer Agenten“. Zudem gehört er zu den Gründern des Antikriegskomitees Russlands (ARC). Gegen dieses Netzwerk leitete der russische Inlandsgeheimdienst FSB im Herbst 2025 ein Verfahren ein. Den Beteiligten, darunter auch der im Exil lebende Unternehmer Michail Chodorkowski, wird vorgeworfen, eine terroristische Vereinigung gegründet und eine gewaltsame Machtübernahme geplant zu haben – Vorwürfe, die sich gegen prominente Kritiker von Präsident Wladimir Putin richten.
Das Antikriegskomitee wurde wenige Tage nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine gegründet und versteht sich als politische Opposition im Exil.