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FIDE-Wahl 2026: Turlov und Anand reichen Beschwerde gegen Team Rosenstein ein

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Dvorkovich vor FIDE-Wahl unter Beschuss

Quelle: World Chess – „Dvorkovich Accused Of 'Blatantly Violating Every Electoral Rule Possible' In Race For Re-Election", veröffentlicht am 7. Mai 2026

Der amtierende FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich steht vor seiner offiziellen Kandidaturankündigung unter schwerem Beschuss. Das berichtet World Chess. Kritiker werfen dem russischen Schachfunktionär vor, bereits jetzt Wahlkampf zu betreiben – obwohl die FIDE-Regeln dies erst ab dem 26. Juni 2026, drei Monate vor dem Wahltermin am 27. September, erlauben.

Konkret entzündete sich der Streit an einem Post von GM Emil Sutovsky, dem CEO der FIDE und damit einem bezahlten Mitarbeiter der Organisation, auf der Plattform X. Sutovsky lobte Dvorkovichs Verdienste um Basisinvestitionen und Finanzierungsmodelle im Schachsport ausdrücklich. GM Peter Heine Nielsen, ein erklärter Kritiker russischen Einflusses auf die FIDE, bezeichnete den Beitrag als „schlichten Wahlkampf" für Dvorkovich.

Karibik-Reise und Kontaktaufnahme in Thailand

Darüber hinaus berichtete die FIDE-Pressestelle von einer mehrstöpfigen Reise Dvorkovichs durch die Karibik und Zentralamerika – finanziert aus dem FIDE-Reisefonds. Dvorkovich traf dabei Würdenträger und Delegierte in Barbados, St. Lucia und Panama. IM George Mastrokoukos, ehemaliges Mitglied des FIDE-Rechtsteams, äußerte sich kritisch dazu.

Zusätzlich berichtete Sahapol Nakvanich, Präsident des Thailändischen Schachverbands, Dvorkovich habe ihn schriftlich kontaktiert, um Unterstützung für eine erneute Kandidatur zu werben – nach Jahren ohne Kommunikation. Nakvanich betonte die Unabhängigkeit nationaler Verbände bei ihren Entscheidungen.

Der FIDE-Rat reagierte am Dienstag mit einer formellen Erinnerung an alle Verbände, Funktionäre und möglichen Kandidaten, wonach Wahlkampf vor dem offiziellen Beginn des Wahlzeitraums unzulässig sei. Zu den möglichen Gegenkandidaten zählen dem Vernehmen nach der deutsche Unternehmer Wadim Rosenstein sowie der englische FIDE-Delegierte IM Malcolm Pein. Eine Stellungnahme von Dvorkovich oder der FIDE-Pressestelle lag zum Redaktionsschluss nicht vor.

Der Beitrag ist kurz nach Veröffentlichung dieser Zusammenfassung von der World-Chess-Website verschwunden, Anm. d. Red.

Und plötzlich war der kritische Beitrag weg – Auftakt zum Superwahljahr 2026

Press release by FIDE

FIDE is pleased to announce that the FIDE Congress will be held in Samarkand, Uzbekistan, between 20 and 27 September 2026. The Meeting of the General Assembly will take place on 26-27 September 2026 when the elections will be completed. You are welcome to save the dates in your calendar.

The Elections will take place for the following positions and in accordance with the following timelines in which applications can be submitted:

  • The positions of President and Deputy President (on a joint ticket) - no later than 26 July 2026, 6.00 PM, CET time inclusive.
  • The position of elected Vice President – no later than 26 August 2026, 6.00 PM, CET time inclusive.
  • The position of Zonal President – no later than 26 August 2026, 6.00 PM, CET time inclusive.

FIDE invites all interested persons to submit Candidate Application Forms (attached hereto) to office@fide.com. Please note that electronic signatures or even scanned signatures on a PDF document can be considered valid if there are no doubts about the origin and the attribution of the document.

FIDE also informs that the Candidate Application Forms must be endorsed by letters of support from Member Federations (recommended form attached hereto) under the following rules:

  • Each candidacy for the Presidential ticket must be endorsed by nominations from at least five (5) Member Federations, among them at least one (1) from each of the four (4) FIDE Continents, but by no more than eight (8) Member Federations in total.
  • Each candidacy for the position of elected Vice President must be endorsed by nominations from at least three (3) Member Federations.

Please consider that each Member Federation is entitled to endorse only one (1) Presidential ticket, as well as one (1) candidacy for one of the positions listed above.

Please note that the electoral campaigning and promotion of candidatures are allowed only to the extent permitted under the Electoral Rules and during the electoral period. The electoral period starts three (3) months before elections. "Promotion" means any act or action that may enhance the level of awareness of a particular candidature. It includes advertising, campaigns, or any organised or planned action for the election of a candidate. Electoral campaigning shall be understood as any activity undertaken by candidates or those acting or working for them with the aim of canvassing votes.

Please be reminded that the "short statement" provided in Section 2.1 of the CANDIDATE APPLICATION FORM, together with the Candidate's full name, will be published.

If you have any questions, please email them to the FIDE Office at office@fide.com.

Fide-Chef Dworkowitsch drohen EU-Sanktionen

Quelle: Süddeutsche Zeitung – „Schach und Russland: Dem Präsidenten des Schachweltverbandes drohen wohl EU-Sanktionen", veröffentlicht am 18. Juni 2026

Der Präsident des Schachweltverbandes Fide, der russische Politiker Arkadij Dworkowitsch, soll auf einer Liste der EU-Kommission stehen, die noch in diesem Monat mit Sanktionen belegt werden soll. Das berichtet Süddeutsche Zeitung. Als Begründung nennt das Online-Medium EUobserver, auf das sich der Bericht stützt, die „öffentliche Unterstützung" des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Mögliche Folge wären erhebliche Einreisebeschränkungen in EU-Staaten – kaum vereinbar mit dem Amt des Fide-Präsidenten.

In einer kurzfristig einberufenen Notfallsitzung des Fide-Rats reagierte der Verband auf den Druck: Der russische Schachverband wurde sofort suspendiert. Hintergrund ist ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (Cas) vom März 2026, das den russischen Verband verpflichtete, Schachturniere in besetzten ukrainischen Gebieten einzustellen – andernfalls drohe eine dreijährige Sperre. Diese Frist lief vergangenen Mittwoch ab, ohne dass Russland die Turniere beendete. Die Fide setzte daraufhin die Sperre um. Russische Einzelspieler dürfen weiterhin unter neutraler Flagge antreten.

Präsidentenwahl im September rückt in den Fokus

Die Ereignisse verändern auch die Lage vor der Fide-Präsidentenwahl, die im September am Rande der Schacholympiade in Usbekistan stattfindet. Bislang galt Dworkowitsch, der das Amt seit 2018 innehat, als kaum angreifbar. Nun aber formiert sich Widerstand. Der britische Schachfunktionär Malcolm Pein, der seine Kandidatur bereits erklärt hatte, galt lange als chancenlos – die Einschätzung könnte sich ändern.

Der Fide-Delegierte des Deutschen Schachbundes, Wadim Rosenstein, veröffentlichte einen Offenen Brief an den Fide-Rat, in dem er eine Verlängerung der Bewerbungsfrist für die Schacholympiade 2030 forderte. Seine Begründung: Nach den Wahlen im September seien möglicherweise „wesentliche Veränderungen in der Führungs- und Managementstruktur" des Verbandes zu erwarten. Damit deutet er offen an, dass ein Führungswechsel an der Fide-Spitze für möglich gehalten wird.

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Drei Kandidaten für die FIDE-Präsidentschaft 2026

Quelle: Europe Échecs – „Élections de la FIDE 2026 : trois candidats pour prendre la tête des échecs mondiaux", veröffentlicht am 8. Juli 2026

Am 26. September 2026 wählt die Generalversammlung des Weltschachverbands FIDE in Samarkand, Usbekistan, einen neuen Präsidenten. Das berichtet Europe Échecs. Drei Kandidaturen sind bislang angekündigt: Amtsinhaber Arkady Dvorkovich sowie die beiden deutschen Unternehmer Wadim Rosenstein und Jan Henric Buettner. Die offiziellen Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 26. Juli eingereicht werden.

Dvorkovich, seit 2018 FIDE-Präsident, war 2022 mit 157 zu 16 Stimmen deutlich wiedergewählt worden. Er setzt auf Kontinuität und kündigt an, Bürokratie abzubauen, digitale Werkzeuge zu entwickeln und Förderprogramme für Fédérations aus Afrika, Asien und Lateinamerika auszubauen. Möglich wird seine erneute Kandidatur durch eine Satzungsänderung vom Dezember 2023, mit der die Begrenzung auf zwei Amtszeiten aufgehoben wurde. Kritiker befragen ihn regelmäßig zu seinen Verbindungen zur russischen Regierung, der er bis 2018 als stellvertretender Ministerpräsident angehörte.

Zwei Unternehmer fordern den Amtsinhaber heraus

Wadim Rosenstein, Gründer von WR Chess, tritt für eine professionellere Verbandsführung ein. Er fordert schnellere Entscheidungsprozesse, neue Sponsoren, modernisierte digitale Infrastrukturen und eine stärkere kommerzielle Nutzung des Schachs. Zudem will er neue Wettbewerbsformate schaffen und die Aufnahme des Schachs in das olympische Programm vorantreiben. Rosenstein ist seit Mai 2026 Delegierter des Deutschen Schachbunds bei der FIDE und tritt gemeinsam mit dem Milliardär Gordon Tang an.

Jan Henric Buettner ist vor allem als Mitgründer von Freestyle Chess bekannt, dem gemeinsam mit Magnus Carlsen ins Leben gerufenen Turnierkreis rund um Chess 960. Seine Kandidatur steht unter dem Leitmotiv, dass eine stärkere FIDE zunächst stärkere nationale Verbände erfordere. Sein vollständiges Programm will er erst nach Konsultationen mit den FIDE-Mitgliedern vorlegen. Als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten steht ihm der britische International Master Malcolm Pein zur Seite. Der Präsident des Deutschen Schachbunds, Paul Meyer-Dunker, distanzierte sich umgehend von Buettners Kandidatur und erklärte, dieser habe den Verband zu keinem Zeitpunkt kontaktiert.

Darüber hinaus hatte der frühere FIDE-Präsident Kirsan Ilyumzhinov, der den Verband von 1995 bis 2018 geführt hatte, kurzzeitig eine Rückkehr signalisiert. Nachdem ihm die russische Schachföderation ihre Unterstützung verweigerte, hat er seine Kandidatur bislang nicht formalisiert. Für eine Zulassung zur Wahl benötigt er die Unterstützung von mindestens fünf Verbänden aus vier verschiedenen Kontinenten.

Gewählt wird nach dem Prinzip „ein Verband, eine Stimme". Für einen Sieg im ersten Wahlgang ist die absolute Mehrheit erforderlich. Andernfalls treten die beiden führenden Kandidaten in einer Stichwahl gegeneinander an.

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Peter Heine Nielsen: „FIDE-Wahlen sind strukturell so anfällig wie bei der FIFA"

Quelle: ChessDojo, Dojo Talks, 10.07.2026

Das Wahlsystem der FIDE sei strukturell genauso anfällig für Korruption wie das der FIFA, weil jedes Land unabhängig von seiner Größe genau eine Stimme habe – ein System, das sich selbst erhalte, weil kein Kandidat es je infrage stellen könne, ohne die eigene Wahlchance zu gefährden. Das sagte Peter Heine Nielsen im Gespräch mit ChessDojo. Der Großmeister und langjährige Sekundant von Magnus Carlsen sprach in der 200. Ausgabe des Podcasts „Dojo Talks" mit den Gastgebern über die FIDE-Präsidentschaftswahl, die im September beim Schacholympiade in Uzbekistan stattfindet.

Geheime Wahl ohne Kontrolle

Jedes der rund 200 FIDE-Mitgliedsländer entsendet einen Delegierten, der geheim abstimmt – es gebe keine Möglichkeit nachzuvollziehen, wie ein Land tatsächlich gestimmt habe, erklärt Nielsen. Kameras seien im Wahlraum verboten, offiziell um Stimmenkauf zu verhindern; zugleich mache genau diese Anonymität Manipulation erst praktikabel. Nielsen selbst trat bei der Wahl 2022 als Vizepräsidentschaftskandidat an der Seite von Andrii Baryshpolets an – mit nach eigener Einschätzung dem schlechtesten Ergebnis, das ein Ticket in einer FIDE-Wahl je erzielt habe.

Gebrochenes Versprechen zur Amtszeitbegrenzung

Arkadi Dworkowitsch hatte bei seiner ersten Wahl eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten versprochen, woraufhin die FIDE-Satzung entsprechend geändert wurde. Rund 20 Mitgliedsländer beantragten jedoch später eine Rückänderung der Satzung, die mit rund 80 Prozent der Stimmen durchging – seither ist eine dritte Amtszeit wieder möglich. Auch bei der vorangegangenen Wahl habe Dworkowitsch nach Nielsens Erinnerung erklärt, dies werde seine letzte Amtszeit sein.

Drei Tickets, ein Favorit

Neben Amtsinhaber Dworkowitsch treten Jan Henric Buettner, Gründer der Freestyle-Chess-Organisation, und Wadim Rosenstein, Initiator der WR-Chess-Turnierserie, an. Auf Dworkowitschs Ticket steht diesmal nicht mehr Viswanathan Anand als Vizepräsident, sondern der kasachische Milliardär Timur Turlow, dessen Unternehmen nach Nielsens Angaben unter Beobachtung der US-Börsenaufsicht SEC steht. Buettner tritt gemeinsam mit dem britischen Organisator Malcolm Pein an, den Nielsen als integre Figur mit makellosem Ruf in der Schachwelt beschreibt. Rosenstein tritt mit dem Unternehmer Gordon Tang an.

Kirsan Iljumschinow, langjähriger Ex-Präsident und für seine Aussage bekannt, Außerirdische getroffen zu haben, hatte zunächst ebenfalls Ambitionen angemeldet; nach Nielsens Einschätzung habe der russische Schachverband inzwischen jedoch beschlossen, stattdessen Dworkowitsch zu unterstützen, sodass eine Kandidatur Iljumschinows unwahrscheinlich sei.

Sanktionsdrohung als Unsicherheitsfaktor

Dworkowitsch gelte trotz des gebrochenen Versprechens als klarer Favorit, so Nielsen – auch weil ein Amtsinhaber über Kontrolle der Verbandsmittel und direkten Zugang zu allen Delegierten verfüge. Ein Unsicherheitsfaktor sei jedoch, dass er auf einer möglichen neuen EU-Sanktionsliste genannt werde; sollte diese in Kraft treten, habe Dworkowitsch einen Rücktritt angekündigt. Zudem sei der russische Schachverband wegen eines laufenden Verfahrens um die Teilnahme Russlands derzeit nicht stimmberechtigt, was Dworkowitschs Ausgangslage zusätzlich schwäche.

Historische Beispiele für die Amtsinhaber-Macht

Als Beleg für den strukturellen Vorteil des Amtsinhabers verweist Nielsen auf die Wahl, bei der Iljumschinow Garri Kasparow deutlich schlug, obwohl Kasparow von Wahlkampfspender Rex Sinquefield unterstützt wurde. Auch bei der Wahl 2022, als Bachar Kouatly und Baryshpolets gegen Dworkowitsch antraten, sei der Vorsprung des Amtsinhabers uneinholbar gewesen.

Zwei Deutsche fordern Russlands Mann an der Schach-Spitze heraus

Quelle: Deutsche Welle – „Schach: Verliert Russland seinen Einfluss im Weltverband?", veröffentlicht am 14. Juli 2026

Beim Kongress des Schach-Weltverbands FIDE im September in Usbekistan könnte es zu einem Dreikampf um die Präsidentschaft kommen. Das berichtet Deutsche Welle. Der amtierende FIDE-Chef Arkadi Dworkowitsch, ehemaliger Vize-Premier Russlands, kandidiert für eine dritte Amtszeit – und sieht sich erstmals gleich zwei deutschen Herausforderern gegenüber.

Dworkowitsch steht seit 2018 an der Spitze der FIDE und wurde 2022 trotz Sanktionen gegen den russischen Sport mit großer Mehrheit wiedergewählt. Sein Einfluss im Verband gilt als eng mit russischen Finanzinteressen verknüpft. Einer der wichtigsten FIDE-Sponsoren ist der Finanzunternehmer Timur Turlow, der aus Russland stammt, seit 2022 aber kasachischer Staatsbürger ist. Turlow kandidiert als Dworkowitschs Vize.

Zwei Deutsche, zwei unterschiedliche Lager

Der Düsseldorfer Unternehmer Wadim Rosenstein wird vom Deutschen Schachbund (DSB) unterstützt. Der 35-Jährige hat seit 2022 weltweit hochkarätige Schach-Events finanziert und organisiert. DSB-Präsident Paul Meyer-Dunker bezeichnet ihn als „die beste Chance, Dworkowitsch loszuwerden". Rosenstein, 1990 in der heutigen Ukraine geboren, gibt an, seit 2022 keine Geschäfte mehr mit Russland zu machen, auch wenn er dort formal noch Unternehmensanteile besitze. Genaue Angaben zu investierten Summen lehnte er ab.

Parallel kandidiert der Investor und frühere Internet-Manager Jan Henric Buettner, der gemeinsam mit Ex-Weltmeister Magnus Carlsen das sogenannte Freestyle-Schach etabliert hat. Buettner wird unter anderem von Carlsens Coach Peter Heine Nielsen unterstützt, an seiner Seite kandidiert der englische Schachfunktionär Malcolm Pein. Meyer-Dunker hält Buettners Kandidatur hingegen für wenig aussichtsreich und kritisiert, dieser habe im Vorfeld keinen Kontakt zum DSB aufgenommen.

Pein äußert seinerseits Vorbehalte gegenüber Rosenstein: Dieser habe sich bisher ausweichend zur Rolle Russlands in der Schachpolitik geäußert. Rosenstein erklärte dazu, ein FIDE-Präsident müsse im Rahmen bestehender Regeln und Gerichtsurteile agieren – und verwies auf ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs, das den russischen Verband wegen der Organisation von Schachveranstaltungen in besetzten ukrainischen Gebieten zeitweise von der FIDE ausschloss. Der russische Verband darf beim Kongress im September demnach nicht abstimmen – obwohl ein Russe zur Wiederwahl antritt.

Auf der Webseite des russischen Schachverbands finden sich unterstützende Berichte über Dworkowitsch sowie ein Artikel über Rosenstein. Buettner und Pein werden dort nicht erwähnt.

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Russische Ära beim Schach-Weltverband vor dem Ende

Quelle: Süddeutsche Zeitung – „EU-Sanktionen gegen Schach-Präsident: Nach über 30 Jahren könnte die russische Herrschaft enden", veröffentlicht am 28. Juli 2026

Die Europäische Union hat im Rahmen ihres 21. Sanktionspakets auch Arkadij Dworkowitsch, Präsident des Schachweltverbandes Fide, auf die Liste sanktionierter Einzelpersonen gesetzt. Das berichtet Süddeutsche Zeitung. Als Begründung nennt die EU seine frühere Tätigkeit im Kreml sowie den Umstand, dass er dem russischen Schachverband erlaubt hatte, Tausende Turniere in den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten auszutragen. Dworkowitsch hat daraufhin seinen Rücktritt erklärt.

Interimspräsident ist seither der frühere Schachweltmeister Viswanathan Anand aus Indien. Am 26. September wählen die Delegierten der nationalen Verbände im usbekischen Samarkand einen neuen Fide-Präsidenten. Damit steht die Schachwelt vor der Frage, ob nach mehr als 30 Jahren russischer Führung an der Verbandsspitze eine neue Ära beginnt. Bereits Dworkowitschs Vorgänger Kirsan Iljumschinow war infolge westlicher Sanktionen aus dem Amt gedrängt worden.

Drei Kandidaten, unterschiedliche Russland-Nähe

Als aussichtsreichster Kandidat gilt der Hamburger Unternehmer Jan Henric Buettner, dem keine Nähe zu Russland nachgesagt wird. Er engagiert sich erst seit 2024 im Schach und hat gemeinsam mit Weltmeister Magnus Carlsen eine internationale Turnierreihe aufgebaut. Seine Kampagne setzt auf Wachstum: mehr Sponsoren, mehr Geld, mehr Förderung für die Nationalverbände.

Außenseiterchancen werden dem vom Deutschen Schachbund unterstützten Wadim Rosenstein eingeräumt. Der in der Ukraine geborene Unternehmer hat mit seinem deutschen Logistikunternehmen jahrelang auf dem russischen Markt agiert. Ein Foto, das ihn kurz nach Beginn der russischen Vollinvasion bei einem Turnier in Moskau neben dem bekennenden Putin-Anhänger Sergej Karjakin zeigt, belastet seine Kandidatur in europäischen Verbandskreisen erheblich.

Als dritter Kandidat tritt der kasachische Milliardär Timur Turlov an, der in Moskau geboren wurde und seine russische Staatsbürgerschaft erst 2022 aufgab. Sein Unternehmen Freedom Holding zählt zu den wichtigsten Fide-Sponsoren, steht jedoch wegen Vorwürfen, russischen Oligarchen bei der Umgehung westlicher Sanktionen geholfen zu haben, in der Kritik. Die Ukraine hat Turlov selbst sanktioniert.

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Drei Kandidatenpaare für FIDE-Präsidentschaft

Quelle: FIDE – „Presidential ticket candidacies announced", veröffentlicht am 27. Juli 2026

Die Wahl des nächsten Präsidenten des Weltschachverbands FIDE findet am 26. September 2026 im Rahmen der FIDE-Generalversammlung in Samarkand, Usbekistan statt. Das berichtet FIDE. Die Wahlkommission hat nach einer ersten Prüfung drei gültige Kandidaturen für das Präsidentenamt zugelassen.

Die zugelassenen Kandidatenpaare sind: Jan Henric Buettner gemeinsam mit Malcolm Pein, Wadim Rosenstein gemeinsam mit Gordon Tang sowie Timur Turlov gemeinsam mit Viswanathan Anand. Jede in der Generalversammlung vertretene Mitgliedsföderation verfügt über eine Stimme.

Die Kandidaten im Überblick

Buettner (Jahrgang 1964) ist Unternehmer und Investor mit Erfahrung in Telekommunikation, Venture Capital und Sport. Er ist Mitgründer des Formats Freestyle Chess gemeinsam mit Magnus Carlsen und kandidiert mit dem Ziel, die kommerziellen Aktivitäten der FIDE zu stärken und die Einnahmen durch Sponsoring und Medien auszubauen.

Rosenstein (Jahrgang 1990), Gründer von WR Chess und Vorsitzender der WR Group Holding, ist Delegierter des Deutschen Schachbunds. Er hat unter anderem den WR Chess Masters in Düsseldorf und London sowie die WR Women's Chess Tour ins Leben gerufen. Sein erklärtes Ziel ist eine modernisierte, professionell geführte und kommerziell stärkere FIDE.

Turlov (Jahrgang 1987) ist Gründer und CEO von Freedom Holding Corp., einem an der NASDAQ notierten Finanzunternehmen, und seit 2023 Präsident des kasachischen Schachverbands. Er strebt als FIDE-Präsident eine stärker digital ausgerichtete und finanziell widerstandsfähigere Weltorganisation an, mit besonderem Fokus auf Regionen außerhalb der traditionellen Schachhochburgen.

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Wadim Rosenstein bittet die Schachfreunde Dvorkovich und Turlov, die Schmähkampagne und insbesondere die persönlichen Angriffe auf lebende wie Tote Verwandte zu unterlassen. Nach seinen Angaben hat ihn eine Nachricht erreicht, die Angriffe würden aufhören, wenn er aus der Wahl ausscheidet oder sich dem Dvorkovich-Turlov-Team anschließt. Rosenstein nutzt die Gelegenheit, Dvorkovich daran zu erinnern, dass er eigentlich sein Amt niedergelegt hat.

Pressemitteilung:

Since March of this year, Mr. Arkady Dvorkovich has repeatedly circulated unsubstantiated claims regarding Mr. Rosenstein’s professional background. Now, Mr. Turlov, together and in collaboration with Mr. Dvorkovich are intensifying the spread of such defamatory information. Specifically, these claims allege that Mr. Rosenstein was introduced to Leonid Mikhelson and Gennady Timchenko for business purposes via a relative described as an “oligarch”.

The Press Office hereby clarifies the following facts:

Absence of Association — Wadim Rosenstein has never met, nor had any business dealings with, Leonid Mikhelson or Gennady Timchenko.

Family Integrity — The relative in question was an employed engineer who passed away in 2017. He was never involved in the business dealings mentioned, nor was he an “oligarch”.

Project Origins — The Novatek project frequently cited was awarded to Mr. Rosenstein’s company in 2018 by French and German partner firms, not by Novatek directly. This work is fully documented by recommendation letters from European clients.

Business Profile — Mr. Rosenstein’s company is a European-focused entity, serving primarily German and wider European clients.

Despite numerous private requests to cease these personal attacks, the misinformation has now been made public. Furthermore, we find it deeply concerning that Mr. Rosenstein was previously informed these “attacks would stop” contingent upon him joining a specific political team related to outgoing and withdrawn FIDE President, Mr. Arkady Dvorkovich. Such tactics have no place in the governance of the international chess community.

Leadership is defined by integrity and the fulfillment of one’s word. We remind Mr. Dvorkovich of his public commitment to resign should he face sanctions. For the health of FIDE and the global chess community, now that you are already sanctioned by the European Union. It is imperative that leaders remain accountable to their promises and maintain a standard of discourse that respects both the living and the deceased.

We ask that the focus of this campaign return to the future of chess, and that the late family members of candidates be left out of political rhetoric. This is unethical and inhuman.

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