Forum

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

FIDE-Wahl 2026: die Entwicklungen

VorherigeSeite 3 von 4Nächste

Geleaktes Audio belastet Umfeld von Arkady Dvorkovich

Quelle: Chess News Network – „X User Leaks Audio Implying Bribery by Arkady Dvorkovitch Ally", 28. August 2026

Ein anonym zugespieltes Video, das der X-Account @ChessConspiracy veröffentlichte, zeigt offenbar ein Gespräch mit Mark Gluhovsky, in dem dieser über den FIDE-Präsidentschaftswahlkampf von Arkady Dvorkovich aus dem Jahr 2018 spricht. Das berichtet Chess News Network.

In der Aufnahme schildert Gluhovsky, Dvorkovich habe ihn in Hongkong angesprochen und ihm die Rolle des Wahlkampfmanagers angeboten. Über die Arbeit an den Delegierten sagte er: „Es gibt 200 Delegierte, alle verschieden, aus der ganzen Welt. Mit den einen musst du reden, anderen das Programm schicken, manche bestechen, wieder andere in Bündnisse mit jemandem zusammenführen."

Beispiel Usbekistan

Als Beispiel nannte Gluhovsky den usbekischen Verband. Ein konkurrierendes Team habe den Schwiegersohn des Präsidenten der usbekischen Schachföderation für sich gewonnen, obwohl der Premierminister Usbekistans Dvorkovich zuvor Loyalität zugesichert habe.

Die Redaktion ließ die russisch-englischen Untertitel und die Tonspur unabhängig prüfen. Sie betonte zugleich, dass es sich um Vorwürfe aus dem Video handele, die nicht als Tatsachen belegt seien. Die Einblendung im Video bezeichnet das Material als „Kapitel 1". Brisanz erhält der Fall, weil Timur Turlov mit Unterstützung Dvorkovichs für das FIDE-Präsidentenamt kandidiert.

Automatisch generierter Beitrag

Ein Ausschluss, den die FIDE selbst verschweigt

Quelle: Damas y Reyes – „Rusia y las trincheras de la FIDE • Damas y Reyes", 27. August 2026

Dass Russland zum dritten Mal in Folge bei einer Schacholympiade fehlt, ist eine relevante und umstrittene Nachricht – und ausgerechnet der Weltverband schweigt dazu. Das kommentiert Damas y Reyes. Eine Organisation, die sonst jede noch so kleine Aktivität aus dem letzten Winkel der Welt verbreitet, habe die Ablehnung des russischen Antrags für die 46. Olympiade in Samarkand vom 15. bis 27. September nicht einmal in einem Tweet mitgeteilt. Erklärbar sei das nur mit dem internen Machtkampf vor den Präsidentschaftswahlen, die während des Turniers stattfinden.

Wahlkampf bestimmt jeden Zug

In heikler Lage befinde sich Interimspräsident Viswanathan Anand, der die Entscheidung getragen haben soll und zugleich zum Team von Timur Turlov gehört – der „offiziellen" Kandidatur gegenüber Wadim Rosenstein und Jan Henric Buettner. Die Wahl sei zu einem Krieg dreier Millionäre geworden, in dem sich Vorwürfe unsauberen Spiels häufen; laut dem Journalisten Tarjei J. Svensen liegen der Wahlkommission Beschwerden aller drei Kandidaten vor. Manche erwarteten, dass ein Sieg des offiziellen Lagers das Veto rasch beenden würde.

Auch Russland arbeite an dieser Front: Für den FIDE-Rat kandidiere der frühere Sportminister Pavel Kolobkov. Alexander Tkachyov, Geschäftsführer des russischen Verbandes, sagte der Agentur TASS, es sei Zeit, die FIDE-Führung auszutauschen; im Rat hätten diesmal jene gewonnen, die eigene Interessen über das Spiel stellten.

Automatisch generierter Beitrag

FIDE-Wahlkommission bestätigt Kandidaturen für Vizepräsidentenposten

Quelle: FIDE – „FIDE Electoral Commission publishes lists of valid candidacies", 1. September 2026

Die FIDE-Wahlkommission veröffentlichte ihren Bericht vom 30. August 2026 und erklärte darin 18 Bewerbungen um das Amt eines gewählten Vizepräsidenten für gültig. Auf der Liste stehen unter anderem David Llada, Georgios Makropoulos, Bharat Singh Chauhan, Rustam Kasimdzhanov und Pavel Kolobkov. Gewählt werden vier Vizepräsidenten.

Von Martha Fierro Baquero verlangte die Kommission eine Ergänzung ihrer Bewerbung als Bedingung für die Gültigkeit der Kandidatur: Anzugeben sei ihre Verurteilung durch ein nationales Strafgericht wegen internationaler Entführung einer Minderjährigen zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft.

Weitere Ämter

Für den freien Sitz in der Verfassungskommission ließ die Kommission zwei Bewerbungen zu. Hinzu kommen die gültigen Kandidaturen für die Zonenpräsidien in Europa, Amerika und Asien; die afrikanischen Zonen wählten bereits im Juli 2026. Wo keine gültigen Bewerbungen vorliegen, kann in Ausnahmefällen bis zum 10. September 2026 nachgemeldet werden.

Automatisch generierter Beitrag

Heimlich mitgeschnittenes Gespräch erschüttert FIDE-Wahlkampf

Quelle: World Chess – „Somebody Finally Bugged a Chess Official. Chess Politics Has Made It to the Big Leagues.", 1. September 2026

26 Tage vor der FIDE-Wahl tauchte im Internet der Mitschnitt eines privaten Gesprächs auf. Betroffen war Mark Glukhovsky, seit Langem Funktionär im Schach. Die Aufnahme entstand heimlich in den Niederlanden, wurde zerschnitten, neu zusammengesetzt und drei Wochen vor der Abstimmung in Samarkand veröffentlicht. Das berichtet World Chess.

Offenbar sollte der Mitschnitt Glukhovsky von Usbekistan abrücken lassen, das sowohl die Schacholympiade als auch die Wahl ausrichtet. Glukhovsky erstattete daraufhin Anzeige bei der niederländischen Polizei und meldete sich erstmals bei X an. In seinem ersten Beitrag dort bekannte er seine Zuneigung zu Usbekistan und dankte der Öffentlichkeit.

Gewählt wird am 26. September.

18 Kandidaten für vier Posten: FIDE-Vizepräsidentenwahl wird zum Gedränge

Quelle: World Chess – „18 Candidates, Four Jobs: The Other FIDE Election Race Gets Crowded / News / World Chess - Official FIDE Online Chess Gaming Platform", 1. September 2026

Die FIDE bestätigte 18 Kandidaten für lediglich vier zu wählende Vizepräsidentenposten. Die Abstimmung findet im September am Rande der Schacholympiade in Samarkand statt. Ursprünglich waren 19 Bewerbungen eingegangen, eine wies die Wahlkommission zurück. Das berichtet World Chess.

Zum Bewerberfeld zählen der frühere Weltmeister Rustam Kasimdzhanov, die einstige Weltmeisterin Xu Yuhua, der frühere stellvertretende FIDE-Präsident Georgios Makropoulos sowie der spanische Journalist und frühere FIDE-Pressechef David Llada. Llada, von 2019 bis 2023 für den Weltverband tätig, kandidiert als unabhängiger Bewerber und warf dem bisherigen FIDE-Council verpasste Chancen, Missmanagement und schlechte Entscheidungen vor.

Russischer Ex-Minister über Belarus nominiert

Politisch brisant ist die Kandidatur von Pavel Kolobkov, dem früheren russischen Sportminister, Olympiasieger im Fechten und heutigen stellvertretenden Vorstandschef von Gazprom Neft. Da der russische Schachverband suspendiert ist, nominierten ihn Belarus, Kuba und Tadschikistan. Kolobkov erklärte, er habe die Programme aller drei Präsidentschaftskandidaten geprüft und finde jenes von Timur Turlov seinen eigenen Ansichten am nächsten; er hob dessen Pläne für Schulschach, Digitalisierung und die Anerkennung als olympische Sportart hervor.

Auch die Vizepräsidentenwahl selbst verlief nicht reibungslos: Vier Föderationen unterstützten je zwei Kandidaten, obwohl nur eine Nominierung zulässig war, eine weitere Erklärung ging verspätet ein. Ausgeschlossen wurde deswegen niemand.

Automatisch generierter Beitrag

Alle drei Präsidentschaftsteams reichen Beschwerden bei der FIDE ein

Quelle: chess.com – „FIDE Election Heats Up As All 3 Presidential Tickets File Complaints", 2. September 2026, Tarjei J. Svensen

Knapp vier Wochen vor der Wahl des FIDE-Präsidenten am 26. September haben alle drei Kandidatenteams formelle Beschwerden bei der Wahlkommission des Weltverbands eingereicht. Betroffen sind die Tickets von Jan Henric Buettner mit Malcolm Pein, Wadim Rosenstein mit Gordon Tang sowie Timur Turlov mit Viswanathan Anand. In allen drei Fällen lagen juristische Erwiderungen vor. Das berichtet chess.com.

Buettner und Rosenstein stellten unabhängig voneinander Turlovs Wählbarkeit infrage. Rosenstein verwies auf Fragen zur Staatsbürgerschaft und auf ukrainische Sanktionen gegen Turlov aus dem Oktober 2022; Turlovs Team wies die Vorwürfe als „völlig unbegründet" zurück und erklärte, er habe seine russische Staatsbürgerschaft am 27. September 2022 aufgegeben. Turlov selbst beschwerte sich am 11. August über das Ticket Rosenstein–Tang und beanstandete unter anderem ungültige Nominierungen und verfrühten Wahlkampf.

Buettner warf der FIDE zudem in einer Unterlassungsaufforderung vom 6. August vor, Personal und Mittel des Verbands für Turlovs Kampagne einzusetzen, und drohte mit einem Gang zum Sportgerichtshof CAS.

Entscheidung bis 11. September

Nach den Wahlregeln muss eine endgültige Entscheidung über Zulassungsbeschwerden spätestens 15 Tage vor der Wahl mitgeteilt werden, also bis zum 11. September. Am 9. September treffen die drei Kandidaten in einer von Maurice Ashley moderierten Debatte aufeinander.

Automatisch generierter Beitrag

Turlov fordert Ausschluss Rosensteins von der FIDE-Präsidentschaftswahl

Quelle: Chess News Network – „Turlov Asks FIDE to Remove Rosenstein From the Ballot Over Sponsorship Deal", 4. September 2026

Timur Turlov beantragte bei der Wahlkommission der FIDE, seinen Gegenkandidaten Wadim Rosenstein von der Wahl zum FIDE-Präsidenten auszuschließen und dem Deutschen Schachbund das Stimmrecht zu entziehen. Anlass ist ein Sponsoringvertrag, den der Verband am 19. August, rund fünf Wochen vor der Wahl, mit Rosenstein und dessen Firma WR Events schloss und selbst als einen der größten seiner Geschichte bezeichnete. Rosenstein ist zugleich FIDE-Delegierter des Verbandes und dessen Kandidat. Das berichtet Chess News Network.

Vierte Beschwerde ohne Entscheidung

Turlov und sein Mitbewerber Viswanathan Anand hatten im August noch ausdrücklich nur eine Verwarnung verlangt. Es ist mindestens die vierte förmliche Beschwerde zwischen den drei Kandidatenteams seit August. Eine öffentliche Entscheidung der Wahlkommission steht in allen Fällen aus. Die Generalversammlung in Samarkand tagt am 26. September.

Automatisch generierter Beitrag

Rosenstein verlangt Klarheit über 13 offene Stimmrechtsfälle

Quelle: Chess News Network – „Wadim Rosenstein Calls for Transparency Over 13 Pending FIDE Election Delegates", 4. September 2026

Der FIDE-Präsidentschaftskandidat Wadim Rosenstein forderte Aufklärung über 13 Delegierte nationaler Verbände, deren Stimmberechtigung in den offiziellen Wahlunterlagen weiter als offener Fall vor der FIDE-Wahlkommission geführt wird. Das berichtet Chess News Network. Sein Team stieß bei der Prüfung der Dokumente darauf; inzwischen liegt der Kommission ein formeller Antrag vor, der die Gründe jedes Einzelfalls, die Unterlagen und den Zeitplan der Entscheidungen offenlegen soll. Wenige Tage vor der Wahl könnten die 13 Stimmen das Ergebnis mitentscheiden.

Automatisch generierter Beitrag

Viel Zuversicht, wenig Substanz: Turlovs Antworten halten der Nachfrage nicht stand

Quelle: Chess News Network – „The Gaps in Turlov's Answers: A Closer Look at His Chicken Chess Club Interview", 5. September 2026

Der Auftritt von Timur Turlov im Podcast Chicken Chess Club sei ein redlicher Versuch gewesen, sich einem skeptischen Publikum zu stellen. Doch genau bei den Fragen, auf die es ankomme, sei die Sicherheit des Vortrags größer gewesen als der Gehalt der Antworten. Das kommentiert Chess News Network.

Zweimal habe Peter Heine Nielsen eine klare Ja-oder-Nein-Frage gestellt, zweimal sei Turlov ausgewichen: bei der Frage nach der Fairness der EU-Sanktionen gegen Arkady Dvorkovich, wo er in persönliches Lob abbog, und bei der Frage, ob er den russischen Angriff auf die Ukraine für illegal und für ein Kriegsverbrechen halte. Beide Begriffe habe er vermieden – eine Lücke zwischen Erzählung und Konkretem bei einem Kandidaten, dessen Biografie auf einer moralischen Reaktion auf den Krieg beruhe.

Verantwortung und Geld

Beim Verhalten von Kirsan Ilyumzhinov verwies Turlov auf die unabhängige Ethikkommission. Nielsens Nachfrage habe das entkräftet: Nur die Führung der FIDE könne einen solchen Fall überhaupt anstoßen, seit Jahren tue das niemand.

Auch die Zusage, Turniere persönlich abzusichern und Millionen in den Entwicklungsfonds zu geben, bestätige das Problem, das sie lösen solle: Statt einer dauerhaften Struktur bürge wieder ein einzelner Wohltäter. Wer die tägliche Arbeit übernehmen soll, ließ Turlov offen.

Automatisch generierter Beitrag

Vor der FIDE-Wahl: Geldgeber Turlov kandidiert, Millionen des Verbands lagen bei seiner Bank

Quelle: Chess Chronicles – „The Money Behind World Chess’s Presidential Election“, 5. September 2026, Vlad Ghita

Drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl des Weltschachbunds FIDE am 26. September in Samarkand zeigen öffentliche Finanzunterlagen eine enge kommerzielle Verflechtung zwischen dem Verband und einem der Kandidaten. Das berichtet Chess Chronicles. Der kasachische Milliardär Timur Turlov, Gründer der börsennotierten Freedom Holding Corp., finanzierte zwischen 2023 und 2026 nahezu alle Kernturniere der FIDE mit geschätzt 8,5 Millionen Euro, darunter den WM-Kampf 2023 in Astana. Laut dem von Ernst & Young geprüften Abschluss 2024 lagen zum Jahresende über 1,6 Millionen Euro der FIDE-Liquidität bei der Freedom Finance Bank, dem Institut desselben Kandidaten.

Warnungen des internen Kontrollgremiums

Die gewählte Verification Commission der FIDE mahnte wiederholt, der Verband kalkuliere mit spekulativen Einnahmen: In drei Haushaltsjahren blieben veranschlagte Sponsorengelder von 8,35 Millionen Euro bis auf 637.493 Euro aus. Während die Verwaltungskosten in Lausanne die Vorgaben um 1,94 Millionen Euro überschritten, kürzte die FIDE Entwicklungs- und Jugendförderung um 2,07 Millionen Euro – ausgerechnet bei jenen kleinen Verbänden, die nach dem Prinzip „ein Verband, eine Stimme“ die Wahl entscheiden.

Geprüfte Zahlen für 2025 legte die FIDE den Delegierten bislang nicht vor. Turlov wies alle Vorwürfe zurück; weder er noch sein Unternehmen stehen unter Sanktionen der USA oder der EU. Anfragen an sein Wahlkampfteam und das FIDE-Pressebüro blieben unbeantwortet.

Automatisch generierter Beitrag

VorherigeSeite 3 von 4Nächste